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Markttrends

Der französische Maschinenbau erholt sich. Unternehmen investieren in Prozessoptimierung, Elektrifizierung und Effizienz. Auch die europäischen Exporte entwickeln sich positiv. 

Frauke Schmitz-Bauerdick

Von Frauke Schmitz-Bauerdick | Paris

19 %

der französischen Maschinenbauimporte 2025 kommen aus Deutschland.

Nach einem schwierigen Jahr 2025 mit einem Umsatzrückgang von nominal 0,3 Prozent zeigt sich der Maschinenbau in Frankreich zur Jahresmitte 2026 wieder gedämpft optimistisch. Nach Angaben des Maschinenbauverbandes FIM (Fédération des Industries Mécaniques) legten die Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 um 2,9 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Verband ein Wachstum von nominal rund 2 Prozent. 

Der stark expandierende Verteidigungs- sowie Luft- und Raumfahrtsektor schiebt mit Großinvestitionen in die Produktion auch den Maschinenbau an. Insbesondere die Bereiche metallverarbeitende Maschinen und Werkzeugmaschinen, aber auch Förder- und Hebetechnik profitieren. Zudem erhoffen sich Maschinenbauer mit Schwerpunkt auf den Bereichen Umwelt- und Wassertechnik, Luft- und Kältetechnik sowie Elektrotechnik neue Aufträge infolge angekündigter Großinvestitionen in Datencenter. Ohnehin steht der Sektor Luft- und Kältetechnik seit den Hitzewellen des Jahres 2026 im Fokus von Unternehmen, aber auch der öffentlichen Hand. 

Nachhaltigkeit wird zum Wettbewerbsfaktor

Die Regierung drängt mit ihrem Plan Électrification von April 2026 auf eine beschleunigte Elektrifizierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Wesentliches Ziel ist es, Frankreich aus seiner Importabhängigkeit von den fossilen Rohstoffen Gas und Erdöl zu lösen. 

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt insbesondere für Unternehmen, die direkt oder mittelbar für die öffentliche Hand arbeiten, an Relevanz. Vom 21. August 2026 an sind bei öffentlichen Ausschreibungen neben dem Preiskriterium auch Umweltkriterien zur Entscheidung heranzuziehen. Der Baumaschinensektor orientiert sich um und arbeitet an der Elektrifizierung seiner Gerätschaften. Die französische Umweltagentur Ademe hat im Juni 2026 das mit 50 Millionen Euro dotierte Programm E-Trans aufgelegt, das Käufer elektrischer Baumaschinen europäischer Herkunft finanziell unterstützt.

Auch der Landmaschinenverband AXEMA sieht in der Elektrifizierung einen wichtigen Hebel zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Herstellern und Landwirtschaft. Rund 750.000 selbstfahrende Landmaschinen könnten kurzfristig elektrifiziert werden, so der Verband im Mai 2026. 

Schwache Binnenkonjunktur 

Außerhalb der expandierenden Geschäftsfelder sieht es für den Maschinenbau schwieriger aus. Der Sektor kämpft mit einer schleppenden inländischen Nachfrage, der US-amerikanischen Handelspolitik und chinesischer Konkurrenz.

Eine anhaltende inländische Investitionsblockade belastet die Branchenunternehmen. Die Banque de France prognostiziert für 2026 einen Anstieg der Unternehmensinvestitionen von lediglich 0,5 Prozent. Erst ab 2027 erwartet die Zentralbank einen Anstieg um 1,2 Prozent. Angesichts einer nur schwachen Wirtschaftsentwicklung sowie einer geringen Kapazitätsauslastung in der Industrie mangelt es Unternehmen an Investitionsanreizen. So liegt die durchschnittliche Auslastung in der Industrie seit 2020 im Bereich von 76 Prozent.

Exporte mit zwei Geschwindigkeiten

Auch die internationale Nachfrage entwickelt sich lediglich verhalten. In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 stiegen die Exporte von Maschinenbauprodukten laut Maschinenbauverband FIM mit nominal 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur minimal. Zwar ziehen gerade die europäischen Exporte wieder an. Vor allem die Ausfuhren Richtung Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich entwickeln sich positiv. So legten die Exporte Richtung Deutschland nach einer Steigerung von 9,6 Prozent im Jahr 2025 auch in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 mit 6 Prozent kräftig zu. Die Exporte in Richtung Großbritannien wuchsen in den Monaten Januar bis April 2026 sogar um 19,6 Prozent.

Die Ausfuhren in die USA hingegen sanken und lagen in den ersten vier Monaten des Jahres 2026 um 3,7 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Bereits 2025 waren die Exporte in die USA um 1,3 Prozent zurückgegangen. Unternehmen sind angesichts ständig wechselnder Rahmen- und Zollbedingungen verunsichert. 

Anlagenbauer investieren in Produktivität

Insgesamt erwartet der Branchenverband FIM für 2026 steigende Umsätze. Angeschoben wird die leichte Erholung durch Investitionen in die Modernisierung des Maschinen- und Anlagenparks und in Automatisierung. Ziel ist weniger der Aufbau neuer Produktionskapazitäten als eine Steigerung der Produktivität. 

Denn auch französische Unternehmen kämpfen mit massiver chinesischer Konkurrenz und müssen in ihre Wettbewerbsfähigkeit investieren. Predictive Maintenance, Absenken der Verschleißquote, Energieeffizienz und Verschlankung von Produktionsprozessen durch Digitalisierung und KI sowie beginnend auch Robotik sind hier wichtige Stellschrauben. "Alles, was die Betriebskosten einer Maschine senkt, ist hilfreich", betont Benjamin Frugier, Geschäftsführer des Branchenverbands FIM im Wirtschaftspodcast "Une voix dans l’Industrie". Um auch kleinen und mittleren Industrieunternehmen Investitionen zu ermöglichen, unterstützt die französische Regierung seit Juli 2026 den Ankauf von Technologie und Anlagen im Rahmen des Förderprogramms "France 2030 regionalisé".  

Digitalisierung und Prozessoptimierung bieten Chancen für deutsche Anbieter

Gerade im Bereich der Integration industrieller KI in Produktionsprozesse bieten sich Chancen für europäische und deutsche Anbieter. Auch in der französischen Industrie steigt das Bewusstsein für den wirtschaftlichen Wert von Daten. Anbieter europäischer und deutscher Technologien genießen einen Vertrauensvorschuss gegenüber der asiatischen, aber auch US-amerikanischen Konkurrenz. Allerdings müssen sich höhere Preise in der Anschaffung auch durch Einsparungen und Effizienzsteigerungen in der Produktion rechnen. Und gerade im Bereich von Umwelttechnologien hilft deutschen Unternehmen ihr international anerkanntes Know-how. 

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