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In Kasachstans Automobilsektor jagt ein Rekord den nächsten

Sowohl die Autoverkäufe als auch die Fahrzeugproduktion erzielen neue Höchstwerte in Kasachstan. Chinesische Anbieter festigen dank lokaler Montagewerke ihre Marktposition. 

Von Viktor Ebel | Almaty

Ausblick der Kfz-Branche in Kasachstan

Bewertung:

 

  • Kasachische Montagewerke erweitern Produktpalette um neue Marken und Modelle.
  • Verkäufe neuer Pkw in Kasachstan erzielen mehrere Jahre in Folge Verkaufsrekorde.
  • Lokalisierungsdruck verlagert Montage und Zulieferindustrie zunehmend nach Kasachstan.
  • Chinesische Fabrikate festigen ihre Marktposition durch lokale Montage und sinkende Preise.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: März 2026

  • Der Autoabsatz boomt in Kasachstan. Ein Großteil der Pkw wird mittlerweile in Kasachstan montiert. Chinesische Marken sind auf dem Vormarsch, E-Autos sind vereinzelt anzutreffen.

    Die kasachische Automobilbranche fertigt hauptsächlich Pkw. Astana Motors und die Allur Group dominieren die Branche. Die positiven Aussichten in der Branche locken einen weiteren Konkurrenten ins Feld, der vor Ort ab 2027 chinesische Marken montieren will. 

    Ausbau der Montagelinien geht voran

    Die Fahrzeugbauer interessieren sich neben dem über 20 Millionen Einwohner starken kasachischen Markt auch für die zentralasiatischen Nachbarländer. Dort entwickeln sich die Bevölkerung und die Wirtschaft dynamisch, was gute Absatzperspektiven eröffnet. 

    Die Automobilproduktion reift kontinuierlich zu einer der industriellen Stützen der ansonsten stark von Rohstoffen bestimmten Wirtschaft. Der Produktionswert im Fahrzeugbau wuchs im Zeitraum 2020 bis 2024 durchschnittlich mit rund 27 Prozent jährlich.

    Diese Dynamik dürfte sich weiter fortsetzen. Große Projekte zur Montage neuer Pkw-Modelle gingen 2025 an den Start und werden ihre Produktion 2026 hochfahren. Mit der Orbis Group tritt zudem bald ein neuer Player in den Markt ein.

    Als Reaktion auf die zunehmende Lokalisierung der Fahrzeugfertigung, rückt auch der Aufbau einer eigenen Zulieferindustrie in den Fokus. Die Diskussion rund um eine lokale Produktion von E-Autos hat zuletzt an Schwung gewonnen, mündete bisher aber noch nicht in konkreten Ankündigungen.

    14 %

    mehr fabrikneue Fahrzeuge als im Vorjahr wurden 2025 in Kasachstan verkauft.

    Absätze dürften auch 2026 weiter wachsen

    Mit dem Verkauf von fast 235.000 fabrikneuen Pkw wurde 2025 ein neuer Rekord aufgestellt. Attraktive Preise der lokal montierten Modelle sowie günstige Kredit- und Ratenkaufoptionen ermuntern die Kasachen, ihren in die Jahre gekommenen Fuhrpark zu erneuern. 

    Auch 2026 und darüber hinaus wird mit steigenden Absätzen gerechnet. Branchenexperten gehen aber davon aus, dass sich das Wachstum auf 5 bis 10 Prozent abschwächt.

    Die Marken Hyundai, Chevrolet und Kia dominieren seit Jahren den kasachischen Markt für Pkw. Sie verfügen auch über die größten Montagekapazitäten in Kasachstan. Rund 70 Prozent der Verkäufe fabrikneuer Fahrzeuge stammten 2025 aus lokaler Fertigung.

    Chinesische Automarken erobern den Markt

    Chinesische Marken sind auf dem Vormarsch. Ihr Marktanteil stieg 2025 auf fast 40 Prozent. Mittlerweile sind rund 20 chinesische Pkw-Marken in Kasachstan verfügbar. In den Top 10 der meistverkauften Marken finden sich sechs chinesische Namen wieder. In Zukunft dürften sie ihre Stellung weiter ausbauen. 

    Im Jahr 2025 ging in Almaty ein Werk von Astana Motors an den Start, in dem Pkw der Marken Chery, Changan und Haval montiert werden. Ab 2027 will die Orbis Group in Almaty Wagen von Exeed, Geely und Kaiyi im CKD-Verfahren (Completely-Knocked-Down) fertigen, was neben der Montage auch Schweiß- und Lackierarbeiten einschließt. Hierfür investiert das Unternehmen 200 Millionen US-Dollar (US$).

    Top 10 der meistverkauften Marken stehen für 80 Prozent des MarktvolumensStückzahl; Veränderung und Marktanteil in Prozent
    Hersteller

    Absatz

    Veränderung 2025/2024

    Marktanteil 2025

    Hyundai

    50.868

    15,0

    21,7

    Chevrolet

    38.880

    25,7

    16,6

    Kia

    23.402

    1,5

    10,0

    Chery

    14.570

    -2,1

    6,2

    Jetour

    14.507

    52,6

    6,2

    Haval

    11.688

    6,4

    5,0

    Toyota

    11.338

    2,7

    4,8

    Changan

    11.260

    32,3

    4,8

    JAC

    10.330

    -12,2

    4,4

    Geely

    9.621

    16,6

    4,1

    Quelle: Kazakhstan Automobile Union 2026; Berechnungen von Germany Trade & Invest 2026

    Fahrzeugbestand in Kasachstan ist veraltet

    Die Anzahl der in Kasachstan angemeldeten Pkw durchbrach 2024 die Marke von 5 Millionen. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge ging in den letzten Jahren leicht zurück. Dennoch sind zwei Drittel der zugelassenen Fahrzeuge zum Teil deutlich älter als zehn Jahre. Der Anteil von Fahrzeugen mit einem Alter von bis zu drei Jahren verbleibt auf einem niedrigen Niveau: Sie machten Anfang 2025 lediglich etwas über 6 Prozent des Gesamtbestands aus. 

    Die dominierende Antriebsart in Kasachstan sind Benziner. Ihr Anteil belief sich Anfang 2025 auf 88 Prozent. Schon wegen des rauen Klimas haben es Pkw mit Dieselantrieb wie auch Elektroautos schwer. Häufig anzutreffen sind hingegen Pkw mit mehr als einer Antriebsart, zumeist in der Kombination Benzin und Autogas. Der Einsatz von Autogas ermöglicht besonders niedrige Verbrauchskosten. Überhaupt gilt Kasachstan aufgrund von Subventionen als eines der Länder mit den niedrigsten Kraftstoffpreisen weltweit. 

    China steht für mehr als zwei Drittel der Importe

    Bei den Einfuhren von Pkw schaltete Kasachstan 2025 einen Gang höher: Mit rund 237.000 Fahrzeugen (neu und gebraucht) wurde das Vorjahresresultat um rund 57 Prozent übertroffen. Von diesen Fahrzeugen sind nicht alle in Kasachstan verblieben. Viele davon dürften ins benachbarte Russland gelangt sein.

    Die kasachischen Statistiker führen China als wichtigstes Lieferland. Von dort stammten 2025 rund 70 Prozent der Pkw-Importe. Die Lieferanteile anderer Autonationen wurden auf einstellige Werte zurückgedrängt, darunter die USA auf 9,9 Prozent, Japan auf 9,4 Prozent und Südkorea auf 5,2 Prozent. Diese vier Länder hatten 2025 einen Anteil von fast 95 Prozent an den Importen. 

    Kfz-Einfuhr nach Kasachstan nimmt weiter spürbar zuStückzahl *); Veränderung in Prozent
    Kategorie

    2025

    Veränderung 2025/2024

    aus Deutschland

    Pkw

    236.860

    56,7

    3.654

    Lkw

    15.920

    13,3

    614

    Busse

    1.923

    21,2

    39

    * keine Unterscheidung nach fabrikneu oder gebraucht.Quelle: Büro für nationale Statistik 2026

    Deutsche Premiummarken weiterhin beliebt

    Der deutsche Beitrag betrug etwa 2 Prozent. Neben Gebrauchtwagen werden aus Deutschland insbesondere höherpreisige Modelle nachgefragt. Diese sind bei zahlungskräftigen kasachischen Kunden weiterhin beliebt.

    Autolieferungen aus Russland waren zwischenzeitlich eingebrochen. Westliche Produzenten haben ihre Produktion in Russland als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eingestellt. Von dort wurde zuvor auch der kasachische Markt beliefert. Mittlerweile liefert Russland wieder mehrere tausend Fahrzeuge jährlich nach Kasachstan, so Zahlen des kasachischen Statistikamtes. Dabei handelt es sich vor allem um Pkw der Marke Lada.

    E-Autos "Made in China" immer häufiger anzutreffen

    Die Nachfrage nach Elektroautos hat sich in den letzten Jahren spürbar belebt. Das liegt vor allem an relativ preisgünstigen Fabrikaten "Made in China", die E-Autos für breitere Käuferschichten erschwinglich machen. Besonders erfolgreich ist die E-Marke Zeekr des Herstellers Geely. Waren 2022 noch keine tausend E-Autos in Kasachstan zugelassen, stieg ihre Zahl Anfang 2025 auf über 12.000.

    Die Dynamik könnte 2026 ausgebremst werden. Am 1. Januar 2026 ist die Quotenregelung für den Binnenmarkt der Eurasischen Wirtschaftsunion entfallen, laut der Kasachstan 15.000 E-Autos pro Jahr zollfrei importieren konnte. Bestehende Vergünstigungen zur Förderung von Elektroautos sind die Ausnahme von der Kfz-Steuer und der Recyclinggebühr.

    Von Viktor Ebel | Almaty

  • Die Kfz-Industrie ist ein aufstrebender Zweig des verarbeitenden Gewerbes in Kasachstan. Der Ausstoß an Fahrzeugen ist in den letzten Jahren kräftig gestiegen.

    Die kasachische Kfz-Industrie ist noch jung, legt aber schnell an Bedeutung zu. Im Jahr 2025 trug sie bereits 10 Prozent zum Gesamtausstoß des verarbeitenden Gewerbes bei; 2020 hatte ihr Anteil nur 4,6 Prozent ausgemacht.

    Kfz-Produktion wächst 2025 um 18 Prozent und erzielt Rekordergebnis

    Im Jahr 2025 lieferte die kasachische Kfz-Branche die Rekordzahl von gut 170.000 Fahrzeugen aus. Das Produktionsplus gegenüber dem Vorjahr belief sich auf knapp 18 Prozent. Der Automobilverband Kasachstans schätzt, dass die Branche ihren Wachstumskurs 2026 fortsetzt: Dank Neu- und Ausbauprojekten dürfte der Ausstoß um 22 Prozent auf über 200.000 Fahrzeuge ansteigen.

    Die Konzerne Allur Group und Astana Motors sind die wichtigsten Produzenten. Sie montieren jeweils mehrere Fahrzeugmodelle verschiedener ausländischer Marken. Im Fokus stehen dabei Pkw der Klein- und Mittelklasse sowie SUVs.

    Neuer Player steigt 2027 in die Produktion von Pkw in Kasachstan ein

    Die Allur Group betreibt das landesweit größte Kfz-Montagewerk. In Kostanai im Norden Kasachstans ermöglichen mehrere Linien die Fertigung von bis zu 120.000 Fahrzeugen pro Jahr. Das Unternehmen montiert aktuell jeweils mehrere Modelle der Marken JAC, Chevrolet, Kia, Jetour, Škoda und Hongqi. 

    Im Oktober 2025 wurde gemeinsam mit dem südkoreanischen Partner Kia das Autowerk Kia Qazaqstan eröffnet. Dort ist geplant, jährlich 70.000 Pkw der gleichnamigen Marke zu fertigen.

    Wichtige Investitionsprojekte in der Kfz-Industrie in Kasachstanin Millionen US-Dollar

    Vorhaben

    Investitionssumme

    Projektstand

    Anmerkungen

    Werk für die Montage der chinesischen Marken Exeed, Geely und Kaiyi in Almaty

    200

    Vorbereitung, die Inbetriebnahme ist für 2027 geplantOrbis Group
    Werk zur Produktion von HOWO‑Lastkraftwagen (Gebiet Karaganda)

    70

    UmsetzungSaran Machinery; Sinotruck
    Erweiterung des Werks für die Produktion von Yutong‑Bussen in Scharan

    40

    UmsetzungQazTekhna
    Lokalisierungszentrum zur Herstellung von Autokomponenten für Pkw (Gebiet Kostanai)

    35

    UmsetzungAllur Group
    Herstellung verschiedener Kfz-Komponenten für Modelle der koreanischen Marke Hyundai in Almaty

    15

    erste Produktionslinien bereits in Betrieb, weitere Komponenten geplantAstana Motors; Hyundai Trans Almaty
    Entwicklung eines kasachischen Automobils

    k.A.

    Planung; Kooperationsvereinbarung unterzeichnetKooperationspartner: Proton Holdings (Malaysia)
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Hauptstandbein der Pkw-Produktion von Astana Motors war bisher das Werk Hyundai Trans Kazakhstan in Almaty. Es ist auf rund 50.000 Pkw der Marke Hyundai ausgelegt und wurde 2025 umfangreich modernisiert.

    Darüber hinaus ist Astana Motors im September 2025 in die Montage der chinesischen Marken Chery, Haval und Changan eingestiegen. Das Werk hat eine Kapazität von 120.000 Wagen. Davon sind langfristig 60 Prozent für den Export vorgesehen.

    Ab 2027 tritt mit der Orbis Group ein neuer Player in Kasachstans Pkw-Produktion auf. Das Unternehmen war bisher vor allem als Händler in Kasachstan tätig und steigt nun in die Produktion der chinesischen Pkw-Marken Exeed, Geely und Kaiyi ein. Dafür investiert das Unternehmen 200 Millionen US-Dollar in einen Produktionsstandort mit einer Kapazität von 80.000 Pkw.

    Kasachische Autoproduzenten hegen Pläne für Export in Nachbarländer

    Der Absatz konzentrierte sich bisher auf den kasachischen Markt und orientiert sich an den dortigen Nachfragetrends. Die Exporte fallen hingegen noch recht überschaubar aus, wenngleich Potenzial für die Ausfuhr in die Nachbarländer besteht. Kürzlich gestartete Montagewerke sowie in Vorbereitung befindliche Projekte zielen bereits darauf ab.

    Damit Exporte rentabel werden, muss die lokale Wertschöpfung erhöht werden. Aktuell montieren kasachische Werke überwiegend Modelle im Semi-Knocked-Down (SKD)-Verfahren. Somit erfolgt vor Ort nur noch die Endmontage. Gesetzliche Vorschriften zielen bereits darauf ab, den Lokalisierungsgrad in der Fahrzeugfertigung schrittweise zu erhöhen.

    Ab 2027 sollen 50 Prozent des Outputs aus CKD-Sätzen montiert werden

    Nach Vorgaben des kasachischen Industrieministeriums sind die Hersteller bei der Fertigung von Pkw zweier oder mehrerer Marken schon jetzt verpflichtet, für mindestens je ein Modell auf CKD-Sätze (Completely-Knocked-Down) zurückzugreifen. Das bedeutet auch, dass für diese Modelle zusätzlich zur Komplementierung Schweiß- und Lackierarbeiten anfallen. 

    Ab 2027 soll die Hälfte des Outputs aus CKD-Sätzen montiert werden. Bei Astana Motors lag der entsprechende Anteil 2025 bei 30 Prozent. Das Unternehmen hat angekündigt, die gesetzliche Vorgabe erst Ende des Jahrzehnts erfüllen zu können. 

    Dafür wird Astana Motors weiter in seine Produktionsanlagen in Almaty investieren müssen. Den Schwerpunkt bilden Schweiß- und Lackierroboter für den Karosseriebau sowie Förderbänder. Zudem fertigt das Unternehmen zunehmend mehr Komponenten im firmeneigenen Technopark.

    Immer mehr Teile und Komponenten werden vor Ort produziert

    Astana Motors strebt an, ab etwa 2026 rund die Hälfte aller benötigten Kfz-Teile und -Komponenten lokal zu beziehen. Einen Großteil davon will Astana Motors in Kooperation mit Firmen aus Südkorea selbst herstellen. Im firmeneigenen Technopark in Almaty werden bereits Multimediasysteme, Schmutzfänger, Fußmatten sowie Auto- und Kindersitze produziert.

    Südkoreanische Produzenten von Komponenten sind auch bei der neuen Kia-Montagelinie der Allur Group bevorzugte Partner. Darüber hinaus ist mit dem Start der Montage chinesischer Pkw-Modelle bei Astana Motors und bei Orbis mit dem Markteintritt von Anbietern aus China zu rechnen.

    Bei Kfz-Teilen und -Komponenten befinden sich aktuell mehrere Projekte in der Vorbereitung. Dabei handelt es sich unter anderem um die Produktion von Klima- und Lüftungsanlagen, Brems- und Kraftstoffleitungen und Innenverkleidungen.

    Einfuhr ausgewählter Kfz-Teile nach Kasachstanin Millionen US-Dollar; Veränderung in Prozent
    Warengruppe (SITC)

    2024

    Veränderung 2024/2023

    aus Deutschland 2024

    778.3 Kfz-Elektrik

    134,3

    5,2

    3,9

    784 Karosserien, Stoßstangen etc.

    2.535,5

    -8,1

    34,2

    773.13 Zündkabelsätze

    20,9

    30,8

    0,4

    713.2 Motoren

    628,3

    -9,4

    5,3

    Summe

    3.319,0

    -7,7

    43,8

    Quelle: UN Comtrade 2026

    Nutzfahrzeuge und Busse werden in überschaubaren Mengen hergestellt

    Die Produktion von Nutzfahrzeugen und Bussen wächst nicht so stark wie die Kfz-Produktion, weist aber eine höhere lokale Wertschöpfung auf. Firmen wie Orbis Heavy Machinery (Kia-Nutzfahrzeuge) und QazTekhna (Stadt- und Schulbusse von Yutong sowie How- und Scania-Lkw) haben bereits vollständig auf die CKD-Montage umgerüstet. 

    Zudem erzielt die Sparte bereits nennenswerte Exporte. Im Jahr 2025 wurden bei Nutzfahrzeugen rund 7 Prozent des Ausstoßes im Wert von 40 Millionen US$ exportiert. Zum Vergleich: Pkw wurden in diesem Jahr für rund 55 Millionen US$ ins Ausland verkauft.

    Ein weiterer wichtiger Akteur ist Astana Motors, das am Standort Hyundai Trans Almaty mehrere Modelle von Nutzfahrzeugen und Bussen der Marke Hyundai fertigt. Hinzu kommen Stadt-, Schul- und Überlandbusse der Marke Golden Dragon sowie seit 2025 Elektrobusse von BYD.

    Das Unternehmen SemAZ montiert in Semey Lkw- und Bus-Modelle mehrerer chinesischer Marken sowie Lkw der Marke Hino (Japan). Bei Daewoo Bus Kazakhstan fertigt SemAZ zudem Busse gemeinsam mit dem koreanischen Hersteller DaewooBus.

    Von Jan Triebel | Almaty

  • Die Einfuhr von Kfz und ihre Registrierung sind in Kasachstan gesetzlich geregelt. Zu beachten sind auch Bestimmungen der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU).

    Import, Vertrieb und Einsatz von Produkten der Kfz-Branche unterliegen in Kasachstan einer Pflichtzertifizierung beziehungsweise erfordern die Vorlage einer Übereinstimmungserklärung. Auf Ebene der EAWU, deren Mitglied Kasachstan ist, werden beim Import und der Registrierung von Kfz benötigt:

    1. eine Fahrzeugtypgenehmigung (OTTS) von in der EAWU akkreditierten Zertifizierungsstellen;
    2. ein EAWU-konformes EAC-Zertifikat.

    Auskunft hierzu erteilt in Kasachstan das Nationale Zentrum für Akkreditierung.

    Für das Einfuhrverfahren und die Zollabwicklung ist in Kasachstan das staatliche Komitee für Einnahmen zuständig, das unter dem Dach des Finanzministeriums agiert. Um technische Standards und Normen kümmert sich KazStandard, ein staatliches Unternehmen im Geschäftsbereich des Handelsministeriums.

    SOS-Knopf in Pkw und Lkw wird Pflicht ab 2028

    In den EAWU-Mitgliedsländern und somit auch in Kasachstan sollen Pkw und Lkw serienmäßig über ein Notrufsystem (SOS-Knopf) verfügen. Ein solches sieht das technische Reglement der EAWU zur Sicherheit von Kfz bereits seit längerem vor, ohne es bisher zur Pflicht gemacht zu haben. Diese Regel soll nun ab 1. Januar 2028 greifen.

    Quote für zollfreien Import von E-Autos ausgelaufen

    Am 1. Januar 2026 ist die Quotenregelung für den Binnenmarkt der EAWU entfallen, laut der Kasachstan 15.000 E-Autos pro Jahr zollfrei importieren konnte. Ab diesem Stichtag fallen 15 Prozent Importzölle an. Zudem ist die Mehrwertsteuer von 12 auf 16 Prozent gestiegen. 

    Weiterhin zollfrei bleibt der Import von Elektroautos für Privatpersonen, ohne Weiterverkaufsrecht innerhalb der EAWU. Hintergrund ist, dass zuvor die kasachischen Quote genutzt wurden, um E-Autos nach Russland weiterzuverkaufen. Mit dem Auslaufen der Quotenregelung will die Regierung den grauen Weiterexport unattraktiv machen. 

    Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Viktor Ebel | Almaty

  • BezeichnungAnmerkungen
    Germany Trade & InvestAußenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft
    AHK ZentralasienAnlaufstelle für deutsche Unternehmen
    Ministerium für Industrie und Bauzuständig u.a. für die Industriepolitik sowie für Entwicklungsprogramme im verarbeitenden Gewerbe
    Kazakhstan Automobile Union (KAO)Vereinigung von Kfz-Herstellern und -Händlern
    Automechanika AstanaMesse für Kfz-Ausrüstung, -Teile und -Zubehör in Astana, vom 10. bis 12. Juni 2026
    Komtrans Astana/Futureroad Expo AstanaMesse für Nutzfahrzeuge in Astana, vom 5. bis 7. Mai 2026
    kolesa.kzFachportal, Pkw-News aus dem In- und Ausland
    autoreport.kzFachportal, Pkw-News aus dem In- und Ausland
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