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Special Sudan Wege aus der Coronakrise

Konjunktur- und Hilfsprogramme

Förderprogramme für Unternehmen sind aufgrund der schwierigen Haushaltslage nicht zu erwarten. (Stand: 14. September 2021)

Von Friedrich Henle | Berlin

Die öffentlichen Finanzen Sudans befinden sich in einer prekären Lage, die sich durch die Coronakrise verschärft hat. Konjunkturprogramme sind deshalb nicht in Sicht. Die Regierung konzentriert sich darauf, die makroökonomischen Rahmenbedingungen zu verbessern und sich damit weiterhin die Unterstützung von Geberinstitutionen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu sichern.

Sudanesisches Pfund abgewertet

Zuletzt hat die Zentralbank Ende Februar 2021 die Währung um 80 Prozent abgewertet und ein kontrolliertes Floating des sudanesischen Pfunds (SDG) etabliert. Der aktuelle Kurs von rund 440 SDG je US-Dollar (US$) entspricht nun mehr dem Kurs, der auf dem Schwarzmarkt gezahlt wird, und ist weit entfernt von den vormals geltenden 55 SDG je US$. Die Maßnahme soll unter anderem helfen, den chronischen Devisenmangel des Landes anzugehen. Der Schritt war erwartet worden, zumal auch Geberinstitutionen darauf gedrungen hatten.

Im Juni 2021 haben internationale Verhandlungen über einen Schuldenabbau begonnen, nachdem Partnerländer die sudanesischen Zahlungsrückstände gegenüber der Weltbank, dem IWF und der Afrikanischen Entwicklungsbank beglichen hatten. Dadurch steigt mittelfristig der Handlungsspielraum des Staates, um dringend benötigte Investitionen in die Daseinsfürsorge und den Ausbau der Infrastruktur vornehmen zu können.

Direktzahlungen an Haushalte statt Subventionen

Bereits 2020 hatte die Regierung begonnen, Subventionen auf Kraftstoffe und Grundnahrungsmittel abzubauen. Die negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung sollen durch kontinuierliche Direktzahlungen an bedürftige Familien abgemildert werden. Ausländische Hilfen fließen auch in diese Maßnahme.

Im Gesundheitsbereich kämpft das Land mit großen Herausforderungen und ist auf Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Die Impfsituation dürfte keine großen Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung mehr haben, da die meisten Einschränkungen im Land wieder aufgehoben sind.

Covid-19-Impfungen in Sudan

Am 3. März 2021 sind die ersten 828.000 Dosen Impfstoff des Herstellers AstraZeneca in Sudan eingetroffen. Die Lieferung erfolgte im Rahmen des COVAX-Programms der Weltgesundheitsorganisation, das zum Ziel hat, bis Ende 2021 rund 20 Prozent der Bevölkerung geimpft zu haben. Anfang September 2021 waren es allerdings erst weniger als 1 Prozent. Laut einer Analyse der Economist Intelligence Unit dürfte es bis Anfang 2024 dauern, bis ein Großteil der sudanesischen Bevölkerung eine Impfung erhalten hat.

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