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Special | Malaysia | Wege aus der Coronakrise

Konjunktur und Hilfsprogramme

Malaysia hat das siebte Stimulationspaket auf den Weg gebracht. Es umfasst 36 Milliarden US-Dollar und soll kleineren Firmen und Geringverdienern zugutekommen. (Stand: 23. August 2021)

Von Werner Kemper | Kuala Lumpur

Die Regierung hat inzwischen sieben Stimulationspakete in Höhe von insgesamt rund 90 Milliarden US-Dollar (US$) auf den Weg gebracht. Das aktuelle „Pemulih“-Paket beläuft sich auf 36 Milliarden US$. Damit hat das Land jetzt deutlich mehr als 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Hilfsmaßnahmen aufgewendet. Damit steht Malaysia in der ASEAN sowohl was die absolute Höhe angeht als auch im Verhältnis zum BIP an erster Stelle.

Zinsgünstige Kredite für Firmen und Privatpersonen

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören eine Ausweitung der Bereitstellung von zinsgünstigen Krediten für Unternehmen und Privatpersonen sowie, falls notwendig, ein Moratorium bei der Zurückzahlung von bereits bestehenden Krediten und Darlehen (unter anderem für Immobilien).

Zur forcierten Bekämpfung der Pandemie wurde das Impfprogramm beschleunigt, mehr Personal im Gesundheitswesen eingestellt, die Zusammenarbeit mit privaten Kliniken ausgebaut und die Frequenz der Tests bei besonders exponierten Mitarbeitern im Gesundheitswesen erhöht. Dazu wurden die Gelder für das Impfprogramm auf nunmehr 1,2 Milliarden US$ aufgestockt.

Durch das Wage Subsidy Program (WSP) werden Löhne von Arbeitern, die weniger als 850 Euro im Monat verdienen, für drei Monate bezuschusst. Die Unterstützung ist gestaffelt nach Unternehmensgröße. Die Arbeitgeber müssen sich im Gegenzug dazu verpflichten, innerhalb der folgenden sechs Monate niemanden zu entlassen, für den sie Zuschüsse erhalten haben. Voraussetzung ist, dass es sich bei den Arbeitnehmern um malaysische Staatsbürger handelt. Das WSP und das ERP schließen sich gegenseitig aus.

Tourismussektor profitiert von Steuererleichterungen 

Darüber hinaus werden Stundungen von Steuerschulden insbesondere für die besonders betroffenen Unternehmen der Tourismusbranche gewährt. Kosten für Schutzkleidungen (Atemschutzmasken etc.) für Beschäftigte können steuerlich geltend gemacht werden. Alle im Reisesektor tätigen Firmen und Shopping-Malls erhalten einen Rabatt von 15 Prozent auf ihre Stromkosten.

Außerdem sind weitere Anreize zur Stimulierung des Inlandstourismus vorgesehen. Aktuell spielen diese allerdings keine Rolle, weil solche Reisen nur mit Sondergenehmigungen möglich sind. Daneben sollen Sozialhilfezahlungen vorgezogen und aufgestockt und kleinere, ländliche Infrastrukturprojekte in Angriff genommen werden. Diese sollen von Bumiputra-Firmen (Firmen, die im Besitz von Malaien sind) durchgeführt werden.

Fiskalische Anreize und Einmalzahlungen

Taxifahrer haben eine Einmalzahlung in Höhe von knapp 130 Euro, Grab-Fahrer von rund 120 Euro erhalten. Davon dürften etwa 120.000 Grab-Fahrer profitiert haben. Haushalte mit einem Monatseinkommen unter 850 Euro bekamen eine Einmalzahlung von 350 Euro. Haushalte, deren Einnahmen zwischen 850 und 1.700 Euro liegen, bekamen einmalig circa 210 Euro. Singles erhielten einmalige Zuschüsse, die ebenfalls von ihrem Verdienst abhingen. Jetzt sollen die ärmsten Haushalte zusätzlich im August und November jeweils 120 US$ und im Dezember weitere rund 70 US$ erhalten.

Um den Cash-flow von KMU zu gewährleisten, wurden außerdem zusätzliche Fazilitäten zur Vergabe von Mikrokrediten geschaffen. Die Fördermittel stehen zum Teil auch in Malaysia niedergelassenen ausländischen Unternehmen zu. Manche gelten allerdings nur für Firmen, die zu mindestens 51 Prozent im Besitz malaysischer Staatsbürger sind. Bei Fragen, welche Fördermittel auch für deutsche Unternehmen gelten oder bei der Antragstellung hilft die Malaysisch-Deutsche Auslandshandelskammer.

Malaysias Impfplan

In Malaysia haben die Impfungen inzwischen Fahrt aufgenommen. Täglich werden fast 500.000 Personen geimpft. Insgesamt wurden bereits mehr als 30 Millionen Dosen verabreicht. Vollständig geimpfte Personen erhalten sukzessive mehr Freiheiten. Bis Ende des Jahres soll eine Herdenimmunität erreicht werden, so die Hoffnung der Regierung.

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