Special China

China investiert in Infrastrukturprojekte der Superlative

Chinas investitionsgetriebene Wachstumsmodell stößt an seine Grenzen. Insbesondere in den Bereichen Umwelt und Stadtplanung sind jedoch noch Investitionen notwendig. Die meisten der derzeit von offizieller Seite getätigten Investitionen finden im Rahmen dreier nationaler Initiativen statt: der Ausbau der neuen Seidenstraße, das Beijing-Tianjin-Hebei-Cluster und die Yangtze River Economic Zone. Auftragsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen gibt es in erster Linie wenn spezielle Technologien oder hohe Qualität gefragt sind.

Chinas Infrastrukturinvestitionen weiterhin hoch

Der Aufstieg der VR China zur weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft beruhte nicht zuletzt auf einem staatlich finanzierten Ausbau der Infrastruktur. Allerdings stößt das bislang verfolgte investitionsgetriebene Wachstumsmodell an seine Grenzen, sodass die Regierung einen nachhaltigeren Weg einschlagen möchte. Mit Blick auf die soziale Stabilität und den eigenen Machterhalt dürfte sie jedoch zumindest kurzfristig das Wirtschaftswachstum weiter durch Infrastrukturmaßnahmen künstlich hoch halten.

Tatsächlich soll laut einer Studie der britischen Universität Oxford etwa die Hälfte der chinesischen Infrastrukturprojekte keinen wirtschaftlichen Wert mehr haben oder sich sogar negativ auswirken. Insbesondere wurde die Schuldenlast der lokalen Gebietskörperschaften rasant nach oben getrieben. Dabei gibt es nach wie vor viele notwendige Vorhaben - insbesondere in den Bereichen Umwelt (Kläranlagen, Müllbehandlung/-entsorgung) und Stadtplanung.


Rahmenbedingungen

Indikator

2016

2025 (Prognose)

Bevölkerung (in Mio.)

1.377,5

1.409,0

Bevölkerungswachstum (in %)

0,4

k.A.

Bevölkerung Stadt (in Mio.)

782,1 (56,8%)

921,4 (65,4%)

Bevölkerung Land (in Mio.)

595,4 (43,2%)

487,6 (34,6%)

BIP (nominal; in Mrd. US$)

11.218,317.706,6 *)

Investitionen (in % des BIP)

43,7

k.A.

*) 2022

Quellen: Weltbank, CIA, OECD, IWF


Die anhaltende Urbanisierung dürfte so ein auf mittlere und lange Sicht wichtiger Impulsgeber bleiben. 2016 lebten über 780 Mio. Chinesen in Städten. Bis 2020 sollen es über 900 Mio. Menschen sein, die eine urbane Infrastruktur von Verkehr, über Ver- und Entsorgung bis hin zu Bildungseinrichtungen und Freizeitstätten benötigen.


Qualität der Infrastruktur (2016/17)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

42

4,7

Qualität der Straßen

39

4,8

Qualität der Schienentransportsysteme

14

5,1

Qualität der Häfen

43

4,6

Qualität der Lufttransportsysteme

49

4,8

Qualität der Elektrizitätsversorgung

56

5,3

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Dr. Stefanie Schmitt

China finanziert Seidenstraßenausbau und andere Großprojekte

Aufgrund massiver staatlicher Investitionen verfügt China heute über 130.300 km Autobahn, 214 internationale und nationale Flughäfen, rund 2.200 Ankerplätze für Schiffe ab 10.000 t sowie über das mit fast 21.800 km größte Hochgeschwindigkeitsbahnnetz der Welt, das überdies bis 2025 auf 38.000 Streckenkilometer erweitert werden soll.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur China

 

2016

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$) 1)

2.237

k.A.

davon Verkehrsinfrastrukturbau

807

900

 Straßennetz (km)

130.268

169.000

 Schienennetz (km)

124.251

150.000

 Flughäfen (Anzahl) 2)

21.741

30.000

 Flughäfen (Passagiere) 2)

214

260

 Containerhäfen (Anzahl von Ankerplätzen)

480 3)

k.A.

 Containerhäfen /Umschlag in Mio. TEU)

218

258

1) zusammengesetzt aus Anlageinvestitionen in Infrastrukturprojekten, Investitionen in die Strom-, Wärme-, Gaserzeugung/-verteilung sowie in die Wasserversorgung/Abwasserbehandlung etc. (Jahresdurchschnittskurs: 1 US$ = 6,6422 RMB); 2) operierende Zivilflughäfen; 3) 2015
Quellen: NBS, MOT, CAAC, China Ports & Harbors Association, GTAI-Berechnungen


Die meisten der derzeit von offizieller Seite getätigten Investitionen finden im Rahmen dreier nationaler Initiativen statt: der Ausbau der neuen Seidenstraße, ausgestattet unter anderem mit 40 Mrd. US$ aus dem 2014 aufgelegten Seidenstraßenfonds; das Beijing-Tianjin-Hebei-Cluster, ein Wirtschaftsraum von doppelter Fläche wie Korea (Rep.) mit 10% des chinesischen BIP; sowie die Yangtze River Economic Zone. Über den Jangtse werden 60% des chinesischen Binnenwasserfrachtverkehrs abgewickelt.

Aber das ist nicht alles. So veröffentlichten die National Development and Reform Comission (NDRC) und das Verkehrsministerium im März 2016 einen Aktionsplan der wichtigsten Verkehrsprojekte, welche bis 2018 forciert werden sollen. Dieser umfasst Investitionen von 708 Mrd. US$ (4,7 Bill. RMB, Jahresdurchschnittskurs 2016: 1 US$ = 6,6422 RMB), unter anderem für den Neu-/Ausbau von 6.000 km Autobahn und die Errichtung von circa 20.000 km Bahnstrecke.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Projektträger und/oder Ausführer

Projektstand

Hochgeschwindigkeitsbahn für bis zu 350 km/h Guangzhou bis Shanwei, darunter 231,7 km Neubau

7.686

China Railway Corp.
Ausführung: Guangdong Provincial Railway Construction Investment Group Co., Ltd.

im Bau

U-Bahn in Fuzhou (Linie 6), Gesamtlänge 41,4 km, davon 34,8 unterirdisch

4.170

Fuzhou Metro Co., Ltd.
Ausführer: China Railway Construction Co., Ltd.

im Bau

120 Straßenbauprojekte in Shaanxi, darunter 119 Schnellstraßen mit insgesamt 2.052 km und eine Autobahn von 74 km

3.854

Shaanxi Provincial Transport Department
Ausführer: Shaanxi Highway Group Ltd.

im Bau

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Dr. Stefanie Schmitt


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Transport und Verkehr

Bauwirtschaft

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

China will Anteil erneuerbare Energien deutlich erhöhen

Für den Kampf gegen die globale Erwärmung ist China eines der wichtigsten Länder und hat das UN-Klimaschutzabkommen unterzeichnet und ratifiziert. Aus Gründen der Energiesicherheit sowie der CO2-Reduzierung treibt das Land den Ausbau seiner erneuerbaren Energiekapazitäten sowie die Atomkraft voran. Bis 2020 strebt es einen Anteil nicht-fossiler Energieträger am Primärenergieverbrauch von rund 15% an, der bis 2030 auf 20% steigen soll.

Die alternativen Stromerzeugungskapazitäten (inklusive Atomkraft) sollen dann rund 770 GW erreichen. Insgesamt sind gemäß dem 13. Fünfjahresplan rund 361 Mrd. US$ an Investitionen für deren Ausbau bis 2020 vorgesehen. Dennoch wird Kohle auf absehbare Zeit trotz sinkendem Anteil die wichtigste Energiequelle des Landes bleiben.


Strukturdaten Energieinfrastruktur China

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (Mrd. t Standardkohleeinheit)

4,36

5,0

Stromverbrauch/Kopf (Kwh)

4.281,30

4.860-5.140

Stromerzeugungskapazitäten (Jahr in GW)

1.645,75

2.000

Kohle/Öl/Gas (Anteil in %)

64,0

61,0

Atomkraft (Anteil in %)

2,0

2,9

Erneuerbare Energien (Anteil in %)

33,9

33,0

Endpreis für Industriestrom (Jahr in Euro-Cent pro kWh) Beispiel Beijing

13 / 6

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (%)

100

100

Quellen: 13. Fünfjahresplan für die Stromwirtschaft (2016-2020); China Electricity Council, Xinhua News; National Bureau of Statistcs (NBS); Beijing DRC


China fördert erneuerbare Energien vor allem durch die Gewährung fester Einspeisetarife. Erste Schritte in Richtung Marktliberalisierung (wie Stromhandelsplätze) wurden getan. Stromerzeugung und -verteilung sind in China getrennt. Das noch nicht vollständig integrierte Übertragungsnetz in staatlichen Händen ist dem steigenden Anteil "grünen" Stroms nicht gewachsen. Bis 2020 soll ein "Super Grid" inklusive Smart Grid-Technologie entstehen. Weitere Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen sollen die Übertragungskapazitäten von West- nach Ostchina bis 2020 fast verdoppeln. Seit Jahren investiert das Land mehr in den Netzausbau als in den Kraftwerksbau.

Deutsche Unternehmen sind in Chinas staatlich dominiertem Energiesektor vor allem als Lieferanten von Anlagen und Komponenten sowohl für Kohlekraftwerke als auch für Solar- und Windkraftanlagen aktiv. Als Betreiber treten sie nicht auf. Finanzierung und Einnahmensituation sind aufgrund hoher Abregelungsquoten und verspätet bezahlter Einspeisetarife schwierig.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Gansu Jiuquan Salzturmkraftwerk (100 MW Kapazität)

1,45

Hauptprojektträger: China Three Gorges New Energy Co., Ltd.

Machbarkeitsstudie erstellt; gemäß NDRC-Anforderungen muss Fertigstellung vor Ende 2018 erfolgen

Jiangsu Nantong Rudong Offshore Windkraft (300 MW Kapazität)

7,8

China Shipbuilding Industry Corporation Haizhuang (Beijing) Renewable Energy Investment Co. Ltd.

Baugenehmigung: 22.11.16; Bauperiode: 2016 bis April 2018

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest basierend auf lokalen Berichten


Text: Dr. Stefanie Schmitt


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Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

Hohe Investitionen in technische IKT-Infrastruktur Chinas

Chinas Bevölkerung weist eine hohe IKT-Affinität auf. Ende 2016 gab es über 940 Mio. Smartphone- und 731 Mio. Internetnutzer (wovon bereits 95,1% mobil ins Netz gehen). Parallel wird massiv in die technische Infrastruktur investiert. Um die Ziele des 13. Fünfjahresplans (2016-2020) für die IKT-Wirtschaft zu erreichen, treibt die National Development and Reform Commission (NDRC) im Rahmen eines Dreijahresprogramms IKT-Schwerpunktinfrastrukturprojekte (2016-2018) für allein rund 180 Mrd. US$ (1.200 Mrd. RMB; Jahresdurchschnittskurs 1US$=64 RMB) voran.

Der rechtliche Rahmen ist im Entstehen - zwischen Regierungsansprüchen an Cyber Security und nationale Sicherheit einerseits sowie Datenschutzinteressen anderseits. Die Regierung ist fest entschlossen, intelligente Produktion, Internet of Things und Big Data im Rahmen des Industriemodernisierungsprogramms „Made in China 2025“ voranzutreiben.


IKT-Infrastruktur in China

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps)

 

 

in Haushalten mittelgroßer und großer Städte

20.480

102.400

in über 50% der Haushalte in ländlichen Gebieten

4.096 *)

51.200

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

15,0%

k.A.

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner)

71,2

85,0

Anteil der Haushalte mit Breitband-Internetzugang (in %)

61,4

70,0

Breitbandpreise pro 1 GB (Computer-basiert) (in % des Pro-Kopf-Bruttonationaleinkommens)

1,49 *)

k.A.

M2M-Verbindungen (in Mrd.)

0,1

1,7

*) 2015
Quellen: Ministry of Industry and Information Technology (MIIT), 13. Fünfjahresplan für Informations- und Kommunikationsindustrie (2016-2020); NBS, Alliance for Affordable Internet: Affordability Report 2015/16 (www.intgovforum.org; www.a4ai.org)


Deutsche Unternehmen treffen mit Firmen wie Huawei, ZTE, Tencent und Alibaba auf große heimische Konkurrenz. Ihr Beitrag zum Ausbau der staatlichen IKT-Infrastruktur ist daher gering. Als Netzbetreiber können ausländische Firmen in China nicht auftreten. Zur Implementierung intelligenter Produktion bieten hingegen einige deutsche Firmen Prozess- und Automationstechnologie, Robotik sowie Sensortechnologie an. Bedarf und Interesse aus der Industrie sind groß, die Absatzchancen sehr gut. Bis zur tatsächlichen Umsetzung von Industrie 4.0-Lösungen ist jedoch noch viel zu tun.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Projektträger und/oder Ausführer

Projektstand

Demonstrationsprojekt: Breitbandversorgung auf dem Land in der Provinz Yunnan

72,6

China Telecom Yunnan Company

Baubeginn: 23.2.17; Geplante Fertigstellung: Ende 2017

Internet of Things (IoT) –Management-Plattform zur Unterstützung Open Data

Laut NDRC-Ausschreibung Mindestinvestition von 100 Mio. RMB (ca. 14,5 Mio. US$) notwendig

Potevio Information Technology Co. Ltd.

Projektvergabe erfolgt; 10 Mio. RMB staatliche Zuschüsse an Potevio geflossen

Quelle: NDRC, Recherchen von Germany Trade & Invest


Text: Dr. Stefanie Schmitt


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Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

Verschärfte Umweltgesetze regen Techniknachfrage in China an

Smog in den Städten, giftige Flussläufe, belastete Ackerböden und steigende Wasserknappheit zwingen Chinas Regierung zum Handeln. Im Jahr 2016 sind wichtige politische Richtlinien und Vorgaben auf den Weg gebracht worden, inklusive strengerer Kontrollmechanismen und härterer Strafen bei Umweltverschmutzung. Ebenfalls gibt das 13. Fünfjahresprogramm für ökologischen Umweltschutz (2016-2020) den provinzübergreifenden Wasserschutz wichtiger Flüsse sowie die strenge Kontrolle von stark umweltverschmutzenden Industriebranchen vor. Auch das Grüne Entwicklungsprogramm für die Industrie (2016-2020) des Ministry of Industry and Information Technology (MIIT) von Juni 2016 schraubt die Anforderungen an die Industrie hoch. Deutsche Umwelttechnik ist daher gefragt.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2016

Investitionen in städtische Umweltinfrastruktur (in Mrd. RMB)

 

494,7 *)

Verbesserte Sanitäreinrichtungen WHO (% der Bevölkerung mit Zugang)

77 *)

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

98,1 *)

Müllaufkommen

 

Hausmüll

191,4

Industriemüll

3.271

Recyclingquote von Industriemüll (in %)

60,3

*) 2015
Quellen: WHO, China Statistical Yearbook on Environment 2016, China Statistical Yearbook 2016, Jahresbericht des Umweltministeriums der VR China 2016, 13. Fünfjahresprogramm (2016-2020) für ökologischen Umweltschutz


Auch die städtische Wasserver- und - entsorgung sowie Abfallwirtschaft muss modernisiert werden. Das entsprechende 13. Fünfjahresprogramm sieht bis 2020 unter anderem den Bau neuer Kläranlagen (Gesamtkapazität: 50.217 cbm pro Tag) sowie neuer Klärschlammaufbereitungsanlagen (Gesamtkapazität: 60.116 t pro Tag) vor. Zudem geht es von Gesamtinvestitionen zwischen 2016 und 2020 in Höhe von rund 85 Mrd. US$ (564,4 Mrd. RMB; Jahresdurchschnittskurs 2016 1 US$= 6,6422 RMB) aus. Auch in der Hausmüllentsorgung gibt es großen Investitionsbedarf. Hierfür sind im Rahmen des 13. Fünfjahresprogramms Investitionen von rund 38 Mrd. US$) (knapp 252 Mrd. RMB) vorgesehen, wovon rund 26 Mrd. US$ (fast 170 Mrd. RMB) für neue Müllbehandlungsanlagen sowie weitere knapp 4 Mrd. US$ (fast 26 Mrd. RMB) für neue Sammelsysteme geplant sind.

Seit Ende 2014 werden PPP-Projekte im Infrastruktursegment – darunter auch in der städtischen Wasser- und Müllentsorgung – gefördert. Prinzipiell sind diese auch für ausländische Firmen offen. Ende 2016 führte das Public Private Partnerships Center (CPPPC) insgesamt 10.741 PPP-Projekte mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von fast 2 Bill. US$ (12,5 Bill. RMB) durch. Rund ein Drittel davon waren Wasserprojekte.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitions-summe (Mio. US$)

Projektträger und/oder Ausführer

Projektstand

Neues Abwassermanagement- und -kontrollsystem in der Stadt Huai`an (Provinz Jiangsu)

251

Bureau of Housing and Urban/Rural Development der Stadt Huai`an

Öffentliche Ausschreibung: 11.16; Bau in vier Phasen über 29 Jahre

Müllbehandlung in Leshan (Provinz Sichuan) mit einer Kapazität von 1.000 t pro Tag

145

Bureau of Urban Management von Leshan

Geplanter Baubeginn: 6.17 für zwei Jahre

Quelle: Finanzministerium


Deutsche Unternehmen behaupten sich trotz höherer Preise mit innovativen und leistungsstarken Produkten. Die Bearbeitung des Marktes ist aufgrund teilweise immer noch intransparenter regionaler Ausschreibungspraxen zeitintensiv. Als Betreiber sind deutsche Firmen im städtischen Wasser-/Abwassersegment, dessen Zugang in großen Städten für ausländische Firmen beschränkt ist, nicht aktiv.

Müllverbrennungsgeschäfte sind selten profitabel. Der deutsche Recyclingspezialist Alba, inzwischen mit hoher chinesischer Beteiligung, visiert mit lokalen Partnern Bau und Betrieb von Recyclinganlagen an. Deutsche Recycling-, Entsorgungs- und Wassertechnikfirmen zählen inzwischen zu interessanten Übernahmezielen für Chinas Umweltbranche.


Text: Dr. Stefanie Schmitt


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

China: Großangelegte Stadtentwicklungsprojekte bieten Geschäftschancen

Eine wesentliche Stütze für die Nachfrage nach sozialer Infrastruktur ist die anhaltende Urbanisierung. Die häufig als Gesamtpaket vergebenen Stadtentwicklungsprojekte umfassen neben Wohngebäuden eine Grundversorgung nach regionen- und projektabhängigen Schlüsseln mit Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, kulturellen und anderen Freizeiteinrichtungen sowie Ladenflächen etc. Handelt es sich beispielsweise um hochpreisige Wohngebäude, ist die schulische Ausstattung des Viertels von extremer Bedeutung für Käufer.

Bauentwickler vergeben solche Funktionsbauten, sofern sie nicht durch eigenes Personal abgedeckt werden, nach außen. Dies kann im Rahmen eines Wettbewerbs oder direkt geschehen. Eine Voraussetzung zur Teilnahme ist häufig eine bestimmte Zahl an Referenzprojekten. Wer diese nicht vorweisen kann, sucht sich in der Regel einen kompetenten Partner.

Staatliche Bauherren müssen hingegen gemäß den nationalen Bedingungen ausschreiben, auch hier werden oft Referenzprojekte vorausgesetzt. Mitunter werden auch internationale Architekturbüros eingeladen, ihre Entwürfe abzugeben.

An der Modernisierung und Erweiterung von Chinas Krankenhausinfrastruktur beteiligen sich deutsche Firmen vor allem als Medizintechniklieferanten - soweit ihnen dies bei der erklärten Absicht, den Anteil chinesischer Medizintechnik zu erhöhen, möglich ist. Für den Krankenhausbetrieb ist ein chinesischer Joint-Venture Partner unerlässlich.

Nach ganz anderen Regeln funktioniert der Tourismus-/Freizeitmarkt. Nach Regierungsprognosen sollen sich die Ausgaben für die nationale Tourismusindustrie in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Laut China Daily sind etwa 300 Hotelprojekte in geplant. Vor allem Städte abseits der Küstenmetropolen werden in den kommenden Jahren viele neue Häuser erhalten, auch von internationalen Ketten.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Tourismusprojekt in Zhangjiakou (Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022); Gesamtbaufläche 50.000 qm (einschließlich Hotels, Restaurants, Museum etc.)

301

Hebei Yangchen Group
Ausführer: u.a. Hebei Jianshe Construction Group Co., Ltd.

Baubeginn: 11/2016; Fertigstellung: 2021

Stadtsporthalle Beihai (Provinz Guangxi)

52

Beihai Urban Construction Investment & Development Co., Ltd.
Ausführer: Beijing Construction Engineering Group

Bauzeit: 2016 bis 2018

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest, Deutsche Bundesbank (Jahresdurchschnittskurs 2016: 1 US$ = 6,642 RMB)


Text: Dr. Stefanie Schmitt

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Hochbau
Gesundheitswesen
Medizintechnik

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:
Tourismus
Gesundheitswesen

China: PPPs sollen staatliche Infrastrukturinvestitionen ergänzen

Die wichtigsten internationalen Geber vor Ort sind die Asiatische Entwicklungsbank (ADB; Finanzierungszusagen 2016: 2.373,4 Mio. US$ für 15 Projekte) und die Weltbank (1.994,5 Mio. US$ für 13 Projekte). An bilateralen Finanzierungsinstitutionen engagieren sich vorwiegend die deutsche KfW Entwicklungsbank (2016: 566 Mio. Euro) und die französische AFD (2016: 150 Mio. Euro).

Aus finanzieller Sicht spielt die Geberfinanzierung für China nur noch eine marginale Rolle. Angefragt wird sie, wenn es sich um Projekte mit Vorbildcharakter etwa in den Bereichen nachhaltige Entwicklung/ Klimaschutz oder Gesundheit handelt oder besonderes Know-how (Controlling, Auditing, Technologie) nötig ist. Der Großteil der Infrastrukturprojekte wird dagegen mit staatlichen Geldern, über Fonds bzw. über das staatliche/staatlich gelenkte Bankensystem abgewickelt. Ausländische Banken sind aufgrund der extrem hohen absoluten Kapitalanforderungen und sonstigen Reglementierungen nur sehr begrenzt tätig.

Ferner gibt es einen nicht zu beziffernden, aber steigenden Anteil privater/teilprivater Investoren, speziell bei Stadtentwicklungsvorhaben. Auf diesem Gebiet sind vor allem die großen Bauentwickler aktiv. Außerdem fördert der Staat neuerdings die Beteiligung von Privatfirmen an Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen von PPP-Projekten. Ende 2016 registrierte das Ministry of Finance 1.351 unterzeichnete öffentlich-private Partnerschaften (PPP) mit einem Gesamtvolumen von 331 Mrd. US$ (2,2 Bill. RMB, Jahresdurchschnittskurs 2016, 1 US$ = 6,6422 RMB).


Text: Dr. Stefanie Schmitt

China: Einheimische Firmen dominieren, deutsche als Zulieferer aktiv

Die Federführung von EPC-Projekten (Engineering-Procurement-Construction) obliegt quasi ausschließlich lokalen Bauunternehmen oder Bauentwicklungsgesellschaften. Ausländische Firmen beschränken sich de facto auf Controlling und Beratung, da sie bei der Bauausführung zur engen Kooperation mit einem staatlichen lokalen Designinstitut gezwungen sind, das die - je nach Projekt - notwendige Lizenz hält. Die Kriterien für solche Lizenzen sind so hoch gesteckt, dass ihr Erwerb für ausländisches Unternehmen quasi unmöglich ist. Dagegen kommen deutsche Unternehmen immer wieder als Zulieferer - seltener als Subkontraktoren - zum Zuge.

Von internationalen Gebern finanzierte Projekte werden nach internationalen Standards ausgeschrieben. Deutsche Firmen sind besonders im Bereich Medizintechnik erfolgreich. Grundsätzlich gilt: Je komplexer und qualitativ anspruchsvoller die Vorgaben, desto größer sind die Chancen für ausländische/deutsche Firmen.

Nationale öffentliche Ausschreibungen laufen heute zumindest auf dem Papier deutlich transparenter ab als noch vor einigen Jahren. „Spielräume“ gibt es allerdings nach wie vor. Doch dank der Antikorruptionskampagne genügen Beziehungen allein heute nicht mehr zur Auftragsvergabe, auch Preis und Qualität müssen stimmen. Dessen ungeachtet werden lokale Firmen mehr oder weniger offen bevorzugt und sind, soweit der Preis ausschlaggebend ist, von deutscher Seite nicht zu unterbieten.

Nur wenn spezielle Technologien oder hohe Qualität gefragt sind, werden auch ausländische Firmen zur Angebotsabgabe eingeladen - respektive macht es für deutsche Firmen Sinn, ein Angebot zu unterbreiten.

Private Kunden vergeben ihre Projekte entweder frei oder formulieren nationale oder mitunter sogar internationale Ausschreibungen nach eigenen Prioritäten. Dies erhöht die Chancen für deutsche Unternehmen.

In jedem Fall bleibt die „Vor-Tender-Marktbearbeitung“ ausgesprochen wichtig, um die Spezifikationen gegebenenfalls zu beeinflussen. Hierfür bedarf es einer „wachen“ Präsenz vor Ort. Denn es ist ausgesprochen schwer, überhaupt  und rechtzeitig von nationalen Ausschreibungen zu erfahren. Generell sinkt die Nachfrage nach deutschen Produkten aufgrund der zunehmenden Stärke des inländischen Wettbewerbs. Zudem arbeiten lokale Firmen nicht immer mit legalen Maßnahmen. So sind Plagiate noch immer ein Thema, und ihre Bekämpfung kann sich oft über Jahre hinziehen.


Text: Dr. Stefanie Schmitt

China: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution / Name

Internetadresse

Invest in China

www.fdi.gov.cn

National Development and Reform Commission (NDRC)

www.sdpc.gov.cn

Ministry of Transportation of the People's Republic of China (MOT)

www.moc.gov.cn

Civil Aviation Administration of China (CAAC)

www.caac.gov.cn

Ministry of Housing and Urban-Rural Development of the People's Republic of China (MOHURD)

www.mohurd.gov.cn

National Energy Administration (NEA)

www.nea.gov.cn

Ministry of Industry and Information Technology of the People's Republic of China (MIIT)

www.miit.gov.cn

Ministry of Environmental Protection of the People's Republic of China (MEP)

www.zhb.gov.cn

China Construction Industry Association

www.zgjzy.org

China Renewable Energy Industry Association

www.chnreia.org

China Electricity Council

www.cec.org.cn

China Industry of Environmental Protection Industry

www.caepi.org.cn

International Trade Fair for Construction Machinery, Building Material Machines, Construction Vehicles and Equipment

www.bauma-china.com

IE Expo China (International Trade Fair for Environmental Technology Solutions)

www.ie-expo.com

Zhongguo Zhaobiao Xinxi Wang (Fachportal für Projekte und Bauvorhaben)

www.cnbidding.com

China Procurement and Bidding Network (Zhongguo Caigou Yu Zhaobiao Wang)

www.chinabidding.com.cn

China Nuclear E&C Group

www.cnecc.com

China National Petroleum Corporation

www.cnpc.com.cn

State Grid Corporation of China

www.sgcc.com.cn

China Huaneng Group

www.chng.com.cn

State Power Investment Corporation

www.spic.com.cn

China Three Gorges Corporation

www.ctgpc.com.cn

China Telecommunications Corporation

www.chinatelecom.com.cn

China State Construction Engineering Corporation

www.cscec.com

China Energy Conservation and Environmental Protection Group

www.cecic.com.cn

China National Chemical Engineering Corporation

www.cncec.cn

China Railway Group Ltd.

www.crecg.com

China Railway Construction Corporation Ltd.

www.crcc.cn

China Communications Construction Co., Ltd.

http://en.ccccltd.cn/

Power Construction Corporation of China

www.powerchina.cn

China Energy Engineering Corporation Ltd.

http://en.ceec.net.cn/

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Dr. Stefanie Schmitt

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