Usbekistan zählt zu jenen Ländern, in denen der Anteil der verarbeitenden Industrie an der Gesamtwirtschaft weiter wächst. Ein Anstieg auf 30 Prozent wird bis 2030 erwartet.
Usbekistan ist neben Liechtenstein weltweit der einzige doppelte Binnenstaat. Das bedeutet, weder Usbekistan noch seine Nachbarstaaten haben Zugang zum offenen Meer. Dennoch verfügt das Land über einen besonderen geografischen Vorteil. Es ist der einzige Staat der Region mit gemeinsamen Grenzen zu allen anderen zentralasiatischen Ländern. Die Lage im Herzen Zentralasiens ermöglicht eine kostengünstige Versorgung des gesamten regionalen Marktes sowie die Umsetzung grenzüberschreitender Projekte.
In Usbekistan lagern mineralische Rohstoffe mit einem geschätzten Wert von mehr als 3 Billionen US-Dollar. Hinzu kommen bislang unzureichend genutzte agrarische und touristische Ressourcen sowie ein großes Potenzial bei erneuerbaren Energien. Der Modernisierungs- und Ausbaubedarf in Industrie, Dienstleistungsgewerbe und Agrarsektor ist hoch.
Die nach Kasachstan zweitgrößte Volkswirtschaft Zentralasiens wächst seit 2021 real im Durchschnitt um jährlich 7 Prozent. Die Bruttoanlageinvestitionen nehmen spürbar zu. Sie verdoppelten sich 2025 gegenüber 2022 auf 47 Milliarden US-Dollar und dürften 2030 die Marke von 80 Milliarden US-Dollar überschreiten. Das verarbeitende Gewerbe bleibt der wichtigste Anlageschwerpunkt.
Diese Entwicklungen schlagen sich bislang nur in einer mäßigen Belebung der deutschen Ausfuhren nach Usbekistan nieder. Auch Direktinvestitionen deutscher Unternehmen bleiben deutlich hinter den Marktchancen zurück. Dies betrifft vor allem jene Sektoren, die Struktur und Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts zunehmend prägen: das verarbeitende Gewerbe und das Dienstleistungsgewerbe.
Usbekistan setzt seinen Aktionsplan zur regionalen Umsetzung der Agenda der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bis 2030 mit Nachdruck um. Der Schwerpunkt liegt auf der grünen Transformation und der Digitalisierung der Wirtschaft sowie Investitionen in den Sektoren Ernährungssicherheit sowie Gesundheits-, Wasser- und Abwasserwirtschaft. Der Anteil von Ökostrom an der jährlichen Stromerzeugung soll bis 2030 einschließlich Wasserkraftwerke auf 54 Prozent steigen, nach 17 Prozent im Jahr 2025.
0,9
Mio.
Menschen lebten 2025 in Zypern.
Quelle: Eurostat 2026
38,7
Mrd.
US-Dollar betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 laut Schätzung.
Quelle: IWF 2026
42.410
US-Dollar machte das BIP pro Kopf damit 2025 aus.
Quelle: IWF 2026
Rang 72
belegte Zypern 2025 unter den deutschen Exportzielen.
Quelle: Destatis 2026
Rang 49
nimmt Zypern im Corruption Perceptions Index 2025 ein (unter 182 Ländern).
Quelle: Transparency International 2026
0,6
%
betrug die Analphabetenquote im Jahr 2021.
Quelle: CIA 2025
Ausführliche Informationen zur Wirtschaft finden Sie in den Wirtschaftsdaten kompakt.
Beispielloses Reformprogramm treibt Wirtschaft voran
Usbekistan setzt seit 2017 ein ambitioniertes Reformprogramm für die Wirtschaft um. Schlüsselelemente sind die wirtschaftliche Liberalisierung, eine umfassende Marktöffnung und die Förderung privater Unternehmen. Die Reformen sind maßgeblich für die gewachsene und weiter zunehmende Attraktivität Usbekistans als Wirtschaftsstandort. Dieser Trend spiegelt sich in einer hohen Dynamik der jährlichen ausländischen Kapitalzuflüsse, Waren- und Dienstleistungsimporte sowie der auf dem Markt tätigen Unternehmen mit einer ausländischen Kapitalbeteiligung wider.
Usbekistan ist ein Paradebeispiel dafür, dass es für Reformen nie zu spät sein kann. Mit dem Reformfeuerwerk der vergangenen acht Jahre hat die usbekische Regierung es geschafft, das Land nicht nur auf die Landkarte internationaler Investoren zu bringen, sondern es auch prominent zu platzieren. Deutsche Unternehmen sind vorne mit dabei, trotz der starken Konkurrenz aus aller Welt. Und das Engagement lohnt sich – nahezu in allen Bereichen hat Usbekistan etwas zu bieten.
Eduard Kinsbruner
Delegierter der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien
SWOT-Analyse Usbekistan
S
Stärken
Strengths
- Großer Verbrauchermarkt und junge Bevölkerung
- Reiche mineralische und agrarische Ressourcen
- Großes Angebot an freien Arbeitskräften und günstige Lohnkosten
- Ungebrochener Wille für neue Wirtschaftsreformen
- Aufgeschlossenheit gegenüber ausländischen Partnern
W
Schwächen
Weaknesses
- Dominanz des Staates in vielen Sektoren und schwach entwickelter Mittelstand
- Mangelnde Rechtssicherheit, große Korruption und Bürokratie
- Große Infrastrukturdefizite in den Regionen
- Unzureichender qualitativer Ausbau des Bildungswesens
- Hoher, wenn auch abnehmender Grad der Schattenwirtschaft
O
Chancen
Opportunities
- Großer technologischer Nachholbedarf in allen Sektoren
- Massiver Ausbauvorhaben in der Infrastruktur
- Stark wachsender Markt für Umwelttechnik
- Großes Absatzpotenzial bei jungen Menschen und Familien
- Brücke für den gesamten Markt in Zentralasien
T
Risiken
Threats
- Nachlassendes Tempo und Rückschläge bei der Umsetzung von Reformen
- Zu wenig Erfolge bei der Restrukturierung von Staatsbetrieben
- Abhängigkeit von Preisschwankungen für den Export von Rohstoffen und Halbwaren
- Unzureichender Abbau der Korruption und des staatlichen Dirigismus
- Zu langsame Bewältigung ökologischer Probleme
Seit dem Reformstart 2017/2018 investiert das Land vorrangig in jene Zweige, in denen es seine komparativen Vorteile ausspielen kann. Im Fokus stehen die Sektoren Textilien/Bekleidung, Hüttenerzeugnisse/Metalle, chemische und elektrotechnische Erzeugnisse, Nahrungsgüter, Baustoffe und nicht zuletzt die Automobilindustrie. Im Jahr 2026 sollen 510.000 Pkws vom Band rollen, nach 458.000 im Vorjahr. Für 2030 ist ein Ausstoß von 900.000 bis 1 Million avisiert.
In die genannten Branchen flossen 2024 und 2025 jahresdurchschnittlich 11 Milliarden US$. Für 2026 und 2027 erwartet die Regierung einen jährlichen Zufluss von durchschnittlich 13 Milliarden US$. Die Anzahl der Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe insgesamt stieg 2025 gegenüber 2024 um rund 150.000 auf 1,7 Millionen.
Der Dienstleistungssektor entwickelt sich von Jahr zu Jahr stärker zu einer der tragenden Säulen für Wachstum und Beschäftigung. Der tertiäre Wirtschaftssektor legte 2021 bis 2025 preisbereinigt jährlich um gut 15 Prozent zu. Im Jahr 2026 dürfte er erstmals die Marke von 100 Milliarden US$ überschreiten. Wachstumstreiber sind Finanzdienste, Informations- und Kommunikationstechnologien, Handel, Gastgewerbe sowie Verkehr und Lagerei. Auch in den Sektoren Bildung und Gesundheit wachsen die Dienstleistungen jährlich real zweistellig.
Bedeutung der Wirtschaftszweige in UsbekistanAngaben für das Jahr 2025; Anteile in Prozent| Sektoren | Anteil an der Bruttowertschöpfung | Anteil an den Beschäftigten |
|---|
| Land- und Forstwirtschaft, Fischerei | 17,3 | 21,0 |
| Bergbau (inklusive Öl- und Gasförderung) | 2,8 | 0,4 |
| Verarbeitendes Gewerbe | 21,7 | 11,4 |
| Energieversorgung | 2,1 | 0,5 |
| Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen | 0,2 | 0,4 |
| Baugewerbe | 7,3 | 9,7 |
| Dienstleistungen | 48,6 | 56,6 |
Quelle: Nationales Statistikkomitee Usbekistans 2026
Ballungsgebiet Taschkent und Ferganatal sind die wirtschaftlichen Schwergewichte
Die Hauptstadt Taschkent und die gleichnamige Provinz bilden mit inoffiziell mindestens 7,5 Millionen Einwohnern das wichtigste Wirtschaftsgebiet. Ihr Bruttoregionalprodukt (BRP) lag 2025 bei 43,5 Milliarden US$. Das Kombinat AGMK in Olmaliq erzielte über 4 Milliarden US$. Taschkent erbringt landesweit etwa ein Viertel der Dienstleistungen und rund 30 Prozent der Bauleistungen.
Das dicht besiedelte Ferganatal – der mit 10,9 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Landesteil – ist das zweitwichtigste kompakte Wirtschaftsgebiet. Es umfasst die ostusbekischen Provinzen Andischan, Fergana und Namangan. Das BRP der Region lag 2025 bei 24,2 Milliarden US$. Industrielle Flaggschiffe der Region sind der Fahrzeughersteller UzAuto und einige größere Chemiebetriebe.
Zu den wirtschaftlich starken Regionen zählen auch das wenig bevölkerte Verwaltungsgebiet Nawoi mit starkem Fokus auf die Industriezweige Gold- und Uranerzbergbau, Hüttenwesen und Chemie. Die Produktion des Bergbau- und Hüttenkombinates Nawoi (NGMK) und aller ihm unterstehenden Betriebe anderer Branchen summierte sich 2025 auf fast 11 Milliarden US$. Das Unternehmen ist mit rund 50.000 der größte Arbeitgeber in Usbekistan. Es gilt als weltweit viergrößter Goldproduzent (Ausstoß 2025: 98,2 Tonnen).
Andere wichtige Wirtschaftsgebiete sind die bevölkerungsreiche Provinz Samarkand (Schwerpunktsektoren: Ernährungswirtschaft und verarbeitende Industrie) sowie die Verwaltungsgebiete Kaschkadarja (Erdgasförderung und -verarbeitung) und Buchara (Ernährungswirtschaft und verarbeitende Industrie).
Eckdaten der wichtigsten Regionen in UsbekistanAngaben für das Jahr 2025| Region | Anteil am BRP 1) (in %) | BRP pro Kopf (in US$) 1) 2) | Bevölkerung (in Mio.) |
|---|
| Hauptstadt Taschkent (Toshkent) | 19,9 | 9.281 | 3,2 |
| Taschkent (Toshkent) | 9,7 | 4.570 | 3,2 |
| Nawoi (Navoiy) | 9,1 | 12.103 | 1,1 |
| Samarkand (Samarqand) | 6,6 | 2.226 | 4,4 |
| Fergana (Farg´ona) | 6,0 | 2.115 | 4,2 |
| Andischan (Andijon) | 5,8 | 2.453 | 3,5 |
| Kaschkadarja (Qashqadaryo) | 5,3 | 2.135 | 3,7 |
1) Bruttoregionalprodukt, entspricht dem Bruttoinlandsprodukt, ohne jener Leistungen, die sich regional nicht aufteilen lassen; 2) jahresdurchschnittlicher Umrechnungskurs 2025: 1 US-Dollar = 12.578,86 UZS.Quelle: Nationales Statistikkomitee Usbekistans 2026