Branchencheck | Ungarn

Corona zieht Ungarns Industrie deutlich ins Minus

Die Pandemie hat die meisten Industriezweige in Mitleidenschaft gezogen. Am stärksten leiden Unternehmen, die wie in der Automobilbranche in globale Lieferketten integriert sind. 

Von Waldemar Lichter | Budapest


  • Bauwirtschaft: Corona beendet Bauboom

    Bauwirtschaft: Corona beendet Bauboom

    Nach drei Jahren zweistelligen Wachstums wird der Bausektor 2020 wieder ins Minus rutschen. Neue Aufträge bleiben aus.

    Die Phase zweistelliger Wachstumsraten im Bausektor wie zwischen 2017 und 2019 dürfte zunächst beendet sein. In den ersten fünf Monaten 2020 ging die Bauleistung nach Schätzung des Branchenverbandes EVOSZ um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück. Im März und April 2020 sollen die Bauunternehmen kaum neuen Auftragseingang verzeichnet haben. Ende Mai habe der Auftragsbestand ein Fünftel unter Vorjahresniveau gelegen. Die Krise dürfte vor allem kleine Baufirmen hart treffen, die nur über geringe Reserven verfügen.

    Weitere Informationen:

    CEF-Mittel für Investitionen im Transportsektor

    Von Waldemar Lichter | Budapest

  • Chemieindustrie: Krise der Kfz-Industrie drückt den Bedarf

    Chemieindustrie: Krise der Kfz-Industrie drückt den Bedarf

    Die Coronakrise lässt die Nachfrage nach Chemie- und Mineralölprodukten sinken. Pharmahersteller dagegen gewinnen.

    Die Produktion chemischer Erzeugnisse sinkt. Während 2019 das Inlandsgeschäft kräftig anziehen konnte, sorgten die rückläufigen Exporte insgesamt für ein Umsatzminus in dem Zweig. Im 1. Quartal 2020 nahm dagegen die Inlandsnachfrage wegen der Coronakrise stärker ab. Negativ bemerkbar macht sich die gesunkene Nachfrage der Automobilindustrie. Sowohl die Inlandsumsätze der Gummi- als auch der Kunststoffindustrie rutschten im ersten Jahresviertel 2020 massiv ins Minus. Einen starken Umsatzanstieg auf dem Inlandsmarkt um 17,8 Prozent verzeichnete im 1. Quartal 2020 die Pharmaindustrie.

    Von Waldemar Lichter | Budapest

  • Energiewirtschaft: Kernkraftwerk Paks kommt langsam voran

    Energiewirtschaft: Kernkraftwerk Paks kommt langsam voran

    Ungarn setzt im Energiesektor weiter auf die Kernkraft. Die Fotovoltaiksparte erlebt einen Boom.

    Die Kernkraft wird auf absehbare Zeit die wichtigste Säule der ungarischen Stromversorgung bleiben. Die Regierung treibt den rund 10 Milliarden Euro teuren Ausbau des Kernkraftwerks Paks mit Hilfe russischer Kredite voran. Erneuerbare Energien gewinnen an Bedeutung. Die Nutzung der Solarenergie nimmt stark zu.

    Weitere Informationen:

    Regierung will die Nutzung von Solarenergie intensivieren

    Neues Werk für Solarmodule in Ungarn

    Von Waldemar Lichter | Budapest

  • Gesundheitswirtschaft: Covid-19 verzögert notwendige Reformen

    Gesundheitswirtschaft: Covid-19 verzögert notwendige Reformen

    Ungarns Regierung hat auf die Coronapandemie schnell reagiert und das Gesundheitssystem mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet.

    Chronische Unterfinanzierung und Verschuldung der Krankenhäuser, lange Wartezeiten und Fachkräfteabwanderung belasten das Gesundheitssystem seit langem. Mehr und mehr wird auf zentrale Beschaffungen umgestellt. Die Coronapandemie war eine zusätzliche Herausforderung. Der Einkauf medizinischer Schutzausrüstung und Ausstattungen sowie der schnelle Bau provisorischer Krankenhäuser wurden veranlasst. Das Budget des Gesundheitswesens soll 2021 aufgestockt werden. Der Markt für Medizintechnik wird bis 2023 um 8,6 Prozent pro Jahr wachsen und dann eine Größenordnung von 1,3 Milliarden US-Dollar erreichen.

    Weitere Informationen:

    Covid-19: Gesundheitswesen in Ungarn

    Von Waldemar Lichter | Budapest

  • Maschinenbau: Rückgang der Investitionen macht sich bemerkbar

    Maschinenbau: Rückgang der Investitionen macht sich bemerkbar

    Die gesunkene Investitionsneigung lässt Inlandsumsätze der Maschinenbauer schrumpfen. Der Rückgang im Ausfuhrgeschäft hält sich noch in Grenzen.

    Nach einem guten Vorjahr hat die Coronakrise im 1. Quartal 2020 für eine scharfe Wende gesorgt. Rückläufige Investitionen ließen vor allem die Umsätze auf dem Inlandsmarkt sinken (minus 6,1 Prozent). Die Ausrüstungsinvestitionen werden 2020 nach Prognosen der Europäischen Kommission um 27,6 Prozent einbrechen. Die ungewissen Konjunkturaussichten in Ungarn und in der Europäischen Union dürften auch 2021 für eine schwierige Geschäftslage auf dem Maschinenmarkt sorgen. Investitionen im Bahnsektor und Aufträge aus dem Ausland (etwa Ägypten) sorgen für eine bessere Lage im ungarischen Schienenfahrzeugbau.

    Von Waldemar Lichter | Budapest

  • Nahrungsmittelindustrie: Corona lässt Nachfrage zunächst steigen

    Nahrungsmittelindustrie: Corona lässt Nachfrage zunächst steigen

    Lokale Produzenten haben Anfang 2020 von Hamsterkäufen profitiert. Insgesamt dürfte der Markt durch Corona jedoch eher einen Dämpfer erhalten.

    Die Nahrungsmittelbranche hat ihren positiven Trend der Vorjahre auch im 1. Quartal 2020 fortgesetzt. Die Produktion und die Umsätze nahmen überdurchschnittlich zu. Der Schub war vor allem durch Vorratskäufe der Bevölkerung nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie bedingt. Die infolge der Krise abgeschwächte Einkommensentwicklung wird die Nachfrage auf dem Markt insgesamt und besonders nach höherwertigen Produkten zunächst bremsen. Investitionen ungarischer Unternehmen in der Fleisch- und fleischverarbeitenden Sparte bleiben hoch.

    Weitere Informationen:

    Nahrungsmittelbranche hat Wachstumspotenzial

    Von Waldemar Lichter | Budapest

  • Pkw- und Nfz-Produktion: Corona verzögert Investitionsvorhaben

    Pkw- und Nfz-Produktion: Corona verzögert Investitionsvorhaben

    Ungarn bleibt für die Autoindustrie weiterhin äußerst attraktiv. Hersteller und Zulieferer bauen Kapazitäten aus.

    Nach überaus erfolgreichen Vorjahren 2018 und 2019 rutschte die Automobilindustrie im 1. Quartal 2020 in die Krise. Alle Automobilwerke des Landes waren im März und April 2020 aufgrund ausbleibender Nachfrage und aus Sicherheitsgründen von mehrwöchigen Produktionsstopps betroffen. Auch große Automobilzulieferer, wie Bosch, Continental oder Denso, arbeiteten wochenlang mit deutlich reduzierter Kapazitätsauslastung. Die Krise bremst die Realisierung großer Investitionsprojekte, wie etwa den Bau des neuen BMW-Werkes in Debrecen, zwar aus. An den Plänen soll aber mit zeitlicher Verzögerung festgehalten werden.

    Weitere Informationen:

    Coronavirus trifft Ungarns Automobilsektor schwer

    Ungarn baut Kompetenzen für autonomes Fahren auf

    Schaeffler baut neues Werk in Ungarn

    Von Waldemar Lichter | Budapest

  • Kfz-Markt: Krise dämpft Nachfrage nach Nutzfahrzeugen

    Kfz-Markt: Krise dämpft Nachfrage nach Nutzfahrzeugen

    Die Krise und erwartete Einkommensverluste der Bevölkerung werden dem Pkw-Markt 2020 einen Dämpfer versetzen. Auch Nutzfahrzeuge sind in der Krise weniger gefragt.

    Das starke Wirtschaftswachstum hat dem ungarischen Automobilmarkt in den vergangenen fünf Jahren zu immer neuen Höhenflügen verholfen. Die Coronapandemie, die damit verbundenen Einschränkungen und Einkommensverluste werden den Absatz neuer Pkw jedoch 2020 um 9 Prozent sinken lassen. Die verschlechterten Konjunkturaussichten dämpfen die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen. Prognosen zufolge wird deren Absatz 2020 um 7,7 Prozent zurückgehen. Kaufprämien für Elektroautos werden fortgesetzt. Die Regierung strebt den bevorzugten Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Personennahverkehr an.

    Weitere Informationen:

    Neue Kaufprämien für Elektroautos

    Ungarn stützt seine Busindustrie

    Von Waldemar Lichter | Budapest

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