Branchen | USA | Bergbau und Rohstoffe
Deutsche Ausfuhren von Bergbautechnik in die USA gehen nach oben
Der Sektor bekommt viel Unterstützung aus dem Weißen Haus und erhöht seine Investitionen, insbesondere in effizienzsteigernde Technologien. Davon profitieren deutsche Unternehmen.
29.06.2026
Im Bergbau ticken die Uhren anders. Hier haben Investitionsprojekte einen Planungshorizont von mehreren Jahrzehnten. Daher ist in dem Sektor von der Aufregung, die Donald Trumps erratische Zollpolitik in vielen Bereichen der US-Wirtschaft ausgelöst hat, relativ wenig zu spüren. Ganz im Gegenteil: Insbesondere der Handelskonflikt hat Washington in aller Dringlichkeit vor Augen geführt, wie wichtig es ist, die Importabhängigkeit des Landes von kritischen Rohstoffen zu reduzieren.
Dabei setzen die USA einerseits auf Rohstoffpartnerschaften mit befreundeten Nationen und zugleich auf eine Ausweitung der nationalen Produktion. So unterzeichnete Trump seit Amtsantritt mehrere Dekrete zur Unterstützung von fossilen Energien und zur Rohstoffsicherung. In der Folge kann der Bergbau mit beschleunigten Genehmigungsverfahren und weniger strengen Umweltauflagen rechnen. Grundsätzlich dürften die nationalen Förderkapazitäten steigen.
| Produkt | Menge | Anteil |
|---|---|---|
| Sand und Kies | 120.000 | 28 |
| Salz | 40.000 | 15 |
| Molybdän | 40.000 | 15 |
| Gips | 20.000 | 13 |
| Sodaasche | 12.000 | 17 |
| Rhenium | 9.800 | 12 |
| Kieselgur | 720 | 29 |
| Beryllium | 230 | 54 |
| Vermiculit | 100 | 22 |
Es ist aber nur von einem moderaten Wachstum auszugehen, denn der Abbau vieler Rohstoffe ist preislich einfach nicht wettbewerbsfähig. Die Löhne sind in den USA viel zu hoch und es gelten strengere Umweltschutzauflagen als in den meisten Entwicklungs- und Schwellenländern. Daran kann auch Washington nicht viel ändern, denn die Umweltgesetzgebung und deren Überprüfung fällt zumeist in die Zuständigkeit der Bundesstaaten.
Rückenwind aus dem Weißen Haus dürfte Absatz beschleunigen
Über die Größe und die Dynamik des Marktes für Bergbauausrüstungen gibt es voneinander abweichende Angaben. Grand View Research kommt für 2024 auf einen Wert von knapp 18 Milliarden US-Dollar (US$) und erwartet bis 2030 einen Anstieg auf gut 22 Milliarden US$. Die zu erwartende Inflation eingerechnet, dürfte sich damit ein minimales Realwachstum ergeben. Modor Intelligence beziffert den Markt für Nordamerika für 2025 auf gut 20 Milliarden US$ und geht für 2031 von einem Wert mehr als 28 Milliarden US$ aus. Rund 55 Prozent des Geschäfts entfallen dabei auf Untertageausrüstungen.
Überdurchschnittliches Potenzial sehen Berater bei elektrisch betriebenen Maschinen. Die Minengesellschaften experimentierten zunehmend mit solchen Geräten. Unter Tage bringen sie den großen Vorteil, dass keine Abgase anfallen, kein Sauerstoff verbraucht wird und wesentlich weniger Wärme und Lärm verursacht werden. Der Verschleiß ist geringer und die Produktivität steigt, weil sofort maximales Drehmoment zur Verfügung steht. Zugleich sinken die Ausgaben für Belüftung und Kühlung. Dafür steigen Gewicht und Anschaffungskosten.
Fachkräftemangel und erschöpfte Minen beflügeln Investitionen
Zugleich streben die Betreiber eine höhere Effektivität ihrer Maschinen an. Die Minen sind infolge des intensiven Abbaus der letzten Jahrzehnte zunehmend erschöpft und der Metallgehalt der Erze sinkt. Um den gleichen Ertrag zu erzielen, müssen immer größere Anlagen eingesetzt werden. Marktforscher erwarten ein überdurchschnittliches Wachstum bei Maschinen und Fahrzeugen mit einer Leistung von mehr als 2.000 PS.
Ein weiterer Trend ergibt sich aus der Lage auf dem Arbeitsmarkt. In den USA herrscht nahezu Vollbeschäftigung, laut der National Mining Association betrug der durchschnittliche Monatslohn unter Tage 2025 rund 8.300 US$. Trotz der hohen Gehälter zieht es viele Arbeitskräfte in weniger anstrengende und mit weniger Gesundheitsrisiken behaftete Berufe. Die Unternehmen setzen daher verstärkt auf Automatisierung und autonome Systeme.
Ausländische Anbieter bislang gut im Geschäft
Die größten Anbieter von Bergbaumaschinen in den Vereinigten Staaten sind Caterpillar, Liebherr und Epiroc. Zu den weiteren wichtigen Branchenherstellern gehören Sany, Doosan, CNH Industrial, Deere & Company (John Deere) sowie Komatsu. Damit spielen ausländische Maschinenbauer eine gewichtige Rolle im Markt.
Die meisten dieser Firmen vollziehen Fertigungs- und Montageschritte in den USA. Doch oft werden Kernkomponenten in der Heimat gefertigt. Dort finden zumeist auch Forschung und Entwicklung statt. Eine komplette Verlagerung der Produktion in die USA gestaltet sich wegen des Fachkräftemangels schwierig, insbesondere im produzierenden Gewerbe.
Deutsche Lieferungen boomen – chinesische Importe implodieren
Im Jahr 2025 importierten die USA Bergbaumaschinen (ohne Bagger) im Wert von rund 2 Milliarden US$, berichtet die International Trade Commission. Rund drei Viertel der Lieferungen bestanden aus Bohrtechnologie und Tunnelbaumaschinen. Sie kommen auch in anderen Sektoren wie dem Erdöl- und Gassektor oder dem Tiefbau zum Einsatz.
Die deutschen Lieferungen waren 2025 um 5 Prozent auf über 200 Millionen US$ gewachsen. In den ersten vier Monaten 2026 verdoppelten sie sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu. Im Gegenzug waren die entsprechenden Einfuhren aus China 2025 um 18 Prozent geschrumpft und gaben in den ersten drei Monaten 2026 um nochmals gut 42 Prozent nach.
Zölle auf Aluminium und Stahl belasten das Importgeschäft. Sie führen zu einem erheblichen bürokratischen Mehraufwand, denn es muss der jeweilige Metallgehalt ermittelt werden – und Maschinen bestehen aus Hunderten von Einzelteilen. Allerdings gelten zahlreiche Ausnahmen von den Zöllen. Zudem gibt es die First Sale Rule: Unter bestimmten Voraussetzungen haben US-Importeure die Möglichkeit, den Zollwert anhand des Preises eines früheren Verkaufs zu bestimmen.
Strukturdaten zum Bergbau
Insgesamt summierte sich die wertmäßige Förderung des US-Bergbaus laut dem U.S. Geological Survey 2025 auf einen Rekordwert von fast 140 Milliarden US$. Gegenüber dem Vorjahr kommt dies einem Plus von 5 Prozent gleich. Der Sektor beschäftigte zusammen mit seinen nachgelagerten Industrien laut der Behörde 2025 fast 1,9 Millionen Menschen.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Anzahl Firmen (2024), davon | 13.382 |
| Übertage-Minen | 12.217 |
| Untertage-Minen | 515 |
| Produktionswert (in Milliarden US$) | 139,4 |
| Mitarbeiter (in 1.000), davon | 1.860 |
| in Minen | 190 |
| Exporte (in Milliarden US$) 2) | 43,5 |
| Importe (in Milliarden US$) 2) | 15,5 |