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Umfrage zeigt: Unternehmen in der Ukraine investieren trotz Krieg

Eine Befragung unter 500 ukrainischen Unternehmen belegt: 59 Prozent investierten im Jahr 2025. Die Hälfte der Unternehmen plant auch in diesem Jahr Investitionen.

Von Michał Woźniak | Berlin

Den größten Investitionswillen wiesen laut dem ukrainischen Institut für Wirtschaftsforschung und Politikberatung (IER) die Metall- (71 Prozent), Lebensmittel- (69 Prozent) und Chemieindustrie (68 Prozent) auf. Auch steigt die Investitionslust mit der Unternehmensgröße: Geld in die Hand nahm jedes vierte Kleinstunternehmen, etwa 60 Prozent der Klein- und Mittelständler, aber über 80 Prozent der Großunternehmen.

Neben Sachinvestitionen brachte auch nahezu jedes fünfte befragte Unternehmen Kapital für Produktdesign, Branding und Marketing sowie die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten auf.

Bemerkenswert ist der Rückgang bei der Beseitigung von Kriegsschäden. Der Anteil der Befragten, die deshalb beschädigte Ausrüstung reparieren oder ersetzen mussten, hat sich auf 6 Prozent halbiert; der Anteil derjenigen, die deshalb Baumaßnahmen durchführen mussten, lag 2025 mit 2 Prozent um zwei Drittel unter dem Vorjahreswert.

Öffentliche Vergabeverfahren mit Tücken

Laut einer aktuellen Umfrage der Deutch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer (AHK Ukraine) und des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft haben schon 30 Prozent der befragten deutschen Firmen erfolgreich an öffentlichen Ausschreibungen in der Ukraine teilgenommen. Dennoch bleiben noch viele Herausforderungen:

  1. Preis als zentrales Zuschlagskriterium
  2. komplexe Ausschreibungsunterlagen
  3. zu kurze Fristen
  4. hohe administrative und qualifikationsbezogene Anforderungen
  5. unzureichende Transparenz
  6. lange Entscheidungs- und Vertragsabschlussprozesse 

Der Investitionsoptimismus wächst. Zwar halten weiterhin nur 2 Prozent der Unternehmen den Zeitpunkt für Investitionen für sehr günstig. Der Anteil der Unternehmen, die den Investitionszeitpunkt als „normal“ bewerten, wächst seit 2022 kontinuierlich und liegt inzwischen bei 43 Prozent.

Ukraine interessant für deutsche Investoren

In einer Umfrage des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft und KPMG von Anfang 2026 erwägen 43 Prozent der 115 befragten deutschen Unternehmen in der Ukraine zu investieren. Dies ist der zweithöchste Wert hinter Polen im östlichen Europa. "Trotz des Krieges sind die in der Ukraine aktiven deutschen Unternehmen dem Land treu geblieben, leisten erhebliche Hilfe und investieren strategisch in neue Projekte", sagt Ost-Ausschuss Vorsitzende Cathrina Claas-Mühlhäuser.



Für deutsche Unternehmen eröffnen sich daraus attraktive Marktchancen. In den meisten Bereichen des Maschinenbaus liegen die aktuellen Exportwerte inzwischen deutlich über dem Vorkriegsniveau.