Der Industriesektor trägt fast ein Viertel zur malaysischen Wirtschaft bei. Die Regierung will dessen Wertschöpfung weiter erhöhen und setzt dabei auf ausländische Investitionen.
Malaysia punktet beim Standortwettbewerb in Südostasien mit wirtschaftlicher und politischer Stabilität. Bei der Elektronikfertigung oder der Öl- und Gasförderung ist das Land in der Region führend. Allerdings sind viele Branchen - beispielweise die Halbleiterindustrie - auf Vorprodukte aus China angewiesen. Die Petrochemie ist vor allem im Upstream-Prozess und bei Grundprodukten stark aufgestellt, während die Veredelung und Weiterverarbeitung zu Enderzeugnissen wie Kunststoffen oder Arzneimitteln meist noch im Ausland erfolgen.
Die malaysische Regierung will mit ihrem 2023 vorgestellten New Industrial Masterplan bis 2030 den Industriesektor ausbauen und die Wertschöpfung in Schlüsselbranchen wie Öl und Gas, Elektronik und Automotive erhöhen. Gleichzeitig sollen neue Wachstumsindustrien wie Aerospace, Life-Sciences oder die Digitalwirtschaft global wettbewerbsfähig gemacht werden. Auch der Energiesektor befindet sich im Transformationsprozess: Malaysia soll bis 2050 klimaneutral sein und den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll sich auf 70 Prozent verdreifachen.
0,9
Mio.
Menschen lebten 2025 in Zypern.
Quelle: Eurostat 2026
38,7
Mrd.
US-Dollar betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 laut Schätzung.
Quelle: IWF 2026
42.410
US-Dollar machte das BIP pro Kopf damit 2025 aus.
Quelle: IWF 2026
Rang 72
belegte Zypern 2025 unter den deutschen Exportzielen.
Quelle: Destatis 2026
Rang 49
nimmt Zypern im Corruption Perceptions Index 2025 ein (unter 182 Ländern).
Quelle: Transparency International 2026
0,6
%
betrug die Analphabetenquote im Jahr 2021.
Quelle: CIA 2025
Ausführliche Informationen zur Wirtschaft finden Sie in den Wirtschaftsdaten kompakt.
Um das Land in die nächste Wachstumsphase zu führen, will alleine der malaysische Staat insgesamt 145 Milliarden US-Dollar (US$) bis 2030 investieren. Im Mittelpunkt der Ausgabenprogramme stehen Digitalisierung und Dekarbonisierung des Industriesektors, Forschung und Entwicklung in Zukunftsbranchen und die Stärkung des Bildungssektors, insbesondere der beruflichen Bildung. Zudem sind Investitionen in die Digital- und Verkehrsinfrastruktur geplant. Ziel ist es, Malaysias Position als Logistikdrehscheibe für die regionalen und globalen Warenströme zu festigen.
Enge Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Malaysia
Die damit verbundenen Investitionsvorhaben bieten deutschen Unternehmen interessante Geschäftschancen. Deutschland belegte 2024 bei den von der Investment-Behörde MIDA genehmigten ausländischen Investitionen mit umgerechnet 7 Milliarden US$ nur knapp hinter den USA den 2. Platz.
Malaysia ist zudem hinter Singapur der zweitwichtigste deutsche Absatzmarkt in Südostasien. Die deutschen Exporte nach Malaysia beliefen sich 2025 auf 5,9 Milliarden Euro und die Einfuhren sogar auf 10,7 Milliarden Euro. Das Land ist Deutschlands drittgrößter Lieferant von Halbleitern und damit ein wichtiges Glied in den Lieferketten der deutschen Industrie.
"Die deutsch-malaysischen Wirtschaftsbeziehungen, die auf jahrzehntelanger Zusammenarbeit, technologischem Austausch und gegenseitigen Investitionen beruhen, sind gut positioniert, um sich weiter zu vertiefen."
Hannes Farlock, Geschäftsführer AHK Malaysia
Deutsche Unternehmen bewerten Standort überwiegend positiv
Die deutschen Unternehmen in Malaysia bewerten ihre Geschäftsaktivitäten größtenteils positiv. In der Herbstausgabe des World Business Outlook 2025 der deutschen Auslandshandelskammern (AHK) bezeichneten 87 Prozent der befragten Firmen ihre aktuelle Situation als gut oder zufriedenstellend. Für 2026 erwartet die Hälfte der deutschen Unternehmen in Malaysia eine weitere Verbesserung ihrer geschäftlichen Aktivitäten und 43 Prozent eine stabile Entwicklung. Fast jedes Dritte will seine Investitionen 2026 hochfahren, knapp die Hälfte auf dem Niveau des Vorjahres halten. Zudem gaben 49 Prozent der Befragten an, dass sie 2026 ihre Belegschaft aufstocken wollen.
Qualifiziertes Personal zu finden, zählt aber für 37 Prozent der deutschen Unternehmen zu den Herausforderungen in Malaysia. Auch die hohe Regelungsdichte und die zum Teil langwierigen bürokratischen Prozesse können die Geschäftstätigkeit belasten. Daneben bewerten die Firmen vor allem externe Faktoren wie eine schwächere Nachfrage auf dem Weltmarkt sowie mögliche negative Auswirkungen durch die US-Handelspolitik als Risiken für ihre Geschäftsaktivitäten.
SWOT-Analyse Malaysia
S
Stärken
Strengths
- Bedeutender Hersteller von Halbleitern
- Politisch stabil mit westlich orientiertem Rechtssystem
- Zentrale Lage und gute Infrastruktur
- Umfassende Förderung von Investitionen
- Hoher Bildungsstand im regionalen Vergleich
W
Schwächen
Weaknesses
- Kleiner Binnenmarkt
- Hohe Importabhängigkeit bei Vorprodukten
- Zeitintensive Verwaltungsvorgänge
- Fachkräftemangel im Industriesektor
O
Chancen
Opportunities
- Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung
- Diversifizierung von Lieferketten
- Dekarbonisierung der Energieversorgung
- Besserer Marktzugang durch geplantes EU-Freihandelsabkommen
- Förderung von seltenen Erden geplant
T
Risiken
Threats
- Wettbewerbsnachteile durch US-Handelsabkommen
- Abwanderung von hochqualifizierten Fachkräften
- Niedrige Innovationskraft
Mehr High-Value-Produktion im Industriesektor
Malaysias verarbeitende Industrie trug 2024 fast ein Viertel zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Im Rahmen ihrer Industriestrategie NIMP 2030 will die Regierung die Bruttowertschöpfung im Industriesektor bis 2030 um 60 Prozent auf 145 Milliarden US$ steigern und die Zahl der Beschäftigten soll um ein Fünftel auf 3,3 Millionen zulegen. Die Halbleiterproduktion soll in Richtung High-Value-Fertigungsschritte im Front-End-Prozess weiterentwickelt werden. Bei der Medizintechnik will man künftig auch medizinische Geräte statt wie bisher vor allem Verbrauchmaterialien herstellen.
Auch im Dienstleistungssektor, der rund 60 Prozent zum BIP beiträgt, werden High-Value-Services gezielt gefördert. Dabei stehen digitale Dienstleistungen im Bereich Künstliche Intelligenz oder der Betrieb von Rechenzentren im Fokus.
Der Bergbau trägt bislang 6 Prozent zum BIP bei, gehört aber zu den Zukunftsindustrien. Schätzungen zufolge verfügt Malaysia über die weltweit drittgrößten Ressourcen an seltenen Erden und will in die Förderung und Weiterverarbeitung dieser Rohstoffe einsteigen. Das könnte bis 2030 rund 1,6 Milliarden US$ zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.
Bedeutung der Wirtschaftszweige in MalaysiaAnteile in ProzentSektoren | Anteil am BIP 2024 | Anteil an den Beschäftigten 2024 |
|---|
Landwirtschaft | 6,3 | 5,5 |
Bergbau | 6,0 | 0,9 |
Verarbeitendes Gewerbe | 23,2 | 27,7 |
Baugewerbe | 4,0 | 14,0 |
Dienstleistungen | 60,5 | 51,9 |
Quelle: Department of Statistics Malaysia 2025
Hauptstadtregion ist das Wirtschaftszentrum
Die Wirtschaftsleistung konzentriert sich stark im sogenannten Klang Valley, das Kuala Lumpur und Teile des benachbarten Bundesstaates Selangor umfasst. Zusammengenommen tragen die beiden Bundesstaaten gut 40 Prozent zum BIP bei und bilden die wichtigste Logistikdrehscheibe des Landes. Der nördliche Bundesstaat Penang und der daran angrenzende Kulim High-Tech-Park bilden einen bedeutenden Standort für die Elektronik- und Halbleiterindustrie. Der südliche Bundesstaat Johor zählt zu den aufstrebenden Regionen und entwickelt sich zum führenden Standort für Datenzentren. Die 2025 gegründete Wirtschaftszone Johor-Singapore Special Economic Zone im Grenzgebiet zu Singapur könnte eine zusätzliche Wertschöpfung von bis zu 26 Milliarden US$ pro Jahr generieren, so die Prognose von Invest Johor.
Eckdaten der wichtigsten Bundesstaaten in Malaysia (2024) Gebiet | Anteil am BIP (in %) | BIP pro Kopf (in US$) *) | Bevölkerung (in Mio.) |
|---|
Selangor | 26,2 | 14.143 | 7,4 |
Kuala Lumpur u. Putrajaya | 16,1 | 29.263 | 2,2 |
Johor | 9,6 | 9.606 | 4,2 |
| Sarawak | 9,0 | 15.757 | 2,5 |
| Penang | 7,4 | 16.316 | 1,8 |
| Perak | 5,2 | 8.368 | 2,6 |
| Sabah | 5,1 | 6.567 | 3,7 |
| Pahang | 4,2 | 10.648 | 1,7 |
| Negeri Sembilan | 3,3 | 11.573 | 1,2 |
| Kedah | 3,3 | 5.851 | 2,2 |
* Umrechnungskurs für 2024: 1 US$ = 4,66 RMQuelle: Department of Statistics Malaysia 2025
Von
Boris Alex
|
Kuala Lumpur