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Klimaschutz-Atlas

Fachkräfte für den Klimaschutz: Bedarf kann nicht gedeckt werden

Der Mangel an Fachkräften ist derzeit einer der größten Standortnachteile Australiens. Künftig dürften wieder mehr gut qualifizierte Zuwanderer ins Land kommen.

Von Heiko Stumpf | Sydney

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften entwickelt sich zu einem ernsten Problem in Australien. Dies gilt für zahlreiche Branchen wie den IT-Sektor, das Ingenieurwesen oder die Bauwirtschaft. Aber auch handwerkliche Berufe sind betroffen. Vertreter deutscher Unternehmen berichten von großen Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Fachkräften.

Vor der Coronapandemie konnte der Arbeitskräftebedarf über die erfolgreichen Programme für eine qualifizierte Zuwanderung gedeckt werden. Durch die Schließung der australischen Grenzen im Zuge der Coronamaßnahmen kam die Zuwanderung aus dem Ausland jedoch für fast zwei Jahre zum Erliegen. Mittlerweile nimmt die Anwerbung von ausländischen Fachkräften wieder Fahrt auf. Im Finanzjahr 2022/2023 dürfte die Nettozuwanderung mit rund 400.000 Menschen einen neuen Rekordwert erreichen.

Massiver Anstieg des Arbeitskräftebedarfs

Im Bereich der erneuerbaren Energien dürften derzeit rund 30.000 Personen beschäftigt sein. Weitere 60.000 Beschäftigte sind in der Energieeffizienz tätig. Bis 2030 werden für die beiden Felder nach Schätzungen bis zu 200.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt. Verbände wie der Clean Energy Council verweisen insbesondere auf einen Mangel bei Fachkräften im Bereich Netz- und Elektroingenieur. Aber auch Engpässe bei Elektrikern sind ein Problem.

Industrievertreter fordern Anstrengungen, damit sich mehr Studierende für die Ingenieurwissenschaften begeistern. Die Anzahl der Absolventen beträgt derzeit nur rund 11.000 pro Jahr. Auch eine Stärkung der berufspraktischen Ausbildungen ist erforderlich. Mit Förderprogrammen hatte sich die Regierung zuletzt um die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze bemüht, vorwiegend durch Lohnzuschüsse für Unternehmen.

Im Finanzjahr 2021/2022 stieg die Anzahl der Auszubildenden um circa 22 Prozent auf rund 415.000 an, wovon auch technische Berufe profitierten. Die neue Labour-Regierung bringt zudem das "New Energy Apprenticeship Program" auf den Weg, in dessen Rahmen 10.000 neue Ausbildungsplätze im Wirtschaftszweig der erneuerbaren Energien geschaffen werden sollen.

Zur Verbesserung der Datenlage soll künftig ein jährlicher Bericht veröffentlicht werden, welcher Trends und Prognosen über die Arbeitsverhältnisse im Energiesektor abbildet. Mit der Datenerhebung für die erste Ausgabe wurde Anfang 2023 begonnen.

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