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Rahmenbedingungen
CETA erleichtert EU-Unternehmen den Zugang zum kanadischen Projektgeschäft. Öffentliche Auftraggeber achten zunehmend auf lokale Wertschöpfung und indigene Beteiligung.
15.07.2026
Die private Vergabe erfolgt in Kanada meist nach Verhandlungen. Öffentliche Bauaufträge dagegen werden ausgeschrieben. Wichtige Informationsquellen sind die Ausschreibungsplattform Merx sowie die Beschaffungsportale der Provinzen und Kommunen.
Mit CanadaBuys verfügt Kanada über eine zentrale Plattform für öffentliche Ausschreibungen und Beschaffungsvorgänge des Bundes. Zugleich dient die Plattform als zentraler Zugangspunkt für öffentliche Ausschreibungen, die europäischen Unternehmen im Rahmen von CETA offenstehen, und verweist auf weitere Ausschreibungsseiten der Provinzen und Kommunen. Für Unternehmen vereinfacht dies die Suche nach öffentlichen Ausschreibungen.
Entscheidend für europäische Anbieter ist jedoch der durch das Freihandelsabkommen "Comprehensive Economic and Trade Agreement" (CETA) verbesserte Zugang zum öffentlichen Beschaffungsmarkt auf Bundes-, Provinz- und Kommunalebene.
CETA verschafft europäischen Unternehmen weitreichenden Marktzugang
EU-Unternehmen erhalten durch CETA verbesserten Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen auf Bundes-, Provinz- und Kommunalebene. Der Zugang gilt jedoch nicht uneingeschränkt, sondern insbesondere für erfasste öffentliche Stellen, oberhalb der jeweiligen Schwellenwerte und vorbehaltlich der in CETA vorgesehenen Ausnahmen. Die Schwellenwerte, ab denen Ausschreibungen für Unternehmen der jeweils anderen Vertragspartei geöffnet werden, sind im Rahmen von CETA weitgehend an den Schwellenwerten der EU-Richtlinien für öffentliche Aufträge und des WTO-Übereinkommens über das öffentliche Beschaffungswesen (Government Procurement Agreement – GPA) orientiert.
Gleichzeitig gewinnt die Stärkung heimischer Wertschöpfung an Bedeutung. Insbesondere bei größeren Infrastruktur-, Energie- und Industrieprojekten achten öffentliche Auftraggeber zunehmend auf lokale Lieferketten, Beschäftigungseffekte und wirtschaftliche Beiträge für die jeweiligen Regionen. Der durch CETA gewährte Marktzugang für europäische Unternehmen bleibt davon grundsätzlich unberührt. Für deutsche Unternehmen bleiben die Marktzugangsbedingungen daher günstig, lokale Partner und regionale Wertschöpfung gewinnen jedoch an Bedeutung.
Beteiligung indigener Gemeinschaften gewinnt an Bedeutung
Für viele Infrastruktur-, Energie- und Rohstoffprojekte spielt die Einbindung indigener Gemeinschaften eine wichtige Rolle. Öffentliche Auftraggeber und Projektträger erwarten zunehmend Nachweise darüber, wie indigene Unternehmen, Arbeitnehmer oder Gemeinden am wirtschaftlichen Nutzen eines Projekts beteiligt werden. Auf Bundesebene gilt zudem das Ziel, mindestens 5 Prozent des Werts öffentlicher Aufträge an indigene Unternehmen zu vergeben.
PPP-Projekte vor allem im Gesundheits-, Bildungs- und Verkehrswesen
Die Regierungen greifen bei großen Infrastrukturvorhaben weiterhin häufig auf Public-Private-Partnership-Modelle (PPP) zurück. Solche Projekte finden sich insbesondere im Gesundheits-, Bildungs- und Verkehrswesen sowie bei kommunaler Infrastruktur. Zu den aktiven Märkten zählen vor allem Ontario, British Columbia und Québec, die über langjährige Erfahrung mit PPP-Modellen verfügen. Auch in anderen Provinzen werden entsprechende Vorhaben zunehmend genutzt.
Nach Angaben des Canadian Council for Public-Private Partnerships gehören Krankenhäuser, Schulen, Straßen-, Schienen- und Nahverkehrsprojekte weiterhin zu den wichtigsten Anwendungsfeldern. Ontario verfügt weiterhin über die umfangreichste PPP-Projektpipeline des Landes.
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