Zollbericht USA Zolltarif, Einfuhrzoll

USA erhöhen Einfuhrzölle für russische Waren

Seit 2022 erheben die USA hohe Zölle auf russische Erzeugnisse.

Von Susanne Scholl, Dr. Melanie Jordan | Bonn

Zollerhöhungen möglich 

Am 18. September 2026 unterzeichnete der US-Präsident den sogenannten Lindsey O. Graham Sanctioning Russia and Iran Act of 2026 (H.R. 5334). Das Gesetz ermöglicht es dem US-Präsidenten unter anderem, Zölle gegenüber Russland zu erhöhen. Zudem kann er Waren aus Ländern mit höheren Zöllen belegen, die zu den größten Importeuren russischen Rohöls und Erdgases gehören. 

GTAI wird über konkrete Erhöhungen berichten, sobald diese bekannt sind.

Russland und Belarus verlieren Meistbegünstigungsstatus

Der Suspending Normal Trade Relations with Russia and Belarus Act trat am 8. April 2022 in Kraft. Für Produkte mit Ursprung aus Russland und Belarus gelten seit dem 9. April 2022 die Einfuhrzölle in Spalte 2 des US-Zolltarifs. Diese sind erheblich höher als die moderaten Zölle in Spalte 1 (General), die im Regelfall für Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) gelten.

Mit der Einstufung in Spalte 2 des Zolltarifs entziehen die USA Russland und Belarus den für WTO-Mitglieder und einzelne weitere Staaten geltenden Meistbegünstigungsstatus (MFN). Dieser MFN-Status bedeutet, dass ein Vorteil, den ein WTO-Mitglied einem anderen Mitglied gewährt, auch allen anderen WTO-Mitgliedern gewährt werden muss.

Die USA bezeichnen den Meistbegünstigungsstatus in ihrer Gesetzgebung als Permanent Normal Trade Relations status (PNTR). Trotz dieser abweichenden Bezeichnung sind die Auswirkungen gleich. Die USA hatten Belarus in der Vergangenheit ebenfalls den PNTR-Status gewährt. Das Land ist jedoch noch kein WTO-Mitglied, sondern befindet sich im Beitrittsprozess zur WTO. Diese Verfahrensweise geht auf eine durch den US-Präsidenten gewährte Ausnahmeregelung zur US-Gesetzgebung zurück.

Zusatzzölle gelten auch für Waren aus Russland

Seit dem 24. Juli 2026 fallen auch für Waren mit russischem Ursprung Zusatzzölle in Höhe von 12,5 Prozent nach Section 301 des Trade Act of 1974 an. Hintergrund ist eine Untersuchung zum Thema Zwangsarbeit. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter USA führen neue Zölle nach Section 301 ein.

Ferner greifen ebenfalls die Section 232-Zölle auf bestimmte Produkte. Unter anderem gelten für Stahl- oder Aluminiumprodukte aus Russland erhöhte Zusatzzölle von bis zu 200 Prozent.

WTO-Mitgliedschaft auf dem Prüfstand

Das Gesetz von 2022 verpflichtete die US-Handelsbeauftragte zudem dazu, sich innerhalb der WTO für weitere Maßnahmen gegenüber Russland und gegen den WTO-Beitritt von Belarus einzusetzen.

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