Zollbericht USA Freihandelsabkommen (Warenursprung, Präferenzen)

Handelsbeziehung zwischen Taiwan und den USA

Rückwirkend zum 1. Mai 2026 werden einige Zölle auf Waren mit Ursprung in Taiwan bei der US-Einfuhr gesenkt. 

Von Klaus Möbius, Dr. Melanie Jordan | Bonn

Die Executive Order 14346 vom 5. September 2025 ermächtigt das US‑Handelsministerium und den Handelsbeauftragten (USTR), Handels‑ und Sicherheitsabkommen umzusetzen. Auf dieser Grundlage schlossen die USA und Taiwan Anfang 2026 zunächst ein Memorandum of Understanding (MOU), das unter anderem Anpassungen bestimmter Section 232‑Zölle vorsieht, gefolgt von einem weitergehenden Handelsabkommen, das jedoch noch nicht in Kraft ist. Aktuell wird nur das MOU umgesetzt: Es beinhaltet Änderungen am US‑Zolltarif, insbesondere die Reduzierung oder Anpassung von Zöllen auf taiwanische Fahrzeuge sowie entsprechende Teile sowie Holz- und Holzderivate und die vollständige Aufhebung bestimmter Zusatzzölle auf Stahl‑, Aluminium‑ und Kupferprodukte, wenn diese in Flugzeugkomponenten aus Taiwan verwendet werden.

Änderungen des US-Zolltarifs (HTSUS)

Um die entsprechenden Zollsätze umzusetzen, wird der US-amerikanische Zolltarif Harmonized Tariff Schedule of the United States (HTSUS) geändert. Die Änderungen gelten rückwirkend ab 1. Mai 2026, 00:01 Uhr Eastern Time (ET) und werden mit Veröffentlichung am 28. Mai 2026 wirksam. Unternehmen können ihre Zollanmeldungen über Post Summary Correction entsprechend aktualisieren.

Fahrzeuge und Fahrzeugteile

Für Fahrzeuge und Fahrzeugteile mit Ursprung in Taiwan gilt der pauschale Satz von 15 Prozent, sofern der MFN-Zollsatz nicht mehr als 15 Prozent vorsieht:

  • Für Kfz und Kfz-Teile aus Taiwan mit einem MFN-Zollsatz von mindestens 15  Prozent beträgt der zusätzliche Zollsatz 0 Prozent;
  • Für Kfz und Kfz-Teile aus Taiwan mit einem MFN-Zollsatz von weniger als 15 Prozent beträgt der kombinierte Zollsatz aus Spalte 1 des US-amerikanischen Zolltarifs (Spalte 1) und dem Zusatzzoll gemäß Section 232 15 Prozent.

Holzprodukte

Für Polstermöbel aus Holz und fertige Küchenschränke und Waschtische sowie deren Teile aus Taiwan gelten Zölle in Höhe von 15 Prozent.

Flugzeugkomponente

Für bestimmte Produkte aus Taiwan gilt, dass die zusätzlichen Section 232‑Zölle auf Aluminium‑, Kupfer‑ und Stahlderivate nicht angewendet werden, sofern es sich um zivile Flugzeugkomponenten handelt, die die Voraussetzungen der General Note 6 des HTSUS erfüllen und entsprechend klassifiziert sind. Um diese Vorzugsbehandlung zu erhalten, ist der Special Program Indicator “C” in der Zollanmeldung anzugeben

Eingeschränkte Kumulierung von Zöllen vorgesehen

Eine gleichzeitige Anwendung mit den Section‑232‑Zöllen auf Stahl, Aluminium, Kupfer sowie auf Holzprodukte ist ausgeschlossen.

Zugeständnisse Taiwans

Im Gegenzug ist Taiwan bestrebt, Handelshemmnisse abzubauen und den Marktzugang für US‑Produkte sowie Investitionen zu verbessern. Dabei werden im MOU folgende Punkte genannt:

  • Taiwan verpflichtet sich zu neuen direkten Investitionen in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar in den USA in den folgenden Sektoren: fortgeschrittene Halbleiter, Energie und künstliche Intelligenz.
  • Taiwan stellt Kreditgarantien von mindestens 250 Milliarden US‑Dollar bereit, um Investitionen taiwanischer Firmen in die Stärkung der US‑amerikanischen Versorgungssicherheit bei Halbleitern abzusichern.
  • Taiwan und die USA erstellen Industrieparks in den USA, um die industrielle Position der USA bei fortgeschrittenen Technologien zu stärken.
  • Taiwan wird US-Investitionen in taiwanischen Unternehmen erleichtern. Insbesondere in den Sektoren Halbleiter, künstliche Intelligenz, Wehrtechnik, Telekommunikation und Biotechnologie.

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