Rechtsbericht | USA | Lebensmittelrecht
Neue Vorgaben zur Lebensmittelsicherheit in den USA
Die Neufassung des Food Code in den USA bringt neue Regelungen zur Lebensmittelsicherheit, erweitert bestehende Vorgaben und schafft zusätzliche Spielräume.
13.10.2026
Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat Ende September 2026 eine neue Ausgabe des FDA Food Code veröffentlicht. Es handelt sich dabei um die erste vollständige Neuausgabe seit 2022. Der Food Code enthält Musteranforderungen und Empfehlungen zur Lebensmittelsicherheit für Betriebe, in denen Lebensmittel zubereitet oder verkauft werden (zum Beispiel Restaurants oder Supermärkte). Ziel ist es, einheitliche Standards zu fördern und Verbraucher besser vor lebensmittelbedingten Erkrankungen zu schützen.
Zu berücksichtigen ist allerdings, dass der Food Code kein unmittelbar geltendes Bundesgesetz ist, sondern er dient den US-Bundesstaaten und lokalen Behörden als Vorlage für ihre eigenen gesetzlichen Regelungen. Die US-Bundesstaaten können ihn vollständig oder teilweise übernehmen und an ihre jeweiligen eigenen Anforderungen anpassen.
Zu den wichtigsten neue Regelungen des Food Code zählen zusätzliche Dokumentationspflichten beim Umgang mit der Erkrankung von Arbeitnehmern. Ferner wird ein stärkerer Fokus auf die Kühlung von Lebensmitteln gelegt.
Schriftliche Richtlinie für erkrankte Arbeitnehmer
Eine wesentliche Änderung betrifft den Umgang mit Erkrankungen von Arbeitnehmern. Nach den neuen Vorgaben müssen Betriebe eine schriftliche Richtlinie für den Umgang mit Erkrankungen von Arbeitnehmern in Rahmen des Betriebs ausarbeiten und diese gegebenenfalls der zuständigen Aufsichtsbehörde auf Anfrage zur Verfügung stellen.
Für Betriebe bedeutet dies, dass sie entsprechende Verfahren zur Meldung von Erkrankungen, die zum Beispiel zum Ausschluss von Arbeitnehmern führen, nicht nur praktisch umsetzen müssen, sondern auch nachvollziehbar dokumentieren müssen. Die konkrete rechtliche Verbindlichkeit hängt allerdings davon ab, ob und in welcher Form die jeweilige zuständige Behörde die Regelungen übernehmen wird.
Neue Möglichkeiten bei der Kühlung von Lebensmitteln
Der Food Code 2026 erweitert die Möglichkeiten in Bezug auf die Kühlung gegarter Lebensmittel, die aus Gründen der Lebensmittelsicherheit zeit- und temperaturunabhängig kontrolliert werden müssen (Time/Temperature Control for Safety). Neben den etablierten beziehungsweise herkömmlichen Verfahren können unter bestimmten Voraussetzungen nunmehr auch alternative Kühlmethoden, die bisher im Food Code nicht vorgesehen gewesen sind, eingesetzt werden. Dafür gelten festgelegte Kontrollbedingungen; gegebenenfalls ist eine Genehmigung der zuständigen Behörde erforderlich. Neu ist insbesondere die Möglichkeit, gegarte, kühlpflichtige Lebensmittel nach behördlicher Genehmigung in höchstens fünf Zentimeter tiefen Schichten offen in einer geeigneten Kühleinrichtung abzukühlen.
Weitere Änderungen bei Hygiene und Betriebskontrollen
Neben den bereits erwähnten Änderungen enthält der neue Food Code zahlreiche weitere Anpassungen. Dazu gehören zum Beispiel die Wiederverwendbarkeit von Behältern oder neue Bestimmungen in Bezug auf die Desinfektion von Geräten. Darüber hinaus werden Schulungen von Arbeitnehmern zur Abwehr von Lebensmittelverunreinigungen thematisiert (Food Defense). Ergänzende Leitlinien des Codes befassen sich mit der Ansäuerung von Sushi-Reis, der Trocknung von Lebensmitteln und der Gefriertrocknung.
Diese Anpassungen verdeutlichen, dass der neue Food Code nicht nur einzelne Hygienevorschriften aktualisiert, sondern diverse Bereiche der Lebensmittelsicherheit vollkommen neugestaltet. Die konkreten Anforderungen richten sich nach der jeweiligen Tätigkeit und den verwendeten Verfahren.
Bedeutung für die Umsetzung in den USA
Die FDA ermutigt die zuständigen Behörden, den Food Code 2026 zu übernehmen. Die Umsetzung wird jedoch voraussichtlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen, und einzelne Behörden können von den Modellbestimmungen abweichen. Für Unternehmen mit Standorten in mehreren US-Bundesstaaten bedeutet dies, dass unterschiedliche Regelungen parallel gelten können.