Wirtschaftsstandort | Malaysia

Malaysia lockt Investoren aus Hightechbranchen

Bei der Standortwahl in Südostasien entscheiden sich viele Investoren für Malaysia. Die Rahmenbedingungen sind stabil und die Regierung lockt mit umfangreichen Förderprogrammen.

Boris Alex

Von Boris Alex | Kuala Lumpur

Malaysia hat sich über die letzten vier Jahrzehnte zu einem wirtschaftlichen Schwergewicht in Südostasien entwickelt. Für deutsche Exporteure ist das Land knapp hinter Singapur der wichtigste Absatzmarkt im ASEAN-Raum. Malaysias global wettbewerbsfähige Elektronikindustrie ist zudem einer der wichtigsten Lieferanten von Halbleitern nach Deutschland. Das Freihandelsabkommen mit der EU dürfte den deutsch-malaysischen Wirtschaftsbeziehungen zusätzlichen Schwung verleihen.

  • Der Industriesektor trägt fast ein Viertel zur malaysischen Wirtschaft bei. Die Regierung will dessen Wertschöpfung weiter erhöhen und setzt dabei auf ausländische Investitionen.

    Malaysia punktet beim Standortwettbewerb in Südostasien mit wirtschaftlicher und politischer Stabilität. Bei der Elektronikfertigung oder der Öl- und Gasförderung ist das Land in der Region führend. Allerdings sind viele Branchen - beispielweise die Halbleiterindustrie - auf Vorprodukte aus China angewiesen. Die Petrochemie ist vor allem im Upstream-Prozess und bei Grundprodukten stark aufgestellt, während die Veredelung und Weiterverarbeitung zu Enderzeugnissen wie Kunststoffen oder Arzneimitteln meist noch im Ausland erfolgen.

    Die malaysische Regierung will mit ihrem 2023 vorgestellten New Industrial Masterplan bis 2030 den Industriesektor ausbauen und die Wertschöpfung in Schlüsselbranchen wie Öl und Gas, Elektronik und Automotive erhöhen. Gleichzeitig sollen neue Wachstumsindustrien wie Aerospace, Life-Sciences oder die Digitalwirtschaft global wettbewerbsfähig gemacht werden. Auch der Energiesektor befindet sich im Transformationsprozess: Malaysia soll bis 2050 klimaneutral sein und den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung soll sich auf 70 Prozent verdreifachen.

    0,9 Mio.

    Menschen lebten 2025 in Zypern.

    Quelle: Eurostat 2026

    38,7 Mrd.

    US-Dollar betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 laut Schätzung.

    Quelle: IWF 2026

    42.410

    US-Dollar machte das BIP pro Kopf damit 2025 aus.

    Quelle: IWF 2026

    Rang 72

    belegte Zypern 2025 unter den deutschen Exportzielen.

    Quelle: Destatis 2026

    Rang 49

    nimmt Zypern im Corruption Perceptions Index 2025 ein (unter 182 Ländern).

    Quelle: Transparency International 2026

    0,6 %

    betrug die Analphabetenquote im Jahr 2021.

    Quelle: CIA 2025

    Ausführliche Informationen zur Wirtschaft finden Sie in den Wirtschaftsdaten kompakt.

    Um das Land in die nächste Wachstumsphase zu führen, will alleine der malaysische Staat insgesamt 145 Milliarden US-Dollar (US$) bis 2030 investieren. Im Mittelpunkt der Ausgabenprogramme stehen Digitalisierung und Dekarbonisierung des Industriesektors, Forschung und Entwicklung in Zukunftsbranchen und die Stärkung des Bildungssektors, insbesondere der beruflichen Bildung. Zudem sind Investitionen in die Digital- und Verkehrsinfrastruktur geplant. Ziel ist es, Malaysias Position als Logistikdrehscheibe für die regionalen und globalen Warenströme zu festigen.

    Enge Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Malaysia

    Die damit verbundenen Investitionsvorhaben bieten deutschen Unternehmen interessante Geschäftschancen. Deutschland belegte 2024 bei den von der Investment-Behörde MIDA genehmigten ausländischen Investitionen mit umgerechnet 7 Milliarden US$ nur knapp hinter den USA den 2. Platz. 

    Malaysia ist zudem hinter Singapur der zweitwichtigste deutsche Absatzmarkt in Südostasien. Die deutschen Exporte nach Malaysia beliefen sich 2025 auf 5,9 Milliarden Euro und die Einfuhren sogar auf 10,7 Milliarden Euro. Das Land ist Deutschlands drittgrößter Lieferant von Halbleitern und damit ein wichtiges Glied in den Lieferketten der deutschen Industrie.

    "Die deutsch-malaysischen Wirtschaftsbeziehungen, die auf jahrzehntelanger Zusammenarbeit, technologischem Austausch und gegenseitigen Investitionen beruhen, sind gut positioniert, um sich weiter zu vertiefen."

    Hannes Farlock, Geschäftsführer AHK Malaysia

    Deutsche Unternehmen bewerten Standort überwiegend positiv

    Die deutschen Unternehmen in Malaysia bewerten ihre Geschäftsaktivitäten größtenteils positiv. In der Herbstausgabe des World Business Outlook 2025 der deutschen Auslandshandelskammern (AHK) bezeichneten 87 Prozent der befragten Firmen ihre aktuelle Situation als gut oder zufriedenstellend. Für 2026 erwartet die Hälfte der deutschen Unternehmen in Malaysia eine weitere Verbesserung ihrer geschäftlichen Aktivitäten und 43 Prozent eine stabile Entwicklung. Fast jedes Dritte will seine Investitionen 2026 hochfahren, knapp die Hälfte auf dem Niveau des Vorjahres halten. Zudem gaben 49 Prozent der Befragten an, dass sie 2026 ihre Belegschaft aufstocken wollen.

    Qualifiziertes Personal zu finden, zählt aber für 37 Prozent der deutschen Unternehmen zu den Herausforderungen in Malaysia. Auch die hohe Regelungsdichte und die zum Teil langwierigen bürokratischen Prozesse können die Geschäftstätigkeit belasten. Daneben bewerten die Firmen vor allem externe Faktoren wie eine schwächere Nachfrage auf dem Weltmarkt sowie mögliche negative Auswirkungen durch die US-Handelspolitik als Risiken für ihre Geschäftsaktivitäten.

    SWOT-Analyse Malaysia

    S

    Stärken Strengths

    • Bedeutender Hersteller von Halbleitern
    • Politisch stabil mit westlich orientiertem Rechtssystem
    • Zentrale Lage und gute Infrastruktur
    • Umfassende Förderung von Investitionen
    • Hoher Bildungsstand im regionalen Vergleich
    W

    Schwächen Weaknesses

    • Kleiner Binnenmarkt
    • Hohe Importabhängigkeit bei Vorprodukten
    • Zeitintensive Verwaltungsvorgänge
    • Fachkräftemangel im Industriesektor
    O

    Chancen Opportunities

    • Investitionen in Automatisierung und Digitalisierung
    • Diversifizierung von Lieferketten
    • Dekarbonisierung der Energieversorgung
    • Besserer Marktzugang durch geplantes EU-Freihandelsabkommen
    • Förderung von seltenen Erden geplant
    T

    Risiken Threats

    • Wettbewerbsnachteile durch US-Handelsabkommen
    • Abwanderung von hochqualifizierten Fachkräften
    • Niedrige Innovationskraft

    Mehr High-Value-Produktion im Industriesektor

    Malaysias verarbeitende Industrie trug 2024 fast ein Viertel zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei. Im Rahmen ihrer Industriestrategie NIMP 2030 will die Regierung die Bruttowertschöpfung im Industriesektor bis 2030 um 60 Prozent auf 145 Milliarden US$ steigern und die Zahl der Beschäftigten soll um ein Fünftel auf 3,3 Millionen zulegen. Die Halbleiterproduktion soll in Richtung High-Value-Fertigungsschritte im Front-End-Prozess weiterentwickelt werden. Bei der Medizintechnik will man künftig auch medizinische Geräte statt wie bisher vor allem Verbrauchmaterialien herstellen.

    Auch im Dienstleistungssektor, der rund 60 Prozent zum BIP beiträgt, werden High-Value-Services gezielt gefördert. Dabei stehen digitale Dienstleistungen im Bereich Künstliche Intelligenz oder der Betrieb von Rechenzentren im Fokus. 

    Der Bergbau trägt bislang 6 Prozent zum BIP bei, gehört aber zu den Zukunftsindustrien. Schätzungen zufolge verfügt Malaysia über die weltweit drittgrößten Ressourcen an seltenen Erden und will in die Förderung und Weiterverarbeitung dieser Rohstoffe einsteigen. Das könnte bis 2030 rund 1,6 Milliarden US$ zum Bruttoinlandsprodukt beitragen.

    Bedeutung der Wirtschaftszweige in MalaysiaAnteile in Prozent

    Sektoren

    Anteil am BIP 2024

    Anteil an den Beschäftigten 2024

    Landwirtschaft

    6,3

    5,5

    Bergbau

    6,0

    0,9

    Verarbeitendes Gewerbe

    23,2

    27,7

    Baugewerbe

    4,0

    14,0

    Dienstleistungen

    60,5

    51,9

    Quelle: Department of Statistics Malaysia 2025

    Hauptstadtregion ist das Wirtschaftszentrum

    Die Wirtschaftsleistung konzentriert sich stark im sogenannten Klang Valley, das Kuala Lumpur und Teile des benachbarten Bundesstaates Selangor umfasst. Zusammengenommen tragen die beiden Bundesstaaten gut 40 Prozent zum BIP bei und bilden die wichtigste Logistikdrehscheibe des Landes. Der nördliche Bundesstaat Penang und der daran angrenzende Kulim High-Tech-Park bilden einen bedeutenden Standort für die Elektronik- und Halbleiterindustrie. Der südliche Bundesstaat Johor zählt zu den aufstrebenden Regionen und entwickelt sich zum führenden Standort für Datenzentren. Die 2025 gegründete Wirtschaftszone Johor-Singapore Special Economic Zone im Grenzgebiet zu Singapur könnte eine zusätzliche Wertschöpfung von bis zu 26 Milliarden US$ pro Jahr generieren, so die Prognose von Invest Johor.

    Eckdaten der wichtigsten Bundesstaaten in Malaysia (2024)

    Gebiet

    Anteil am BIP (in %)

    BIP pro Kopf (in US$) *)

    Bevölkerung (in Mio.)

    Selangor

    26,2

    14.143

    7,4

    Kuala Lumpur u. Putrajaya

    16,1

    29.263

    2,2

    Johor

    9,6

    9.606

    4,2

    Sarawak

    9,0

    15.757

    2,5

    Penang

    7,4

    16.316

    1,8

    Perak

    5,2

    8.368

    2,6

    Sabah

    5,1

    6.567

    3,7

    Pahang

    4,2

    10.648

    1,7

    Negeri Sembilan

    3,3

    11.573

    1,2

    Kedah

    3,3

    5.851

    2,2

    * Umrechnungskurs für 2024: 1 US$ = 4,66 RMQuelle: Department of Statistics Malaysia 2025

    Boris Alex

    Von Boris Alex | Kuala Lumpur

  • Malaysia konzentriert sich bei der Investitionsförderung auf Zukunftsbranchen und lockt Hightechfirmen mit günstigen Standortbedingungen und niedrigen Steuern. 

    Ausländische Investitionen sind für die wirtschaftliche Entwicklung Malaysias von großer strategischer Bedeutung. Der Binnenmarkt ist mit 35 Millionen Konsumenten im Vergleich zu anderen südostasiatischen Staaten klein und der Außenhandel trägt etwa 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Um auch künftig High-Value-Produkte zu exportieren, ist die Wirtschaft zunehmend auf ausländische Technologien und Know-how angewiesen. Ausländische Investitionen in Zukunftsbranchen werden daher in besonderem Maße von der Regierung gefördert.

    Zentrale Lage und günstige Energie - aber Fachkräftemangel

    Investoren schätzen an Malaysia die politische Stabilität und die im regionalen Vergleich hohe Rechtssicherheit. Die strategisch günstige Lage an der Straße von Malakka, durch die ein Drittel des weltweiten Warenhandels läuft, macht das Land für die Exportwirtschaft attraktiv. Mit seinen vergleichsweise niedrigen Energie- und Grundstückspreisen konnte Malaysia in den letzten Jahren Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie von Singapur über die Grenze in den Bundesstaat Johor locken.

    Zu den größten Herausforderungen für ausländische Investoren zählt die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal, insbesondere in der verarbeitenden Industrie. Im 3. Quartal 2025 waren hier knapp 115.000 Stellen unbesetzt und damit 5 Prozent mehr als im Quartal davor. Im Rahmen der malaysischen Bumiputera-Politik gelten zudem in bestimmten Branchen wie Telekommunikation Vorgaben zu lokalen Beteiligungen und zur Besetzung von Geschäftsführerposten. Die Verwaltungsverfahren zur Erlangung von Investitions- und Geschäftslizenzen können bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen.

    Die Attraktivität für ausländische Investoren spiegelt sich in den Daten des World Investment Report der UNCTAD (United Nations Conference on Trade and Development) wieder. In den letzten zehn Jahren hat sich der Bestand an Foreign Direct Investment (FDI) auf 223 Milliarden US-Dollar (US$) nahezu verdoppelt. Das Land zog 2024 ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 11,3 Milliarden US$ an, ein Drittel mehr als im Vorjahr. Schätzungen zufolge gibt es etwa 5.000 ausländische Unternehmen mit Sitz in Malaysia, rund 800 davon sind deutsche Firmen.

    Freihandelsabkommen mit der EU soll Investitionen erleichtern

    Zwischen Deutschland und Malaysia besteht ein Investitionsschutz- und ein Doppelbesteuerungsabkommen. Seit Januar 2025 verhandeln die EU und Malaysia über ein Freihandelsabkommen, das unter anderem Erleichterungen für Investoren im Bereich erneuerbare Energien und im Telekommunikationssektor umfassen soll. Mit einem FDI-Bestand von 8,1 Milliarden US$ im Jahr 2023 zählt Deutschland zu den wichtigsten Investoren aus der EU. Die malaysische Investitionsbehörde MIDA (Malaysian Development Investment Authority) erhebt detaillierte Daten zu genehmigten Investments, die allerdings nicht gleichbedeutend mit den FDI-Zahlen der UNCTAD sind.

    Demnach gingen die ausländischen Investments auf Basis der heimischen Währung Ringgit 2024 um 10 Prozent auf umgerechnet 37 Milliarden US$ zurück. Deutschland lag mit knapp 7 Milliarden US$ auf Rang 2, knapp hinter den USA und vor China. Im 1. Halbjahr 2025 legten die insgesamt genehmigten Investitionen um 44 Prozent auf 26 Milliarden US$ zu. Zu den größten deutschen Investoren in Malaysia zählen unter anderem Infineon, B. Braun, Bosch, Beckhoff, Dräxlmaier und BASF. Deutsche Unternehmen nutzen den Standort sowohl für Produktionen als auch als Service-, Distributions- und Logistikzentrum für die ASEAN-Region.

    Wenige Regionen dominieren bei Investments

    Mit einem Volumen von 11 Milliarden US$ entfiel ein Drittel der genehmigten Investitionen 2024 auf die Elektronik- und Halbleiterproduktion. Weitere wichtige Industriesektoren waren Automotive mit 2,4 Milliarden US$ sowie Chemie und Maschinenbau mit jeweils rund 1,4 Milliarden US$. Im Dienstleistungssektor wurden mit knapp 14 Milliarden US$ die meisten Investments in der Informations- und Kommunikationsbranche genehmigt. Malaysias Hauptstadtregion mit Kuala Lumpur und dem Bundesstaat Selangor sowie die Industrieregion Penang und Kedah zogen jeweils 40 Prozent der gesamten Investments an.

    Investitionsförderung: Maßgeschneiderte Lösungen für Investoren

    Die Investitionsbehörde MIDA ist die zentrale Anlaufstelle für ausländische Unternehmen mit Investitionsabsichten. Die MIDA-Vertretung in Frankfurt am Main betreut Investoren aus Deutschland. Die Bundesstaaten haben außerdem eigene Wirtschaftsfördergesellschaften. Das Online-Portal i-Incentives bietet aber erstmal eine Übersicht der Förderinstrumente der Zentralregierung. Die wichtigsten sind der Pioneer Status und die Investment Tax Allowance (ITA), die ausländischen Investoren aus ausgewählten Branchen sowie Herstellern von speziellen Produkten Steuervergünstigungen und Einfuhrzollbefreiungen einräumen.

    Daneben gibt es Anreize für Investitionen in Forschung und Entwicklung, für Qualifizierungsmaßnahmen von Beschäftigten oder für Umweltschutzmaßnahmen. Für die Unternehmen, die sich in der Anfang 2025 gegründeten Johor-Singapore Special Economic Zone (JS-SEZ) ansiedeln wollen, wurde ein Incentive-Paket geschnürt, das unter anderem einen reduzierten Körperschaftssteuersatz von 5 Prozent statt 24 Prozent für bis zu 15 Jahre vorsieht. Die Förderfähigkeit von Investitionen und die Incentive-Programme werden von der Regierung im Rahmen der jährlichen Haushaltsplanung überprüft und angepasst. 

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Boris Alex

    Von Boris Alex | Kuala Lumpur

  • BezeichnungAnmerkung
    Malaysian-German Chamber of Commerce (AHK Malaysia)Anlaufstelle für deutsche Unternehmen
    Ministry of Investment, Trade and Industry (MITI)Ministerium für Investitionen und Handel
    Malaysian Investment Development Authority (MIDA)Investitionsbehörde, Zweigstelle in Frankfurt/Main
    Malaysia Digital Economy Corporation (MDEC)Förderprogramme im Bereich Digitalisierung
    i-IncentivesOnline-Portal für Förderinstrumente der Regierung
    Europäische KommissionEU-Informationsportal zum Freihandelsabkommen mit Malaysia