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Rahmenbedingungen

Für Projekte in der slowakischen Abfallwirtschaft gibt es großzügige Fördermittel. Der Wettbewerb in der Branche ist intensiv, auch viele ausländische Unternehmen sind im Geschäft.

Von Gerit Schulze | Bratislava

Um die Abfallsammlung und -entsorgung in der Slowakei kümmern sich sowohl kommunale als auch rein private Unternehmen. Sofern Projekte mit öffentlichen Geldern finanziert werden, sind die Ausschreibungen öffentlich zugänglich. Sie können über das Webportal UVO eingesehen werden.

Gute Fördermöglichkeiten für Investitionsprojekte

Neue Projekte in der slowakischen Abfallwirtschaft werden häufig aus EU-Fonds finanziert. Für die Entsorgungswirtschaft ist vor allem das Operationelle Programm Slowakei interessant.

Konkrete Förderung für die Abfallwirtschaft gibt es über die Unterprogramme 2.6 (Übergang zur Kreislaufwirtschaft), 2.7. (Umweltschutz und Minderung der Umweltverschmutzung) und 8.1 (Klimaziele und ihre Wirkungen auf Wirtschaft, Arbeitsmarkt etc.). Noch im 1. Quartal 2026 ist ein neuer Förderaufruf zum Bau von Abfallsortierzentren geplant. Dafür stehen 4,8 Millionen Euro bereit.

Außerdem kann die Slowakei Geld aus dem Modernisierungsfonds abschöpfen, um ihre Abfallwirtschaft zu modernisieren. Hier kommt vor allem der sogenannte Environmentálny Fond in Frage.

Neben Mitteln aus EU-Fonds stellt der Staat auch eigene Finanzierung bereit. Sie speist sich aus Gebühren für die Deponierung und Schlammablagerung. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die in der Abfallwirtschaft tätig sind oder durch ihre Produktion nachweislich die Abfallmenge reduzieren. Auch deutsche Produktionsbetriebe in der Slowakei könnten davon profitieren. Gefördert werden Vorhaben zur Abfallvermeidung und Ressourceneffizienz, zur Wiederverwendung und für Sortier, Aufbereitungs und Recyclinganlagen. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Umweltfonds.

Engpässe bei der Personalsuche

Branchenexperten berichten, dass in der Abfallwirtschaft zunehmend Mitarbeiter fehlen. Vielen Unternehmen gelingt es nicht, Fahrerstellen zu besetzen oder Hilfskräfte für die Sortieranlagen zu finden. Für junge Menschen sei der Erwerb des Führerscheins oft zu teuer und kompliziert. Technisch qualifizierte Beschäftigte gibt es kaum am Markt. Die fehlenden Positionen besetzen die Abfallwirtschaftsbetriebe zunehmend mit ausländischen Arbeitskräften.

Preisabsprachen im Visier des Kartellamts

Das Geschäftsgebaren in der slowakischen Abfallwirtschaft ist nicht immer transparent. Die Antimonopolbehörde PMÚ leitet regelmäßig Verfahren wegen Wettbewerbsverzerrungen ein. Besonders Preisabsprachen und koordinierte Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen sind Kritikpunkte der Kartellbehörde.

Mehr Kontrolle über Deponiebetreiber

Eine Novelle des Abfallgesetzes erschwert seit Oktober 2025 den Betreiberwechsel bei Deponien. Das soll unseriöse Dienstleister vom Markt verdrängen. Es ist nun die Zustimmung der staatlichen Verwaltungsbehörde nötig. Voraussetzung sind mindestens drei Jahre Erfahrung in der Branche. Außerdem müssen neue Betreiber künftig ausreichend finanzielle Mittel für deren Schließung, Rekultivierung und das spätere Monitoring nachweisen. Das soll verhindern, dass am Ende der Staat oder die Kommunen für die Deponiesanierung aufkommen müssen.

Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union (EU) sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern. Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa Deutsches Institut für Normung e.V.).

Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

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