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Brasiliens Nahrungsmittelindustrie baut Produktion und Export aus

Brasiliens größte Industriebranche wächst dynamisch und setzt auf Innovation. Auf dem Weg zum wichtigsten Exportland weltweit gilt es letzte Hürden zu nehmen.

Gloria Rose

Von Gloria Rose | São Paulo

Ausblick der Nahrungsmittelindustrie in Brasilien 

Bewertung:

  • Brasiliens starke Agrarproduktion garantiert dem Sektor 2026 hervorragende Rohstoffversorgung.
  • Der Umsatz der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie wächst 2026 weiter.
  • Trotz hoher Zinsen investiert der Sektor in Kapazität, Nachhaltigkeit sowie Forschung und Entwicklung.
  • Durch die steigenden Arbeitskosten investieren Betriebe in Automatisierung.

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Juli 2026

 

  • Brasiliens Nahrungsmittelbranche passt sich an Verbrauchertrends an und investiert fleißig. Der Markt lockt auch deutsche Unternehmen an.

    Brasiliens Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie nutzt die Chancen, die sich aus dem hochproduktiven und stetig wachsenden Agrobusiness ergeben. Ein großer Teil der Investitionen zielt auf den Export ab, doch viele Impulse kommen auch vom großen Binnenmarkt. Im Jahr 2025 wurden 73 Prozent der Produktion im Inland verkauft. Die Dynamik der Branche verdeutlicht sich daran, dass im Durchschnitt zwei Betriebe pro Tag ihr Geschäft starten.

    850

    neue Produktionsstätten nahmen 2025 den Betrieb auf.

    Nahrungsmittelpreise steigen tendenziell

    Nach einem starken Preisanstieg 2024 stabilisierten sich die Verbraucherpreise für Lebensmittel im vergangenen Jahr. Die höchste Inflation 2025 verzeichneten Kaffee, Schokolade und Kakao sowie Mangos. Doch in diesem Jahr soll das Klimaphänomen El Niño die Ernte schwächen. Wirtschaftswissenschaftler rechnen deshalb für 2026 mit einer kräftigeren Inflation in der Ernährungswirtschaft. Neben dem Klima beeinflussen auch der Wechselkurs und die globale Nachfrage nach brasilianischen Exportprodukten die Nahrungsmittelpreise in Brasilien. 

    Verbrauchertrends im Überblick

    Hoher und weiter steigender Fleischkonsum

    Brasilien gehört zu den wenigen Märkten weltweit, in denen der Fleisch- und Käseverzehr weiter steigt. Dabei gehört das Land mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 100 Kilogramm pro Jahr bereits zu den Top-Ten-Ländern mit dem höchsten Fleischkonsum weltweit. Wegen höherer Rindfleischpreise konsumieren die Haushalte mehr Hähnchen- und Schweinefleisch. Auch die Nachfrage nach Eiern steigt. Fisch verzehren die Brasilianer ebenfalls immer häufiger. Dennoch liegt der Pro-Kopf-Konsum von Fisch nur bei der Hälfte des weltweiten Durchschnitts.

    Markt bietet Nischen für Premiumprodukte

    Während die breite Bevölkerung auf eine möglichst preisgünstige Versorgung achtet, fragen Haushalte höherer Einkommensklassen fortwährend hochwertige Markenprodukte nach. Mit wachsender Kaufkraft gönnt sich die konsumfreudige Bevölkerung häufiger Luxusprodukte. Auch Haushalte mit geringerem Einkommen greifen mitunter zu teureren Produkten. Europäische Nahrungsmittel und Getränke sind beliebt. Beispielsweise hat Deutschland hohe Importanteile bei Bier, Schokolade und Gebäck.  

    Tiefkühlgerichte gefragt

    Laut den Marktforschern von Kantar Worldpanel fragen mehr als 60 Prozent der brasilianischen Haushalte Tiefkühlprodukte nach. Das sind fast doppelt so viele wie im lateinamerikanischen Durchschnitt. Das Angebot an Fertiggerichten wächst. Bislang geben die Haushalte aber weniger als 5 Prozent ihrer Nahrungsmittelausgaben für Tiefkühlkost aus. Von den Trends zu Homeoffice und mehr Bequemlichkeit profitieren auch sogenannte Dark Kitchens – Küchen ohne eigenes Restaurant, die nur für Lieferdienste kochen.

    Weniger Bier und mehr Sportnahrung

    Für Fast-Food-Ketten ist Brasilien ein Wachstumsmarkt. Gleichzeitig achten immer mehr Menschen auf gesunde Ernährung. Auch der Trend zu Abnehmspritzen treibt den Konsum von Sportnahrung und funktionellen Lebensmitteln an. Zudem verschärft die Gesundheitsaufsichtsbehörde Anvisa die Auflagen zunehmend. Transfettsäuren etwa sind seit 2023 verboten. 

    Jüngere Generationen trinken weniger Alkohol. Entsprechend geht der Alkoholkonsum zurück. Brasiliens Biermarkt schrumpfte 2025 um 5 Prozent.

    Nachhaltigkeit in der Branche wird wichtiger

    Ein weiteres Trendthema ist Nachhaltigkeit. Große Fleischkonzerne wie BRF erfassen bereits die Emissionen entlang ihrer Lieferketten. Gestützt wird der Trend zu gesunden und nachhaltigen Produkten durch ein dynamisches Start-up-Ökosystem. Mit dem Fokus auf Gesundheit und Nachhaltigkeit mischen heute rund 500 Jungunternehmen den Nahrungsmittelsektor auf.

    Ob Laborfleisch oder pflanzenbasierte Ernährung Brasilien ist dabei

    Auch wenn es noch immer keine konkrete Regulierung für den brasilianischen Markt gibt, wächst das Segment Fleisch- und Milchersatz aus pflanzlichem Eiweiß. Auf den Zukunftsmarkt setzen sowohl die großen Fleischkonzerne JBS und MBRF als auch Foodtechs wie Fazenda Futuro, Vida Veg, NotCo, NUDE., Positive Company, Ambi Real Food und Cellva. Auch Brasiliens Agrarforschungsinstitut Embrapa treibt die Innovation bei Laborfleisch voran.

    Im März 2024 trat die Resolution RDC Nr. 839 in Kraft. Im Rahmen dieser Bestimmung vereinfacht Anvisa die Zulassung innovativer Nahrungsmittel und Inhaltsstoffe, unabhängig davon, ob sie über Zellkulturen oder Fermentierung erzeugt wurden. The Good Food Institute (GFI) wertete die Resolution als Startschuss für höhere Investitionen in In-Vitro-Fleisch. JBS eröffnete Anfang April 2026 das JBS Biotech Innovation Center in Florianópolis (Santa Catarina). 

    Vielfältige Chancen für deutsche Unternehmen

    Für Zulieferer von Maschinen und von Vorprodukten ist die brasilianische Ernährungswirtschaft ein bedeutender Wachstumsmarkt. Mit dem EU-Mercosur-Abkommen gewinnt Brasilien an Bedeutung als Exportmarkt für europäische Lebensmittel und Getränke. Deutsches Bier, Schokolade und Gebäck gehören zu den Gourmetprodukten für Haushalte der mittleren und oberen Einkommensklasse. Von Jahr zu Jahr finden sich mehr deutsche Spezialitäten in den Regalen der brasilianischen Supermärkte. So stammten 2025 mehr als ein Drittel der Bier- und Schokoladenimporte aus Deutschland. Bei Gebäck machten deutsche Produkte 22 Prozent der Importe aus. Deutsche Weine oder Spirituosen sind bislang kaum am Markt vertreten.

    Das EU-Mercosur-Abkommen sieht den Abbau von Zöllen und technischen Handelshemmnissen vor (weitere Informationen siehe Kapitel Rahmenbedingungen). Davon profitieren auch europäische Marken mit eigener Produktion vor Ort. Besonders bekannte deutsche Unternehmen sind Melitta und Dr. Oetker. Auch der Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen Symrise, Gelatinehersteller Gelita und Tiefkühlkostunternehmen VOSSKO produzieren in Brasilien. Ehrmann ist über das Molkereiunternehmen Trevo Lácteos im Land vertreten. Ireks aus Kulmbach investiert zusammen mit der Agrargenossenschaft Agrária in Guarapuava (Paraná) in Brasiliens erste Mälzerei für Spezialmalze. 

    Doch die Produktion vor Ort lohnt sich nicht für alle Unternehmen: Haribo schloss im Juli 2026 seine erst zehn Jahre alte Fabrik in Bauru (São Paulo). 

    Ausgewählte Projekte der Lebensmittel- und Getränkeindustrie in Brasilien
    Projekt

    Investitionssumme in Mio. US$ *) 

    StandProjektträger
    Erweiterung der Fabrik für Tiefkühl-Pommes und Kartoffelspezialitäten in Araxá (Minas Gerais) 

    332

    Ankündigung im November 2025, Investitionsplan 2026 bis 2027McCain
    Verdopplung der Produktionskapazität für Getränke in Campos do Jordão (São Paulo) und São Lourenço (Minas Gerais)

    233

    Ankündigung im Juni 2026Grupo Edson Queiroz
    Industrieanlage zur Herstellung von Spezialmalzen

    197

    Fertigstellung für 2028 vorgesehenCooperativa Agrária de Entre Rios und Ireks do Brasil
    Erweiterung der Schweineverarbeitungsanlage in São Miguel do Oeste (Santa Catarina)

    107

    Baubeginn für 2027 vorgesehenAurora Coop
    Investition in eine neue PET-Flaschen-Abfüllanlage, Infrastruktur, systemische Modernisierung und Logistik in Várzea Grande und in Vertriebszentren Sinop und Lucas do Rio Verde (Mato Grosso)

    89

    Investitionsplan 2026 bis 2029Solar Coca Cola
    Erweiterung der Linie für hydrolysiertes Kollagen und Anschaffung von Ausrüstung für die Produktion von funktionellem Kollagen in Londrina (Paraná)

    89

    Inbetriebnahme bis 2027, zusätzliche Verdopplung der Kapazität bis 2030Gelprime der MBRF
    Ausbau der Produktionskapazität in der Geflügelwirtschaft (Ceará)

    80

    Investitionen werden schrittweise bis 2029 umgesetztCialne
    Stärkung der Geflügel- und Schweineproduktion (Paraná)

    67

    In der Umsetzungsphase; Freigabe der Mittel für Produzenten und industrielle Betriebe läuftMBRF
    Erweiterung der Produktionskapazität der Biermarke Spaten in São Luís (Maranhão)

    54

    In der UmsetzungsphaseAmbev
    Moderne Produktionsanlage für Milchprodukte in Amarantina/Ouro Preto (Minas Gerais)

    54

    Ankündigung im Februar 2026ITA Alimentos
    * umgerechnet zum durchschnittlichen Wechselkurs 2025: 1 US$ = 5,59 R$.Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo

  • Brasiliens Nahrungsmittelindustrie expandiert. Im Fokus der Investitionen stehen eine höhere Produktivität, das Premiumsegment und die Produktion für den Export.

    Brasiliens Nahrungsmittelindustrie profitiert von dem starken Agrarsektor. Rund 27 Prozent des Umsatzes erwirtschaftete die Branche 2025 im Ausland. Gemessen an der Produktionsmenge ist Brasilien schon seit 2023 der weltgrößte Exporteur von verarbeiteten Nahrungsmitteln. Gemessen an der Wertschöpfung lagen die USA, Niederlande und Deutschland 2025 noch vor dem Land.

    Größte Branche der verarbeitenden Industrie in Brasilien

    Als einer der wenigen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes steigert Brasiliens Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie die Produktion von Jahr zu Jahr. Der Gesamtumsatz legte 2025 nominal um 8 Prozent und real um 2,2 Prozent zu, während die Produktionsmenge um 1,9 Prozent stieg. Dies zeigen Zahlen des Nahrungsmittelverbands ABIA. Für 2026 erwartet ABIA ein Umsatzwachstum um real 2 bis 2,5 Prozent.

    Die Branche trägt über 25 Prozent zur Bruttowertschöpfung der verarbeitenden Industrie und fast 11 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt Brasiliens bei. Mit über 2 Millionen Arbeitsplätzen ist der Sektor der bedeutendste Arbeitgeber der verarbeitenden Industrie. 8,5 Millionen Menschen sind indirekt beschäftigt. Insgesamt zählt der Branchenverband ABIA 42.000 Unternehmen, zu 93 Prozent kleine Hersteller mit weniger als 50 Mitarbeitern.

    Umsatz mit verarbeiteten Nahrungsmitteln in BrasilienIn Milliarden US-Dollar

    Sparte

    Umsatz 2026 *)

    Nominale Umsatzveränderung 2026/2025 *)

    Insgesamt, darunter

    207,8

    7,1

      Fleisch

    41,6

    6,0

      Milchprodukte und Eier

    35,5

    9,8

      Brot und Getreideprodukte

    31,1

    7,3

      Gemüse

    24,3

    7,9

      Süßwaren und Snacks

    19,9

    5,3

      Obst und Nüsse 

    14,4

    7,1

      Fisch und Meeresfrüchte

    11,8

    5,9

      Öle und Fette

    10,5

    8,3

      Convenience Food

    8,4

    4,2

    * Prognosen.Quelle: Statista Market Insights, Februar 2026

    Von der Kornkammer zum Supermarkt der Welt

    Brasilien beliefert heute 190 Länder mit verarbeiteten Nahrungsmitteln und Getränken. Der Exportwert stieg 2025 um 0,6 Prozent auf 66,7 Milliarden US$. Bezüglich der Exportmenge hat Brasilien die USA hinter sich gelassen und war 2025 zum vierten Jahr in Folge der weltweit größte Exporteur von verarbeiteten Nahrungsmitteln. In Bezug auf den Ausfuhrwert liegt Brasilien auf Rang 2. Rund 41 Prozent der brasilianischen Exporte gehen nach Asien. Bedeutende Absatzmärkte sind auch der Nahe Osten und die Europäische Union. 

    Als Weltmarktführer für zahlreiche Agrarrohstoffe ist Brasilien darauf bedacht, die Wertschöpfung im Land zu steigern und hochwertigere Nahrungsmittel zu exportieren. Beispielsweise investieren die Hersteller von löslichem Kaffee und steigern den Export von Jahr zu Jahr. 

    Im Jahr 2025 verarbeitete Brasiliens Nahrungsmittelindustrie 62 Prozent der gesamten Agrarproduktion. Bei den Exporten ist dieser Anteil jedoch niedriger. Unverarbeitete Agrargüter standen im Jahr 2025 für etwa die Hälfte der Ausfuhr. Es besteht also noch viel Raum für Wachstum. Zum Vergleich: Die USA und die EU exportieren zu über 60 Prozent verarbeitete Produkte.

    Investitionen trotz hoher Zinsen

    Hohe Zinsen belasten die Investitionen in Brasilien derzeit. Dennoch erwartet der Branchenverband ABIA für 2026 Aufwendungen von bis zu 7,5 Milliarden US$. Von 2024 bis 2026 hatte der Sektor Projekte im Umfang von 22,3 Milliarden US$ angekündigt. Laut ABIA flossen die Ausgaben 2025 zu zwei Dritteln in Modernisierung und Innovation und zu einem Drittel in den Aus- und Neubau von Fabriken.

    Im Fokus steht oft die Produktion für Export- und Premiummärkte. Impulse setzt zudem der Trend zu Nachhaltigkeit entlang der gesamten Lieferkette. Neben Energieeffizienz und Verpackungen rücken Wasserverbrauch und die Behandlung von Reststoffen ins Augenmerk des Sektors. Aufgrund hoher Produktionskosten und Fachkräftemangels lohnt sich die Automatisierung für immer mehr Betriebe. Branchenexperten beobachten derzeit eine große Nachfrage nach Maschinen für den Bäckereibetrieb. 

    Brasiliens Fleischwirtschaft baut die Produktionskapazitäten kontinuierlich aus. Im Laufe des Jahres 2025 zertifizierten Behörden aus China, Indonesien, Vietnam und Mexiko zusätzliche Schlachthöfe, um zukünftig mehr Fleisch aus Brasilien zu beziehen. Für 2026 prognostiziert die brasilianische Versorgungsbehörde Conab eine Fleischproduktion von 33,4 Millionen Tonnen. Während Schweine- und Geflügelfleisch zunimmt, geht die Rindfleischproduktion um 5,3 Prozent zurück.

    Brasiliens Biermarkt ist der drittgrößte weltweit, doch der rückläufige Alkoholkonsum bereitet den Herstellern Sorgen. Für Heineken ist das Land der wichtigste Markt überhaupt, bezogen auf das Absatzvolumen. Die niederländische Gruppe will ihren Marktanteil von 24 auf 28 Prozent ausbauen und investiert in die Wachstumsmärkte Premiumbier und Alkoholfreies. Marktführer ist Ambev mit einem Anteil von rund 60 Prozent. Die lokale Gruppe Petrópolis liegt mit 11,4 Prozent auf dem dritten Platz. Auf die drei Hersteller entfallen 95 Prozent des Marktes. Den Rest teilen sich etwa 1.950 kleine und mittelständische Brauereien.

    Auswahl großer Lebensmittelkonzerne in BrasilienUmsatz in Milliarden US-Dollar; Veränderung in Prozent
    Name Geschäftsfeld

    Umsatz 2024 1)

    Veränderung 2024/23 2)

    JBSRindfleisch, Schweinefleisch, Geflügel und Leder (Marken: Swift und Seara); Inlandsmarkt und Export

    77,3

    14,6

    Marfrig 3)Rindfleisch; Inlandsmarkt und Export

    27,6

    12,6

    Ambev (Tochter von AB InBev, Belgien)Bier und Erfrischungsgetränke

    16,6

    12,2

    BRF (Brasilien/USA) 3)Rind- und Schweinefleisch sowie Geflügel (Marken: Sadia und Perdigão); Inlandsmarkt und Export

    11,4

    14,5

    Minerva FoodsRindfleisch; Inlandsmarkt und Export

    6,3

    26,7

    Nestlé (Schweiz)Cerealien, Kaffee, Speiseeis, Süßwaren

    4,6

    7,8

    AuroraFleisch- und Molkereiprodukte, Tiefkühlkost

    4,2

    13,5

    Coca-Cola Femsa Brasil (Mexiko)Erfrischungsgetränke

    4,2

    15,5

    CamilReis und Bohnen

    2,3

    9

    Solar BebidasNudeln und Kekse

    2,1

    19,2

    1 Umrechnung zum Jahresdurchschnittskurs 2024: 1 US$ = 5,39 R$; 2 bezogen auf den Umsatz in brasilianischen Reais (R$); 3 Marfig und BRF fusionierten im September 2025 zu MBRF.Quelle: Ranking "Valor 1000" 2026



    Für den brasilianischen Markt produzieren internationale Konzerne wie PepsiCo, Kellanova (vormals: Kellogg's), Kraft Heinz, Mondelēz, Nestlé und Unilever überwiegend vor Ort. Der Wettbewerb bleibt in Bewegung: General Mills verkaufte im März 2026 seine Brasilienaktivitäten an 3corações.

    3corações gehört zu den wichtigsten brasilianischen Herstellern - ebenso wie Aurora, Camil, M. Dias Branco, Piracanjuba, Copacol, Prima Foods, Frimesa, Alvoar, GTF und Arroz Brejeiro. Neben 3corações expandiert auch Prima Foods durch Übernahmen. Parallel investieren viele Unternehmen in neue Verarbeitungs- und Logistikkapazitäten.

    Konsolidierung in der Milchwirtschaft schreitet weiter voran

    Die Zahl der Lieferanten sinkt, während Produktivität und Betriebsgrößen wachsen. Nach steigenden Erzeugerpreisen im Vorjahr geriet die Rentabilität 2025 erneut unter Druck. Die Zahl der Milchbauern sank auf 43.200 Betriebe. Dennoch nahm die Milchproduktion 2025 um 8,5 Prozent auf 27,5 Milliarden Liter zu. Im internationalen Vergleich liegt Brasilien auf Rang 5 hinter Indien, USA, China und Russland.

    Lactalis hat sich seit dem Markteintritt 2013 zum größten Molkereikonzern Brasiliens entwickelt. Der französische Konzern bleibt mit 2,7 Milliarden Litern Milch Marktführer. Gleichzeitig investieren auch Piracanjuba, Frimesa, Alvoar und Aurora in neue Kapazitäten und hochwertigere Produkte. Aurora übernahm Gran Mestri und stärkt damit gezielt das Premium- und Käsegeschäft.

    Auswahl großer Molkereien in Brasilien 2025 *)In Millionen Litern, Veränderung in Prozent

    Molkerei (Marken)

    Verarbeitete Milch 2025

    Veränderung 2025/2024

    Lactalis Brasil

    2.907

    7,6

    Laticínios Bela Vista (Grupo Piracanjuba)

    2.078

    6,9

    Unium (Frisia, Castrolanda und Capal)

    1.462

    1

    Nestlé

    1.035

    -1,6

    CCPR - Cooperativa Central dos Produtores Rurais

    793

    -7,1

    CCGL

    565

    15,7

    Aurora

    518

    8,3

    Laticínios Porto Alegre

    460

    13,1

    Jussara

    356

    -3,2

    Centroleite

    334

    23,8

    * Die Unternehmen Italac, Alvoar Lácteos, Vigor (Lala), Laticínios Damare, Santa Clara und Tirol haben für das Ranking 2026 keine Daten eingereicht.Quelle: Verband Abraleite 2026; Berechnungen von Germany Trade & Invest

    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo

  • Das EU-Mercosur-Abkommen ist in Kraft. Das verstärkt den Trend zur Rückverfolgung. Mittel- bis langfristig kommt die Steuerreform dem Sektor zugute. 

    EU-Mercosur-Abkommen bringt Erleichterungen

    Seit dem 1. Mai 2026 ist das EU-Mercosur-Abkommen vorläufig in Kraft. Es sieht den Zollabbau für zahlreiche Produkte aus der EU vor. Dadurch erhält auch die deutsche Ernährungswirtschaft einen besseren Marktzugang - beispielsweise für Wein, Süßwaren und Gebäck, Spirituosen und Milchpulver. 

    Bei Maschinenbauprodukte gelten meist lange Übergangsfristen von 10 bis 15 Jahren, in denen der Zollsatz schrittweise gesenkt wird. Dennoch ergeben sich bereits jetzt Chancen: Brasilien hatte im Februar 2026 Zollerhöhungen auf viele Maschinenbauprodukte beschlossen. Diese gelten für Produkte aus der EU nun nicht mehr. Stattdessen greift der im Abkommen vereinbarte Basiszollsatz, reduziert um die erste Zollsenkungsstufe. Für Maschinen, die nicht in Brasilien hergestellt werden, können über das Sonderregime Ex-Tarifário vorübergehende Zollsenkungen genehmigt werden.

    Import von Nahrungsmitteln und Getränken bleibt stark reguliert

    Wer Nahrungsmittel und Getränke aus der EU nach Brasilien einführen und dort verkaufen möchte, muss strenge Vorgaben einhalten. Zuständig ist die Gesundheitsaufsichtsbehörde Anvisa. Für den Import tierischer Produkte bedarf es einer Zulassung durch das Departamento de Inspeção de Produtos de Origem Animal des Landwirtschaftsministeriums MAPA. Aktuell sind mehr als 430 deutsche Hersteller für den Export tierischer Produkte nach Brasilien akkreditiert. Aufgrund von Fällen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist die Einfuhr von Schweinefleisch aus Deutschland stark eingeschränkt. 

    Die relativ häufigen Änderungen der Vorgaben erschweren die Importabwicklung und können in der Praxis unerwartete Probleme und Kosten verursachen. Daher ist eine enge Abstimmung mit den lokalen Behörden wichtig. In jedem Fall benötigt der Importeur ein Gesundheitszeugnis (Licença sanitária) der lokalen Gesundheitsbehörde. Die Einfuhrgenehmigung DUIMP erfolgt wie alle Verfahren der Zollabfertigung digital über die Außenhandelsplattform "Portal Único"

    Um Handelshemmnisse mit Brasilien abzubauen, fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) die Harmonisierung von Normen und Standards über das Globalprojekt Qualitätsinfrastruktur (GPQI). Deutsche Exporteure können sich in den technisch-politischen Dialog einbringen.

    Informationen zu Ausfuhrlizenzen für landwirtschaftliche Erzeugnisse bietet die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Kurs auf internationale Standards und Rückverfolgbarkeit

    Für die Lebensmittel- und Getränkehersteller steigen die Anforderungen an Qualitätsmanagement, Verpackungskonformität und Rückverfolgbarkeit. Das erhöht kurzfristig die Kosten. Langfristig kann es jedoch die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Anbindung an internationale Standards verbessern. 

    Brasilien modernisiert seine Lebensmittelregulierung und harmonisiert technische Standards:

    • Die Portaria MAPA 783/2025 übernimmt die neue Mercosur-Regelung für UHT-Milch. Molkereien müssen Prozesse, Kontrollen und teilweise die Etikettierung anpassen.
    • RDC 961/2025, RDC 963/2025 und RDC 1020/2026 passen die brasilianischen Vorgaben für Lebensmittelkontaktmaterialien an internationale Standards an.
    • Mit der Portaria SDA/MAPA nº 1.617/2026 hat Brasilien die Verwendung mehrerer antibiotikahaltiger Leistungsförderer in der Tierernährung verboten.

    Rückverfolgbarkeit und anerkannte Kontrollsysteme rücken in den Fokus

    Die EU-Kommission entschied im Mai 2026, Brasilien von der Liste der zugelassenen Länder für den Export tierischer Erzeugnisse zu streichen. Brasilien habe keine ausreichenden Garantien geliefert, dass entlang der gesamten Produktionskette keine antimikrobiellen Wirkstoffe als Leistungsförderer eingesetzt werden. Im Juni 2026 erließ das Landwirtschaftsministerium MAPA die Kontrollvorgaben für den Export tierischer Erzeugnisse in die EU. Darin ist die Rückverfolgbarkeit vorgeschrieben.

    Seit Oktober 2025 ist in Brasilien die verpflichtende Rückverfolgbarkeit entlang der Lieferkette für pflanzliche Lebensmittel und Getränke in Kraft. Die Daten zum Beleg der Konformitätserklärung müssen noch bis zu 18 Monate nach Ablauf des Fälligkeitsdatums verfügbar sein. 

    Darüber hinaus etabliert Anvisa ein neues System zur Gesundheitsüberwachung SNVS. Produkte sind in Risikoklassen eingeteilt: Hochsensible Erzeugnisse wie Säuglingsnahrung sind registrierungspflichtig. Standardprodukte wie Kaffee oder Getreideprodukte müssen dagegen lediglich notifiziert oder einmalig gemeldet werden.

    Steuerreform entlastet die Produktion

    Brasilien reformiert sein Steuersystem. Das neue System entlastet die Industrieproduktion und insbesondere den Export verarbeiteter Güter. Analysen verschiedener Banken und Institutionen zählen die Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie zu den Sektoren, die am meisten von der Reform profitieren. Allerdings erfolgt die Umstellung über einen Zeitraum von zehn Jahren. 

    Einige Grundnahrungsmittel, die eine wichtige Rolle für einkommensschwache Haushalte spielen, werden zukünftig steuerfrei. Dies betrifft die Produkte des Warenkorbs "Cesta Básica". Dazu zählen Reis, Bohnen, Fleisch, Maniok- und Weizenmehl, Zucker, Nudeln, gewöhnliches Brot, Milch und verschiedene Käsesorten. Auch Kaffee, Obst, Gemüse und Eier wurden in die Liste aufgenommen. Die Umsetzung erfolgt stufenweise; erste Effekte auf Preise und Nachfrage werden ab 2027 erwartet.

    Dagegen werden auf alkoholische und zuckerhaltige Getränke in dem neuen System künftig Sondersteuern erhoben. Der Tarif "Imposto Seletivo" (IS) soll Produkte, die für die Gesundheit oder für die Umwelt schädlich sind, verteuern.

    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo

  • Erfolgreiche Hersteller planen langfristig und passen sich an den lokalen Markt an. Im Interview schildert Frank Norman Hirt vom Importunternehmen "Stuttgart" seine Erfahrungen

    Brasiliens Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie wächst und investiert. Das Land bietet deutschen Maschinenbauern und Zulieferern von Vorprodukten daher einen aussichtsreichen Absatzmarkt. Doch die Konkurrenz aus anderen Ländern nimmt ebenfalls zu, insbesondere aus China. 

    Um sich im Wettbewerb zu behaupten, gilt es in langfristige Beziehungen zu den Geschäftspartnern zu investieren und persönliche Kontakte zu pflegen. Dazu gehören auch vorteilhafte Dienstleistungen und Zusatzangebote wie Garantien und ein leistungsfähiger Aftersales-Service. 

    Aufgrund der hohen Kapitalkosten sind Finanzierungs- und Zahlungsmodalitäten ein besonders wichtiger Punkt. Außerdem ist die Einpreisung von Wechselkursrisiken eine große Herausforderung, da der Kurs des brasilianischen Real (R$) stark schwankt. Das Geschäftsmodell muss auf den lokalen Markt zugeschnitten sein. All dies erfordert Investitionen, die sich nur nach und nach amortisieren. Der Einstieg in den brasilianischen Markt sollte daher auf einer strategischen Entscheidung beruhen und nicht auf einer kurzfristigen Kosten-Nutzen-Abwägung.

    Tipps für die Geschäftsanbahnung

    Eine gute Möglichkeit, den brasilianischen Markt kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen, bietet das Markterschließungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Auch die Fördergesellschaften der Bundesländer verfügen über Programme zur Geschäftsanbahnung und Markterkundung. Darüber hinaus verfolgt das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) eine neue Agrarexportstrategie und bietet Fördermaßnahmen an. 

    Die Technologiemesse der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie FISPAL Tecnologia findet jährlich in São Paulo statt. Eine weitere relevante Branchenveranstaltung ist die Lebensmittelmesse ANUGA Select Brazil, die ebenfalls alljährlich in São Paulo stattfindet. Hierbei bietet sich eine Beteiligung an einem deutschen Gemeinschaftsstand an.

    Eine Übersicht über weitere Messen in Brasilien und das Auslandsmesseprogramm des Bundes (AMP) bietet die Messedatenbank des Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft e. V. (AUMA) und der Exportguide von GTAI. Die Anmeldung zur Teilnahme an einem German Pavilion erfolgt direkt bei der jeweiligen Durchführungsgesellschaft. Achtung: Der Anmeldeschuss liegt mitunter weit vor dem Messebeginn.

    Große regionale Unterschiede

    Brasilien hat kontinentale Ausmaße. Entsprechend groß sind die regionalen Unterschiede in Bezug auf Klima, Transportinfrastruktur, Konsumgewohnheiten, Kaufkraft und viele weitere Aspekte. Der Absatz hochwertiger Nahrungsmittel und Getränke konzentriert sich auf den einkommensstarken Südosten des Landes. Im Süden Brasiliens wiederum ist der Anteil der deutschstämmigen Bevölkerung besonders hoch.

    Gourmetprodukte in kleinen Verpackungen

    Die großen Nahrungsmittelkonzerne Dr. Oetker und Melitta produzieren in Brasilien, investieren kontinuierlich und erweitern ihre Geschäfte tendenziell. Neue Player aus Deutschland zeigten sich eher zurückhaltend, berichtet Frank Hirt vom Nahrungsmittelimporteur "Stuttgart". Hersteller aus anderen europäischen Ländern seien eher dazu bereit, in Werbung und Probeangebote zu investieren, um in Brasilien das Interesse der Kundschaft zu wecken. Da importierte Nahrungsmittel vergleichsweise teuer sind, werden sie grundsätzlich als hochwertige Gourmetprodukte angeboten. In dieser Kategorie bieten sich kleine Verpackungen an, die zu einem geringeren Endverbraucherpreis über die Ladentheke gehen.

    "Flexibilität ist entscheidend" 

    Frank Norman Hirt leitet seit 2015 Marketing und Vertrieb des Importunternehmens "Stuttgart", das seit den frühen 1990er-Jahren Lebensmittel und Getränke aus Deutschland nach Brasilien bringt. Mit Sitz in Blumenau (Santa Catarina) vertreibt das brasilianische Familienunternehmen seine Produkte landesweit an Supermärkte und Delikatessengeschäfte sowie zahlreiche kleinere Händler in allen Regionen Brasiliens. Diese nutzen zunehmend Online-Marktplätze wie Amazon und Mercado Livre für den Weiterverkauf an Endverbraucher.

    Im Gespräch mit Germany Trade & Invest berichtet Herr Hirt von praktischen Erfahrungen im brasilianischen Importalltag sowie Herausforderungen und Chancen für deutsche Produkte.

    Frank Norman Hirt, Leiter für Marketing und Vertrieb, Stuttgart Importação e Distribuição Ltda., Ernährungswirtschaft Frank Norman Hirt, Leiter für Marketing und Vertrieb, Stuttgart Importação e Distribuição Ltda., Ernährungswirtschaft | © Ivan Schulze

    Herr Hirt, Sie sind seit über 20 Jahren als Importeur deutscher Lebensmittel tätig. Welche Hürden erleben Sie am brasilianischen Markt?  

    Die größte Herausforderung liegt im regulatorischen Bereich. Vor allem bei Produkten tierischen Ursprungs braucht es eine formale Abstimmung zwischen den Ministerien beider Länder – oft ein zäher Prozess. Ohne diesen Schritt ist eine Registrierung praktisch unmöglich. Das wirkt sich direkt auf unser Sortiment aus: Einige klassische Produkte wie deutsche Würstchen und Heringsfilets mussten wir einstellen, obwohl die Nachfrage da ist. Auch bei Getränken und Bier ist die Einfuhr kompliziert.

    Welche Produkte sind einfacher zu importieren und zu vermarkten?  

    Hier ist die Antwort ganz klar: industriell verarbeitete und verpackte Lebensmittel wie Schokolade, Pasta oder Kekse. Bei diesen Produkten ist der Aufwand überschaubar – keine Laboranalysen, keine Registrierung der Firma. Wichtig ist nur, dass die Produkte den brasilianischen Anforderungen an Zutaten und Etikettierung entsprechen. Lebkuchen, Marzipan, Brot und Sauerkraut gehören seit Jahrzehnten zu unserem Sortiment und sind sehr gefragt.

    Welche Empfehlungen würden Sie deutschen Unternehmen geben, die in Brasilien Fuß fassen möchten?  

    Flexibilität ist entscheidend. Unternehmen, die bereit sind, ihre Verpackungsgrößen zu überdenken oder Sortimente speziell für Brasilien zu konzipieren, haben klare Vorteile. Auch Anpassungen im Produktdesign helfen beim Einstieg. Zudem müssen die Etiketten den Vorgaben entsprechen. Wir haben gute Erfahrungen mit Marken gemacht, die mit uns gemeinsam Lösungen entwickeln, beispielsweise Lebkuchen von Lambertz, Spätzle von Tress und Früchte- und Kräutertees von Teekanne.

    Was ändert sich derzeit beim Import von Nahrungsmitteln und Getränken?  

    Seit diesem Jahr laufen alle Verfahren im Außenhandel über das 'Portal Único' ab. Mit der neuen Importerklärung DUIMP (Declaração Única de Importação) geht die Zollabfertigung einfacher und schneller. Die Freigabe der Waren ist schon vor der Ankunft des Containers möglich. Das bringt aber auch eine frühere Zahlung der Einfuhrabgaben mit sich. Man muss sich beim Import also auf eine höhere Kapitalbindung einstellen. Außerdem bleiben die Verfahren bei Getränken und anderen stark regulierten Produkten weiterhin aufwendig.

    Und was ist mit dem EU-Mercosur-Abkommen?

    Wir sehen erste Vorteile. Entscheidend ist dabei jedoch nicht allein, dass ein Produkt in der EU hergestellt wird, sondern dass es auch die geltenden Ursprungsregeln erfüllt. Werden beispielsweise wesentliche Zutaten oder Vormaterialien aus Drittländern bezogen, kann das Produkt unter Umständen nicht als Ware mit EU-Präferenzursprung eingestuft werden. In solchen Fällen darf der Hersteller keinen entsprechenden Präferenznachweis ausstellen, sodass die vorgesehene Zollermäßigung nicht genutzt werden kann. Bei einem Teil unseres Sortiments prüfen unsere Geschäftspartner derzeit noch, ob die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind. 

    Gloria Rose

    Von Gloria Rose | São Paulo

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Brasilien

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen in São Paulo, Rio de Janeiro, Porto Alegre und Curitiba

    VDMA BrasilVDMA Verbindungsbüro in São Paulo
    Ministério da Agricultura, Pecuária e Abastecimento (MAPA)Ministerium für Land-, Viehwirtschaft und Versorgung
    Agência Nacional de Vigilância Sanitária (Anvisa)Gesundheitsaufsichtsbehörde

    Associação Brasileira da Indústria de Alimentos (ABIA)

    Verband der Nahrungsmittelindustrie
    Associação Brasileira da Indústria da Panificação e Confeitaria (Abip)Verband der Brot- und Gebäckindustrie
    Associação Brasileira das Indústrias de Refrigerantes e de Bebidas não Alcoólicas (ABIR)Verband der Hersteller von Erfrischungsgetränken und nicht-alkoholischen Getränken
    Associação Brasileira de Proteína Animal (ABPA)Verband der Schweine- und Geflügelbetriebe
    Associação Brasileira dos Produtores de Leite (ABRALEITE)Verband der Milchindustrie
    FoodbizPortal für Dienstleistungen der Ernährungswirtschaft

    ANUGA Select Brazil

    Internationale Messe, 06.-08.04.27, Distrito Anhembi in São Paulo
    Fispal TecnologiaTechnologiemesse der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, 22.-25.06.27, São Paulo Expo

    Portal Alimentos Online

    Informationsportal zu Normen und Verfahren