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Special | Malaysia | Wege aus der Coronakrise

Konjunktur und wichtigste Branchen

Malaysia hat mit Ismail Sabri Yaakob einen neuen Premierminister. Herkulesaufgabe bleibt der Spagat zwischen Pandemiebekämpfung und Wirtschaftsförderung. (Stand: 23. August 2021)

Von Werner Kemper | Kuala Lumpur

Wie in vielen anderen Staaten weltweit ist Malaysias Bemühen, die Pandemie einzudämmen und nicht gleichzeitig die heimische Wirtschaft vollends zu ruinieren, von einem Auf und Ab gekennzeichnet. Nachdem es noch im April des Jahres so aussah, als würden die täglichen Neuinfektionen zurückgehen, brach die Delta-Variante mit voller Wucht über das Land herein. Im Durchschnitt der letzten Wochen lagen die Ansteckungen immer bei rund 20.000 pro Tag, im April waren es noch zwischen 1.000 und 1.300. Insgesamt sind fast 1,6 Millionen Fälle nachgewiesen und über 14.000 Menschen an dem Virus gestorben.

Allmähliche Normalisierung des Wirtschaftsgeschehens erhofft

Je nach Landesteil gilt noch immer die sogenannte Movement Control Order (MCO) beziehungsweise die strengere EMCO (Enhanced Movement Control Order). Allerdings ist am 20. August der „National Recovery Plan“ in Kraft getreten. Dieser beinhaltet deutliche Erleichterungen für vollständig geimpfte Personen und für Firmen mit einer hohen Impfquote. Sobald die Mitarbeiter zu 80 Prozent immunisiert sind dürfen sogar „nicht essentielle“ Betriebe mit voller Belegschaft produzieren, natürlich unter Einhaltung strenger Hygienevorschriften. Alle zwei Wochen muss getestet werden. Die Kosten werden vom Arbeitgeber getragen. Läden und Restaurants dürfen für vollständig Geimpfte seit dem 21.8.21 wieder öffnen.

Erholung hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab

Durch den neuerlichen, sehr harten Lockdown ist die wirtschaftliche Erholung ins Stocken geraten. Im April gingen Experten noch von einem Plus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,0 Prozent bis 6,7 Prozent aus. Inzwischen hat die Regierung ihre Prognose auf 4,0 Prozent reduziert, und einige Experten erwarten sogar ein Nullwachstum.

Hoffnung bereitet die inzwischen sehr hohe Geschwindigkeit bei den Impfungen. Aktuell werden täglich nahezu 500.000 Menschen geimpft. Insgesamt wurden mehr als 30 Millionen Dosen verabreicht.

Die wirtschaftlichen Kosten des Lockdown werden auf ca. 240 Millionen US-Dollar (US$) pro Tag geschätzt. Malaysia hat ein weiteres Hilfspaket in Höhe von knapp 36 Milliarden US$ auf den Weg gebracht und dabei auf die prekärer werdende Finanzlage der öffentlichen Hand hingewiesen. Allerdings sorgt der wieder erstarkte Ölpreis zumindest auf der Einnahmenseite für etwas Entlastung.

Vor allem der Tourismus, der Einzelhandel und das Gaststättengewerbe sind weiterhin sehr stark eingeschränkt. Etwas besser sieht es beim Elektroniksektor, in der Landwirtschaft und in der Medizintechnik aus. Der Außenhandel wird ebenfalls positiv zum Wirtschaftswachstum beitragen.

Die aktuell nicht sehr stabile Regierungssituation verunsichert die Wirtschaft zusätzlich. Es bleibt zu hoffen, dass unter dem neuen Premierminister Ismail Sabri Yaakob etwas mehr Ruhe einkehrt. Er wurde am 21.8.21 vom König ernannt, nachdem die seit März 2020 amtierende Vorgängerregierung ihre hauchdünne Mehrheit verloren hatte und daraufhin zurückgetreten war. Neuwahlen werden mit Hinweis auf die dadurch entstehende zusätzliche Infektionsgefahr nach wie vor abgelehnt.

Die Malaysisch-Deutsche Auslandshandelskammer (AHK) bietet auf ihrer Homepage eine laufend aktualisierte Sonderseite zu den Bestimmungen und Auswirkungen rund um das Coronavirus.

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