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VAE priorisieren Sicherheit in der Bauwirtschaft

Die Bauwirtschaft der VAE richtet sich im Jahr 2026 stärker an Versorgungssicherheit, technischer Qualität und staatlichen Prioritäten aus.

Von Heena Nazir | Dubai

Ausblick der Bauwirtschaft in den VAE:

Bewertung:

  • Infrastruktur, Energie und Wasser stützen die Baukonjunktur.
  • Sicherheit und Resilienz gewinnen an Bedeutung.
  • Spezialbau und technische Lösungen bleiben gefragt.
  • Finanzierung und Investorenstimmung werden schwieriger.
  • Lieferketten, Transportkosten und Versicherungen erhöhen den Druck.

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Juni 2026

  • Neue Bauaufträge werden in den VAE vorsichtiger vergeben. Infrastruktur, Sicherheit und Resilienz rücken in den Fokus.

    32 %

    weniger Hochbauaufträge wurden von Januar bis April 2026 vergeben.

    In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) werden trotz Krieg im Jahr 2026 Bauaufträge vergeben und laufende Vorhaben fortgeführt. Seit der Eskalation des Iran-Konflikts prüfen Auftraggeber neue Projekte jedoch strenger. Ausschlaggebend sind stärker als zuvor gesicherte Finanzierung, strategische Bedeutung und verlässliche Lieferketten. Der Markt steuert damit nicht auf einen flächendeckenden Baustopp zu. Vielmehr entwickelt sich eine selektivere Auftragsvergabe.

    Bereits 2025 gingen die Neuvergaben nach mehreren Rekordjahren zurück. Laut der Informationsplattform MEED Projects sank das Volumen neuer Bauaufträge gegenüber dem Vorjahr um 12,7 Prozent auf 90,5 Milliarden US-Dollar (US$). Zunächst deutete alles auf eine Konsolidierung nach der Hochphase hin. Seit Kriegsbeginn zeigen MEED-Daten jedoch zusätzlichen Druck: Über alle Sektoren hinweg verringerte sich der Wert der monatlich neu vergebenen Verträge von 13,1 Milliarden US$ im Februar 2026 auf 9,7 Milliarden US$ im März und weiter auf 3,8 Milliarden US$ im April. Einzelne Monatswerte reichen zwar nicht aus, um einen dauerhaften Trend abzuleiten. Analysten und Marktteilnehmer gehen jedoch davon aus, dass Banken, Investoren und Entwickler künftig stärker nach Finanzierungssicherheit, strategischer Bedeutung und Umsetzbarkeit priorisieren werden.

    VAE: Auftragseingang in der Bauwirtschaft nach Sektoren 2024 bis 2025 *)In Milliarden US-Dollar; Veränderung in Prozent
    Sektor

    2024

    2025

    Veränderung 2025/2024

    Hochbau52,9649,07−7,3
    Transport15,597,87−49,5
    Wasser 3,092,64−14,6
    Industrie 3,724,3717,4
    Gas8,858,26−6,6
    Energie – Strom (Power)5,6311,32101,1
    Öl 12,175,92−51,3
    Chemie0,994,44347,2
    * Gesamtkosten der Projekte (einschließlich Ausrüstungen, Anlagen etc.), deren Hauptauftrag im jeweiligen Zeitraum vergeben wurde. Abgeschlossene Verträge, die nicht umgesetzt oder gestoppt wurden, sind nicht berücksichtigt.Quelle: MEED Projects, 2026

    Vorfälle an Infrastruktur erhöhen technische Anforderungen

    Das veränderte Sicherheitsumfeld wirkt nicht nur über Risikoaufschläge, Finanzierung und Lieferketten. Auch gemeldete Schäden und zeitweise Betriebsunterbrechungen an kritischer Infrastruktur erhöhen die Anforderungen an neue Vorhaben. Dazu zählen Anlagen für Energieversorgung, Transport, Kommunikation, Logistik und öffentliche Sicherheit. Für die Bauwirtschaft sind vor allem Öl-, Gas-, Hafen-, Flughafen- und Verkehrsinfrastruktur relevant.

    Internationale Medien meldeten für die VAE mehrere Vorfälle an Energieanlagen. Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg berichtete, dass die Habshan-Gasverarbeitungsanlage in Abu Dhabi nach Angriffen nur noch mit rund 60 Prozent Kapazität lief. Das nationale Unternehmen ADNOC Gas strebe 80 Prozent bis Ende 2026 und volle Leistung im Jahr 2027 an. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete zudem Brände am Shah-Gasfeld in Abu Dhabi sowie in der Fujairah Oil Industry Zone nach Drohnenangriffen.

    Kurzfristig erhöhen solche Ereignisse die Unsicherheit, stören Lieferketten und verteuern Bauvorhaben. Mittelfristig steigt dagegen der Bedarf an Wiederherstellung und Schutz kritischer Anlagen. Gefragt sind unter anderem Brandschutztechnik, Notstromversorgung, Monitoring- und Steuerungstechnik sowie resiliente Bauweisen. Resilienz beschreibt die Fähigkeit von Gebäuden, Anlagen und Infrastrukturen, Störungen auszuhalten und den Betrieb schnell wieder aufzunehmen.

    Hochbau verliert Tempo, Tiefbau gewinnt strategisches Gewicht

    Im Hochbau zeigt sich die schwächere Vergabedynamik besonders deutlich. Das Segment umfasst vor allem Wohn-, Büro-, Hotel- und gemischt genutzte Gebäude. Nach MEED-Daten sank der Wert neu vergebener Aufträge in den ersten vier Monaten 2026 auf rund 11,1 Milliarden US$. Im Vorjahreszeitraum hatte er noch bei 16,2 Milliarden US$ gelegen. Das entspricht einem Rückgang um rund 32 Prozent. Die Zahlen sprechen dafür, dass Auftraggeber neue Vorhaben genauer prüfen. Projekte in guten Lagen, mit gesicherter Finanzierung und hoher Vorvermarktung dürften widerstandsfähiger bleiben.

    Anfälliger sind spekulative Vorhaben, stark fremdfinanzierte Entwicklungen und Projekte, die von internationalen Käufern oder touristischer Nachfrage abhängen. MEED sieht vor allem Immobilien, Tourismus und Hotellerie unter Druck. Längere Flugrouten, höhere Reisekosten, geringere Besucherzahlen und eine schwächere Auslastung könnten neue Hotel-, Freizeit- oder Luxusimmobilienprojekte verzögern.

    Der Tiefbau gewinnt dagegen an Gewicht. Er umfasst Verkehrswege sowie Energie-, Wasser-, Abwasser- und Versorgungsinfrastruktur. Staatliche und staatsnahe Auftraggeber dürften solche Projekte eher priorisieren, weil sie Versorgungssicherheit, Standortqualität und wirtschaftliche Stabilität stützen. Beispiele sind die Dubai Metro Gold Line, die MEED mit 9,2 Milliarden US$ beziffert, sowie die geplante vierte föderale Autobahn mit 1,63 Milliarden US$. Beide Vorhaben zeigen, dass Verkehrsinfrastruktur trotz schwierigerem Umfeld ein wichtiger Auftraggeber bleibt.

    Technik entscheidet stärker über Marktchancen

    Mit dem veränderten Risikoumfeld gewinnt der Spezialbau an Bedeutung. Dazu zählen Ausbau, technische Gebäudeausrüstung, industrielle Bauleistungen und spezialisierte Infrastrukturkomponenten. Die Nachfrage verschiebt sich von reiner Baukapazität hin zu technischen Lösungen. Dazu gehören widerstandsfähige Gebäude, geschützte Anlagen, Brandschutz, Notstromsysteme, Energieeffizienz und digitale Baukoordination. Darauf verweist Ed James, Analyst bei MEED, im Gespräch mit Germany Trade & Invest.

    Auch Datenzentren gewinnen an Bedeutung. Sie benötigen eine stabile Stromversorgung, Kühlung, Sicherheitstechnik und Ausfallschutz. 

    Für deutsche Unternehmen eröffnen sich Chancen vor allem bei technischer Gebäudeausrüstung, Energie- und Wasserversorgung, Brandschutz, Notstromsystemen, Datenzentren, Energieeffizienz und industriellem Spezialbau. Diese Einschätzung ergibt sich aus der Verschiebung zu staatlich priorisierter Infrastruktur, den gemeldeten Schäden an Energieanlagen und MEED-Hinweisen auf höhere Anforderungen an Resilienz, Sicherheitskonzepte und verlässliche technische Systeme. Schwieriger wird das Umfeld für standardisierte Bauleistungen, spekulative Immobilienprojekte und tourismusnahe Vorhaben ohne gesicherte Finanzierung.

    Ausgewählte Großprojekte der Bauwirtschaft in den VAEIn Milliarden US-Dollar, in Planung
    ProjektBereichProjektstand

    Projektwert in Mrd. US$

    Einordnung
    G42 – RechenzentrumsprojektDigitalisierung / InfrastrukturStudie32Datenzentren gewinnen durch Digitalisierungs- und Resilienzanforderungen an Bedeutung.
    Azizi Developments – Großwohnprojekt DubaiBau / ImmobilienDesign19,5Finanzierung und Vorvermarktung werden wichtiger.
    Emaar – LuxusresortTourismus / BauDesign14,6Tourismusnahe Projekte hängen stärker von Reiseverkehr, Auslastung und Investorenstimmung ab.
    ADNOC Gas – Gaserschließung Abu DhabiEnergie / GasTechnische Vorplanung10Energieprojekte bleiben strategisch wichtig; Sicherheits- und Resilienzanforderungen steigen.
    Etihad Rail – HochgeschwindigkeitsbahnTransportVergabeverfahren Hauptvertrag7,6Verkehrsinfrastruktur bleibt ein Kernbereich staatlicher Investitionen.
    Miral / Walt Disney Company – Themenpark Yas IslandFreizeit / TourismusDesign7Langfristig bedeutend, kurzfristig stärker abhängig vom Tourismusausblick.
    MAG Group – nachhaltiges Wohn- und Lifestyle-ProjektBau / NachhaltigkeitVergabeverfahren Hauptvertrag6Nachhaltigkeit bleibt gefragt; Projektstarts dürften selektiver geprüft werden.
    RTA Dubai – Gold Line Metro-ErweiterungTransportStudie9,2Strategisches Infrastrukturprojekt.
    Dubai Holding / Emaar – Dubai SquareBau / ImmobilienVorqualifikation Hauptvertrag5,5Timing stärker abhängig von Markt- und Finanzierungsbedingungen.
    Quelle: MEED Projects, 2026; Recherche von Germany Trade & Invest, 2026.

    Von Heena Nazir | Dubai

  • Nachhaltiges Bauen gewinnt in den VAE an Bedeutung. Sanierung, Effizienz und Versorgungssicherheit schaffen Chancen für deutsche Anbieter.

    Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben in den vergangenen Jahrzehnten stark in neue Stadtquartiere, Gewerbeflächen und Infrastruktur investiert. Viele Gebäude in Dubai, Abu Dhabi und anderen Emiraten sind inzwischen 25 bis 40 Jahre alt und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz, Kühlung und Gebäudesteuerung. Statt Abriss rücken daher Sanierung, technische Nachrüstung und ein effizienterer Betrieb stärker in den Fokus. Für deutsche kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) entstehen dadurch Chancen in einem Markt, der durch Klimaziele, steigende Stromnachfrage und höhere Anforderungen an Versorgungssicherheit wächst.

    Der Krieg stellt die Effizienz- und Sanierungsprogramme nicht grundsätzlich infrage, macht ihre Umsetzung aber anspruchsvoller. Energieeinsparung, Netzstabilität und Versorgungssicherheit gewinnen weiter an Bedeutung. Retrofitprojekte (Nachrüstungen bestehender Anlagen und Gebäude) können helfen, den Strombedarf zu senken und zusätzliche Investitionen in Kraftwerks- und Netzinfrastruktur zu begrenzen. Zugleich können höhere Finanzierungskosten, vorsichtigere Investoren und mögliche Lieferverzögerungen bei Klimatechnik, Steuerungssystemen oder Fassadenmaterialien einzelne Vorhaben verteuern oder verzögern.

    Dubai will Verbrauch senken

    Dubai verfolgt seine Effizienzziele im Rahmen der Dubai Demand Side Management Strategy 2050. Sie sieht vor, den Energie- und Wasserverbrauch sowie den Kraftstoffverbrauch im Verkehr bis 2030 um mindestens 30 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent gegenüber einem Business-as-usual-Szenario zu senken. Ein zentraler Hebel ist das Gebäudesanierungsprogramm. Bis 2030 sollen bis zu 30.000 Gebäude energetisch modernisiert werden. Je nach Alter, Nutzung und technischer Ausstattung sind Effizienzsteigerungen von 10 bis 40 Prozent möglich.

    Für die Umsetzung wurde 2013 die Etihad Energy Services Company gegründet. Bis 2025 wurden rund 10.000 Gebäude modernisiert. Damit entwickelt sich der Markt zunehmend zu einem strukturierten Segment der energetischen Sanierung. Auch internationale Standards gewinnen an Gewicht: Laut dem U.S. Green Building Council gehörten die VAE auch 2025 zu den zehn wichtigsten Märkten für LEED-zertifizierte Gebäude außerhalb der USA. Das Land belegte Rang 10 mit 174 zertifizierten Projekten und rund 2,25 Millionen Quadratmetern zertifizierter Gebäudefläche.

    Abu Dhabi baut Retrofitprogramme aus

    Auch Abu Dhabi treibt die Modernisierung von Bestandsgebäuden voran. Die Abu Dhabi Demand Side Management and Energy Rationalization Strategy 2030 zielt darauf ab, den Stromverbrauch bis 2030 um mehr als 22 Prozent und den Wasserverbrauch um mehr als 32 Prozent zu senken. Eine wichtige Rolle spielt dabei die frühere Abu Dhabi Energy Services Company, die inzwischen als TAQA Energy Services firmiert.

    Bis Ende 2025 wurden rund 200 Gebäude modernisiert. Bis Ende 2026 sollen es 300 sein. Die erwartete jährliche Stromeinsparung liegt bei etwa 220 Gigawattstunden. Für Anbieter von Klimatechnik, Gebäudesteuerungen, Dämmstoffen, Messsystemen und Energiemanagementlösungen ergeben sich daraus konkrete Ansatzpunkte.

    Ein weiteres Instrument ist Estidama, das Nachhaltigkeitsprogramm Abu Dhabis. Seit 2010 müssen Neubauten im Emirat ein Pearl Rating erfüllen. Private Neubauten benötigen mindestens eine Perle, öffentliche Gebäude zwei. In Masdar City gelten höhere Anforderungen.

    Weitere Emirate ziehen nach

    Auch die kleineren Emirate setzen zunehmend auf energieeffizientes Bauen. Ras Al Khaimah hat mit Barjeel eigene Green-Building-Vorschriften eingeführt. Seit Januar 2020 gelten sie verpflichtend für alle Neubauten. Gebäude, die nach Barjeel genehmigt werden, sollen rund 30 Prozent weniger Energie und Wasser verbrauchen als vergleichbare konventionelle Bauten.

    Schardscha konzentriert sich vor allem auf große Energieverbraucher. Im Fokus stehen öffentliche und gewerbliche Gebäude mit hohem Strom- und Kühlbedarf. Die Projektzahlen sind kleiner als in Dubai oder Abu Dhabi, doch der Trend ist eindeutig: Energieeffizienz gewinnt in allen Emiraten an Relevanz.

    Geschäftschancen für deutsche KMU

    Besonders dynamisch entwickelt sich der Bereich Klima- und Kühltechnik. Kühlung verursacht in den VAE einen großen Teil des Stromverbrauchs. Effiziente HVAC (Heating, Ventilation and Air Conditioning)-Anlagen, intelligente Regelungstechnik, bessere Dämmung, hochwertige Fassadenlösungen und hitzebeständige Baumaterialien sind deshalb gefragt. Auch die Gebäudeautomation gewinnt an Bedeutung. Digitale Steuerungssysteme, Smart-Building-Technologien und Energiemanagementsoftware helfen, Verbrauchsdaten sichtbar zu machen und Einsparpotenziale im Betrieb zu erschließen.

    Deutsche Unternehmen profitieren von ihrem Ruf für zuverlässige Technik, langlebige Komponenten und spezialisierte Lösungen. Chancen bestehen nicht nur bei der Lieferung einzelner Produkte, sondern auch in den Bereichen Planung, Beratung, Inbetriebnahme, Wartung und Betriebsoptimierung, betont Martin Henkelmann, CEO der AHK VAE. Mit steigenden technischen Anforderungen wächst zugleich der Bedarf an externer Expertise. Viele Entwickler und Gebäudeeigentümer müssen Standards wie LEED, Estidama oder Al Sa’fat in konkrete Maßnahmen übersetzen – etwa bei Energieaudits, Zertifizierungen, Wirtschaftlichkeitsrechnungen oder der Auswahl geeigneter Technologien.

    Markt bleibt attraktiv

    Der Sanierungsmarkt in den VAE dürfte weiter wachsen. Treiber sind steigender Strombedarf, hohe Kühlkosten, ambitionierte Effizienzziele und der Druck, bestehende Gebäude wirtschaftlicher zu betreiben. Die regionale Unsicherheit verstärkt diese Entwicklung, weil Energieeffizienz stärker mit Resilienz, Netzstabilität und Versorgungssicherheit verknüpft wird.

    Für deutsche KMU sind vor allem spezialisierte, nachweisbar wirksame Lösungen gefragt. Gute Chancen haben Unternehmen, die Einsparungen belegen, Referenzen vorweisen und ihre Produkte an die klimatischen Bedingungen der Golfregion anpassen können. Entscheidend sind zudem lokale Partner und ein klares Verständnis der Vorgaben in den einzelnen Emiraten.

    Von Heena Nazir | Dubai

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  • Der Wettbewerb in der VAE-Bauwirtschaft bleibt hart. 2026 zählen neben dem Preis stärker Finanzierung, Lieferfähigkeit und Risikomanagement.

    Der Wettbewerb im Bausektor der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bleibt intensiv. Der Markt ist groß, aber hart umkämpft und strukturell zweigeteilt. Laut MEED Projects, einer Informationsplattform für Projektmärkte im Nahen Osten, halten lokale Unternehmen rund 52,2 Prozent des vergebenen Projektvolumens im Bausektor. Zu den führenden Anbietern zählen unter anderem die National Petroleum Construction Company (NPCC) und Al-Futtaim Carillion. Beide sind vor allem bei Infrastruktur- und Energieprojekten stark positioniert.

    Daneben haben sich internationale Unternehmen fest etabliert. Besonders Anbieter aus China und Indien treten häufig mit niedrigen Preisen auf. Teilweise profitieren sie zudem von staatlich gestützten Finanzierungslösungen. Dadurch verschaffen sie sich vor allem bei kapitalintensiven Großprojekten eine starke Wettbewerbsposition. Dieser Preis- und Finanzierungsdruck dürfte auch im Jahr 2026 prägend bleiben.

    Der Iran-Krieg verändert diese Wettbewerbsstruktur nicht grundlegend, verschiebt jedoch die Gewichte. Der Preis bleibt ein zentrales Vergabekriterium. Auftraggeber dürften aber stärker prüfen, ob Bauunternehmen Finanzierung, Beschaffung und Ausführung auch unter unsicheren Rahmenbedingungen absichern können. Höhere Versicherungsprämien, steigende Transportkosten, mögliche Lieferverzögerungen und schwankende Materialpreise erhöhen den Druck auf Margen und Terminpläne.

    Vorteile haben Anbieter, die belastbare Lieferketten, alternative Bezugsquellen, regionale Lagerhaltung und Erfahrung im Risikomanagement nachweisen können. Davon profitieren tendenziell große lokale Baukonzerne sowie internationale Unternehmen mit regionaler Beschaffungsstruktur oder finanzstarken Partnern. Anbieter mit sehr niedrigen Angeboten bleiben im Wettbewerb, müssen Kostensteigerungen und Verzögerungen jedoch stärker vertraglich absichern.

    Deutsche Firmen bleiben Spezialisten statt Hauptauftragnehmer

    Für deutsche Unternehmen bleibt der Marktzugang als Generalunternehmer schwierig. Nach Herkunftsland betrachtet entfallen auf deutsche Auftragnehmer im Bausektor der VAE nur rund 0,3 Prozent des vergebenen Projektvolumens. Damit spielen sie als Hauptauftragnehmer eine untergeordnete Rolle. Ihre Stärke liegt vielmehr in technologisch anspruchsvollen Teilsegmenten. Markus Brandt, Senior Manager der AHK VAE, beschreibt deutsche Unternehmen als Technologiepartner oder Unterauftragnehmer in internationalen Konsortien. Schwerpunkte bilden energieeffiziente Gebäudetechnik, Industrieanlagen, erneuerbare Energien und Smart-City-Lösungen, also digitale Anwendungen für effizientere Städte.

    Die veränderte Risikolage eröffnet deutschen Unternehmen keine breite Rolle als Hauptauftragnehmer. Sie kann ihre Position in spezialisierten Teilsegmenten jedoch stärken. Wenn Projekte teurer und komplexer werden, achten Auftraggeber stärker auf Qualität, Zertifizierung, Energieeffizienz, Betriebssicherheit und langfristige Kosten. Deutsche Anbieter konkurrieren daher weniger im volumengetriebenen Massengeschäft. Bessere Chancen bieten Bereiche, in denen technische Spezifikationen, Systemintegration und verlässliche Lieferung wichtiger sind als der niedrigste Einstiegspreis.

    Beteiligung deutscher Unternehmen an Projekten in den VAE
    UnternehmenSchwerpunkt / Tätigkeit
    Siemens AG / Siemens EnergyEnergieerzeugung, Stromnetze, Smart Infrastructure, Industrie 4.0-Lösungen
    Fichtner Consulting EngineersTechnische Beratung, Energie- und Wasserinfrastruktur, Umwelttechnik
    Linde EngineeringWasserstoff-, Gas- und Chemieanlagen (inkl. Ammoniak-Projekte)
    Lahmeyer International (Tractebel)Ingenieurberatung für Energie- und Wasserprojekte
    Bauer GroupSpezialtiefbau, Fundament- und Baugrundtechnik für Großprojekte
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, 2026

    Nachfrage nach Baustoffen variiert nach Segment 

    Auch der Baustoffmarkt bleibt 2026 von der Projektentwicklung abhängig. Mit einer Pipeline von rund 824 Milliarden US-Dollar (US$) verfügen die VAE nach Saudi-Arabien über die zweitgrößte Projektbasis im Golf-Kooperationsrat, dem Staatenverbund aus Saudi-Arabien, VAE, Katar, Kuwait, Oman und Bahrain. Nach mehreren Rekordjahren geht die Neuvergabe zwar zurück, bewegt sich aber weiter auf hohem Niveau. Das spricht eher für eine Normalisierung nach einer sehr dynamischen Phase als für eine strukturelle Schwäche des Marktes.

    Für Baustoffe bedeutet dies: Ein flächendeckender Nachfrageeinbruch erscheint 2026 nicht wahrscheinlich. Die Nachfrage dürfte sich aber stärker nach Projektart, Finanzierungsstand und strategischer Bedeutung unterscheiden. Infrastruktur-, Energie-, Logistik-, Wasser- und Industrieprojekte sichern voraussichtlich eine solide Grundnachfrage, weil sie für Standortqualität, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Diversifizierung wichtig sind. Hochbau- und Immobilienvorhaben könnten dagegen empfindlicher auf höhere Kosten, Investitionszurückhaltung und mögliche Lieferverzögerungen reagieren.

    Die VAE verfügen in wichtigen Grundstoffsegmenten über eine ausgebaute industrielle Basis. Das gilt vor allem für Zement, Stahl und Primäraluminium. Dennoch ersetzen lokale Kapazitäten Importe nicht vollständig. Viele Bau- und Infrastrukturprojekte folgen spezifischen technischen Vorgaben, Normen, Zertifizierungen oder markengebundenen Systemlösungen. Wenn lokale Anbieter diese Anforderungen nicht in der geforderten Qualität, Menge oder Spezifikation erfüllen, greifen Auftraggeber weiter auf ausländische Produkte zurück.

    Lokale Produktion ersetzt Baustoffimporte nicht vollständigAusgewählte Baustoffsegmente in den VAE: Importwerte, Kapazitäten und Markteinordnung
    SegmentImport- beziehungsweise ProduktionslageEinordnung für den Baustoffmarkt
    Eisen und Stahl (HS 72)Importe 2024: 6,6 Milliarden US$Hohe Importwerte zeigen, dass lokale Produktion den Bedarf nicht vollständig abdeckt
    Waren aus Eisen und Stahl (HS 73)Importe 2024: 6,1 Milliarden US$Wichtiges Segment für verarbeitete Bauprodukte, Komponenten und Spezialanwendungen
    ZementKapazität: knapp 50 Millionen Tonnen pro Jahr; Produktion 2025: 15,2 Millionen TonnenDeutliche Überkapazitäten; lokale Versorgung bei Standardprodukten stark
    StahlRohstahlproduktion 2024: 3,7 Millionen Tonnen; geschätzte Nachfrage: 3,6 Millionen TonnenProduktion und Bedarf liegen nah beieinander, dennoch bleiben Spezialprodukte importrelevant
    AluminiumEGA-Absatz 2025: 2,7 Millionen Tonnen; davon 310.000 Tonnen im InlandKlar exportorientiertes Segment; lokale Weiterverarbeitung bleibt für Bau und Industrie relevant
    Glas, Keramik und mineralische BaustoffeSubstanzielle ImportvoluminaImportchancen vor allem bei hochwertigen, zertifizierten und projektspezifischen Produkten
    Quelle: Federal Competitiveness and Statistics Centre 2026, Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Versorgungssicherheit wird zum Verkaufsargument

    Durch die geopolitische Lage gewinnt Beschaffung zusätzlich an Bedeutung. Neben Preis, Qualität und Zertifizierung zählen Lieferzeiten, alternative Bezugsquellen, Lagerhaltung, Transportwege und Versicherungskosten stärker als zuvor. Bauunternehmen und Auftraggeber dürften 2026 genauer prüfen, ob Materialien planbar verfügbar sind und ob Lieferanten auch bei höheren Frachtkosten oder gestörten Handelsrouten zuverlässig liefern können.

    Für ausländische Anbieter verschiebt sich damit der Wettbewerb. Im Massengeschäft bleibt der Preisdruck hoch. Bessere Chancen bieten spezialisierte Produkte, verarbeitete Baustoffe, normgebundene Systeme und technische Lösungen, die Qualität mit Versorgungssicherheit verbinden. Das gilt besonders für Bereiche, in denen Zertifizierung, Energieeffizienz, Betriebssicherheit und langfristige Kosten stärker zählen als der niedrigste Angebotspreis.

    Von Heena Nazir | Dubai

  • Die Baubranche der VAE bleibt projektgetrieben. Für deutsche Anbieter zählen ein sicherer Umgang mit Vergabewegen, Präqualifikation und Compliance.

    Vergabe läuft über Portale

    Im öffentlichen Sektor setzen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zunehmend auf digitale, formal geregelte Beschaffung. Auf Bundesebene stellt das Ministry of Finance Informationen bereit. Daneben nutzen die Emirate eigene Systeme. In Dubai gilt eSupply als zentrale Anlaufstelle, in Abu Dhabi das Abu Dhabi Government Procurement Gate.

    Für Unternehmen ist die Registrierung meist Voraussetzung, um Ausschreibungsunterlagen einzusehen und Angebote einzureichen. Der Wettbewerb beginnt damit oft vor der Angebotsphase. Unvollständige Nachweise oder unterschätzte Präqualifikationen führen häufig dazu, dass Unternehmen nicht auf die Bieterliste kommen. Für ausländische Firmen sind saubere Dokumentation, lokale Referenzen und ein strukturierter Markteintritt entscheidend.

    Parallel verändern öffentlich-private Partnerschaften die Projektstruktur. Public Private Partnerships (PPP) sind Modelle, bei denen Staat und private Konsortien Planung, Bau, Finanzierung oder Betrieb gemeinsam organisieren. Dadurch verschieben sich Vergaben hin zu langfristigen Vertragsbeziehungen. Für Bieter steigen die Anforderungen an Finanzierung, Risikobewertung und Erfahrung mit komplexen Vorhaben.

    Vergleich der Vergabemodelle in den VAEÜbersicht
    MerkmalKlassische staatliche VergabePPP-ModellEPC-Modell
    FinanzierungStaat finanziertPrivate Partner finanzieren ganz oder teilweiseAuftraggeber oder EPC-Konsortium
    LeistungsumfangBauleistungPlanung, Bau, Finanzierung, teils BetriebPlanung, Beschaffung und Bau aus einer Hand
    VertragsdauerKurzfristigLangfristig (oft 15–30 Jahre)Projektbezogen
    RisikoübernahmeStaat trägt wesentliche RisikenRisiken werden auf Private übertragenEPC trägt Bau- und Terminrisiko
    MarktzugangRegistrierung über PortaleHohe Kapital- und StrukturanforderungenStarke internationale Anbieter dominieren
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, 2026

    EPC prägt Großprojekte

    Bei größeren Bau- und Industrieprojekten folgen Vergaben meist internationalen Verfahren. Häufig steuern renommierte Architektur- und Ingenieurbüros die Projekte. Am Anfang stehen oft Interessenbekundungen. Daraus bildet der Auftraggeber eine engere Auswahl. Wer dort aufgenommen werden will, muss technische Referenzen, finanzielle Leistungsfähigkeit und Kapazitäten früh nachweisen.

    Großprojekte gehen zunehmend an EPC-Anbieter. EPC steht für Engineering, Procurement and Construction. Der Auftragnehmer übernimmt Planung, Einkauf und Bau aus einer Hand. Häufig trägt er zusätzlich Finanzierungs-, Termin- und Haftungsrisiken. Dadurch verlagert sich der Marktzugang auf finanzkräftige Unternehmen mit breiter Projektkompetenz. Besonders asiatische Konzerne, vor allem aus China und Südkorea, sind bei kapitalintensiven Vorhaben im Kraftwerksbau oder in der Petrochemie gut positioniert.

    Der Iran-Krieg dürfte diese Entwicklung verstärken. Unsichere Lieferketten, steigende Transport- und Versicherungskosten sowie verspätete Komponenten erhöhen den Druck auf Zeitpläne und Margen. Auftraggeber dürften genauer prüfen, ob Bieter Einkauf, Finanzierung und Vertragsrisiken belastbar steuern können. Vorteile haben Unternehmen mit alternativen Bezugsquellen, regionaler Lagerhaltung, klaren Vertragsstrukturen und Erfahrung im Nachtragsmanagement. Für kleinere oder spezialisierte Firmen steigen damit die Eintrittsbarrieren weiter.

    Vergabeprozesse bleiben langwierig und komplex. Verzögerungen, Aussetzungen oder Neuausschreibungen sind nicht ungewöhnlich. Für ausländische Unternehmen reicht es deshalb nicht, technisch überzeugende Lösungen anzubieten. Sie müssen früh zeigen, dass sie Termine, lokale Anforderungen und Pflichten auch unter schwierigeren Rahmenbedingungen erfüllen können.

    Vergabeverfahren in den VAEÜberblick
    AspektBeschreibung
    RHQ-/Präsenzpflicht für öffentliche AufträgeKeine formale Pflicht, aber eine lokale Präsenz wird dringend empfohlen. Unternehmen mit Sitz oder Niederlassung in den Emiraten gelten bei Ausschreibungen als zuverlässiger und sind administrativ im Vorteil.
    Zentrale VergabestellenÖffentliche Aufträge werden nicht zentral, sondern auf Ebene der Emirate vergeben: – Abu Dhabi Department of Economic Development (ADDED)Dubai Electricity & Water Authority (DEWA)Roads & Transport Authority (RTA) – sowie weitere Behörden der einzelnen Emirate.
    Typische VergabeverfahrenAusschreibungen erfolgen überwiegend national und online über die jeweiligen Behördenportale. Häufig werden Großprojekte an EPC-Konsortien (Engineering, Procurement and Construction) vergeben, die anschließend Subunternehmer oder Technologiepartner einbinden.
    Besonderheiten für ausländische AnbieterFür die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen ist meist ein lokaler Partner erforderlich. Bei Projekten der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) und ihrer Tochterfirmen muss zudem ein gültiges In-Country-Value-Zertifikat (ICV) vorliegen. Dieses bescheinigt den Anteil lokaler Wertschöpfung.
    Lokalisierungsquote / Local ContentDas emiratische In-Country-Value-Programm verpflichtet Unternehmen, einen Teil ihrer Aufträge über lokale Anbieter abzuwickeln. Die genauen Anforderungen variieren je nach Branche, Projekt und Auftraggeber.
    Bei staatlichen Großprojekten ist die Vergabe oft an EPC-Konsortien ausgelagert. Deutsche KMU können sich dort als Zulieferer positionieren, auch ohne direkte Teilnahme am öffentlichen Verfahren.Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, 2026

    Compliance wird wichtiger

    Vergabestellen und private Auftraggeber achten in den VAE stark auf nachvollziehbare Prozesse, saubere Dokumentation und regelkonformes Verhalten. Für ausländische Unternehmen gewinnt interne Governance damit an Bedeutung. Klare Zuständigkeiten, dokumentierte Entscheidungen und eine sorgfältige Prüfung lokaler Partner erhöhen die Akzeptanz im Verfahren. Auf Bundesebene setzt das "Federal Decree-Law No. 11 of 2023 on Federal Government Procurement" den rechtlichen Rahmen für staatliche Beschaffung.

    Die geopolitische Lage erhöht den Druck zusätzlich. Auftraggeber dürften 2026 genauer prüfen, ob Bieter Materialverfügbarkeit, Transportwege, Versicherungsschutz und mögliche Verzögerungen realistisch kalkuliert haben. Neben technischer Qualität zählen belastbare Lieferketten, lokale Umsetzungskapazität und Erfahrung mit Nachträgen. Für deutsche Firmen gilt: Gute Technik bleibt wichtig, reicht aber allein nicht aus. Wer Präqualifikationen früh vorbereitet, Partner sorgfältig auswählt und Risiken in Angebot, Zeitplan und Vertrag nachvollziehbar abbildet, verbessert seine Chancen auf Bieterlisten.

    Auch die Vertragsgestaltung rückt stärker in den Fokus. Klauseln zu höherer Gewalt, Preisänderungen, Lieferverzug und Nachträgen sollten klar regeln, wer zusätzliche Kosten oder Fristverschiebungen trägt. Steigende Frachtkosten, verspätete Lieferungen oder neue Risikoaufschläge von Versicherern können Bauabläufe belasten. Unternehmen, die solche Punkte früh prüfen und sauber dokumentieren, verringern Streitpotenzial und stärken ihre Position in Verhandlungen.

    Steuern und lokale Wertschöpfung zählen

    Neben der Vergabe beeinflussen steuerliche und administrative Neuerungen die Projektplanung. Die VAE haben eine Körperschaftsteuer eingeführt. Für Bau- und Projektgesellschaften kann dies die Strukturierung von Vorhaben, Leistungsbeziehungen und Margenkalkulationen berühren. Zudem treibt das Finanzministerium die Einführung eines elektronischen Rechnungssystems voran. Für Bauunternehmen ist das besonders bei Abschlagsrechnungen, Nachträgen und komplexen Lieferketten relevant.

    Bei Importen und Produktkonformität sollten Unternehmen je nach Produktgruppe zusätzliche Anforderungen einplanen. Das Ministerium für Industrie und Spitzentechnologie beschreibt Verfahren für Konformitätszertifikate. Hinzu kommt das emiratische In-Country-Value-Programm. Es soll lokale Wertschöpfung stärken und verpflichtet Unternehmen je nach Branche, Projekt und Auftraggeber dazu, einen Teil ihrer Beschaffung über lokale Anbieter abzuwickeln.

    Erfolgsfaktoren für deutsche Unternehmen:

    1. Privatwirtschaftlich und international geprägt:
      Private oder halbprivate Entwickler wie Emaar, Aldar oder Nakheel initiieren rund die Hälfte aller Projekte. Der Markt ist stark kommerzialisiert und offen für ausländische Anbieter.
    2. Schnelligkeit und Modularität:
      Projekte werden phasenweise und mit kurzen Entscheidungszyklen umgesetzt. Deutsche Firmen müssen schnell reagieren und lokal präsent sein, um in laufende Vergaben einzusteigen.
    3. Frühe Einbindung zahlt sich aus:
      Wer bereits in der Technischen Vorplanungsphase (Front-End Engineering Design) oder bei Machbarkeitsstudien aktiv ist, sichert sich oft Folgeaufträge. Besonders bei den großen Auftraggebern ADNOC, DEWA oder AD Ports zählen technologische Tiefe und langfristige Verlässlichkeit.

    Von Heena Nazir | Dubai

  • BezeichnungAnmerkungen
    AHK Saudi-ArabienAnlaufstelle für deutsche Unternehmen (Netzwerk, Markteintritt, Ansprechpartner vor Ort)
    Dubai MunicipalityZentrale Behörde für Bauvorschriften, Genehmigungen und Standards in Dubai. Relevanz u. a. für technische Anforderungen, Compliance und Projektprozesse.
    Abu Dhabi Department of Municipalities and Transport (DMT)Zuständig für kommunale Infrastruktur, Stadtentwicklung und relevante Regulierungs- und Genehmigungsprozesse in Abu Dhabi.
    Dubai Electricity and Water Authority (DEWA)Schlüsselakteur für Strom-/Wasseranschlüsse und Infrastrukturprojekte in Dubai; häufig relevant für technische Standards und Projektumfeld.
    Abu Dhabi National Energy Company (TAQA)Wichtiger Player für Versorgungsinfrastruktur in Abu Dhabi (Energie- und Netzinfrastruktur, relevante Investitionsprogramme).
    MEED Middle East Business IntelligenceFachzeitschrift (kostenpflichtig)
    Gulf ConstructionFachzeitschrift
    Middle East EnergyFachmesse in Dubai (jährlich; nächster Termin 1. bis 3. September 2026)
    ADIPEC (Abu Dhabi International Petroleum Exhibition & Conference)Fachmesse in Abu Dhabi (jährlich; nächster Termin 2. bis 5. November 2026)
    The Big 5 ShowFachmesse in Dubai (jährlich; nächster Termin 23. bis 26. November 2026)

    Von Heena Nazir | Dubai