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Kanadas Chemiebranche orientiert sich neu

Die Chemieindustrie in Kanada wächst, modernisiert sich und setzt auf Klimaschutz, Wasserstoff und Kreislaufwirtschaft. Für deutsche Firmen ergeben sich viele Marktchancen.

Von Heiko Steinacher | Toronto

Ausblick der chemischen Industrie in Kanada

Bewertung:

 

  • Dow Path2Zero, Air Products und andere Großvorhaben sichern langfristige Investitionsimpulse, trotz temporärer Verzögerungen.
  • Die Bestätigung der Kunststoffregulierung ab 2026 schafft Planbarkeit und löst zusätzliche Nachfrage nach hochwertiger Verfahrenstechnik aus.
  • Batterie- und Materialchemie: Mehrere Projekte sind pausiert oder neu bewertet, doch zentrale Wertschöpfungsteile werden weiter aufgebaut (zum Beispiel St. Thomas).

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Februar 2026

  • Kanadas Chemieindustrie treibt die Dekarbonisierung voran: Netto‑Null‑Projekte, Wasserstoff und mehr Recycling. Für deutsche Firmen entstehen Chancen in Modernisierung und Technik.

    Kanadas chemische Industrie richtet sich konsequent auf die Dekarbonisierung aus. Getrieben von politischen Signalen und Standortvorteilen treiben Unternehmen Transformationsprojekte voran – wenngleich mit vorsichtigeren Zeitplänen als noch vor einem Jahr.

    Dow setzt Branchenmaßstäbe in Alberta

    Das sichtbarste Beispiel dafür ist Dows Vorhaben in Fort Saskatchewan (Alberta): Der Konzern baut dort für 6,5 Millarden US-Dollar (US$) – einschließlich Förderungen sogar rund 7,5 Milliarden US$ – einen der weltweit ersten großskaligen klimaneutralen Chemiekomplexe aus. Nach einer Investitionspause 2025 wurde der Zeitplan angepasst: Die erste Phase soll nun Ende 2029, die zweite 2030 ans Netz gehen. Die Anlage kombiniert die bestehende Ethylen‑ und Polyethylenproduktion mit CO₂‑Abscheidung und ‑Speicherung (CCUS) und einer effizienteren Eigenenergieversorgung.

    7,5 Milliarden US$

    investiert Dow in den klimaneutralen Chemiekomplex in Alberta.

    Die Verschiebung zeigt zweierlei: Dow hält trotz zyklischer Schwäche am Standort fest, weil Alberta mit niedrigen Gaspreisen, verfügbarer CCUS‑Infrastruktur und guter Logistik überzeugt. Gleichzeitig schafft der neue Zeitplan Spielraum für Anpassungen im Detailengineering.

    Auch außerhalb von Alberta gewinnt der Umbau der Grundstoffchemie an Dynamik. Rund um den Shell‑Standort Scotford bei Edmonton prüfen Shell und Mitsubishi im Rahmen eines gemeinsamen Vorhabens die Produktion von CO₂‑armem Wasserstoff, der auf Basis von Erdgas mit CCUS erzeugt und zu Ammoniak weiterverarbeitet werden soll. Ein Großteil wäre für den Export nach Japan vorgesehen. Die Projektstruktur umfasst mehrere Prozessschritte – von der Reformierung über CCUS bis hin zur Ammoniaksynthese und Verladung.

    Kreislaufchemie gewinnt an Bedeutung

    Ein drittes Transformationsfeld bildet die zirkuläre Chemie. Kanadas Regierung hat Anfang 2026 die rechtliche Grundlage zur Einstufung von Kunststoffartikeln als toxische Stoffgruppe bestätigt und damit die bereits geltenden Verbote bestimmter Einwegplastikprodukte abgesichert. Für den Markt bedeutet das mehr Planungssicherheit: Investitionen in Sortier‑, Wasch‑ und Recyclingkapazitäten werden forciert, weil Kunststoffhersteller und große Abnehmer verbindliche Rezyklatquoten erfüllen müssen.

    Die hohen Anforderungen an Materialqualität eröffnen deutschen Maschinenbauern, Anlagenlieferanten und Additivherstellern spürbare Chancen – weniger im Sinne einzelner Großprojekte, sondern als kontinuierliche Nachfrage nach hochwertiger Verfahrenstechnik.

    Gleichzeitig zeigt der Rückzug von NOVA Chemicals aus einem geplanten chemischen Recyclingprojekt im Cluster Sarnia (Ontario), wie herausfordernd großtechnische Pyrolysevorhaben in Nordamerika derzeit sind. Die 2024 abgeschlossene Machbarkeitsstudie ergab, dass weder die Versorgung mit geeigneten Kunststoffabfällen noch langfristige Abnahmeverträge gesichert sind und die regulatorische Lage uneinheitlich bleibt. In Kombination mit hohen Investitionskosten bewertet NOVA mechanisches Recycling aktuell als deutlich planbarer und wirtschaftlich belastbarer – und verlagert seinen Schwerpunkt vorerst dorthin.

    Ausgewählte Investitionsprojekte der chemischen Industrie in Kanada Investitionssumme in Milliarden US-Dollar
    Akteur/Projekt

    Investitionssumme*)

    ProjektstandAnmerkungen
    Dow Chemicals / neue Produktionsstätte (Fort Saskatchewan, Alberta)

    7,5

    Verzögert / Fertigstellung 2030Integrierter Standort für Ethylen-Cracker und -Derivate mit Netto-Null-Kohlenstoffemissionen
    Air Products / Anlage zur Wasserstoffproduktion und -verflüssigung (Edmonton, Alberta)

    2,4

    In Bau / Fertigstellung 2027Produziert täglich 1.500 Tonnen Wasserstoff, mit CO2-Abscheidung; zudem wird die Anlage Wasserstoff über eine Pipeline an eine Raffinerie liefern
    Vianode / neue Produktionsstätte (St. Thomas, Ontario)

    2,3

    Planungsphase / Produktionsbeginn 2028Großanlage für synthetischen Anodengraphit (Batterien, E-Mobile, Energie, Verteidigung)
    Green Impact Partners / Future Energy Park (Calgary, Alberta)

    1,4 

    Planungs-, VorbereitungsphaseInnovative Anlage für Biokraftstoffe und Erdgas
    * Umrechnung nach durchschnittlichem Wechselkurs von 2025: 1 US$ = 1,398 kan$.Quelle: Bank of Canada, CBC News, Alberta Government, Ontario Government 2025

    Abkühlung bei Investitionen, stabile Perspektiven für spezialisierte Zulieferer

    In der nordamerikanischen Batterie- und Materialchemie ist die anfängliche Dynamik deutlich abgeflaut. Mehrere Investitionsvorhaben wurden 2024/25 überprüft oder verschoben: General Motors und POSCO haben die zweite Ausbauphase ihres Kathodenmaterialwerks in Bécancour (Québec) pausiert, und Umicore hat den Bau einer geplanten Fabrik für Kathodenmaterialien im südontarischen Loyalist auf unbestimmte Zeit gestoppt. Hintergrund sind die abgeschwächte Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und die Neubewertung großer Investitionspakete entlang der Lieferkette.

    Gleichzeitig entstehen weiterhin tragende Elemente einer künftigen Wertschöpfung: Volkswagen treibt mit seiner Tochter PowerCo den Bau der Batteriefabrik in St. Thomas (Ontario) voran, mit Produktionsstart für 2027. Auch Umicore hält an seinen langfristigen Lieferverträgen für den nordamerikanischen Markt fest – bedient diese aber vorerst aus bestehenden Werken, insbesondere aus Cheonan (Südkorea), und nicht aus Kanada.

    Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Weniger kurzfristige Großinvestitionen, aber verlässliche Nachfrage nach spezialisierter Technik für Anlagenperipherie, Trocknung, Filtration, Medienversorgung, Betriebsleittechnik und Automatisierung.

    Ostkanada positioniert sich als Exportregion für Wasserstoff

    Ein wichtiger Pfeiler der bilateralen Energiebeziehungen bleibt die deutsch‑kanadische Wasserstoffpartnerschaft. Die in Deutschland stark verankerten Abnehmer E.ON und Uniper haben Memoranden zum Bezug von grünem Ammoniak aus Nova Scotia abgeschlossen. Der Projektentwickler EverWind plant, in Point Tupper ab 2025/26 erste Produktionsmengen bereitzustellen.

    Zwar hängen Exportstart und Skalierung weiterhin von Genehmigungen, der Finanzierung und dem Ausbau der Erneuerbaren ab. Dennoch zeigen die Projekte deutlich: Ostkanada positioniert sich als langfristiger Energieexporteur – mit Chancen für Anbieter von Elektrolyse‑Peripherie, ammoniaktechnischen Komponenten, Sicherheitssystemen und Hafeninfrastruktur.

    Große Struktur, wachsende Nischen

    Die Chemieindustrie zählt zu den vier größten Branchen des Landes. Im Jahr 2024 erzielte sie rund 88 Milliarden US$ an Exporten. Für deutsche Unternehmen ist der Markt attraktiv, weil sich Investitionen zunehmend auf technologisches Risikomanagement, Energie‑ und CO₂‑Effizienz sowie praxiserprobte Lösungen konzentrieren – Bereiche, in denen deutsche Mittelständler traditionell gut aufgestellt sind.

    Kanadas politische Leitlinien, der Ausbau regionaler CCUS‑Infrastruktur und strengere Nachhaltigkeitsvorgaben führen dazu, dass viele Betreiber ihre Anlagen in Etappen modernisieren. Dadurch entstehen weniger Großprojekte, dafür aber eine Vielzahl technischer Ertüchtigungen über mehrere Jahre – ein Umfeld, in dem deutsche Anbieter mit hochspezialisierter Technik und verlässlichen Engineering‑Lösungen gute Marktchancen haben.

    Von Heiko Steinacher | Toronto

  • Kanadas Chemieindustrie behauptete sich 2025 als viertgrößter Industriezweig des Landes – getragen von Grundchemie, Pharma und starken Zentren in Ontario, Alberta und Québec.

    Die Chemieindustrie zählt zu den stabilsten Säulen des kanadischen verarbeitenden Gewerbes und deckt ein breites Spektrum ab: Von Grundchemikalien und Petrochemie über Spezialchemikalien bis hin zur Pharmaindustrie. Daneben gehören Agrarchemikalien, Kunstharze, Klebstoffe, Farben/Lacke sowie Wasch‑ und Reinigungsmittel zu wichtigen Segmenten.

    Besonders stark ist der Pharmabereich: Mit 34,1 Milliarden  US-Dollar (US$) Umsatz rangierte Kanada 2024 weltweit auf Platz neun. Während Pharma und Spezialchemie höhere Margen versprechen, bleibt die Grundchemie das volumenstärkste Segment. Im Jahr 2024 erreichte der Sektor insgesamt 57 Milliarden US$ an Herstellungsumsätzen. Die Zahl der Beschäftigten lag bei 95.400. Damit gehört die Chemie zu den vier größten Industriezweigen Kanadas.

    Umsatz in Kanada aus dem Verkauf von chemischen, Kunststoff- und Gummierzeugnissen In Milliarden US-Dollar, Veränderung in Prozent

    Warengruppe (NAICS-Code) ¹⁾

    2024 ²⁾

    Veränderung 2024/2023 ³⁾

    Chemische Erzeugnisse (325)

    56,3

    -0,2

      Basischemikalien (3251)

    15,2

    -5,1

        Petrochemische Erzeugnisse (32511)

    4,3

    -6,0

      Kunstharze und -gummi (3252)

    7,8

    0.6

      Agrarchemikalien (3253)

    6,3

    -6,5

      Arzneimittel (3254)

    12,9

    8,8

     Sonstige chemische Erzeugnisse (3259)

    6,0

    0,2

    Kunststoff- und Gummierzeugnisse (326)

    30,6

    0,5

      Kunststofferzeugnisse (3261)

    25,8

    -0,3

      Gummierzeugnisse (3262)

    4,8

    4,9

    1 North American Industry Classification System; 2 Umrechnung anhand des Wechselkurses: 2024 1 US$ = 1,37 kan$; 3 Basierend auf dem nominalen kanadischen Dollarbetrag.Quelle: Statistics Canada 2025

    Multinationale Dominanz, heimische Schwergewichte

    In Kanada sind laut Statistics Canada über 2.160 chemische Unternehmen registriert. Multinationale Konzerne wie Dow, BASF, Shell, Imperial Oil, Akzo Nobel, Pfizer, Roche und DuPont prägen den Markt ebenso wie nationale Akteure der Petro- und Basischemie, darunter Nova Chemicals, Petro‑Canada und Arclin. Etwa 40 Prozent der Umsätze stammen laut Branchenverband CIAC aus kanadischer Wertschöpfung.

    Zu den wichtigsten heimischen Champions zählen:

    • Nutrien, einer der weltweit größten Anbieter von Kali‑, Stickstoff‑ und Phosphatprodukten. Die Marktkapitalisierung lag Anfang Februar 2026 bei rund 34 Milliarden US$.
    • Methanex, der weltweit führende Produzent und Lieferant von Methanol. Das Unternehmen bestätigte seine Position auch 2024/2025 mit stabilen Produktionsmengen von 6,4 bis 6,6 Millionen Tonnen.

    Auch im Bereich Unternehmensübernahmen kam es zu einer strukturell bedeutsamen Veränderung: Mit dem im April 2024 abgeschlossenen Erwerb des Québecer Wirkstoffspezialisten Lucas Meyer Cosmetics für 810 Millionen US$ hat Clariant seine Aktivitäten im Segment kosmetischer Inhaltsstoffe erweitert und ist seit 2025 breiter im Markt positioniert.

    Wichtige Branchenunternehmen in KanadaUmsatz in Milliarden US-Dollar

    Unternehmen

    Sparte

    Umsatz 2024*)

    Shell Plc. Petrochemie

    284,3

    BASF Group Chemikalien, Kunststoffe, Agrarchemikalien

    83,6

    Dow Chemical Company Chemikalien, Kunststoffe

    43,0

    Nutrien Ltd. Agrarchemikalien, Düngemittel

    26,0

    EcoSynthetix Ltd. Biopolymere 

    18,5

    Dupont de Nemours Inc. Chemikalien 

    12,4

    Nova Chemicals Corp. Petrochemie

    3,6

    Methanex Corp. Methanol

    3,7

    * Globaler Umsatz.Quelle: Unternehmenabschlüsse 2024

    Zentrale Chemiecluster befinden sich in Ontario, Québec und Alberta

    Rund zwei Drittel der Chemiebetriebe befinden sich in Ontario und Québec, das restliche Drittel vor allem in Alberta. Ontario ist das stärkste Zentrum: Fast 40 Prozent der nationalen Chemieproduktion entfallen auf die Provinz, gefolgt von Alberta (24 Prozent) und Québec (19 Prozent).

    Ontario verfügt über eine besonders diversifizierte Wertschöpfung: Von Industriechemikalien und Kunstharzen über Düngemittel und raffinierte Erdölprodukte bis hin zur industriellen Biotechnologie. Wichtige Cluster sind:

    • Sarnia‑Lambton (Petrochemie, Wasserstoff, Raffineriechemie)
    • Greater Toronto Area (Pharma, Spezialchemie, Forschung und Entwicklung (F&E)
    • Niagara / Ost‑Ontario (Industrielle Fertigung, Kunststoffe)

    Alberta bleibt eines der wichtigsten Petrochemiezentren Nordamerikas. Neben dem etablierten Komplex in der Region Edmonton–Calgary, der jährlich rund 12 Milliarden US$ erwirtschaftet, prägen neue Großprojekte zunehmend den Standort. Besonders hervorzuheben ist Dows geplantes Path2Zero‑Projekt in Fort Saskatchewan: Der Konzern investiert rund 6,5 Milliarden US$ in den weltweit ersten klimaneutralen Ethylen‑ und Polyethylen‑Komplex, dessen erste Phase nun für 2029 erwartet wird.

    Auch die Wasserstoffwirtschaft wächst: Air Products errichtet in Edmonton eine Wasserstoffanlage mit Netto‑Null‑Emissionen im Wert von rund 1 Mrd. US$ und stärkt damit die Entwicklung emissionsarmer chemischer Wertschöpfung. Bereits seit 2022 trägt Inter Pipelines Heartland Petrochemical Complex mit einer Kapazität von 525.000 Tonnen Polypropylen jährlich zur industriellen Diversifizierung bei.

    Zusätzliche Förderprogramme für CO₂‑Abscheidung und kohlenstoffarmen Wasserstoff – darunter gezielte CCS‑Investitionen auf Bundesebene – erhöhen die Attraktivität emissionsärmerer Verfahren und unterstreichen Albertas strategische Ausrichtung hin zu klimafreundlicherer Petrochemie.

    Québec konzentriert sich auf anorganische Chemikalien, petrochemische Produkte und Spezialchemie – insbesondere in der Region Montréal sowie entlang des Sankt‑Lorenz‑Stroms. Die Provinz ist zudem ein Standort für nachhaltigkeitsorientierte Chemieprojekte und zunehmend attraktiv für Investitionen in hochwertige Spezialsegmente.

    Von Heiko Steinacher | Toronto

  • CETA erleichtert den Marktzugang, doch Deutschlands Anteil an Kanadas Chemieimporten bleibt mit rund fünf Prozent moderat. Größter Partner bleibt die USA.

    Die USA waren für Kanada auch 2025 mit großem Abstand der wichtigste Export‑ und Importpartner im Chemiesektor. Im Jahr 2024 entfielen rund 49 Prozent der Chemieimporte Kanadas auf die Vereinigten Staaten. Deutschland lieferte im selben Jahr rund 5,6 Prozent der kanadischen Chemieimporte und lag damit leicht über dem Niveau von 2023.

    Wichtigste Warengruppe bleiben pharmazeutische Erzeugnisse, die etwa zwei Drittel der deutschen Chemielieferungen ausmachen. In der Einfuhr von Basischemikalien konnte Deutschland seinen Marktanteil gegenüber 2020 ausbauen und lag 2024 ebenfalls im mittleren einstelligen Prozentbereich.

    Eine grundlegende Neuausrichtung der kanadischen Handelspolitik hat im Chemiesektor bislang nicht stattgefunden. Zwar verzeichnete Kanada 2024 steigende Handelsströme aus dem Indo‑Pacific‑Raum und Lateinamerika, doch diese Entwicklungen haben an der dominanten Stellung der USA nichts geändert. Die Industrieintegration im nordamerikanischen Markt bleibt hoch, auch vor dem Hintergrund der Energie‑ und Investitionspolitik beider Länder.

    Die Chemieindustrie begrüßt CETA

    Die Chemieindustrie begrüßt das EU-Kanada Freihandelsabkommen CETA. Auch wenn Kanada schon vor der vorläufigen Anwendung des Abkommens keine Zölle auf Chemieerzeugnisse aus der EU erhob, bietet CETA wichtige Vorteile beim Abbau technischer Handelshemmnisse. Für chemienahe Produkte sind solche regulatorischen Fragen oft relevanter als Zollsätze. Dazu zählen beispielsweise Verfahrens‑ und Prüfanforderungen in spezialisierten Produktionsbereichen, die bislang Exporte erschweren konnten. Mit vollständigem Inkrafttreten des Abkommens erwartet die Branche zusätzliche Erleichterungen, insbesondere durch die engere Kooperation beider Seiten in Regulierungsfragen.

    Gesetzesgrundlage für die Ein- und Ausfuhrvorschriften vieler Waren ist der "Export and Import Permits Act". Danach können besondere Importkontrollen und Mengenbeschränkungen für Waren definiert werden, darunter auch für chemische Produkte. Betroffene Waren sind in der zu dem Gesetz gehörigen "Import Control List" aufgeführt.

    Wichtige Rahmenbedingungen für den Handel mit chemischen Erzeugnissen

    Die ''Consumer Chemicals and Containers Regulations '' legen Kriterien für die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung chemischer Verbraucherprodukte fest. Weitere gesetzliche Vorschriften beinhalten die im Rahmen des Canadian Environmental Protection Act von 1999 (Teil 6) geschaffenen ''New Substances Notification Regulations“ sowie die ''Food and Drug Regulations“. Letztgenannte legen die Anforderungen an die Herstellung, Verpackung, Kennzeichnung, Lagerung, Einfuhr, Verteilung und den Verkauf von Lebensmitteln sowie von verschreibungspflichtigen und nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in Kanada fest. Das Gesetz enthält auch die gesetzlichen Bestimmungen für klinische Versuche mit Arzneimitteln.

    Hersteller von Medikamenten benötigen für Import, Produktion und Vertrieb in Kanada eine' ''Drug Establishment Licence“ des Gesundheitsministeriums Health Canada. Für Zollfragen und Einfuhrverfahren ist die Canada Border Services Agency zuständig.

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Heiko Steinacher | Toronto

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Germany Trade & Invest

    Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft

    AHK Kanada 

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Innovation, Science and Economic Development Canada

    Ministerium für Industrie
    Health CanadaGesundheitsministerium
    Statistics CanadaKanadische Statistikbehörde
    Chemistry Industry Association of CanadaVerband der Chemieindustrie
    Responsible Distribution Canada (Vormals Canadian Association of Chemical Distributers)Verband der Chemikalienhändler
    Canadian Paint and Coatings Association (CPCA) Verband der Hersteller von Farben und Beschichtungen
    Canadian Generic Pharmaceutical Association (CGPA)Verband der Hersteller von Generika
    Chemical Institute of Canada (CIC) Fachverband für Wissenschaft, Industrie
    Canadian PlasticsFachmagazin für die Kunststoffbranche

    Canadian Coatings Conference 

    Konferenz und Messe, 

    Toronto, Mai 2026 

    PetroChem Canada 

    Konferenz und Messe, 

    Sarnia, Juni 2027 

     

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