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Tschechischer Maschinenbau bekommt zu wenig Aufträge

Der tschechische Maschinenbau steht unter Druck: Steigende Produktionskosten treffen auf sinkende Aufträge. Innovativere Produkte und neue Märkte sollen Wachstum bringen.

Von Gerit Schulze | Prag

Ausblick des Maschinenbaus in der Tschechischen Republik

  • Geringe Nachfrage der Industrie im In- und Ausland belastet die Branche.
  • Energiepreise und Fachkräftemangel bleiben eine Herausforderung.
  • Impulse bringen neue Abnehmerbranchen wie Rüstungs- und Halbleiterindustrie.
  • Automatisierung und Digitalisierung mit KI-Lösungen werden wichtiger.
  • Markt konsolidiert sich durch Übernahmen und Insolvenzen.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen und Konjunkturindizes. Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Juni 2026

  • Tschechiens Maschinenbau leidet unter der geringen Industrienachfrage im In- und Ausland. Der Fachkräftemangel und hohe Energiekosten erhöhen den Druck zu innovativen Lösungen. 

    Der Maschinenbau gehört zurzeit zu den wachstumsschwächsten Branchen in Tschechien. Im Jahr 2025 stieg der Produktionsindex nur um 2 Prozent. Im 1. Quartal 2026 schrumpfte der Ausstoß um 5 Prozent.

    Auch die Aussichten sind nicht besonders rosig. Das Volumen der Neuaufträge lag im 1. Quartal 2026 um 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders die schwächere Investitionstätigkeit in Europa drückt auf die Nachfrage, erklärt Ivo Červenka, Geschäftsführer des Maschinenbauverbands Svaz strojírenské technologie (SST) auf Nachfrage von Germany Trade & Invest.

    Der Verband erwartet erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine schrittweise Belebung. Ab 2027 könnte es zu einem deutlicheren Wachstum kommen, "sofern sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland und anderen wichtigen europäischen Volkswirtschaften verbessert", sagt Branchenexperte Červenka. 

    Auf dem einheimischen Markt ist die Nachfrage derzeit ebenfalls überschaubar. Die Auslastung der Anlagen im verarbeitenden Gewerbe sinkt seit Herbst 2024.

    Zu wenig Maschinenbediener und steigende Lohnkosten

    Eine große Herausforderung bleibt der Fachkräftemangel. Das Arbeitsministerium zählte Ende Mai 2026 über 410 offene Stellen für Maschinenbauingenieure und -techniker. Außerdem fehlten über 12.000 Bediener stationärer und mobiler Maschinen. 

    Das erhöht den Lohndruck. Im Jahresdurchschnitt 2025 stieg der Bruttomonatslohn im Maschinenbau nominal um 6 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten schrumpfte um 3 Prozent auf 106.000 Vollzeitstellen.

    2.000 Euro

    Lohn werden durchschnittlich in Tschechiens Maschinenbau gezahlt.

    Weniger Absatz von Industrierobotern

    Trotz des Fachkräftemangels und hoher Lohnkosten fällt Tschechien beim Einsatz von Industrierobotern zurück. Das liegt an fehlenden Großprojekten und der Investitionsschwäche der Autoindustrie. Laut Publikation "World Robotics 2025" wurden 2024 knapp 2.200 Industrieroboter installiert. Damit lag das Land weltweit auf Platz 22. Im regionalen Vergleich schnitten Polen und Ungarn 2024 besser ab. 

    Mit insgesamt 27.200 Industrierobotern ist Tschechien bei der Gesamtzahl aber immer noch führender Standort in der Region, vor Polen (26.400) und Ungarn (16.300). Pro 10.000 Beschäftigte waren 2024 216 Industrieroboter installiert (Deutschland: 449 Roboter). Enormer Nachholbedarf besteht in Branchen außerhalb der Automobilindustrie. 

    Bei der Entwicklung neuer Industrieroboter ist das Czech Institute of Informatics, Robotics and Cybernetics (CIIRC) in Prag führend. Es ist Teil der deutsch-tschechischen Forschungsinfrastruktur für Smart Factories (RICAIP) und testet in Prag, Brno und Saarbrücken die Fabrik der Zukunft. Mögliche Technologien sind additive Fertigung (3D-Druck), autonome Robotik und MenschRoboterInteraktion.

    Das sind auch die Einsatzfelder, in denen der Maschinenbauverband SST künftig gute Geschäftschancen für tschechische Hersteller sieht. "Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit sind Automatisierung, Robotik, Digitalisierung von Produktionsprozessen, künstliche Intelligenz, fortschrittliche Bearbeitungstechnologien und Energieeffizienz", sagt Geschäftsführer Ivo Červenka. 

    Außerdem sucht Tschechiens Maschinenbau nach neuen Absatzregionen. Neben den traditionellen europäischen Märkten wächst das Interesse an Indien, den USA, Südostasien, dem Nahen Osten und Lateinamerika. TOS Varnsdorf verstärkt Aktivitäten in Indien und Brasilien, die TOSHULIN-Gruppe realisiert Projekte in den USA und der Türkei. Einige Unternehmen suchen neue Geschäftsfelder in der Verteidigungsindustrie, darunter Tajmac-ZPS durch Lieferungen in die Ukraine.

    Autoindustrie bleibt der wichtigste Auftraggeber

    Auch wenn der Fahrzeugbau schwierige Zeiten durchläuft, bleibt die Automobilindustrie der wichtigste Abnehmer für den Maschinenbau. Die Kernbranche der tschechischen Industrie investiert jährlich rund 2,5 Milliarden Euro in langfristige Anlagegüter.

    Zwar schließen einige Teilehersteller ihre Fabriken, doch die drei großen Autofabriken des Landes und die Zulieferer modernisieren ihre Fertigungslinien weiter. Die Umstellung auf Elektroantrieb ist der größte Impulsgeber. 

    Škoda Auto eröffnete im Februar 2026 eine Batteriemontagehalle für 335.000 Batteriesysteme pro Jahr in Mladá Boleslav. Die Tschechen sind nun der größte Hersteller von Batteriesystemen im Volkswagen-Konzern. 

    Toyota will den Standort Kolín zu seiner ersten europäischen Fabrik für Elektroautos umbauen.

    Der Lkw-Hersteller Tatra Trucks erweitert seine Produktionsstätte in Kopřivnice, um wichtige Komponenten wie Rahmen, Motoren und Getriebe an einem Ort zu bearbeiten. Für die Anschaffung der Maschinen sind 75 Millionen Euro vorgesehen.

    Mit Daimler Truck will einer der führenden Lkw-Hersteller Europas eine große Fertigungsstätte in Tschechien aufbauen. In dem Werk bei Cheb sollen ab 2030 jährlich rund 25.000 Lkw vom Band laufen.

    Große Investitionen stehen außerdem in der Verteidigungsindustrie an. Der Munitionsproduzent STV Group plant in Polička eine automatisierte Produktionslinie. Maschinenbauer PBS in Velká Bíteš errichtet neue Fertigungslinien für Motoren in unbemannten Militärflugzeugen. Drohnenhersteller Primoco UAV baut eine Produktionsstätte in Písek.

    Ein stabiler Maschinenkäufer bleibt die Energiewirtschaft. Bei der Umrüstung der Kohlekraftwerke setzt Tschechien auf moderne Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die EU-Kommission stellt 3 Milliarden Euro bereit. 

    Außerdem erwartet das Land einen Boom bei Biomethananlagen. Die EU-Kommission billigte im April 2026 ein Förderprogramm im Volumen von 3,7 Milliarden Euro. Ziel bis 2030 sind mindestens 100 Anlagen. 

    In der Atomkraft steht neben dem Ausbau des Kernkraftwerks Dukovany der Hochlauf von kleinen modularen Reaktoren (SMR) an. Der staatliche Stromkonzern ČEZ plant bis 2050 sechs SMR. Die Turbinen soll der deutsche Anlagenbauer Siemens Energy liefern. Am Stausee Orlík plant ČEZ ein großes Pumpspeicherwerk mit einer Leistung von 750 Megawatt.

    Impulse für den Maschinen- und Anlagenbau bieten auch neue Bauvorhaben für Datenzentren und KI-Gigafabriken sowie in der Halbleiterindustrie.

    Neue Kapazitäten für Energieausrüstungen entstehenAusgewählte Investitionsprojekte im tschechischen Maschinenbau, Investitionen in Millionen Euro
    Akteur / Projekt

    Investitionssumme *)

    ProjektstandAnmerkung
    Tatra / neue Halle für Werkzeugbau und Metallbearbeitung in Kopřivnice

    95,2

    Bau beginnt 2026; Fertigstellung für 2028 geplant20,7 Millionen Euro Investition in die Halle; 74,5 Millionen Euro in Technologien
    Škoda JS / Erweiterung des Werkes zur Produktion von Teilen für Atomkraftwerke und modulare Kernreaktoren in Plzeň

    k.A.

    Alte Halle (Brownfield) wurde 2025 angekauftUmbau der Nebenhalle in dem Areal
    Hitachi Energy Czech / Erweiterung eines Werkes für Energieausrüstungen in Brno

    45,5

    Bau 2025 gestartet; Inbetriebnahme Ende 2026 geplantProduktion von gasisolierten Leitungen und Schaltanlagen
    AFSI Europe / Erweiterung der Produktion von Kraftstoff- und Ölfiltern in Žatec

    9,5

    Investitionsanreize 2025 genehmigt Staat gewährt Rabatt bei der Körperschaftsteuer und zahlt Zuschüsse für Arbeitsplätze
    SEKO Aerospace / Erweiterung der Produktion von hochpräzisen Komponenten für Flugzeugtriebwerke und Energieturbinen in Louny

    7,4

    Investitionsanreize 2026 genehmigtStaat gewährt Rabatt bei der Körperschaftsteuer; Vorbereitung für Produktionsstart der Komponenten für Kampfflugzeuge F-35
    Master Therm tepelná čerpadla / Erweiterung der Produktion von Wärmepumpen in Jablonec nad Nisou

    3,4

    Investitionsanreize 2025 genehmigtStaat gewährt Rabatt bei der Körperschaftsteuer
    * Umrechnung anhand des Wechselkurses 1 Euro = 24,17 Tschechische Kronen (Tschechische Nationalbank, 12.6.2026).Quelle: CzechInvest, Recherchen von Germany Trade & Invest, Pressemeldungen 2026

    Von Gerit Schulze | Prag

  • Der tschechische Maschinenbau konsolidiert sich. Mit innovativeren Produkten und neuen Absatzmärkten im Ausland will die Branche in Zukunft wieder wachsen.

    Die Auftragsschwäche bei wichtigen Abnehmerländern wie Deutschland oder in Branchen wie der Automobilindustrie belastet den tschechischen Maschinenbau. Doch für die Zukunft sehen die Unternehmen neue Geschäftschancen in der Verteidigungsindustrie, der Energiewirtschaft, der Luftfahrt sowie bei Bahn- und Infrastrukturprojekten. In diesen Bereichen wachse die Nachfrage nach hochpräzisen, zuverlässigen und technologisch fortschrittlichen Lösungen, schreibt das Fachmagazin Svět strojírenské techniky (Welt der Maschinenbautechnik) in seiner Frühjahrsausgabe 2026. Genau hier könnten tschechische Unternehmen ihre Stärken ausspielen.

    Trotzdem sinkt die Zahl der im Maschinenbau tätigen Unternehmen. Das Ministerium für Industrie und Handel (MPO) ermittelte für 2024 nur noch 4.573 Firmen und damit über 600 weniger als zehn Jahre zuvor. In der Statistik sind auch Dienstleister, Werkstätten, Händler und Einzelunternehmer erfasst. Die Umsätze der Branche (NACE-Code 28) lagen 2024 bei 15,8 Milliarden Euro. 

    Das tschechische Statistikamt gibt den Wert der verkauften Produktion für 2024 mit knapp 10 Milliarden Euro an. Wichtigste Position ist Kühl, Klima und Lüftungstechnik vor Hebezeugen und Fördermitteln sowie Pumpen und Kompressoren.

    Produktion in den wichtigsten Maschinenbausparten der Tschechischen Republik in Millionen Euro, Anteil in Prozent ¹⁾

    Sparte (NACE)

    Jahr 2024 2)

    Veränderung 2024 / 2023 3)

    Anteil 2024

    Maschinenbau insgesamt (28), davon9.909-6,7100,0
    Kälte- und lufttechnische Erzeugnisse (28.25)1.816-21,418,3
    Hebezeuge und Fördermittel (28.22)1.0971,011,1
    Pumpen und Kompressoren (28.13)1.065-3,310,7
    Armaturen (28.14)72334,17,3
    Werkzeugmaschinen für die Metallbearbeitung (28.41)480-10,14,8
    Land- und forstwirtschaftliche Maschinen (28.30)450-37,34,5
    Bergwerks-, Bau- und Baustoffmaschinen (28.92)382-27,33,9
    1 Wert der verkauften Produktion; 2 Umrechnung anhand des durchschnittlichen Wechselkurses 2024: 1 Euro = 25,119 Tschechische Kronen (Kč); 3 Veränderung auf Basis der Landeswährung.Quelle: Tschechisches Statistikamt; Tschechische Nationalbank; Berechnungen von Germany Trade & Invest 2026

    Nach Beobachtung des SST-Verbandschefs Ivo Červenka setzt sich die Marktkonsolidierung fort, besonders durch Akquisitionen und Generationswechsel in der Eigentümerstruktur der Unternehmen. Gleichzeitig spezialisieren sich die Maschinenbauer auf Produkte mit höherer Wertschöpfung. "Viele tschechische Hersteller konzentrieren sich auf anspruchsvolle Anwendungen für die Luftfahrt-, Energie- und Verteidigungsindustrie", erklärt Červenka. Beispiele seien TOSHULIN und TOS Kuřim, die große Vertikaldrehmaschinen und Portalmaschinen für die Luftfahrt- und Energiewirtschaft liefern oder TOS Varnsdorf, das sich auf horizontale Bohrwerke für Maschinenbau- und Energieprojekte weltweit spezialisiert hat. 

    Grundsätzlich hält der Maschinenbauexperte Červenka tschechische Unternehmen für sehr flexibel und anpassungsfähig an neue Marktbedingungen. Zu ihren Stärken zählt er ein hohes technisches Niveau, qualifizierte Arbeitskräfte und eine starke Exportorientierung. Allerdings verfügten die Maschinenbauer meist über weniger Kapitalausstattung als deutsche Unternehmen.

    Deutschland ist wichtigster Handelspartner

    Tschechien importierte 2025 Maschinenbauprodukte (SITC-Codes 71 bis 74) für 22,1 Milliarden Euro. Deutschland ist laut Eurostat-Zahlen der wichtigste Lieferant mit einem Anteil von 37 Prozent. Dahinter folgen China mit 8 Prozent, Italien mit 7 Prozent und Polen mit 6 Prozent. Deutsche Maschinenbauer liefern vor allem Antriebstechnik, Lufttechnik, Armaturen und Flüssigkeitspumpen nach Tschechien.

    Das Exportvolumen erreichte 2025 einen Wert von 28,6 Milliarden Euro. Auch hier ist Deutschland der wichtigste Abnehmer mit einem Anteil von 31 Prozent vor den USA mit 6 Prozent sowie Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Polen und Slowakei (jeweils 5 Prozent).

    Škoda-Kombinat als Wiege des tschechischen Maschinenbaus

    Zur Spitzengruppe der tschechischen Maschinenbauer gehören Holdings, die bei der Privatisierung aus dem Škoda-Kombinat in Plzeň ausgegliedert wurden. Umsatzstärkster Nachfolger ist die Škoda Group, die Straßenbahnen, Elektro- und Oberleitungsbusse und Triebwagen produziert. Der Konzern gehört zur tschechischen Investmentgruppe PPF.

    Ein bedeutender Maschinenbauer ist außerdem der Turbinenproduzent Doosan Škoda Power. Die beiden Kraftwerksausrüster Škoda JS (vor allem Kernkraftwerke) und Engineering Praha (bis 1. Januar 2026 Škoda Praha) gehören dem größten tschechischen Energiekonzern ČEZ. Die ehemalige Getriebesparte des Škoda-Kombinats ist Teil der tschechischen Wikov-Gruppe.

    Daneben haben ausländische Unternehmen wie Siemens (Dampfturbinen, Generatoren, Motoren), Alstom (Kraftwerksausrüstungen) oder Daikin und Denso (Heiz- und Klimatechnik) Produktionsstätten im Land. Außerdem sind bekannte Unternehmen wie Honeywell, Eaton, Edwards, Bosch Rexroth, Mazak, Caterpillar und Ingersoll Rand vor Ort. ABB produziert in Brno elektrische Ausrüstungen wie Schaltanlagen und Transformatoren. In Ostrava und Plzeň betreibt das Unternehmen sein Global Operations Center Europe (EUOPC) und entwickelt Automatisierungslösungen. Außerdem hat ABB in Ostrava ein großes Reparatur und Wiederaufbereitungszentrum für Industrieroboter.

    Neben dem Großraum Prag sind Südmähren rund um Brno sowie Plzeň, České Budějovice, Ústí nad Labem und Liberec regionale Schwerpunkte des Maschinenbaus.

    Wichtige Maschinenbauer in Tschechien Umsatz in Millionen Euro, umgerechnet zum jeweiligen durchschnittlichen Jahreswechselkurs
    UnternehmenSparte

    Umsatz 2024

    Škoda Transportation (Teil der Škoda Group)Schienenfahrzeuge, Busse, Antriebe, Motoren769
    Daikin Industries Czech Republic 1)Klimaanlagen und Wärmepumpen562
    AŽD Praha 2)Signal-, Telekommunikations-, Steuerungs- und Kommunikationstechnik für Verkehrsinfrastruktur458
    Denso Manufacturing Czech 1)Klimaanlagen, Heizungseinheiten, Kondensatoren377
    Bonatrans GroupStahlräder für Schienenfahrzeuge341
    Agrostroj PelhřimovLandwirtschaftsmaschinen und -nutzfahrzeuge212
    Doosan Škoda PowerTurbinen, Antriebe, Energiespeicher, Kondensatoren172
    Škoda JSKomponenten und Anlagen für Kernkraftwerke156
    John Crane 3)Gleitringdichtungen, Dichtungsunterstützungs- und Filtersysteme120
    ŽďasSysteme für Automatisierung, Robotik, Schmiedeanlagen, hydraulische und Pressmaschinen, Werkzeuge94
    1 Geschäftsjahr April 2024 bis März 2025; 2 Geschäftsjahr Oktober 2022 bis September 2023 - letzte Angaben aufgrund der Umstrukturierung der Gruppe; 3 Geschäftsjahr August 2024 bis Juli 2025.Quelle: CzechInvest - Zulieferdatenbank; Handelsregister - Jahresberichte der einzelnen Firmen; Ranking "Czech Top 100"; Fachpresse; Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

     

    Auch in schwierigen Zeiten investieren tschechische Maschinenbauer. Für 2024 ermittelte das Wirtschaftsministerium Ausgaben für langlebige Anlagegüter in Höhe von 850 Millionen Euro. Nach Einschätzung des Fachverbands SST integrieren Hersteller von Werkzeugmaschinen zunehmend automatisierte Fertigungszellen, robotische Handhabung, digitale Maschinenüberwachung und Ferndiagnostik in ihre Lösungen. 

    Eine wichtige Rolle spiele dabei auch die Nutzung von Daten für vorausschauende Wartung und die Optimierung von Produktionsprozessen. "Künstliche Intelligenz setzt sich besonders bei Produktionsplanung, Serviceleistungen und Analyse von Betriebsdaten durch", sagt SST-Geschäftsführer Ivo Červenka.

    Einsatz von 3D-Druck und Industriedesign immer wichtiger

    Zunehmend gefragt sind außerdem Maschinen für 3D-Drucklösungen. Škoda Auto eröffnete Ende 2025 ein neues 3DDruckzentrum mit 14 Industriedruckern. Jährlich werden dort rund 15.000 Komponenten für Prototypen hergestellt.

    Ein weiterer Trend ist der Fokus tschechischer Maschinenbauer auf Industriedesign. Aspekte wie intuitive Bedienung, Visualisierung und reduzierte Komplexität sind immer wichtiger. Die Exportförderagentur CzechTrade hat ein Design Centre eingerichtet, das Design als Wettbewerbsfaktor für die einheimische Industrie fördern soll. Es vermittelt zwischen Herstellern und Designstudios, berät und betreibt eine eigene Designerdatenbank. Bei der Maschinenbaumesse MSV in Brno ging der Industriedesign-Preis 2025 unter anderem an einen tschechischen Breitband-Metallschleifer von Houfek und an einen CNC-Fräsmaschinenaufsatz von Wakemaster.

    Interesse an ausländischen Aktiva steigt

    Da sich die Standortbedingungen in Tschechien zuletzt wegen der hohen Energiepreise und fehlender Fachkräfte verschlechterten, verstärken einige Maschinenbauer ihre Auslandsaktivitäten. Neben Nordamerika steht dabei Europa im Fokus. Auch in Deutschland übernehmen tschechische Maschinenbauer inzwischen lokale Wettbewerber. 

    Von Gerit Schulze | Prag

  • Tschechische Maschinenbauer sind stark auf die Auslandsmärkte ausgerichtet. Kooperationen sind daher erwünscht und versprechen bessere Marktchancen.

    Für Tests und die Zertifizierung von Maschinen sind das tschechische Maschinenbauprüfinstitut sowie einige universitäre Institute zuständig. Für Land- und Nahrungsmittelmaschinen sowie für Forsttechnik übernimmt diese Aufgabe zum Beispiel die Státní zkušebna strojů (Staatliches Maschinenbauprüfinstitut). Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa Deutsches Institut für Normung e.V.).

    Tipps für den Markteinstieg

    • Internationale Maschinenbaumesse MSV in Brno für Kontaktaufnahme nutzen (jährlich im Herbst)
    • Produkte für Industrie 4.0, Automatisierung und Digitalisierung sowie Einsatz von KI anbieten
    • Energieeffizienz der angebotenen Ausrüstungen herausstellen
    • Ausgeprägten Fachkräftemangel bei Ingenieuren und Maschinenbedienern beachten
    • Kooperationen mit tschechischen Maschinenbauern erwägen
    • Tschechischen Geschäftspartnern auf Augenhöhe begegnen

    Deutschland bleibt der wichtigste Handelspartner des tschechischen Maschinenbaus. Für viele Unternehmen entfallen 20 bis 40 Prozent ihres Exports auf Deutschland, in einigen Fällen auch mehr. Die Abhängigkeit ist daher weiterhin sehr hoch. 

    Ivo Červenka Geschäftsführer des Maschinenbauverbands Svaz strojírenské technologie (SST)

    Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union (EU) sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern.

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Gerit Schulze | Prag

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Tschechien

    Auslandshandelskammer in Prag, erste Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    CzechInvestStaatliche Wirtschaftsförderagentur
    Svaz průmyslu a dopravyIndustrie- und Transportverband
    Národni strojírenský klastrMaschinenbau-Cluster
    Svaz strojírenské technologieMaschinenbauverband
    Asociace zemědělské a lesnické technikyVerband der Land- und Forsttechnik
    MM Průmyslové spektrumFachzeitschrift
    strojirenstvi.czInternetportal und Fachzeitschrift
    MSVInternationale Maschinenbau-Fachmesse in Brno zusammen mit den Fachmessen FOND-EX, PROFINTECH, PLASTICS, WELDING und IMT für Metallurgie, Oberflächentechnologien, Kunststoffe, Schweißtechnik und Werkzeugmaschinen; nächster Termin: 6. bis 10. Oktober 2026
    LABOREXPO und PROCESEXPOFachmesse für Mess- und Labortechnik und Analyse- und Prozesstechnik in Prag; nächster Termin: 30. Mai bis 1. Juni 2028
    MATERIALS2026Konferenz für Materialien und Nanotechnologie in Prag; Termin: 20. bis 21. Juli 2026

     

     

    Von Gerit Schulze | Prag