Infrastrukturprojekte in Rumänien

Rumänien: Infrastruktur behindert die Wettbewerbsfähigkeit

Die Infrastruktur Rumäniens hat in allen Bereichen erheblichen Nachholbedarf. Im Verkehrsbereich sorgen vor allem schlechte Straßenanbindungen für regionale Ungleichgewichte. Noch wird der Privatsektor zu wenig beteiligt, daneben mangelt es an diversifizierten Finanzierungsinstrumenten. Ein Strategischer Fonds soll den Krankenhaus-, Straßen- und Eisenbahnbau beleben.

18.05.2017

Rumänien benötigt mehr privates Engagement

Ein Mangel an institutionellen Kapazitäten und die unzureichende Beteiligung des Privatsektors begrenzen Rumäniens Fähigkeit, große Infrastrukturprojekte zu implementieren. Dies gilt besonders für den Verkehrsbereich, der als bedeutender Engpass für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes angesehen wird. Selbst unter der Annahme einer vollständigen Nutzung von EU-Fördermitteln im Zeitraum 2014 bis 2020 werden diese laut Europäischer Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) nicht ausreichen, um den Infrastrukturbedarf zu decken. Die Bank geht daher davon aus, dass eine Erhöhung des privaten Engagements über Public-private-Partnerships (PPP) notwendig ist.

Die Geschäftsbanken zeigen sich eher zurückhaltend bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten. Ursächlich hierfür sind beispielhaft der Mangel an fundierten Machbarkeitsstudien und die Gesamtplanung. Rumänien mangelt es an diversifizierten Finanzierungsinstrumenten, etwa Pensionsfonds, die der Infrastrukturentwicklung dienen könnten. Die Struktur des Haushalts geht ausgabenseitig stark in eine sozialpolitische Richtung, die für Infrastrukturzwecke verfügbaren Ressourcen sind daher begrenzt. Dies gilt erst recht für die Kommunen.

Im EU-Finanzrahmen 2007 bis 2013 hat Rumänien eine Absorptionsrate von rund 80% der Fördermittel realisiert. Dies entsprach 15 Mrd. Euro aus Struktur- und Kohäsionsfonds. Insgesamt verlor das Land so 3,2 Mrd. Euro an verfügbaren Mitteln. Für den neuen Finanzrahmen 2014 bis 2020 steht der Balkanstaat noch in einem Frühstadium. Im Rückstand befindet sich Rumänien bei Einbringung von Projekten und Mittelabsorption auch mit Blick auf den Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI), den sogenannten Juncker Plan. Die Ende 2016 neu gewählte Regierung plant die Errichtung eines Strategischen Fonds für Entwicklung und Investitionen (FDSI) mit einem Volumen von 10 Mrd. Euro innerhalb von vier Jahren. Damit soll unter anderem der Krankenhaus-, Straßen- und Eisenbahnbau finanziert werden.


Rahmenbedingungen Rumänien

Indikator

2016

 

Bevölkerung (in Mio.)

19,76

Bevölkerungswachstum

-0,3

Bevölkerung Stadt (in Mio.)

10,64

Bevölkerung Land (in Mio.)

9,12

BIP (nominal, in Mrd. Euro)

169,4

Investitionen (in % des BIP)

25,0

Quellen: Germany Trade & Invest; Rumänisches Statistikamt INS


Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

99

3,4

Qualität der Straßen

128

2,6

Qualität der Schienentransportsysteme

79

2,4

Qualität der Häfen

98

3,4

Qualität der Lufttransportsysteme

101

3,7

Qualität der Elektrizitätsversorgung

75

4,7

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Michael Marks

18.05.2017

Rumänien: Hoher Nachholbedarf und Mängel im Planungsprozess

Der Verkehrsbereich gehört zu den großen Sorgenkindern in Rumäniens Infrastruktur. Schlechte Straßen mindern die Attraktivität bestimmter Landesteile für Investitionen und fördern regionale Ungleichgewichte. Der Planungsprozess für Straßenbauvorhaben gilt als zu kompliziert und teilweise auch inkonsistent. Kapazitätsengpässe bei Projektvorbereitung, Design und Implementierung werden bemängelt. Das Niedrigpreisprinzip begünstigt schlechte Bauqualitäten und den Rückzug seriöser Anbieter.

Der Straßenbau gilt als Bereich, der besonders mit EU-Fonds beschleunigt werden soll. Die Finanzierung der Straßeninfrastruktur zielt auf die Sicherstellung der Mobilität des Passagier- und Warenverkehrs sowie die Errichtung binnenmarktgerechter Verkehrsinfrastrukturen in der EU unter den Stichworten

„Transeuropäische Verkehrsnetze (TEN-V)“ in Verbindung mit der „Connecting Europe Facility“ (CEF).

Restrukturierung und Modernisierung der staatlichen Bahninfrastruktur und der Güter- wie Personenbeförderung bilden ein weiteres Ziel der rumänischen Regierung. Güterzüge sind derzeit zeitlich und kostenmäßig nicht wettbewerbsfähig. Der unzureichende Zustand der Schienenwege im öffentlichen Bahnnetz fordert eine verstärkte Anziehung privater Investitionen heraus. Geplant ist zudem der Ausbau der Metro in Bukarest durch neue Strecken.

Die Flughäfen innerhalb und außerhalb des Transeuropäischen Transportnetzes sollen modernisiert und ausgebaut werden. Im Fokus steht der Ausbau der Flughäfen von Bukarest, Timisoara, Cluj-Napoca, Constanta und Iasi zu internationalen Knotenpunkten unter Ausbau der mehrgliedrigen Transportkette (intermodalen Nutzung).

Investitionen sind auch in die Wasserwege sowie die Modernisierung der Donau- und Schwarzmeer-Hafeninfrastruktur vorgesehen. Die ganzjährige Schiffbarkeit der Donau und eine stärkere Verlagerung des Frachtverkehrs können Rumäniens Häfen, allen voran den Schwarzmeerhafen von Constanta, zu bedeutenden Entwicklungspolen machen.

Rumänien hat im Jahr 2015 einen Generalverkehrsplan mit Investitionen bis 2030 in Höhe von 43,5 Mrd. Euro herausgegeben, mit gesicherter Finanzierung von etwa 14 Mrd. Euro bis 2020. Neben den EU-Fördergeldern sind Haushaltsmittel mit mehrjähriger Planung für große und komplexe Infrastrukturprojekte, privates Kapital und mittelfristig PPPs für den Erfolg notwendig.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2015

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (Mrd. Euro)

17.130,7

k.A.

davon Verkehrsinfrastrukturbau (Mrd. Euro)

4.480,6

k.A.

Straßennetz (km)

86.080,0

k.A.

Schienennetz (km)

10.770,0

10.810,7

Flughäfen (Anzahl)

17

17

Flughäfen (Mio. Passagiere)

13

16

Containerhäfen (Anzahl)

1

1

Quellen: Statistikamt Rumäniens; Generalverkehrsplan; GTAI-Recherchen


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

U-Bahn-Erweiterung in Bukarest, Linien 4,5,6,7

6.000

Metrorex

Diverse Stadien

Autobahn Sibiu-Pitesti (123 km, fünf Lose)

1.600

CNAIR
JV Spea Engineering SA Roma Italia & Tecnic Consulting Engineering Romania

Machbarkeitsstudie wird erarbeitet. Bau soll 2021/2022 fertig sein.

Elektrifizierung Bahnlinie Cluj-Napoca–Episcopia Bihor

573

CFR SA
JV ACCIONA Ingenieria S.ABaicons Impex S.R.L

Machbarkeitsstudie wird erarbeitet.

Quelle: Generalverkehrsplan; Recherche von Germany Trade & Invest

Text: Michael Marks


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Transport und Verkehr

Bauwirtschaft

18.05.2017

Rumänien: Diversifizierung und grenzüberschreitende Verbindungen im Fokus

Rumäniens Energiesektor bedarf laut EBWE der Restrukturierung und/oder weiteren Privatisierung, um Investitionen anzukurbeln. Trotz Verbesserungen bleibt Rumänien eine energieintensive Volkswirtschaft. Weitere Fortschritte in Richtung einer effizienten, kohlenstoffarmen Wirtschaft sind vonnöten. Bedeutende Investitionen in die Diversifizierung der Energiequellen und Verbesserung der grenzüberschreitenden Verbindungsleitungen sind erforderlich.

Das Thema Energie ist hochpolitisch und beinhaltet einige Spannungsfelder zwischen den Zielen der Strategie und dem politischen Willen der im Dezember 2016 gewählten neuen Regierung. Planungsunsicherheiten sowie wechselnde Gesetzgebung und Förderrahmen waren in der Vergangenheit typisch.

Der im November 2016 vorgelegte Entwurf einer Energiestrategie bis zum Jahr 2030 konstatiert bei Energieerzeugungskapazitäten und Energiemix einen Investitionsbedarf von 7 Mrd. bis 14 Mrd. Euro. Wasserkraft bleibt das Rückgrat der Energieerzeugung mit erwartetem Anstieg auf 59% (2020) und 67% (2035).

Die traditionellen Energieträger sollen erhalten bleiben. Kohleenergie wird effizienter genutzt unter Ersetzung der Kapazitäten ab 2025. Auch die Gaskapazitäten werden in den kommenden zehn Jahren zunächst nur modernisiert. Atomenergie bleibt eine strategische Option. Die Nutzung von Erneuerbaren Energien (EE) soll ausgebaut werden. Die wegen fehlender Förderung brach liegenden EE-Investitionen könnten 2018 durch die angekündigte Neuregelung für Einspeisetarife relativ schnell wiederbelebt werden.

Neue On- und Offshore-Vorkommen sollen bei Gas erkundet und ausgebeutet werden. Ferner sind Investitionen in die Modernisierung der Gastransport-, Speicher- und Vertriebsinfrastruktur geplant.


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2015 1)

2020 (Prognose) 1)

Primärenergieverbrauch (Mtoe)

31,3

32,6 3)

Stromverbrauch/Kopf (KWh)

2.165,5

k.A.

Stromerzeugungskapazitäten (in MW)

23.830

k.A.

Kohle/Öl/Gas (in %)

47,1

k.A.

Atomkraft (in %)

5,9

k.A.

Erneuerbare Energien (in %)

47,0

k.A.

Endpreis Industriestrom/Haushaltsstrom (Euro/MWh) 2)

67/81

127/154

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (in %) 4)

99%

100%

1) Sofern nicht anders vermerkt; 2) Zu Preisen von 2013; Prognose: 2019; 4) 2012
Quellen: Eurostat; Prognosekommission (CNP); Entwurf der Energiestrategie November 2016; Regierungsuntersuchungen im Rahmen des Programms für Stromversorgung der Wohnungen 2012 bis 2016


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Transelectrica: Modernisierung und Ausbau der Stromübertragungsnetze (Investitionsprogramm 2016 bis 2018)

696

Transelectrica

Unterschiedliche Stadien

BRUA-Gaspipeline Bulgarien-Rumänien-Ungarn-Österreich (550 km Länge; Arbeiten in elf rumänischen Kreisen; Bau 2017 bis 2019)

400

Wirtschaftsministerium
EU

Baugenehmigung wurde im Februar 2017 erteilt, Bauarbeiten beginnen im 4. Quartal 2017

Hidroelectrica: Technologische Modernisierung von drei Wasserkraftwerken (Vidraru, Raul Mare Retezat und Mariselu)

300

Hidroelectrica

Diverse Stadien der Dokumentationsvorbereitung oder des Ausschreibungsverfahrens

Quellen: Transelectrica; Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Michael Marks


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Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

18.05.2017

Rumänien besitzt bereits fortgeschrittene Glasfasertechnik

Nach einem im März 2017 veröffentlichten Weltbankbericht verfügt Rumänien über eine hochmoderne Internet-Infrastruktur, die Top-Breitbandgeschwindigkeiten ermöglicht. Das Land könnte von der fortgeschrittenen Glasfasertechnik stärker profitieren, nutzt deren Vorteile jedoch noch zu wenig.

Bei der Digitalisierung der Industrie liegt das Land noch zurück. Den Rhythmus bestimmen ausländische Unternehmen, so in den Branchen Öl und Gas, Automobilindustrie oder auch Energie. Angesichts Fachkräftemangels, Migration und Demographie stellen Automatisierung und Digitalisierung über kurz oder lang eine Notwendigkeit dar. Der Bedarf an computergesteuerten, softwarebasierten Lösungen wird laut Branchenverband ANIS deutlich steigen. Grundlage bildet die „Nationale Strategie zur digitalen Agenda 2014 bis 2020“.

An den Ausschreibungen des öffentlichen Sektors beteiligen sich meist ausländische Anbieter. Die staatlichen Stellen, die das Lastenheft vorbereiten, kennen sich nicht mit den Technologien und Anforderungen aus. Rumänische Firmen, die ein ganzes Projekt abdecken könnten, sind rar. Es wird Erfahrung aus dem Ausland benötigt.


IKT-Infrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in Mbps) 1)

14,9

k.A.

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

18,67

k.A.

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner)

100,0

100

Anteil der Haushalte mit Internetzugang (in %)

65,0

100

Stationäre Breitbandpreise (in % des Einkommens)

1,1

k.A.

Anmerkungen: 1) Durchschnittliche Anschlussgeschwindigkeit; 2) Machine-to-Machine-Communication (digitale Vernetzung von Maschinen und Geräten über das Internet)
Quellen: IT-Unternehmen Akamai; Statistikamt; EU-Kommission; rumänische Telekommunikationsregulierungsbehörde ANCOM


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. EUR)

Träger

Projektstand

E-Government und Interoperabilität im Rahmen der Digitalen Agenda 2020

248

Ministerium für Kommunikation und Informationsgesellschaft
Agentur für Digitalagenda Rumäniens
Diverse staatliche Stellen

Diverse Stadien

Förderung von ITK in Erziehung/Bildung

207

dito siehe oben

Diverse Stadien

Cloud-Projekt zur Zentralisierung aller Regierungsanwendungen und -datenbanken

k.A.

dito siehe oben

Frühstadium

Quellen: Digital Agenda 2020; Medienberichte


Text: Michael Marks


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Rumänien: Kaum EU-konforme Abwasser- und Klärsysteme vorhanden

Rumäniens neue Regierung hat in ihrem Programm der Umwelt eher knappen Raum beigemessen. Die EU-Förderperiode 2014 bis 2020 sieht für den Bereich Wasser und Abwasser Fördermittel von nahezu 2,6 Mrd. Euro vor. Der Großteil der Kommunen besitzt keine EU-konformen Abwasser- und Klärsysteme. Es gibt zahlreiche nicht funktionierende Projekte. Jeder Kreis hat seine eigenen Vorhaben. Planungs-, Ausschreibungs- und Finanzierungsprobleme sind an der Tagesordnung.

Für den Bereich Abfallmanagement stehen in der Programmperiode 2014 bis 2020 etwa 370 Mio. Euro aus EU-Fördermitteln und nationaler Beteiligung zur Verfügung. Zu den Zielen gehören die Reduzierung der Zahl der nicht-konformen Deponien und eine höhere Recyclingquote.

Im Bereich der kommunalen Infrastruktur, insbesondere bei Investitionen großer Kommunen und in regionale Wassergesellschaften, spielt die EBWE eine wichtige Rolle. Eine stärkere Einbindung des Privatsektors wird durch einen Mangel an institutioneller Erfahrung und Kapazität der Regierung erschwert.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2015 1)

Investitionen in Umweltinfrastruktur (in Mio. Euro)

1.608,8

Zugang zu verbesserten Sanitäreinrichtungen (% der Bevölkerung)

79,0

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

63,9

Müllaufkommen (in Mio. t)

175,6 2)

ungefährlich

175,0

gefährlich

0,6

Recyclingquote

5,7

1) sofern nicht anders vermerkt; 2) 2014
Quellen: Eurostat; Rumänisches Statistikamt; Weltbank


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Fertigstellung der Kläranlage in Glina (Bukarest) sowie Sanierung der Hauptsammler und des Dambovita Sammelkanals (Projektstufe 2); mehrere Aufträge wurden vergeben

353

Stadtbehörden Bukarest
Gemeinschaftsunternehmen FCC Construction - Aqualia Infraestructuras SASC Degremont SAS

Projekt wurde nach 400 Tage-Einstellung wieder aufgenommen

Abfallverbrennungsanlage für Bukarest und Kreis Ilfov

250

dito

Umsetzung ab 2017; Frühstadium

Regionale Entwicklung der Wasser- / Abwasserinfrastruktur im Kreis Iasi

234

Wasserunternehmen

Umsetzung ab 2017

Quellen: Europäische Investitionsbank; Ministerium für Regionalentwicklung; öffentliche Verwaltung und europäische Fördermittel


Text: Michael Marks


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

18.05.2017

Rumäniens Regierungsprogramm plant Bau von neun Großkrankenhäusern

Rumäniens Gesundheitssektor bedarf eines grundlegenden Ausbaus. Das Regierungsprogramm sieht den Bau von neun Großkrankenhäusern (acht regionale und ein „republikanisches“ in Bukarest) vor. Drei Regionalkrankenhäuser (Iasi, Cluj, Craiova) werden aus EU-Fördermitteln finanziert. Ansonsten soll ein neuer Staatsfonds im Krankenhausbau aktiv werden.

Staatliche Investitionen im Bereich der öffentlichen Bauten sind zum großen Teil Projekte des Ministeriums für Regionalentwicklung, wie Sportanlagen in Bukarest und landesweit (über 100 Mio. Euro). Einzelne Kreise oder Städte führen mithilfe ihrer Investitionsbudgets und/oder mit EU-Fördermitteln kleinere Bau- oder Modernisierungsarbeiten aus. Im Tourismus gibt es Ausbauambitionen in Richtung Kur- und Skieinrichtungen, bei Kultur und für das Donaudelta.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. Euro)

Träger

Projektstand

Acht Regionalkrankenhäuser

2.400,0

www.guv.ro

Frühstadium

Kulturinfrastruktur in Timisoara für Kulturhauptstadt 2021 (Bau von Kulturzentren, eines Museums, Modernisierung älterer Gebäude zwecks Einsatz als Kultureinrichtungen)

55,5

www.primariatm.ro

Frühstadium

Quellen: Regierungsprogramm 2017; Medienberichte


Text: Michael Marks

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:
Gesundheitswesen

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:
Gesundheitswesen

18.05.2017

Rumänien: EU wichtigster Partner bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten

Die Finanzierung von Infrastrukturprojekten in Rumänien stützt sich vor allem auf EU-Fördermittel. Für die erste Fördermittelperiode 2007 bis 2013 standen dem Land 19,1 Mrd. Euro zur Verfügung. Dies entsprach 15,3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2007. Aus dem Struktur- und Kohäsionsfonds 2014 bis 2020 sind es weitere 22,5 Mrd. Euro oder 15% des BIP von 2014, die das Land abrufen kann. Hinzu kommt die nationale Beteiligung in Höhe von durchschnittlich etwa 15%.

Als Darlehensgeber ist zudem die Europäische Investitionsbank (EIB) bedeutend. Bisweilen finanziert sie auch den nationalen Eigenanteil über Kredite. Die von der EIB in Rumänien unterzeichneten Darlehen betrugen 2016 rund 1 Mrd. Euro. Davon entfielen 39% auf den Umweltsektor und 6% auf Infrastruktur. Im Zeitraum 2012 bis 2016 wurden 2.706 Mio. Euro an Darlehen vergeben. Dabei standen kleine und mittlere Projekte mit einem Anteil von 45% an erster Stelle, gefolgt von Industrie, Dienstleistungen und Landwirtschaft (27%). Wasser, Abwasser, Festabfälle und Stadtentwicklung betrafen 14%, Energie 8%, Bildung und Gesundheit 5% sowie Verkehr und Telekommunikation 1%.

Das laufende Projektportefeuille der EBWE besteht aus 158 aktiven Vorhaben für 1.593 Mio. Euro. Davon betreffen 39% den Bereich Infrastruktur und 22% den Energiesektor. Wenige Fortschritte erzielte die rumänische Regierung bislang bei der Einbindung des Privatsektors in große nationale Straßeninfrastrukturprojekte über Konzession oder öffentlich-private Partnerschaft.


Text: Michael Marks

18.05.2017

Rumänien: Hoher Beratungsbedarf von der Planung bis zur Implementierung

Grundlegend gefordert ist ein fundierter Marktzugang. Dieser ist nur über adäquates rumänisches Personal zu bewerkstelligen. Ob dieses Inhouse oder extern in Kooperation arbeitet, ist zunächst zweitrangig. Es wird kaum einen Fall geben, in dem nicht ein rumänischer Partner in der einen oder anderen Form notwendig ist. Das folgt allein schon aus den gesetzlichen Strukturen, die es zu verstehen gilt. Wer in Rumänien nicht bereits gut aufgestellt ist, dürfte derzeit Schwierigkeiten haben.

Es gibt im EU-Land Rumänien keine Marktzugangsbeschränkungen, es gelten die europäischen Ausschreibungsmodalitäten. Für Defizite bei öffentlichen Aufträgen und im Vergaberecht sind meist Mängel in der Planung und Organisation verantwortlich. Das Thema Korruption wird weniger relevant. Die Transparenz im Vergabeverfahren ist gestiegen. Allerdings nimmt die Bürokratisierung angesichts steigender EU-Anforderungen zu. Die von der EBRD ausgeschriebenen Projekte sollen einfacher funktionieren.

Die Anforderungen an die Bewerber und die Projektrealisierung ergeben sich aus den Ausschreibungsvorgaben oder dem Lastenheft. Dort entscheidet sich auch, ob etwa ein Konsortium zu bilden ist beziehungsweise infrage kommt oder ob man die Voraussetzungen zum potenziellen Generalunternehmer erfüllt. Konsortien werden in der Regel kurzfristig gebildet und folgen opportunistischen, rein projektbezogenen Zielen.

Ob Planung und Bau (Design-build), schlüsselfertiges Bauen, abgetrenntes Design, eine definierte Betreiberphase oder Übernahme der Wartung zum Zuge kommen, hängt von der Ausschreibung ab. Alle Variationen sind bekannt und auch gebräuchlich.

Infrastrukturprojekte haben in der Vergangenheit stark unter Mängeln im gesamten Projektablauf gelitten, was zu Kosten- und Zeitüberschreitungen bei teils niedriger Qualität geführt hat. Die rumänische Regierung kündigte an, dies schrittweise verbessern zu wollen. Privates professionelles Management wird voraussichtlich zunehmend gefragt sein, von der Planungsphase und den Machbarkeitsstudien bis hin zu Implementierung, Kontrolle und Monitoring.

In zahlreichen Bereichen des Infrastrukturbetriebs, so bei Wasser, Abfall, Straßen, Bahn oder Fernwärme, gibt es laut EBRD Bedarf an der Verbesserung der betrieblichen Leistungsfähigkeit und des Dienstleistungsniveaus durch stärkere Einbindung des Privatsektors.

Bisher kommt noch immer das Niedrigstpreis-Prinzip zum Einsatz. Künftig soll nach Möglichkeit der Grundsatz "bestes Preis-Qualitäts-Verhältnis" gelten, um technische Komponenten, Umweltauswirkungen, Energieeffizienz und Lebenszykluskosten besser zu berücksichtigen. Die bisherige Erfahrung ist noch nicht sehr ermutigend. Wer technische Neuerungen promoten will, kann dies über Berater/Consultants versuchen. Generell bedarf es einer größeren Aufmerksamkeit für technische Spezifikationen.


Text: Michael Marks

18.05.2017

Rumänien: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution/Name

Internetadresse

AHK Rumänien

http://rumaenien.ahk.de

Econet: Informations-, Networking- & Marketingplattform für Bau, Energie und Umwelt der AHK Rumänien

www.econet-romania.com

Elektronisches System für öffentliche Aufträge SEAP

www.e-licitatie.ro

Rumänische Agentur für Investitionsförderung

http://investromania.gov.ro/web

Regierung Rumäniens

www.guv.ro

Transportministerium

http://mt.gov.ro

Nationalunternehmen für Verwaltung der Straßeninfrastruktur

www.cnadnr.ro

U-Bahn-Metreiber Metrorex

www.metrorex.ro

ARACO (Rumänischer Verband der Bauunternehmer)

www.araco.org

Aufsichtsbehörde für das Bauwesen

www.isc-web.ro

Verband der Baumaterialienproduzenten in Rumänien

www.apmcr.org

Arbeitgeberverband der Zementindustrie

www.cirom.ro

Ministerium für Regionalentwicklung, öffentliche Verwaltung und europäische Fördermittel

www.mdrap.gov.ro, www.fonduri-ue.ro

Zwischengeschaltete Stelle OP Regionalentwicklung

www.inforegio.ro/ro/por-2014-2020.html  

Nationalbehörde für Verwaltung und Regelung im Kommunikationssektor (ANCOM)

www.anrcti.ro

Ministerium für Kommunikation und Informationsgesellschaft

www.mcsi.ro

Arbeitgeberverband der Software- und Dienstleistungsindustrie

www.anis.ro

Nationalagentur für Umweltschutz

www.anpm.ro

Tourismusministerium

http://turism.gov.ro/

Agentur für Integrierte Territoriale Investitionen (ADI ITI) - Donaudelta

www.itideltadunarii.com

Gesundheitsministerium

www.ms.ro

Bürgermeisteramt Timisoara

www.primariatm.ro

Rumänischer Verband für Abfallmanagement

www.armd.ro

Construct Expo - Fachmesse für Technologien, Ausrüstungen, Anlagen und Baumaterialen, Datum für 2018 noch unbekannt

www.constructexpo.ro

Expo Energie - Fachmesse für Energie, Ausrüstungen und Anlagen für Gas- und Ölindustrie, 11.-14.10.17

www.eee-expo.ro

Romenvirotec - Fachmesse für Umwelttechnologien, 11.-14.10.17

www.romenvirotec.ro

TRR - Tourismusmesse, 16.-19.11.17

www.targuldeturism.ro

TPA-Group, Bukarest

www.tpa-group.com

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Michael Marks

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