Traditionell treiben Japans Raumfahrtagentur und Mischkonzerne die Raumfahrt im Lande voran. In den jüngeren Jahren werden Start-ups immer wichtiger.
Für die staatlichen Projekte ist Japans Raumfahrtagentur Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) eine wichtige Institution. Diese treibt eine ganze Reihe von Projekten voran. Schwerpunkte sind Mond- und Marsprojekte sowie die Entwicklung von Satelliten, Raketen und Raumstationen.
Mond und Mars stehen im FokusAusgewählte Raumfahrtprojekte Japans| Bereich | Projekte |
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| Mond und Planeten | Mondsonde SLIM (abgeschlossen), Martian Moons eXploration (MMX), Lunar Polar Exploration (LUPEX), Beteiligung an US-Mondmission Artemis, Mondexplorationsprogramm Hakuto R und Nachfolger |
| Satelliten | Röntgenteleskop (XRISM, bereits im All), Sonnenbeobachtungsmission Solar-C, Beseitigung von Weltraummüll, Erdbeobachtung, Datenservices |
| Raketen | H3, Epsilon S, Zero, Kairos |
| Raumstation | Kibo Experimentmodul auf der internationalen Raumstation ISS (im All), unbemanntes Frachtraumschiff HTV-X, Weltraumrobotik |
Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026
Bei der Umsetzung von Raumfahrtprojekten ist Japan mit seinen Mischkonzernen stark aufgestellt. Beim Raketenbau sind dies Kawasaki Heavy Industries, Mitsubishi Heavy Industries und IHI Aerospace und bei Satelliten NEC und Mitsubishi Electric. Beim Betrieb von Kommunikationssatelliten ist Sky Perfect JSAT ein großer Akteur. Das Unternehmen gab 2025 bekannt, rund 230 Millionen US-Dollar (US$) in den Aufbau einer Satellitenkonstellation in einer niedrigen Erdumlaufbahn zu investieren. Dafür will es ab 2027 optische Satelliten nutzen, die es vom US-amerikanischen Partner Planet Labs erwirbt.
Bei der Entwicklung von Technologien zum Aufbau von Infrastruktur im Rahmen einer Präsenz auf dem Mond ist nicht nur Toyota mit einem Mondrover aktiv. Auch große Baufirmen wie Takenaka und Shimizu entwickeln Technologien für Mondprojekte.
Start-ups gewinnen an Bedeutung
Ähnlich wie in den USA und Europa gewinnen neben den großen Namen Start-ups an Bedeutung. Wichtige japanische Raumfahrt-Start-ups sind Interstellar Technologies (entwickelt Raketen), Astroscale (Weltraumschrott-Entfernung sowie Montage- und Wartungsarbeiten im All) und ispace (Mondmissionen). Bei Erdbeobachtungssatelliten sind beispielsweise Axelspace, Synspective, ArkEdgeSpace und iQPS aktiv.
Start-ups bereichern Japans RaumfahrtszeneWichtige Akteure in Japans Raumfahrt| Typ | Segment | Akteure |
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| Öffentlich | | Kabinettbüro, Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) |
| Große Firmen | Raketen, etc. | Mitsubishi Heavy Industries (H3, Frachtraumschiff HTX-V), IHI Aerospace (Epsilon, Teile), Kawasaki Heavy Industries (Teile, etc.) |
| | Satelliten | Sky Perfect JSAT, IHI (beide Betreiber), Mitsubishi Electric, NEC, Canon Electronics |
| | Andere | Sharp (Solarzellen, Kommunikationshardware), Toyota (Mondrover), Canon Electronics, Nikon (beide Optik), Nikon SLM Solution (in Deutschland, 3D-Druck), Toray Advanced Composites, Teijin Carbon (beide Werkstoffe), Baufirmen |
| Start-ups | Satelliten | Axelspace, Synspective, ArkEdgeSpace, iQPS (alle Erdbeobachtungssatelliten, Warpspace (Kommunikation) |
| | Raketen | Space One (Kairos), Interstellar Technologies (Zero) |
| | Andere | Astroscale (Weltraummüllentfernung), Elevation Space (Rückführung von Nutzlasten aus dem All), ispace (Mondlandegeräte), GITAI (Robotik) |
Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026
Bilaterale Kooperation erfolgt institutionell und durch Firmen
Deutschland arbeitet über das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die European Space Agency (ESA) mit Japan zusammen. Zudem bestehen trilaterale Kooperationen mit der französischen Raumfahrtagentur Centre national d’études spatiales (CNES). Im Rahmen einer solchen Kooperation erhielt OHB Italia 2026 den Zuschlag für die Realisierung der Raumsonde für die europäisch-geführte Ramses-Mission. Teile der Sonde werden bei OHB in Bremen gebaut. Die OHB System AG ist zudem federführend bei der Integration der Struktur. Daneben gibt es laut Niklas Reinke, dem Leiter des DLR-Büros in Tokio, zahlreiche wissenschaftliche Kooperationen von DLR-Instituten mit Japan.
Hinzu kommen privatwirtschaftliche Projekte. Bei Airbus Defense and Space liefern vor allem die Tochtergesellschaften Jena Optronik (Sternensensoren) und Tesat (Laserkommunikationsausrüstung) an die japanische Raumfahrtindustrie. Auf der japanischen Raumfahrtmesse Spexa waren 2026 daneben unter anderem die Firmen Schunk Ingenieurkeramik, LPKF, Siemens, Infineon und Weiss Technik vertreten.
Im Mai 2026 besuchte eine Delegation des Bundeslandes Bremen mit Wirtschafts- und Wissenschaftsvertretern Japan. Der Schwerpunkt lag auf der Zusammenarbeit in der Raumfahrt. Dabei unterzeichnete Bremen zwei Kooperationsvereinbarungen mit japanischen Partnern in der Materialforschung. Interesse an Japan zeigt auch das bayerische Start-up Isar Aerospace. Das Unternehmen ist seit August 2026 Mitglied der Auslandshandelskammer (AHK) Japan.
Zusammenarbeit meist bi- und trilateralAusgewählte deutsch-japanische Kooperationsprojekte| Mission | Partner | Deutscher Beitrag |
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| MMX – Marsmond-Erforschung | JAXA, DLR, CNES | Mars-Rover Idefix (mit CNES) |
| Callisto – Wiederverwendbarer Raketendemonstrator | JAXA, DLR, CNES | Teile und Infrastruktur |
| Destiny+ – Mission zum Asteroiden Phaeton | JAXA, DLR | Gerät zur Analyse von kosmischem Staub |
| EEE – Nutzung von Auto-Komponenten in der Raumfahrt | JAXA, DLR | Regelmäßige bilaterale Bauteilekonferenzen |
| Beppi Colombo – Erforschung des Merkurs (schon im All) | JAXA, ESA | Spektrometer Mertis und Laser-Höhenmesser Bela |
| Earth Care – Analyse von Wolken und Aerosolen (im All) | JAXA, ESA | Montage des Satelliten durch Airbus Space and Defense |
| Ramses – Untersuchung eines nahe an der Erde vorbeifliegenden Asteroiden | JAXA, ESA | OHB koordiniert den Bau der Raumsonde |
Quelle: DLR, ESA, JAXA 2026; Recherchen von Germany Trade & Invest 2026
Zugang zu Start-ups einfacher
Der Zugang zu japanischen Großunternehmen ist nicht einfach und braucht Zeit. Niklas Reinke vom DLR in Tokyo sagt:
„Vertrauen ist wichtig. Nur besser und billiger zu sein, reicht nicht.“
Eine interessante Alternative kann nach Erfahrung von Reinke die Zusammenarbeit mit japanischen Start-ups sein. Diese beschäftigen in der Regel mehr ausländische Mitarbeiter und sind häufig offener für die Zusammenarbeit mit dem Ausland. Großunternehmen vergeben Aufträge dagegen eher an japanische Firmen.
Einige japanische Start-ups sind bereits in Deutschland vertreten. Warpspace eröffnete im Januar 2024 eine Niederlassung in der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung laserbasierter Satellitenkommunikationssysteme spezialisiert. Synspective ist seit August 2026 mit seiner europäischen Niederlassung in München vertreten. Das Unternehmen produziert Erdbeobachtungssatelliten mit aktiven Radarsystemen.
Viele Wege zum Markteinstieg
Für erste Kontakte zu japanischen Firmen eignen sich zahlreiche Messen und Veranstaltungen. Beim Markteintritt deutscher Firmen in Japan unterstützt eine Reihe von Institutionen. Die Dienstleistungen des DLR-Büros in Tokyo für deutsche Firmen umfassen unter anderem die Vermittlung von Kontakten in Japan sowie die Beratung in der Geschäftspraxis. Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer in Japan unterstützt beim Markteinstieg. Auf japanischer Seite helfen vor allem die Japan External Trade Organization (JETRO) und die JAXA.
Hilfe beim Markteinstieg
Messen
Spexa, ISIEX, International Aerospace Exhibition, Space Tech Expo Europe, Space Tech Expo USA
Veranstaltungen
Spacetide, Nihonbashi Space Week, eventuell S-Booster
Institutionen
DLR Büro Tokyo, AHK Japan, GTAI, JAXA Startups, JAXA Partner Startups, J-Sparc der JAXA, JAXA Space Strategy Fund, JETRO Invest Japan Business Support Centers, J-Bridge der JETRO einschließlich des Japan Entry Acceleration Program, German Accelerator
Firmenlisten
Space Industry Catalogue der JAXA
Directory of Space Products & Services der Society of Japanese Aerospace Companies
Von Frank Robaschik
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Tokyo