Branche kompakt | Israel | Pharmaindustrie, Biotechnologie

Israels Pharmabranche bleibt importabhängig und innovationsstark

Israels Pharmabranche bietet deutschen Unternehmen einen bedeutenden Absatzmarkt und Kooperationsfelder bei Forschung und Wirkstoffentwicklung.

Von Wladimir Struminski | Israel

Ausblick der Pharmaindustrie in Israel

  • Erhöhte Militärausgaben belasten den Staatshaushalt und drohen die staatliche Finanzierung des Gesundheitswesens zu dämpfen. 
  • Nach tiefer Strukturkrise zeigt der Branchenumsatz Zeichen der Erholung.
  • Forschung und Entwicklung bleiben auf hohem Niveau.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: September 2026

  • Deutschland zählt zu den wichtigsten Pharmalieferanten Israels. Gleichzeitig bietet die starke Forschungslandschaft vielfältige Ansätze für Kooperationen.

    Seit Beginn des Krieges 2023 ist der finanzielle Spielraum für staatliche Gesundheitsausgaben geschrumpft. Das betrifft insbesondere die Budgets zur Aufnahme neuer oder besonders kostenintensiver Therapien. Damit dürfte das Wachstum hochpreisiger Marktsegmente nachlassen. BMI Fitch Solutions zufolge beliefen sich die Pro-Kopf-Ausgaben für Arzneimittel im Jahr 2025 auf 645 US$. Bis 2035 dürften die gesamten Ausgaben in Israel auf 8,1 Milliarden US$ steigen. Für den Zeitraum 2025 bis 2035 entspricht dies einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,8 Prozent. Ein wichtiger Treiber ist die alternde Bevölkerung. Laut amtlicher Prognose dürfte die Anzahl der Menschen über 64 Jahre von 1,3 Millionen im Jahr 2025 bis 2025 auf rund 1,7 Millionen steigen. 

    6,1 Milliarden US$

    Ausgaben für Arzneimittel in 2025 nach BMI Fitch Solutions

    Israel deckt den Großteil seines Arzneimittelbedarfs durch Einfuhren. Die Importe von Pharmaprodukten des HS-Kapitels 30 steigen seit Jahren. Die Pharmaimporte lagen 2025 in laufenden US-Dollarpreisen um 45 Prozent über dem Vorpandemieniveau von 2019. Den größten Teil der Einfuhren machen Fertigarzneimittel sowie immunologische und biotechnologisch hergestellte Erzeugnisse aus. Zusammen entfielen 2025 auf die HS-Positionen 3004 und 3002 mehr als 90 Prozent der israelischen Pharmaimporte.

    Deutschland ist zweitwichtigstes Lieferland für Pharmaprodukte

    Im Jahr 2025 belegte Deutschland mit Lieferungen im Wert von 623 Millionen US$ nach den USA Rang zwei der Lieferantenliste für pharmazeutische Produkte nach Israel. 

    Den größten Anteil an den deutschen Pharmaexporten nach Israel haben Großunternehmen. Daneben sind kleine und mittelgroße Unternehmen auf dem Markt vertreten. Sie liefern vor allem spezialisierte Produkte für eng abgegrenzte therapeutische Indikationen. Beispiele sind medac, G. Pohl-Boskamp, InfectoPharm Arzneimittel und Consilium und CHEPLAPHARM Arzneimittel.

    Importe pharmazeutischer Produkte In Milliarden US-Dollar
     20212022202320242025
    Gesamtimporte (SITC 54)3,73,73,63,74,1
    Davon aus Deutschland (Anteil in Prozent)7,67,715,19,115,1
    Quelle: UN Comtrade Database

    Israel setzt verstärkt auf biotechnologische Arzneimittel

    Biotechnologisch hergestellte Arzneimittel haben auf dem israelischen Markt bereits heute erhebliches Gewicht. Sie kommen vor allem bei hochpreisigen Spezialtherapien zum Einsatz, etwa in der Onkologie und bei Autoimmunerkrankungen. Nach Schätzungen von Reports Insights erreichte der Umsatz mit biotechnologischen Medikamenten im Jahr 2025 rund 1,1 Milliarden US$. Bis zum Jahr 2033 dürfte dieser Wert auf 2,1 Milliarden US$ steigen. Als besonders dynamisch gilt das Segment der Gentherapien.

    Patentgeschützte Arzneimittel machten im Jahr 2025, nach Angaben von BMI Fitch Solutions vom September 2026, 55,3 Prozent des gesamten Arzneimittelumsatzes aus. Generika hatten einen Anteil von 28,4 Prozent, rezeptfreie Medikamente (OTC-Produkte) von 16,3 Prozent. Diese Struktur unterstreicht die hohe Relevanz innovativer und spezialisierter Arzneimittel auf dem israelischen Markt.

    Forschungsfelder für deutsch-israelische Kooperationen 

    Israel bleibt ein attraktiver Standort für Unternehmen, die auf forschungsintensive Spezialprodukte und innovative Therapien setzen: Forschung und Technologietransfer werden staatlich gefördert. Die pharmazeutische Forschung im Land ist breit aufgestellt und stützt sich auf Universitäten, Forschungsinstitute, Krankenhäuser und zahlreiche junge Unternehmen. 

    Ein Schwerpunkt ist die Entwicklung neuer Medikamente. Dazu zählen die Suche nach neuen Wirkstoffen, die präklinische Forschung und frühe klinischen Studien. Viele Unternehmen verkaufen ihre Wirkstoffe anschließend oder vergeben Lizenzen an internationale Pharmakonzerne. 

    Digitale Verfahren gewinnen in der Arzneimittelentwicklung an Bedeutung. Künstliche Intelligenz wird unter anderem eingesetzt, um geeignete Zielmoleküle zu identifizieren, Wirkstoffe zu entwickeln und deren Wirkung vorherzusagen. Ein Beispiel ist das von AstraZeneca, Merck, Pfizer und Teva unterstützte Innovationslabor AION Labs. Dort entstehen junge Unternehmen, die KI-basierte Verfahren für die Medikamentenentwicklung erarbeiten.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bio-Konvergenz. Laut der Innovationsbehörde waren 2025 auf diesem Gebiet 188 Unternehmen tätig, davon 95 in den Bereichen Medizin und Gesundheit. Der Staat fördert den Aufbau gemeinsamer FuE-Infrastrukturen und junge Unternehmen. Im Juli 2026 nahm ein Bio-Konvergenz-Konsortium unter Beteiligung von Teva, Nvidia, des Sheba-Medizinzentrums, Start-ups und Hochschulen seine Arbeit auf. Es soll KI-Modelle auf Basis biologischer Daten entwickeln, unter anderem für die Wirkstoffsuche.

    Für deutsche Pharmaunternehmen, darunter auch kleine und mittelständische Betriebe, bietet Israel vor allem Chancen bei Forschungspartnerschaften, Lizenzvereinbarungen und dem Erwerb innovativer Technologien. 

    Das Unternehmen Secarna Pharmaceuticals aus Martinsried und das israelische Unternehmen Protalix BioTherapeutics vereinbarten im Dezember 2025 die gemeinsame Entwicklung genregulierender Wirkstoffe gegen seltene Nierenerkrankungen. Die Systasy Bioscience aus München und das LMU-Klinikum München arbeiten mit dem israelischen Unternehmen Evogene und dem Weizmann-Institut für Wissenschaften an neuen Therapien gegen entzündliche Erkrankungen.

    Das privatwirtschaftliche Forschungsinstitut BioMed X Germany aus Heidelberg stellt gemeinsam mit dem israelischen AION Labs internationale Forschungsteams zusammen. Sie sollen die Gründung neuer Unternehmen für KI-gestützte Medikamentenentwicklung vorantreiben. 

    Israel ist zudem ein bedeutender Standort für klinische Studien. Ein wichtiger Vorteil ist die nahezu vollständige Digitalisierung der Patientenakten. Hinzu kommt das hohe Niveau der klinischen Forschung an den Krankenhäusern. 

    Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums wurden 2025 insgesamt 1.767 Anträge auf kommerzielle Forschungsvereinbarungen mit israelischen medizinischen Einrichtungen gestellt. Laut der Vereinigung ausländischer Pharmaunternehmen Pharma Israel (Association of Research-based Pharmaceutical Companies) wird die Mehrheit der klinischen Studien von ausländischen Unternehmen durchgeführt.

    Von Wladimir Struminski | Israel

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  • Große Hersteller dominieren Israels Pharmabranche. Kleinere Produzenten dagegen kämpfen um ihre Wettbewerbsfähigkeit. 

    Branche ist stark konzentriert

    Die israelische Pharmaindustrie ist im Wesentlichen von Teva Pharmaceutical Industries und einer Vielzahl mittelgroßer Pharmaunternehmen geprägt. Dank des hohen technologischen Innovationsniveaus verfügt Israel außerdem über eine große Zahl kleiner Biotechnologieunternehmen. Multinationale Pharmakonzerne haben derzeit keine bedeutenden Produktionsstandorte im Land. 

    Nach Angaben des israelischen Zentralamts für Statistik waren 2024 insgesamt 64 Arzneimittelhersteller tätig. Die Datenbank von Start-Up Nation Central (SNC) listete im August 2026 insgesamt 244 Unternehmen der Pharmaindustrie. Dazu zählen neben Arzneimittelherstellern auch Unternehmen der Wirkstoffentwicklung sowie Anbieter von Technologien und Plattformen für die Arzneimittelforschung. Von diesen 244 Unternehmen boten 122 nach Angaben von SNC bereits marktfähige Produkte an. 

    Israel investiert gemessen am Bruttoinlandsprodukt mehr in Forschung und Entwicklung als jedes andere Land. Nach BMI Fitch Solutions sind mehr als 5.000 Hightech-Unternehmen und Start-ups in Israel tätig.

    Produktion und Exporte rückläufig

    Der Umsatz der Pharmabranche ist seit Mitte der 2010er Jahre deutlich zurückgegangen. Hauptursache war der schrittweise Produktionsabbau von Teva Pharmaceutical Industries in Israel. Seit 2023 steigt der Branchenumsatz wieder leicht; im Jahr 2025 betrug er 3,2 Milliarden US$. 

    Die heimische Produktion konzentriert sich weiterhin auf Generika. Mit einem Umsatz von 17,4 Milliarden US$ im Jahr 2025 war Teva mit Abstand der wichtigste Hersteller und fast 50-mal so groß wie der zweitgrößte. Nach Angaben des Unternehmens entfielen 2023 lediglich 8 Prozent des weltweiten Produktionswertes auf die Herstellung in Israel. Die lokalen Kapazitäten sinken weiter. Teva betreibt jedoch einen großen Teil seiner Forschung und Entwicklung weiterhin in Israel.

    Weitere bedeutende Generikahersteller sind Dexcel Pharma,Taro Pharmaceutical Industries, Padagis und Rekah Pharmaceutical Industries. Gleichzeitig entwickelt die Branche die Generikaproduktion technologisch weiter. Dazu gehören Präparate mit verzögerter oder gezielter Wirkstofffreisetzung, magensaftresistente und schnell lösliche Tabletten sowie komplexere Darreichungsformen, etwa Nasensprays, sterile Augenpräparate, Cremes, Gele und Schäume.

    Die Herstellung von Originalpräparaten bleibt auf kleinere Nischen beschränkt. Viele Unternehmen arbeiten dabei mit ausländischen Partnern zusammen. Kamada Pharmaceuticals produziert plasmabasierte Proteinpräparate auf Basis einer eigenen Technologie zur Extraktion und Reinigung von Proteinen und Immunglobulinen aus menschlichem Plasma. Protalix BioTherapeutics stellt Originalpräparate zur Behandlung seltener genetisch bedingter Stoffwechselerkrankungen wie Morbus Gaucher und Morbus Fabry her.

    Auch die israelischen Pharmaexporte sind in den vergangenen Jahren erheblich zurückgegangen. Ausschlaggebend waren auch hier Produktionskürzungen und Werksschließungen von Teva. Im Jahr 2025 betrug die Ausfuhr pharmazeutischer Erzeugnisse (HS 30) rund 1,75 Milliarden US$; im Jahr 2015 waren es noch 6,5 Milliarden US$. Zuletzt hat sich der Rückgang allerdings deutlich abgeschwächt.

    Kleine Hersteller geraten unter Druck

    Kleineren Herstellern drohen Betriebsschließungen. Laut einer Analyse der Wirtschaftszeitung The Marker vom August 2026 kämpfen viele Betriebe mit mangelnder Wettbewerbsfähigkeit. Der Gazakrieg hat die Lage zusätzlich verschärft, vor allem weil die Logistikkosten gestiegen sind und viele Arbeitskräfte zum Reservedienst einberufen wurden. Im Juli 2026 gab der Generikahersteller Trima Pharmaceutical Products bekannt, die Produktion einzustellen und zu reinem Importgeschäft überzugehen.

    Von Wladimir Struminski | Israel

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  • Neue Medikamente können auf dem israelischen Markt nur zugelassen werden, wenn dies bereits in einem anderen Industrieland erfolgt ist.

    Der israelische Arzneimittelmarkt wird überwiegend über das öffentliche Gesundheitssystem finanziert. Die Einwohner sind gesetzlich krankenversichert und Mitglied einer der vier Krankenkassen. Diese organisieren die medizinische Versorgung und finanzieren den Großteil der verschreibungspflichtigen Arzneimittel aus staatlichen Mitteln.

    Staatlicher "Gesundheitskorb" ist wichtigste Finanzierungsquelle

    Grundlage der Versorgung ist eine staatlich festgelegte Leistungspalette, der sogenannte Gesundheitskorb. Er umfasst medizinische Leistungen, Behandlungen, Medizintechnik und Arzneimittel. Der Finanzierungsumfang des Korbs belief sich 2024 laut der Nationalversicherungsanstalt auf umgerechnet rund 20,5 Milliarden US$. Finanziert wird er hauptsächlich aus dem Staatshaushalt und der separat erhobenen Gesundheitssteuer. Hinzu kommen Eigenbeteiligungen der Versicherten. Diese richten sich nach dem Präparat und der Versichertengruppe. Bei Arzneimitteln liegen sie häufig bei 10 oder 15 Prozent. Für einzelne Medikamente gelten höhere Sätze.

    Welcher Anteil des Gesundheitskorbs auf Arzneimittel entfällt, wird nicht gesondert veröffentlicht. Der Korb wird jährlich erweitert. Hersteller beziehungsweise deren israelische Vertretungen können Medikamente zur Aufnahme vorschlagen. Eine Fachkommission bewertet unter anderem den medizinischen Nutzen, die Schwere der Erkrankung, die Zahl der betroffenen Patientinnen und Patienten sowie die Kosten.

    Dabei konkurrieren deutlich mehr Präparate um eine Finanzierung, als das jährlich bereitgestellte Zusatzbudget zulässt. Für die Erweiterung des Gesundheitskorbs standen 2024 umgerechnet 177 Millionen US$ zur Verfügung. Die beantragten Medikamente und Technologien erreichten dagegen ein Volumen von mehr als 1,1 Milliarden US$. Eine Aufnahme in den Gesundheitskorb erhöht das Marktpotenzial eines Arzneimittels daher erheblich.

    Kritiker bemängeln seit Jahren, dass die Aufstockung des Korbs mit dem Bevölkerungswachstum, der Alterung der Gesellschaft und dem medizinisch-technischen Fortschritt nicht vollständig Schritt hält. Die Finanzierung neuer Therapien bleibt daher ein wiederkehrender Gegenstand gesundheitspolitischer Debatten.

    Zusatz- und Privatversicherungen schaffen zweiten Markt

    Alle vier existierenden Krankenkassen bieten mehrstufige freiwillige Zusatzversicherungen an. Die Beiträge zahlen die Versicherten selbst. Rund 80 Prozent der Bevölkerung verfügen über eine solche Zusatzversicherung bei ihrer Krankenkasse. Die jüngste amtliche Erhebung des Gesundheitsministeriums wies für Ende 2022 einen Anteil von 78,9 Prozent aller Versicherten aus.

    Die Zusatzversicherungen finanzieren bestimmte Arzneimittel, die nicht im Gesundheitskorb enthalten sind oder dort nicht für die betreffende Indikation vorgesehen werden. Welche Präparate übernommen werden, hängt von der Krankenkasse und der Versicherungsstufe ab. In der Regel fällt eine deutlich höhere Eigenbeteiligung an als bei Medikamenten aus dem Gesundheitskorb.

    Lebensrettende und lebensverlängernde Arzneimittel außerhalb des Gesundheitskorbs dürfen diese Zusatzprogramme jedoch grundsätzlich nicht finanzieren. Damit soll verhindert werden, dass der Zugang zu lebensnotwendigen Therapien innerhalb der gesetzlichen Krankenkassen vom Abschluss einer freiwilligen Zusatzversicherung abhängt.

    Rund 40 Prozent der Bevölkerung verfügen zusätzlich über eine kommerzielle private Krankenversicherung. Fast alle Privatversicherten haben zugleich eine Zusatzversicherung ihrer Krankenkasse. Nach Angaben des Finanzministeriums aus dem Jahr 2023 traf dies auf rund 95 Prozent der Privatversicherten zu.

    Private Policen können auch Arzneimittel finanzieren, die nicht im Gesundheitskorb enthalten sind. Je nach Vertrag gilt dies ebenso für dort nicht abgedeckte Indikationen, bestimmte Off-Label-Anwendungen sowie Medikamente gegen seltene Krankheiten. Bei umfassenden Policen können für Arzneimittel außerhalb des Gesundheitskorbs Deckungssummen von bis zu rund 1 Million US$ je zweijähriger Versicherungsperiode vorgesehen sein.

    Israelische Zulassung bleibt erforderlich

    Die Marktzulassung von Arzneimitteln richtet sich nach dem Apothekergesetz (Pharmacists Ordinance) und der Apothekerverordnung für Arzneimittel (Pharmacists Regulations – Preparations). Für den Vertrieb am Markt muss ein Präparat über eine Zulassung des israelischen Gesundheitsministeriums verfügen. Zulassungsanträge können grundsätzlich nur für Arzneimittel gestellt werden, die bereits in einem sogenannten anerkannten Land zugelassen sind. Dazu gehören die EU-Staaten, die USA, das Vereinigte Königreich, die Schweiz, Norwegen, Island, Japan, Kanada, Australien und Neuseeland. Die ausländische Zulassung ist notwendig, aber nicht hinreichend. Das Gesundheitsministerium prüft unter anderem Qualität, Sicherheit, Wirksamkeit und Herstellung.

    Für einzelne Patienten können auch Arzneimittel eingeführt werden, die in Israel nicht registriert sind. Voraussetzungen sind unter anderem eine ärztliche Verordnung sowie die Genehmigung der zuständigen Arzneimittelbehörde. Die Einfuhr erfolgt in der Regel über eine Apotheke oder eine medizinische Einrichtung. Dieser Sonderweg ermöglicht insbesondere den Zugang zu Präparaten gegen seltene Erkrankungen oder zu Medikamenten, die noch nicht regulär auf dem israelischen Markt angeboten werden. Er ersetzt jedoch keine Zulassung für den kommerziellen Vertrieb.

    Krankenkassen und private Apotheken prägen den Vertrieb

    Arzneimittel werden sowohl über die Apotheken der vier Krankenkassen als auch über private Apotheken vertrieben. Daneben spielen größere Apotheken- und Drogerieketten eine wichtige Rolle. Für ausländische Hersteller von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln ist die Einbindung in die Beschaffungs- und Finanzierungssysteme der Krankenkassen ein wichtiger Marktzugangsfaktor.

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Wladimir Struminski | Israel

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Ihttps://israel.ahk.de/ensrael

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Exportinitiative GesundheitswirtschaftDie Exportinitiative bündelt Unterstützungsangebote für die Internationalisierung der Gesundheitswirtschaft
    Ministry of HealthGesundheitsministerium, übergreifende Verantwortung für das Gesundheitswesen
    Pharmaceutical Division, Ministry of Health Pharmakologische Abteilung des Gesundheitsministeriums, zuständig für die Kontrolle von medizintechnischen und pharmazeutischen Produkten
    Chemical, Pharmaceutical, and Environmental Industries AssociationFachverband der Chemie-, Pharma- und Umweltindustrie, agiert im Rahmen der Industriellenvereinigung (Israel Manufacturers‘ Association)
    Federation of Israeli Chambers of CommerceVereinigung der israelischen Handelskammern, fungiert u.a. als Vertretung der Importwirtschaft
    IATI - Israel Advanced Technology Industries Verband wissensintensiver Industrie inklusive der biowissenschaftlichen Industrie
    Biomed IsraelFachmesse für Biotechnologie, Biomedizin, Pharma und Medizintechnik