E-Commerce und Onlinehandel in den USA

Prognosen für US-Onlinehandel bleiben mittelfristig sehr gut

Der Umsatz im Onlinehandel zieht in den USA an. Der Anteil am Einzelhandelsumsatz notierte 2016 bei rund 8%. Einzelhändler setzen zunehmend auf Cross-Channel-Konzepte, bei denen stationäre und mobile Shoppingwelten mit ineinander verschmelzen. Vor allem junge Erwachsene shoppen zunehmend via Smartphone und Tablet. Die Anforderungen der Konsumenten an ein breites Spektrum von Zustelloptionen, immer schnellere Lieferzeiten und kostenlosen Rückversand wachsen in einem hohen Tempo.

15.09.2017

US-Bevölkerungszunahme begünstigt Wachstum im Einzelhandel

Der private Konsum trägt in den USA zu fast 70% zur Wirtschaftsleistung bei. Erfahrungsgemäß entfallen rund 30% der Konsumausgaben auf den Einzelhandel. Die Gesamtausgaben stiegen hier laut des U.S. Census Bureau 2016 um 2,9% auf rund 4,9 Bill. US$.

 

Kennziffern zum Handel in den USA

 

2015

2016

Veränderung 2016/2015 (in %)

Veränderung 2016/2015 (in %) 1)

Einwohner (in Mio.)

321,1

323,3

0,7

-

Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (in Euro) 2)

50.526

51.857

2,6

2,2

Verfügbares Einkommen pro Kopf (in Euro) 2)

37.937

39.227

3,4

3,2

Bruttowertschöpfung des Handels (in % der Gesamtwirtschaft)

5,9

5,9

-

-

1) auf US$-Basis; 2) Wechselkurs: (Jahresdurchschnitt, US$ pro 1 Euro): 2015: 1,11 $; 2016: 1,11 $
Quellen: IWF, Bureau of Economic Analysis

 

Der private Konsum dürfte 2017 robust zulegen. Stimulierend auf die Konsumbereitschaft wirken unter anderem anhaltende Beschäftigungszunahmen. Das U.S. Census Bureau schätzt, dass die Einwohnerzahl ab 2016 innerhalb von zehn Jahren um 26 Mio. auf circa 350 Mio. zulegen wird. Den Privatkonsum fördern zudem steigende Haushaltsvermögen und -einkommen sowie relativ günstige Kreditzinsen. Die reale Lohnentwicklung verläuft allerdings nach wie vor moderat, die wieder anziehende Inflation hält die Zuwächse in Grenzen.

 

Gesamtwirtschaftliche Entwicklung in den USA (Veränderung in %)

Indikator

2016

2017 1)

2018 1)

Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2)

1,6

2,1

2,4

Privatkonsum 2)

2,7

2,4

2,5

Inflationsrate (CPI)

1,3

2,4

2,2

1) Prognose; 2) real
Quelle: Blue Chip Economic Indicators

 

Die National Retail Federation (NRF) erwartet 2017 ein Umsatzplus im Einzelhandel von 3,7 bis 4,2%. In diese Prognose sind der Verkauf von Kfz und -Teilen sowie die Umsätze an Tankstellen und in Restaurants nicht mit einbezogen. Der Verband hebt bei seiner Prognose Unwägbarkeiten bei der künftigen Handels- und Steuerpolitik und deren Auswirkungen auf Preise und Umsätze hervor. 

Die kontinuierlich wachsende Bevölkerung begünstigt die positiven Perspektiven im Einzelhandel. Rund 88 Mio. US-Amerikaner zählten 2015 zu der zwischen 1980 und 2000 geborenen Generation der Millennials. Damit sind sie noch zahlreicher als die geburtenstarken Nachkriegsjahrgänge der Babyboomer mit rund 80 Mio. Einwohnern. Ein zentrales Charakteristikum der Millennials ist ihre außerordentliche ethnische Vielfalt. Zahlreiche Einzelhändler passen ihre Produktportfolios und Marketingmaßnahmen zunehmend an die Bedürfnisse der multikulturellen „Digital Natives“ an.

 

Text: Christian Janetzke

15.09.2017

Viele US-Netzbetreiber wollen mittelfristig 5G-Mobilfunknetze anbieten

Im Vergleich zu vielen anderen Industrienationen sind in den USA ein unzureichender flächendeckender Ausbau des Glasfasernetzes und relativ geringe durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeiten zu verzeichnen. Allerdings holen die USA diesbezüglich auf.

Gemäß des „State of the Internet“-Report von Akamai Technologies aus dem 1. Quartal 2017 erzielten Internetnutzer in den USA durchschnittlich eine Übertragungsgeschwindigkeit von 18,7 Mbit/s. Weltweit lagen die USA damit auf Rang zehn. Laut gleicher Quelle notierten bei rund 21% der Breitbandzugänge die Durchschnittsgeschwindigkeiten bei über 25 Mbit/s. Eine Triebfeder für die hohen Zuwächse waren gemäß Akamai Technologies, dass Internetanbieter in immer mehr Großstadtregionen Breitbandverbindungen im oder nahe des Gigabitbereichs bereitstellen. Hinzu kämen immer kostengünstigere „High-Speed“-Verbindungen von diversen Anbietern.

 

Kennziffern zur Digitalisierung in den USA

Indikator

2015

2016

Anteil der erwachsenen Internetnutzer (in %)

86

88

Anteil der Erwachsenen mit festem Breitbandanschluss (in %) 1)

67

73

Smartphone-Verträge (je 100 Einwohner)

117,6

127,2

Mobile Breitbandzugänge (je 100 Einwohner) 2)

111,3

122,3

1) Stand: November des jeweiligen Jahres ; 2) Stand: 2. Quartal
Quellen: Pew Research Center, The World Bank, OECD, International Telecommunication Union (ITU)

 

In ländlichen Regionen besteht laut der Telecommunications Industry Association noch erhebliches Potenzial beim Ausbau von festnetzbasierten Breitbandverbindungen, vor allem bei solchen mit Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 25 Mbit/s. In den meisten Großstadtregionen gehen Konsumenten zunehmend dazu über, komplett auf mobile Breitbandzugänge zu setzen. 

Die steigende Marktdurchdringung von Smartphones, das zunehmende Videostreaming sowie die Ausweitung der Nutzung des Mobilfunkstandards der vierten Generation steigern die Datenaufkommen in immer neue Höhen. Laut Prognosen des Telekomausrüstungsherstellers Ericsson wird der durchschnittliche monatliche Datenverkehr pro Smartphone in Nordamerika zwischen 2016 und 2022 von 5,1 GB auf rund 25,0 GB anziehen. 

Zahlreiche Netzbetreiber intensivieren ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um mittelfristig 5G-Mobilfunknetze anbieten zu können. Die Datenraten sollen bis zu hundertmal höher und die Latenzzeiten signifikant niedriger sein als beim Mobilfunkstandard der vierten Generation. Um das Jahr 2020 dürfte laut der Beratungsgesellschaft Deloitte der 5G-Mobilfunkstandard in den USA auf dem Massenmarkt etabliert sein.

 

Text: Christian Janetzke

 

15.09.2017

Cross-Channel-Konzepte sind im amerikanischen E-Commerce ein Muss

Der E-Commerce-Umsatz (exklusive Onlinereisedienste und Eintrittskarten) stieg laut des U.S. Census Bureau 2016 um 14,8% auf rund 391 Mrd. $. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Anteil des E-Commerce am Gesamtumsatz im Einzelhandel gemäß gleicher Quelle um 0,8 Prozentpunkte auf etwa 8,0%.

 

Wichtigste Produktgruppen im Onlinehandel in den USA 2015

Produktgruppe

Umsatz (in Mrd. US$)

Anteil am Gesamtumsatz (in %)

Umsatz (in Mrd. Euro) *)

Kleidung und Accessoires

55,5

16,3

50,0

Elektronik und Haushaltsgeräte

43,2

12,7

38,9

Multimedia und Software

31,5

9,3

28,4

Möbel und Inneneinrichtungen

28,6

8,4

25,8

Gesundheits- und Schönheitsprodukte

22,5

6,7

20,3

*) Wechselkurs (Jahresdurchschnitt, US$ pro 1 Euro): 2015: 1,11 $
Quellen: Freedonia, U.S. Census Bureau

 

Laut einer Erhebung des E-Commerce-Softwareunternehmens BigCommerce waren Onlinemarktplätze um Amazon und eBay 2015 der bedeutendste Absatzkanal. US-Konsumenten gaben hier demnach durchschnittlich 488 $ pro Jahr aus, gefolgt von Onlineshops großer Einzelhändler (409 $). 

Einer Umfrage des Pew Research Centers vom Dezember 2015 zufolge gaben 79% der befragten erwachsenen US-Amerikaner an, mindestens einmal Produkte im Internet gekauft zu haben. Rund 15% der Befragten beziehen wöchentlich Waren via Internetbestellung und 28% mehrmals pro Monat. Die 18- bis 29-Jährigen shoppen demnach am häufigsten online. Je höher das Alter, desto geringer war die Nutzung des Onlinehandels.

Die Bedeutung von Onlinemarktplätzen bei der Produktrecherche zeigt eine Erhebung des Paketzustellers UPS und des IT-Marktforschungsinstituts Comscore von Anfang 2016 auf. Unter US-Konsumenten, die regelmäßig online einkaufen, starten 35% der Befragten ihre Recherchen auf Onlinemarktplätzen. Dahinter rangieren die Angabe „im Geschäft von Einzelhändlern oder auf deren Onlineseiten“ mit 31% und Suchmaschinenabfragen mit 15%. 

Konsumenten informieren sich immer umfassender via Onlinerezensionen. Laut der Umfrage des Pew Research Centers erklärten 82% der Befragten, sich auf diesem Wege Informationen über neue Produkte einzuholen. Das Showrooming gewinnt an Relevanz: Der potenzielle Kunde begutachtet Produkte im Laden, der Kauf erfolgt jedoch zunehmend nach einer Onlinerecherche bei einem Internethändler. 

Der Einzelhandel steht vor der Herausforderung, unterschiedliche Verkaufskanäle wie konventionelle Geschäfte, Desktop-PC, Smartphone etc. zu bedienen, miteinander zu verknüpfen und Kunden über diese Kanäle mit allen relevanten Informationen zu versorgen. Als unverzichtbar gelten Cross-Channel-Konzepte, bei denen stationäre und mobile Shoppingwelten ineinander verschmelzen. 

Kredit- und Debitkarten waren 2015 die bevorzugten Zahlungsmethoden, so das Informationsportal „About Payments“. Auf diese entfielen 34 beziehungsweise 25% der Transaktionen. Die digitalen Geldbörsen E-Wallets gewannen im Zuge der vermehrten Bezahlung über Smartphones und Tablets an Bedeutung. Auf sie entfielen laut gleicher Quelle rund 20% der Käufe.

 

Text: Christian Janetzke

15.09.2017

Onlinehändler in den USA wetteifern um die schnellsten Zustellungen

Der Umsatz im Onlinehandel wird laut Prognose des Marktforschers Forrester Research zwischen 2016 und 2020 von rund 390 Mrd. auf 590 Mrd. $ anziehen. Zum letztgenannten Zeitpunkt soll der E-Commerce rund 15% am Gesamtumsatz im Einzelhandel ausmachen. 

In den beiden bedeutendsten Kategorien - Kleidung und Accessoires sowie Elektronik und Haushaltsgeräte - ist laut des Marktforschers Freedonia mittelfristig mit hohen Wachstumsraten zu rechnen. Bei Nahrungsmitteln ist in den kommenden Jahren das größte Wachstum zu erwarten, so das Informationsportal Internet Retailer. Bei Luxusgütern prognostizieren Analysten der Werbeagentur Walker Sands Communications insgesamt große Wachstumspotenziale. 

Nach Angaben der National Retail Federation (NRF) wird der Vertrieb über soziale Medien beziehungsweise der Empfehlungshandel (Social Commerce) 2017 durchstarten. Das wachsende Angebot sowie die Nutzung von Social Media- und Messaging-Plattformen bieten große Potenziale. Gemäß einer Umfrage von BigCommerce Mitte 2016 gaben 23% der Befragten an, bei Ihren Kaufentscheidungen Empfehlungen und Bewertungen auf Social Media Seiten einfließen zu lassen. Zahlreiche Social Media Plattformen haben bereits Bestellfelder integriert, beziehungsweise dies angekündigt und treiben somit den Trend Social Commerce an. 

Die hohe Marktdurchdringung von Smartphones und Tablets zieht Marktverschiebungen im Onlinehandel nach sich. Innerhalb des E-Commerce-Segments nimmt der Absatz über mobile Endgeräte (M-Commerce) deutlich zu. 

Laut dem Informationsportal About Payments wird der Anteil der Transaktionen via Kredit- und Debitkarten bis 2020 fallen. Im Jahr 2015 betrug dieser noch 59%. Vor allem E-Wallets sollen in dem Zeitraum deutlich an Beliebtheit gewinnen. Immer mehr Onlinehändler werden den Kauf über diese digitalen Geldbörsen von Apple, Google und weiteren Anbietern ermöglichen. 

Das Interesse an Lösungen in den Bereichen künstliche Intelligenz mit Fokus auf maschinellem Lernen sowie Big Data zieht unter Onlinehändlern rasant an. Via komplexer Datenauswertungsprogramme betreiben zahlreiche Einzelhändler großen Aufwand, den Onlineeinkauf zu personalisieren. In der Beratung und dem Kundenservice setzen sie verstärkt textbasierte Dialogsysteme (Chatbots) ein. 

Konsumenten erwarten immer schnellere Zustellungszeiten. Führende Onlinehändler sind in einem regelrechten Wettrennen um die schnellsten Zustellungen beziehungsweise unterbieten sich darin, ab welchem Einkaufswert eine kostenlose Zustellung erfolgen kann. In Großstädten bieten immer mehr Einzelhändler Zustellungen am Folgetag zu relativ günstigen Versandoptionen an.

Vor allem aufgrund von Preisaspekten gaben laut der Umfrage von UPS und Comscore 42% der Befragten „Economy Ground“ (fünf bis sieben Tage vom Kauf bis zur Zustellung) als die am meisten genutzte Zustellungsmethode an. Dahinter folgte mit 20% der Nennungen die Lieferung innerhalb von zwei Tagen.

 

Text: Christian Janetzke

15.09.2017

Eigene Vertriebsstrukturen sind in den USA teuer

„Die Herausforderungen für den Markteinstieg sind aufgrund des Wettbewerbsdrucks und der hohen Kundenerwartungen gewaltig“, berichtet Timon van den Berg, US-Marktexperte bei dem E-Business Dienstleistungsunternehmen Salesupply.

Um mit relativ geringem Logistikaufwand den Markt zu testen, biete sich eine Verkaufspräsenz bei einem der führenden Onlinemarktplätze an, wie dem Marketplace für Drittanbieter von Amazon. Allerdings sollte eine solche Strategie mit dem Verkauf im eigenen Onlineshop einhergehen. Der Versand über den Atlantik sei eine weitere Variante für Anbieter aus Europa, um bei kleinen Auftragszahlen und einfach zu transportierenden Produkten erste Schritte auf dem US-Markt zu unternehmen. Dabei sollte eine schnelle Zustelloption angeboten werden.

Eigene Vertriebsstrukturen gemäß den Anforderungen des US-Onlinehandels aufzubauen, ist mit hohen Kosten verbunden. Dies ist vor allem mit den Kundenerwartungen an immer kürzere Lieferzeiten verbunden. „Eine Konsequenz daraus ist, dass eine konkurrenzfähige Belieferung des Marktes mit einem einzigen Warenlager im Land nicht mehr zu bewerkstelligen ist“, erklärt Craig Morris, Abteilungsleiter Strategie und Produktmanagement bei DHL eCommerce Americas.

Eine steigende Anzahl von Händlern arbeitet daher laut Morris mit Logistikdienstleistern (Third Party Logistics Provider; 3PL) zusammen. Gemäß Don Davis von Internet Retailer ist auf dem US-Markt eine stetig steigende Anzahl von 3PL mit einem landesweiten Lagerlogistiknetzwerk anzutreffen.

Immer kürzere Lieferzeiten liegen im Trend, Kunden erwarten aber zugleich bei der Zustellungsgeschwindigkeit eine breite Auswahl an Optionen. Dem sollten laut van den Berg Anbieter gerecht werden, um preissensitive Kunden anzusprechen. Dabei empfehle sich beispielsweise eine kostenlose Lieferung über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen. Mit einer Expresszustellung am Folgetag sollten zudem Konsumenten bedient werden, die einen besonders hohen Wert auf eine zeitnahe Lieferung legen. „Auf jeden Fall sollten Händler mindestens eine Option zum kostenlosen Versand anbieten“, berichtet Morris.

Beim Warenversand wünschten sich US-Konsumenten laut Morris einen hohen Grad an Transparenz und erwarteten vermehrt, dass sie den Lieferstatus ihres Pakets jederzeit auf jedem beliebigen mobilen Endgerät nachverfolgen können.

„Konsumgewohnheiten der US-Amerikaner sollten beim Onlineauftritt stark berücksichtigt werden“, berichtet Andrej Maihorn, Leiter für Innovationen bei der US-Tochtergesellschaft des deutschen E-Commerce-Produkt- und -Serviceanbieters Intershop Communications. Beispielsweise ist es laut Maihorn unbedingt notwendig, die Produktbeschreibungen in englischer Sprache sowie die Größeneinheiten in US-Standards (beispielsweise Gallonen statt Liter) anzugeben.
Die Erwartungshaltung an den Kundendienst ist in den USA insgesamt bedeutend höher als auf der anderen Seite des Atlantiks, erklärt Maihorn. Daher empfehle es sich für Neueinsteiger in den Markt - auch wegen der Zeitverschiebung von bis zu neun Stunden zur US-Westküste - ein professionelles Servicecenter in den USA zu etablieren.

„Die Häufigkeit von Rücksendungen variiert stark zwischen den Produktkategorien“, berichtet Davis. So läge die Spanne zwischen dem Anteil der zurückgesandten Artikel in vielen Sparten bei knapp unter 10% und gehe hoch bis zu 30% im Kleidungssegment. Eine kostenlose Rücksendung werde zwar laut Davis von Einzelhändlern zunehmend angeboten, sei aber immer noch die Ausnahme.

 

Text: Christian Janetzke

15.09.2017

USA: Rechtliche Grundlagen

E-Commerce wird in den USA in diversen Gesetzen sowohl auf Bundesebene als auch auf Ebene der Bundesstaaten geregelt, daneben ist das Fallrecht (case law) zu beachten. Zudem erlässt die für Verbraucherschutz zuständige Handelsbehörde FTC (Federal Trade Commission) Regelungen und Best-Practice-Leitlinien zu verbraucherschutzrelevanten Themen wie Werbung, Marketing und Datenschutz, die sich an den Verbraucherschutzleitlinien im elektronischen Geschäftsverkehr der OECD orientieren.

Bestimmungen zu elektronischen Verträgen und zur elektronischen Signatur finden sich in den allgemeinen Vorschriften über Verträge im „Uniform Commercial Code“ (UCC), im „Uniform Electronic Transactions Act“ (UETA) und im „Electronic Signatures in Global and National Commerce Act“ (ESIGN Act). Beim UCC und UETA handelt es sich um Modellgesetze, die in fast allen Bundesstaaten umgesetzt wurden. Der ESIGN Act ist ein Bundesgesetz und bei zwischenstaatlichem und internationalem Geschäftsverkehr anwendbar. Daneben greifen bei innerstaatlichem Handel die jeweiligen E-Signaturgesetze der Bundesstaaten, die untereinander stark abweichen können.

Nach dem ESIGN Act sind elektronische Verträge schriftlichen Verträgen gleichgestellt, ein Vertrag im Internet kommt nach den allgemeinen Grundsätzen zustande. In bestimmten gesetzlich vorgeschriebenen Fällen ist eine E-Signatur erforderlich. Ein besonderes Widerrufsrecht für Verbraucher bei Fernabsatzverträgen existiert nicht, allerdings räumen die Gesetze der Bundesstaaten nach den allgemeinen Vorschriften in der Regel Widerrufsmöglichkeiten unter bestimmten Voraussetzungen ein.

Einschlägige daten- und verbraucherschutzrechtliche Bestimmungen für den elektronischen Geschäftsverkehr sind zum Beispiel der „Non-solicited Pornography and Marketing Act“, die „Self-Regulatory Principles for Online Behavioral Advertising“ der Handelsbehörde sowie der für den Zahlungsverkehr relevante „Credit Card Accountability Responsibility and Disclosure Act“ (Credit Card Act). Zudem sind die Datenschutzgesetze der Bundesstaaten zu beachten. Sie enthalten Regelungen für die Sammlung, Speicherung und Nutzung der im Rahmen von E-Commerce erhobenen personenbezogenen Daten, Datenschutzerklärungen und den Einsatz von Cookies.

Das Urheberrecht regelt im Wesentlichen der „Copyright Act“ sowie der „Digital Millennium Copyright Act“ (DMCA). Letzterer bietet vor allem Schutz vor Urheberrechtsverletzungen im Internet. Im Bereich der Computerkriminalität regelt der „Computer Fraud and Abuse Act“ entsprechende Straftaten. Zudem bestehen sowohl auf Bundesebene als auch auf Ebene der Bundesstaaten diverse Cybersecurity-Gesetze.

Text: Corinna Päffgen

15.09.2017

USA: Zollverfahren

Bei Sendungen aus der EU in Nicht-EU-Länder sind dort grundsätzlich Zölle und Einfuhrumsatzsteuern zu zahlen. Dies erledigt in der Regel das Transportunternehmen. Dieses stellt dem Empfänger dann die Eingangsabgaben in Rechnung und führt sie an die dortige Zollverwaltung ab. Wenn bestimmte Wertgrenzen überschritten werden oder Verbote oder Beschränkungen zu beachten sind, erhält der Empfänger eine Benachrichtigung und muss die Sendung dann bei der zuständigen Zollstelle abholen. 

Die Höhe des anzuwendenden Zollsatzes kann mit Hilfe der Market Access Database der EU-Kommission ermittelt werden. 

Sofern die Sendung in ein Land geht, mit dem die EU ein Freihandelsabkommen unterhält, kann die Sendung auch zollfrei sein. Dies trifft zu wenn bestimmte Wertgrenzen nicht überschritten werden oder die Ware von einem gültigen Präferenznachweis begleitet wird. 

Generell gelten in allen Ländern Kleinbetragsgrenzen, sodass Sendungen, die diesen Wert nicht überschreiten, zollfrei bleiben. Mehr zu den Kleinbetragsgrenzen siehe unten. 

Waren, die im Internet aus dem Ausland bestellt werden, gelangen meist auf dem Postweg oder mit einem Kurierdienst in die USA. 

Postsendungen werden bei Ankunft in den USA einer der für den internationalen Postversand zuständigen Abteilung eines Zollamtes der Zollbehörde „Customs and Border Protection“ (CBP) zur Abfertigung zugestellt. Sie müssen mit einer Zollerklärung (CN22 oder CN23) versehen sein, auf der eine genaue Warenbeschreibung, die Menge der versendeten Produkte, Wert, Gewicht und Ursprungsland angegeben sind. Überdies muss den Waren eine Rechnung beiliegen. 

Hat die Sendung einen Warenwert von unter 2.500 $ und unterliegt keinen Quoten oder anderen Einfuhrbeschränkungen so erstellt im Allgemeinen ein Mitarbeiter der CBP die Einfuhrdokumente, legt die Einfuhrabgaben fest und leitet die Sendung an das zuständige Postamt weiter. Dort kann der Empfänger sie gegen Zahlung abholen. 

Die Abfertigung und Auslieferung von Sendungen mit Kurier- oder Expressdienst übernimmt im Regelfall ein Zollagent im Auftrag des Kurierdienstes. Anschließend werden die Sendungen an die Adresse des Endempfängers ausgeliefert. Dies ist häufig mit höheren Kosten verbunden als der Postversand. Der Kurierdienst berechnet dem Empfänger Transport- und Bearbeitungsgebühren sowie Gebühren für den Zollagenten und die Zollabfertigung. Dazu kommen noch die je nach Lieferbedingungen und Warenwert von der CBP erhobenen Einfuhrabgaben. Auch private Käufer sollten beachten, dass sie diese Kosten unter Umständen selbst tragen müssen und dass Einfuhrbeschränkungen und -verbote zu berücksichtigen sind. 

Gewerbliche Sendungen mit einem Warenwert von unter 800 $ sind im Regelfall zollfrei und werden ohne weitere Einfuhrdokumente freigegeben (informal). Sendungen mit einem Wert von mehr als 2.500 $ und alle Textilsendungen unterliegen einem komplexen Einfuhrverfahren (formal entry), im Allgemeinen mit Einschaltung eines Zollagenten. 

Unter anderem ist die Einfuhr von Filmen mit obszönen oder unmoralischen Inhalten, Klappmessern und gefälschten Münzen verboten. Alkoholhaltige Waren dürfen nicht in Postpaketen versendet werden. Zahlreiche Produkte wie beispielsweise Nahrungsmittel und Arzneimittel unterliegen Registrierungs- und Zulassungsvorschriften. 

Unternehmen, die Waren über Onlineplattformen in den USA anbieten, fallen unter Umständen in den Anwendungsbereich der „Sales and Use Tax“ in den jeweiligen US-Bundesstaaten.

 

Text: Klaus Möbius, Susanne Scholl

15.09.2017

USA: Internetadressen

 

Portale, Verbände, Behörden, Messen und Konferenzen

Internetadresse

National Retail Federation

https://nrf.com

Retail Industry Leaders Association

https://www.rila.org

U.S. Census Bureau (Umsatzzahlen)

https://www.census.gov/retail/ecommerce/historic_releases.html

U.S. Chamber of Commerce, Telecommunications & E-Commerce Committee

https://www.uschamber.com/telecom-ecommerce

U.S. Customs and Border Protection

https://www.cbp.gov/trade/basic-import-export/e-commerce

Bureau of Economic Analysis

https://www.bea.gov/national/consumer_spending.htm

Bureau of Labor Statistics (unter anderem Angaben zur Beschäftigung im Einzelhandel)

https://www.bls.gov/iag/tgs/iag44-45.htm

Internet Merchants Association (IMA)

www.imamerchants.org/

Internet Retailer - Digital Commerce 360 (Informationsportal)

https://www.digitalcommerce360.com/

Ecommerce Times (Informationsportal)

www.ecommercetimes.com/

Multichannel Merchant (Informationsportal)

multichannelmerchant.com

Retail Touchpoints (Portal)

www.retailtouchpoints.com/

The Future of Customer Engagement and Commerce (Portal)

www.the-future-of-commerce.com/

Internet Retailer Conference + Exhibition (IRCE)

www.irce.com/

Retail Supply Chain Conference

https://rila.force.com/s/lt-event?id=a1T61000000zZDaEAM

eTail East (Konferenz)

etaileast.wbresearch.com

SHOPTALK (Konferenz)

https://shoptalk.com

Imagine 2018 (Konferenz)

https://imagine.magento.com

Grow Commerce (Konferenz)

growcommerce.co/

Retail Global Conference & Expo

https://www.retailglobal.com/

Shop.org (Konferenz)

shop.org

Mobile Shopping Conference

mobileshopping.wbresearch.com

 

Text: Christian Janetzke

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