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Ernährungswirtschaft: Chancen im Export hochwertiger Produkte
Deutsche Lebensmittel und Getränke erhalten einen deutlich verbesserten Zugang zu den Märkten der Mercosur-Staaten.
30.04.2026
Das EU-Mercosur-Abkommen eröffnet deutschen Herstellern von Lebensmitteln und Getränken bedeutende Chancen durch den Abbau von Zöllen. Wichtig ist aber auch der Abbau von nicht tarifären Handelshemmnissen. Hierzu tragen die vorgesehenen Dialogformate mit ihrem regelmäßigen technischen Austausch bei, so das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
Die Mercosur-Staaten importierten 2023 Nahrungsmittel und Getränke (SITC-Warenpositionen 0 und 11) im Wert von 238 Millionen US-Dollar (US$) aus Deutschland. Rund 79 Prozent der Importe entfielen auf Brasilien, gefolgt von Argentinien (14 Prozent), Paraguay (4 Prozent) und Uruguay (3 Prozent).
In Brasilien zählen deutsches Bier, Schokolade und Gebäck zu den Produkten, die in Haushalten der mittleren und oberen Einkommensklasse besonders geschätzt werden. Jahr für Jahr wächst die Präsenz deutscher Spezialitäten in brasilianischen Supermärkten. Nahezu die Hälfte des importierten Biers stammte 2024 aus Deutschland. Deutsche Schokolade machte 13 Prozent der Gesamtimporte aus. Dagegen kam "made in Germany" bei Gebäck lediglich auf einen Anteil von 3 Prozent. Noch geringer ist die Bedeutung Deutschlands bei Wein. Deutsche Weine sind bisher kaum auf dem brasilianischen Markt vertreten.
Zoll auf europäische Nahrungsmittel und Getränke
Ein zentraler Vorteil ist der Abbau der hohen Mercosur-Zölle. Für die meisten EU-Agrarprodukte wird der Zoll in mehreren Abbaustufen auf Null gesetzt.
Einzelheiten sind dem Annex 2 A Tariff Elimintation Schedule zu entnehmen. Die Abbaustufen für entsprechenden Produkte mit EU-Ursprung sind in dem Dokument ab Seite 1294 aufgeführt.
Detaillierte Informationen zum Abkommen bietet das GTAI-Handbuch zum EU-Mercosur-Abkommen.
Bessere Absatzchancen für hochwertige Produkte und regionale Spezialitäten
Der Zollabbau steigert die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produzenten auf den Märkten Südamerikas. Zugutekommen dürfte dies insbesondere Herstellern von Milchprodukten, Säuglingsnahrung, Süßwaren und Frischobst, erwartet das BMEL. Qualitativ hochwertige Lebensmittel, insbesondere Bioprodukte, Nischenprodukte und spezialisierte Agrarwaren haben in den Ländern des Mercosur als Luxusprodukte gute Absatzchancen.
Außerdem schützt das Abkommen insgesamt 357 geografische Herkunftsbezeichnungen aus der EU, darunter 28 traditionelle deutsche Produkte wie "Dresdner Christstollen", "Lübecker Marzipan" oder "Schwarzwälder Schinken" sowie Weine aus den traditionellen Anbaugebieten. Damit sind diese Produkte besser vor Nachahmung geschützt und können mit einem Premiumpreis vermarktet werden.
Schutz der Bauern in der EU bei sensiblen Produkten
In einigen Ländern der EU gibt es Widerstand der Bauern gegen das EU-Mercosur-Abkommen. Doch sensible Bereiche für die europäische Landwirtschaft werden weiterhin wirksam geschützt. Der Marktzugang in die EU wird bei Rindfleisch, Geflügel, Zucker und Ethanol durch Quoten begrenzt. Diese lassen nur begrenzte Mengen an Agrarprodukten aus dem Mercosur zu niedrigen Zollsätzen oder zollfrei zu. Zudem sieht das Abkommen eine bilaterale Schutzklausel vor – für den Fall, dass hohe Importe europäische Bauern ernsthaft gefährden. Weiterführende Informationen bietet ein Factsheet der Europäischen Kommission.
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