Special | Ukraine | Weltweite Unterstützung
Weltweit wird Unterstützung für Ukraine-Geschäfte angeboten
Zahlreiche Staaten unterstützen Unternehmen beim Ukraine-Geschäft. Deutsche Firmen können über eigene Tochtergesellschaften oder Kooperationen vor Ort profitieren.
09.07.2025
Von Martin Gaber | Bonn
- Finnland unterstützt Firmenpartnerschaften mit ukrainischen Unternehmen
- Österreich setzt vor allem auf Vernetzung mit ukrainischen Partnern
- Schweden investiert in verbessertes Investitionsklima und Stärkung ukrainischer Unternehmen
- USA fährt Unterstützung zurück, aber nicht für privatwirtschaftliches Engagement
- Vereinigtes Königreich stützt Ukraineprogramme internationaler Institute
- Andere Länder setzten größtenteils auf Absicherung von Geschäften
Von Garantien über Beteiligungen an internationalen Hilfsfonds bis zu branchenspezifischen Förderprogrammen: Das Portfolio der auf die Ukraine abzielenden Geschäftsstützen ist breit und von Land zu Land unterschiedlich. Hier finden Sie eine Auswahl der weltweit angebotenen Maßnahmen.
Finnland unterstützt Firmenpartnerschaften mit ukrainischen Unternehmen
Finnland unterstützt die Ukraine nicht nur militärisch, sondern engagiert sich auch zunehmend im wirtschaftlichen Wiederaufbau. Finnlands Nationaler Plan sieht eine Beteiligung am Wiederaufbau der Ukraine vor. Der Nationale Fonds für Entwicklungszusammenarbeit, Finnfund, investiert bereits in den Privatsektor der Ukraine. Zudem sollen mit der Finland-Ukraine Investment Facility Investitionen in den öffentlichen Sektor angekurbelt werden. Die erste Projektrunde ist allerdings schon abgeschlossen.
Vorrangige Bereiche sind laut finnischem Wirtschaftsministerium:
- Energieinfrastruktur
- Bildung
- Gesundheitswesen
- Digitale Verwaltung
- Grüne Technologien.
Zudem fördert Finnland gezielt Partnerschaften zwischen finnischen und ukrainischen Unternehmen, insbesondere in den Bereichen Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung. Ferner wurden Programme aufgesetzt zur Förderung von Investitionen und zur Risikominderung für in Finnland ansässige Firmen, die in der Ukraine tätig werden möchten.
| Organisation/Programm | Unterstützungsangebot |
|---|---|
| Finnverra | Exportkreditgarantien |
| Finnfund | Investitionen in Privatunternehmen in der Ukraine, vor allem mit finnischer Beteiligung oder Zulieferung |
| Finnpartnership | Finanzielle Zuschüsse für Projekte mit Komponente der Entwicklungszusammenarbeit |
| Finland-Ukraine Investment Facility | Fazilität zur Förderung von Projekten im öffentlichen Sektor (derzeit keine Ausschreibungsrunde) |
| Public Sector Investment Facility (PIF) | Instrument des Außenministeriums zur Förderung von Investitionen in Entwicklungsländern |
| Business Finland | Explorer Funding Programm für die Internationalisierung von KMU |
Österreich setzt vor allem auf Vernetzung mit ukrainischen Partnern
Österreich beteiligt sich aktiv am wirtschaftlichen Wiederaufbau der Ukraine – sowohl über multilaterale Kanäle als auch durch gezielte nationale Maßnahmen. Im Juni 2025 haben die ukrainische Wirtschaftsministerin Yuliia Svyrydenko und der österreichische Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmansdorfer beschlossen, die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren. Österreich gehört aktuell zu den zehn wichtigsten Investoren in der Ukraine. Insgesamt sind rund 200 österreichische Unternehmen vor Ort aktiv. Zudem soll eine neue Plattform entstehen, bei der eine Kontaktvermittlung zwischen Firmen aus beiden Ländern im Vordergrund stehen soll. Österreichische Unternehmen können ihr Ukrainegeschäft über Staatsgarantien absichern. Für Geschäfte im öffentlichen Sektor können Betriebe auf die Ukrainefazilität zurückgreifen.
| Organisation/Programm | Unterstützungsangebot |
|---|---|
| Österreichische Kontrollbank (OeKB) | Exportkreditgarantien und Ukraine-Fazilität für Projekte im öffentlichen Sektor |
Schweden investiert in verbessertes Investitionsklima und Stärkung ukrainischer Unternehmen
Im Juli 2023 verabschiedete die schwedische Regierung das größte bilaterale Entwicklungspaket des Landes - die Entwicklungshilfestrategie für die Ukraine für die Jahre 2023 bis 2027. Das damals in Aussicht gestellte Gesamtvolumen von rund 522 Millionen Euro wurde Anfang Juli 2025 um weitere knapp 150 Millionen Euro ergänzt. Ziel der Maßnahme ist Wirtschaftswachstum, Resilienz und EU-Integration der Ukraine zu fördern. Schweden will dabei seine eigenen Stärken, vor allem in den Bereichen Energiewende, Soziales und Digitale Transformation mit dem Bedarf der Ukraine abstimmen. "Die Bedingungen für Unternehmen sind entscheidend für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung der Ukraine. Durch die Stärkung des ukrainischen Investitionsklimas und der Rolle des Landes als Handelspartner kann die Strategie den Handel und die unternehmerische Tätigkeit erleichtern", sagte Schwedens Minister für Außenhandel Johan Forssell. Zudem haben in Schweden ansässige Unternehmen und deren Zulieferer die Möglichkeit, Exporte in die Ukraine über Exportkreditgarantien abzusichern.
| Organisation/Programm | Unterstützungsangebot |
|---|---|
| EKN | Exportkreditgarantien |
| SIDA | Entwicklungszusammenarbeit, unter anderem auch mit Vorhaben für die Privatwirtschaft |
| Business Sweden Ukraine | Schwedisches Informationsangebot zur Ukraine |
USA fährt Unterstützung zurück, aber nicht für privatwirtschaftliches Engagement
Bis Mitte 2025 haben die USA insgesamt knapp 160 Milliarden Euro an Unterstützung für die Ukraine bereitgestellt. Ein zentrales neues Instrument ist der gemeinsame Wiederaufbaufonds (United States–Ukraine Reconstruction Investment Fund), der am 30. April 2025 gegründet wurde. Er wird von den USA und der Ukraine gleichberechtigt verwaltet. Ziel ist es, Investitionen in strategische Wirtschaftsbereiche wie Öl- und Gasindustrie, Bergbau (Lithium, Titan, seltene Erden) sowie Infrastruktur und Energie zu ermöglichen. Für Fondsgewinne in beiden Ländern gibt es Steuerfreiheit. Das soll als Anreiz für internationale Investoren dienen.
Die US International Development Finance Corporation (DFC) ist ebenfalls beteiligt und soll zur Mobilisierung privater Investitionen und Technologien beitragen. DFC übernimmt teilweise auch Programme von USAID, deren Auflösung die US-Regierung Anfang 2025 eingeleitet hat. Diese fallen vor allem in die Bereiche Privatinvestitionen und strategische Wirtschaftsprojekte. Zudem ist die DFC Ansprechpartner für die Investitionsabsicherung in der Ukraine: vergibt Investitionsgarantien, stellt Beteiligungskapital bereit und bietet technische Hilfe.
Die EXIM Bank ist die Exportkreditagentur der USA. Sie bietet Exportkreditversicherungen, Garantien und direkte Kredite für in den USA registrierte Unternehmen, die in der Ukraine tätig sind.
| Organisation/Programm | Unterstützungsangebot |
|---|---|
| Export-Import Bank of the United States (EXIM) | Unterstützung im Exportgeschäft, unter anderem mit Exportkreditgarantien |
| US International Development Finance Corporation (DFC) | Unterstützung bei Investitionen im Ausland; DFC hat zum Teil Aufgaben von USAID in der Ukraine übernommen |
Vereinigtes Königreich stützt Ukraineprogramme internationaler Institute
Das Vereinigte Königreich gehört neben den USA und Deutschland zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine. London stellte bis Ende April 2025 Finanzhilfen von knapp 4 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese werden über multilaterale Organisationen wie die Weltbank oder die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung vergeben. Für Exporte stellt die Regierung Exportkreditgarantien bereit, die über die UK Export Finance (UKEF) vergeben werden.
| Organisation/Programm | Unterstützungsangebot |
|---|---|
| UK Export Finance (UKEF) | Exportkreditgarantien |
| British International Investment (BII) | BII setzt eine IFC-Fazilität für Importe in die Ukraine um |
| Business Guide | Informationsangebot der britischen Regierung zur Ukraine |
Andere Länder setzten größtenteils auf Absicherung von Geschäften
Auch weitere Länder unterstützen Unternehmen beim Ukrainegeschäft mit Export- und Investitionsgarantien. Sie koordinieren sich in der Ukraine Donor Platform.
| Land | Unterstützungsangebot | Organisation/Programm |
|---|---|---|
| Belgien | Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien sowie Projektfinanzierung | Credendo |
| Dänemark | Exportkredit- und Investitionsgarantien | Export and Investment Fund of Denmark (EIFO) |
| Lettland | Exportkreditgarantien | Altum |
| Litauen | Exportkreditgarantien | ILTE |
| Niederlande | Exportkreditgarantien | Atradius |
| Rumänien | Export- und Investitionsversicherungen | Exim-Banca Romaneasca |
| Slowakei | Exportkreditgarantien und Unterstützung bei Investitionsprojekten | Exim Banka |
| Slowenien | Exportkreditgarantien | SID Banka |