Branchen | Indien | Druck-, Verlagserzeugnisse

Verpackungsdruck bleibt Wachstumsmotor der Druckbranche in Indien

Indiens Verlage und Druckereien leiden unter den Folgen der Coronakrise. In Zeiten von Homeoffice und E-Learning sinkt auch der Bedarf an Druck- und Verlagserzeugnissen.


  • Druckgewerbe

    Indiens Druckindustrie hofft auf eine rasche Erholung, nachdem die Nachfrage nach Druckerzeugnissen in der Coronakrise eingebrochen ist. Das Verpackungssegment bietet Potenzial.

    Allgemeine Markttrends: Umsatz könnte um bis zu 35 Prozent zurückgehen

    Dem indischen Druckgewerbe stehen schwierige Zeiten bevor. Im Zuge der Coronakrise und des mehrwöchigen Lockdowns im April und Mai ist in vielen Segmenten die Nachfrage nach Druckerzeugnissen stark zurückgegangen. Allein in diesen beiden Monaten ist der Ausstoß gemessen am Produktionsindex der verarbeitenden Industrie um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum eingebrochen. Für das laufende Finanzjahr 2020/21 (1. April bis 31. März) erwarten die Unternehmen aus dem Druckgewerbe Umsatzeinbußen zwischen 25 und 35 Prozent, so das Ergebnis einer Umfrage der Fachzeitschrift Indian Printer and Publisher.

    Auch wenn die indische Wirtschaft seit Anfang Juni wieder schrittweise hochgefahren wird, die meisten Druckereien rechnen erst im Frühjahr 2021 mit einer Belebung des Geschäfts. Neben der sinkenden Nachfrage nach Printerzeugnissen, bereitet auch die Einhaltung der Vorschriften zur Hygiene und räumlichen Distanz am Arbeitsplatz den Unternehmen Kopfzerbrechen. Diese lassen sich vor allem in kleinen und mittelständischen Druckbetrieben nur schwer umsetzen, so die Aussage der All India Federation of Master Printers (AIFMP). Um die Auflagen zu erfüllen, können viele Betriebe maximal 30 Prozent ihrer Kapazitäten nutzen.

    Der Gesamtumsatz in der indischen Druckindustrie ist schwer zu erfassen, da ein großer Teil der Wertschöpfung von Kleinst- und Kleinbetrieben im informellen Sektor generiert wird. Der Umsatz im organisierten Sektor wird für 2018/19 auf 4,6 Milliarden US-Dollar (US$) veranschlagt und soll bis 2024 auf knapp 6 Milliarden US$ zulegen. Für das gesamte Druckgewerbe wird er auf 12 Milliarden US$ geschätzt. Wachstumstreiber waren in den letzten Jahren vor allem der Verpackungs- und Etikettendruck sowie der Lehrbuchdruck. In den Vorperioden legte der Branchenumsatz zwischen 5 und 10 Prozent jährlich zu.

    Zeitungen/Zeitschriften: Corona beschleunigt negative Entwicklung

    Die zunehmende Digitalisierung des Medienkonsums in der indischen Gesellschaft stellt den Zeitungs- und Zeitschriftendruck vor wachsende Herausforderungen. Wurden im Finanzjahr 2017/18 noch rund 8 Milliarden Tageszeitungen gedruckt, waren es 2019/20 gut 10 Prozent weniger, so die Daten des Centre for Monitoring Indian Economy (CMIE). In der Coronakrise hat sich der Abwärtstrend beschleunigt: Allein im April und Mai 2020 verzeichnete diese Drucksparte einen Einbruch von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bei den Zeitschriften zeigt sich ein ähnliches Bild. Auch hier ist der Ausstoß seit Jahren rückläufig, in den beiden Lockdown-Monaten wurden 46 Prozent weniger Magazine gedruckt.

    Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den sinkenden Umsätzen der großen Zeitungs- und Zeitschriftenverlage wider. So ging 2019/20 der Umsatz der DB Group, die unter anderem die auflagenstärkste Tageszeitung Dainik Bhaskar herausgibt, um 10 Prozent auf rund 316 Millionen US$ zurück. Die Nummer zwei, Jagran Prakashan, verzeichnete ein Umsatzminus von 9 Prozent auf 251 Millionen US$. Die Ertragssituation im Zeitungs- und Magazindruck wird sich im laufenden Finanzjahr weiter verschlechtern.

    Zum einen gehen die Auflagen weiter zurück, da viele Kunden in der Coronakrise auf E-Paper-Angebote umgestiegen sind und auch langfristig dabei bleiben dürften, so die Einschätzung von Branchenvertretern. Hinzu kommt, dass die ohnehin seit Jahren sinkenden Ausgaben für Printwerbung im Zuge der Pandemie noch stärker zurückgehen dürften, da die Werbekunden aus Kostengründen weniger Anzeigen schalten oder auf digitale Werbeträger umschwenken. Dadurch wird der Umfang der Zeitungen und Magazine weiter schrumpfen, so die Prognose der AIFMP.

    Werbedruck/Geschäftsdruck/Formulardruck: Behörden und Firmen werden digitaler

    Der Druck von Werbebroschüren konnte in den letzten Jahren von der Professionalisierung des Einzelhandels und der steigenden Nachfrage nach langlebigen Konsumgütern wie Pkw, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik profitieren. Zwar ist deren Absatz während des mehrwöchigen Lockdown zurückgegangen, zieht aber inzwischen wieder leicht an, was sich positiv auf den Werbedruck auswirken dürfte. Der Einbruch des Messegeschäfts wird hingegen die Nachfrage nach gedrucktem Werbematerial weiter belasten. Früheren Prognosen zufolge sollte diese Drucksparte um 5 bis 10 Prozent jährlich zulegen. 

    Der Geschäfts- und Formulardruck ist während der Ausgangssperre ebenfalls zum Stillstand gekommen, da Büros und Behörden über Wochen geschlossen waren. Auch jetzt arbeiten viele Firmen nur mit reduzierter Belegschaft und versuchen, die Arbeitsabläufe so weit wie möglich zu digitalisieren. Da es kaum noch physische Veranstaltungen gibt, werden deutlich weniger Visitenkarten benötigt. Die indischen Banken digitalisieren ihre Geschäftsabläufe ebenfalls immer mehr, so dass hier der Bedarf an Geschäfts- und Formulardrucksachen weiter abnimmt. Die Kommunen setzen ihre E-Government-Strategien fort und wollen immer mehr Dienste wie Steuerverwaltung oder Sozialleistungen auf elektronischem Weg abwickeln.

    Bücher: Lehrbuchverlage setzen auf Bildungsreform

    Der indische Buchdruck wird in erster Linie von der wachsenden Nachfrage nach Schul- und Lehrbüchern getragen. Diese machen 94 Prozent des Buchhandels aus, dessen Umsatz für 2019/20 auf gut 10 Milliarden US$ geschätzt wird. Mitte März 2020 hatte Indiens Regierung im Zuge der Coronakrise sämtliche Bildungseinrichtungen des Landes geschlossen - vorerst bis zum 30. September 2020. Da nur ein Bruchteil der indischen Schulen über die technischen Voraussetzungen für Online-Unterricht verfügen, wurden auch während des Lockdown weiter Schulbücher geordert und an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben, sofern es logistisch möglich war.

    Dennoch dürften im laufenden Finanzjahr etwa ein Viertel weniger Lehrbücher gedruckt werden als in der Vorperiode, schätzt die Association of Publishers of India (API). Die Lehrbuchverlage erhoffen sich allerdings einen Wachstumsschub von der Ende Juli 2020 beschlossenen Bildungsreform. Im Zuge der National Education Policy soll der Lehrplan modernisiert und das Unterrichtsmaterial komplett überarbeitet werden. Auch soll sich der Anteil der Schüler, die eine weiterführende Bildungseinrichtung (College, Hochschule oder Berufsschule) besuchen, bis 2035 auf 50 Prozent verdoppeln. Dies könnte sich ebenfalls positiv auf den Lehrbuchdruck auswirken, so die Prognose von API.

    Verpackungsdruck und Etiketten: Wachstum, aber mit neuen Materialien

    Der Verpackungsdruck war in den vergangenen Jahren der Wachstumsmotor für die indische Druckindustrie. Steigende Konsumausgaben, eine höhere Nachfrage nach verpackten Nahrungsmitteln sowie die Ausbreitung des Onlinehandels haben für jährliche Zuwächse von 10 bis 15 Prozent gesorgt. Einer Prognose des Industrieverbands Associated Chambers of Commerce and Industry of India (ASSOCHAM) zufolge soll die Verpackungsindustrie 2020 ein Umsatzvolumen von 74 Milliarden US$ erreichen.

    Das Segment wird auch in den nächsten Jahren weiter wachsen, getrieben vor allem von der Konsumgüterindustrie, der Pharmabranche und dem E-Commerce. Letzterer soll 2020/21 um 18 Prozent und in den beiden Folgeperioden um jeweils 30 Prozent zulegen, so die Prognose von Goldman Sachs. Der Verpackungsdruck dürfte einer Umfrage von IppStar zufolge besser durch die Coronakrise kommen als andere Segmente. Gut die Hälfte der Unternehmen erwartet, im Frühjahr 2021 bereits wieder 90 Prozent des Druckvolumens von vor der Krise zu erreichen. Beim Etikettendruck rechnet IppStar mit einer vergleichbaren Entwicklung. Für das laufende Finanzjahr 2021/22 erwarten die Hersteller allerdings nur eine Produktion von höchstens 55 Prozent im Vergleich zu 2019/20.

    Der Druck von flexiblen Kunststoffverpackungen war in den vergangenen Jahren schneller gewachsen als der von starren Materialien. Die indische Regierung will zeitnah die Verwendung von Einwegkunststoffverpackungen verbieten. Eine Reihe von Bundesstaaten wie Maharashtra und das Hauptstadtterritorium National Capital Territory of Delhi haben bereits eigene Maßnahmen zur Eindämmung der Plastikflut ergriffen. Die Verpackungsindustrie dürfte künftig stärker auf Papier und andere umweltverträglichere Materialien setzen.

    Marktstruktur/Wettbewerb: Weniger Investitionen in neue Maschinen erwartet

    Die Zahl der aktiven Druckbetriebe bezifferte die Statistikbehörde Ministry of Statistics and Programme Implementation (MoSPI) für 2017/18 auf 3.520. Diese beschäftigten rund 158.000 Personen. Die tatsächliche Zahl der Druckereien dürfte jedoch wesentlich höher liegen, da die meisten Kleinbetriebe statistisch nicht erfasst sind. So schätzt der Verband AIFMP die Zahl der Druckereien auf ungefähr 250.000 mit 1,5 Millionen Beschäftigten.

    Die Digitalisierung in der indischen Druckindustrie wird sich im Zuge der Coronakrise weiter beschleunigen, so die Einschätzung von AIFMP. Viele Großdruckereien und Verlagshäuser haben in den letzten Jahren in neue Druckmaschinen und digitale Druckverfahren investiert, um ihre Kosten zu senken. Fachportale wie Printweek oder Indian Printer and Publisher berichten regelmäßig über Neuinstallationen von Druckmaschinen und vermitteln einen guten Einblick in das aktuelle Marktgeschehen und den technischen Stand der Druckereien. Wegen der angespannten Ertragslage, dürften viele Betriebe ihre Investitionen aber erst einmal auf Eis legen.

    Von Boris Alex | Berlin

  • Verlagsgewerbe

    Die Coronakrise befeuert den digitalen Medienkonsum. Bei Zeitungen und Magazinen gilt immer öfter Mobile First, denn für viele ist das Smartphone die wichtigste Nachrichtenquelle.

    Allgemeine Markttrends: Verlage erweitern digitales Angebot

    Auch die indischen Verlagshäuser bleiben nicht von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie verschont. Während der zweimonatigen Ausgangssperre mussten viele Betriebe schließen. Da sämtliche Buchläden geschlossen waren und der Onlinevertrieb ebenfalls nicht gestattet war, kam der Verkauf von Büchern komplett zum Erliegen. Die noch bis mindestens 30. September 2020 bestehende Schließung sämtlicher Bildungseinrichtungen setzt vor allem den Lehrbuchverlagen zu. Schulbücher haben einen Anteil von 70 Prozent und Bücher für weiterführende Bildungseinrichtungen von 23 Prozent am Gesamtumsatz im Verlagsgewerbe. Der Marktforscher Nielsen beziffert diesen für 2020 auf 7 Milliarden US-Dollar (US$).

    Hinzu kommen langfristige disruptive Entwicklungen, denen sich die Branche stellen muss. Allen voran die wachsende Bereitschaft zum digitalen Konsum sowohl von Zeitungen und Zeitschriften als auch von Büchern in der indischen Gesellschaft - insbesondere bei der konsumfreudigen, jungen Mittelschicht. Neue Geschäftsmodelle, die klassische Aufgaben der Verlagsgesellschaften wie Lektorat, Buchdesign und das Marketing durch Self und Direct Publishing umgehen oder an externe Dienstleister auslagern, gewinnen weiter an Bedeutung.

    Der digitale Konsum von Printmedien wird sich durch die Coronakrise noch schneller in der Gesellschaft verbreiten. Zwar haben nur etwa ein Viertel der Haushalte einen Internetanschluss, aber die Zahl der Inderinnen und Inder mit Smartphone wächst rasant. Schätzungen zufolge verfügten 2019 bereits zwischen 450 Millionen und 500 Millionen über ein solches mobiles Endgerät, und bis 2022 soll die Zahl auf 800 Millionen weiter ansteigen. In einer Umfrage gaben 68 Prozent der Nutzer an, dass ihr Smartphone das wichtigste Gerät für den Nachrichtenkonsum ist.

    In Verbindung mit niedrigen Internetkosten gilt für immer mehr indische Medienhäuser und Verlage deshalb nicht nur die Devise Digital First, sondern auch Mobile First. Die indischen und internationalen Verlage passen ihr Angebot diesem New Normal an. Und das nicht nur bei Zeitungen und Zeitschriften: So hat Penguin Random House im April 2020 - also mitten im Lockdown - auf Amazon India einen E-Bookstore mit 500 Titeln eröffnet und will seine Palette schrittweise ausbauen. Andere Verlage dürften nachziehen.

    Aber auch jenseits vom Digitalen gibt es für die Verlage Wachstumspotenzial. Zum einen schreitet die Alphabetisierung in Indien weiter voran, und auch die Durchschnittseinkommen dürften langfristig weiter zulegen. Die Zahl der potenziellen Kunden wächst also organisch. Für zusätzlichen Schub dürfte die im Juli 2020 beschlossene Bildungsreform mit komplett neuen Lerninhalten sorgen. Der Bedarf an neuen Lehrbüchern, die rund 95 Prozent des Buchverlagswesens ausmachen, wird in den nächsten Jahren stark zulegen.

    Aber auch die klassischen Lehrbuchverlage erweitern im Zuge der Coronakrise ihr Angebot in Richtung E-Learning. Der indische Ableger von McGraw Hill unterstützt Lehrkräfte mit Tools zum Onlineunterricht und baut sein Angebot an digitalen Lehrbüchern kontinuierlich aus.

    Marktstruktur/Wettbewerb: Markt ist hart umkämpft

    Das indische Verlagsgewerbe gilt als sehr stark fragmentiert. Der Marktforscher Nielsen beziffert in seiner Studie aus dem Jahr 2015 die Zahl der Verlage auf 9.000. Indien ist der sechstgrößte Büchermarkt weltweit und belegt bei englischsprachigen Publikationen nach den USA Rang zwei. Allerdings werden von 90 Prozent der in Indien veröffentlichten Titel weniger als 2.000 Exemplare verkauft. Bei weniger als einem Prozent gehen mehr als 10.000 Bücher über die Verkaufstheke.

    Verlagsgewerbe (Veränderung in Prozent)

    2016/17 *)

    2017/18 *)

    Veränderung

    2017/18

    Magazintitel

    97.827

    100.666

    2,9

    Zeitungstitel

    16.993

    17.573

    3,4

    *) Finanzjahr 1. April bis 31. MärzQuelle: Office of Registrar Newspaper for India, 2020




    Von Boris Alex | Berlin

  • Werbung

    Die COVID-19-Pandemie bremst das Wachstum in der indischen Werbebranche. TV- und Print-Bereiche sind besonders betroffen. Der Anteil der Onlinewerbung an den Gesamtausgaben wächst.

    Allgemeine Markttrends: Firmen fahren Werbeausgaben zurück

    Die Wachstumsdynamik in der indischen Werbebranche hat sich seit Mitte 2019 abgekühlt. Wegen der schwächeren Konjunkturentwicklung im letzten Jahr mussten viele Unternehmen ihre Werbeausgaben kürzen oder sind auf kostengünstigere Werbeträger umgeschwenkt. Der Umsatz legte dennoch gegenüber 2018 auf Dollarbasis um 4 Prozent auf umgerechnet 12,6 Milliarden US-Dollar (US$) zu, so eine Studie der Federation of Indian Chambers of Commerce & Industry (Ficci) und der Unternehmensberatung EY.

    In Folge der Coronakrise werden die Werbeausgaben 2020 quer durch alle Segmente sinken. Besonders hart dürfte es die Printmedien treffen. Da wegen der Ausgangssperre der Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften stark eingeschränkt war, gingen in den beiden Lockdown-Monaten April und Mai die Werbeausgaben um jeweils etwa 70 Prozent gegenüber den Vorjahreszeiträumen zurück. Da viele Leser zu den Onlineausgaben gewechselt sind und auch dabei bleiben dürften, werden die Werbeeinnahmen in diesem Segment noch stärker sinken als ohnehin schon, so die Prognose von ICRA Research.

    Bei der Fernsehwerbung erwartet die Ratingagentur für das Finanzjahr 2020/21 (1. April bis 31. März) einen Rückgang der Ausgaben zwischen 18 und 25 Prozent gegenüber der Vorperiode. Hierfür sind vor allem die Absage von werbeträchtigen Sportveranstaltungen wie der indischen Cricketliga sowie der Mangel an neuen TV-Inhalten, da die Produktion von neuen Fernsehsendungen und Filmen vorübergehend eingestellt werden musste, verantwortlich. ICRA rechnet in diesem Werbesegment aber zum Jahreswechsel 2021 eine leichte Erholung.

    Auch die seit Jahren boomende Onlinewerbung kann sich nicht völlig dem Abwärtstrend entziehen. Hier wird für 2020/21 allerdings nur ein Minus von rund 5 Prozent erwartet. Zum einen weil Ausgaben aus anderen Segmenten zum Teil in Digitalanzeigen gewandert sin. Zudem haben viele Onlinehändler ihre Werbeausgaben verstärkt, da sie auch während des Lockdown zum Teil weiter verkaufen durften. Allerdings haben gleichzeitig viele große Werbekunden wie die Automobilbranche oder die Hersteller von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik ihre Ausgaben reduziert, da sie nicht verkaufen konnten.

    Marktstruktur/Wettbewerb: Onlinewerbung mit größten Zuwächsen

    Unter den Werbeträgern führt das Fernsehen mit einem Umsatzanteil von 36 Prozent klar das Feld an. Allerdings verzeichnet das Segment in den letzten Jahren nur moderate Zuwächse. So legte die TV-Werbung 2019 um 2,6 Prozent auf rund 4,6 Milliarden US$ zu. Bei der Printwerbung geht es schon seit einigen Jahren stetig bergab. 2019 gingen die Ausgaben um gut 7 Prozent auf 2,9 Milliarden US$ zurück. Das Segment konnte damit jedoch  seinen zweiten Platz mit einem Anteil von 23,4 Prozent verteidigen.

    Doch schon bald dürfte die Onlinewerbung vorbeiziehen. Hier legten die Ausgaben 2019 um 22 Prozent auf 2,7 Milliarden US$ zu. Das Segment wird in den kommenden Jahren auch am stärksten wachsen, so die einhellige Meinung der Analysten. Früheren Prognosen zufolge sollte die Onlinewerbung bis 2022 auf 4,5 Milliarden US$ steigen. Diese Ergebnisse dürften aber wegen der Coronakrise kaum zu erreichen sein. Doch ab 2021 könnten die Werbeausgaben hier bereits wieder um 20 Prozent jährlich zulegen, so die ICRA-Prognose.

    Werbeausgaben (in Millionen US-Dollar, Anteil an gesamten Werbeausgaben in Prozent)

    Werbeträger

    2018

    2019

    Veränderung 2019/18 1)

    Marktanteil 2019 (in % nach Werbeausgaben) 2)

    Fernsehen

    4.462

    4.579

    2,6

    36,4

    Zeitungen und Zeitschriften

    3.176

    2.945

    -7,3

    23,4

    Online

    2.253

    2.747

    21,9

    21,8

    Außenwerbung

    543

    559

    2,9

    4,4

    Rundfunk

    497

    444

    -10,7

    3,5

    Sonstige 2)

    1.163

    1.303

    12,0

    10,4

    Insgesamt

    12.094

    12.577

    4,0

    -

    1) auf US-Dollar-Basis; 2) Eventmarketing, KinowerbungQuelle: Federation of Indian Chambers of Commerce & Industry (Ficci), EY, 2020


    Die indische Werbebranche wird von großen einheimischen Agenturen wie DDB Mudra Group, FC-Bulka oder Madison World und internationalen Werbekonzernen wie Dentsu, Ogilvy & Mather, McCann oder GroupM dominiert. Letztere wächst nach Einschätzung von Ficci vor allem durch Übernahmen kleinerer Wettbewerber. Die französische Havas-Group erwarb 2019 Anteile an den indischen Agenturen Think Design, Langoor und Shobiz.

    Rahmenbedingungen: Neue Vorschriften für Printwerbung

    Das Ministry of Information and Broadcasting hat neue Regelungen für die Printwerbung verabschiedet. Die Print Media Advertisement Policy 2020 gilt seit dem 1. August 2020.

    Von Boris Alex | Berlin

  • Kontaktadressen

    Bezeichnung

    Anmerkungen

    All India Federation of Master Printers (AIFMP)

    Verband für die Druckindustrie

    Screen Printers' Association of India (SPAI)

    Verband für die Druckindustrie

    Indian Printing Packaging and Allied Machinery Manufacturers Association (IPAMA)

    Verband für die Druck- und Verpackungsindustrie

    Offset Printers Association (OPA)

    Verband für den Offsetdruck

    Association of Label Printers and Suppliers (ALPS)

    Verband der Labeldrucker

    Label Manufacturers Association of India (LMAI)

    Verband der Labelproduzenten

    Association of Publishers of India (API)

    Verband für das Verlagswesen

    Printweek

    Fachmagazin für die Druckwirtschaft

    Indian Printer and Publisher

    Fachmagazin für die Druckwirtschaft

    Packplus

    Messe für Verpackungs- und Drucktechnik (17.12. bis 19.12.2020, Greater Noida/Delhi)

    Media Expo

    Messe für Außenwerbung und Werbedruck (04.12. bis 06.12.2020, New Delhi)

    Printpack India

    Messe für den Verpackungsdruck (03.02. bis 08.02.2021, Greater Noida/Delhi)

    Printexpo

    Messe für die Druckindustrie (02.07. bis 04.07.2021, Chennai)

    Pamex 2022

    Messe für die Druckindustrie (23.03. bis 26.03.2022, Mumbai)


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