Special | Ägypten | Wege aus der Coronakrise

Corona wirft ägyptische Wirtschaft zurück

Nach drei Jahren Reformpolitik hatten sich 2019 die Aussichten für die Wirtschaft in Ägypten aufgehellt. Die Coronapandemie hat das Land jedoch wieder  zurückgeworfen.

Von Sherif Rohayem | Kairo


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    Die ägyptische Wirtschaft macht sich auf den Weg aus der Coronakrise. Steigende Rohstoff- und Verbraucherpreise belasten jedoch den Aufschwung. (21.9.2021)

    Seit Mitte Juli steigen in Ägypten die Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder und erreichen zurzeit (Mitte September 2021) einen Wert von über 400 pro Tag. Die Zahl der Neuinfektionen steigt in einer Zeit an, in der sich die Delta-Variante auch in Ägypten zunehmend ausbreitet und die Mobilität durch die Sommerzeit zugenommen hat. Kürzlich räumte die ägyptische Gesundheitsministerin Hala Zayed ein, dass die tatsächlichen Infektionen wohl zehnmal höher liegen als offiziell registriert. Gleichzeitig lockert die Regierung verbliebene Einschränkungen, so etwa für das Hotel- und Gastgewerbe.

     

    Wachstum der ägyptischen Wirtschaft beschleunigt sich im zweiten Quartal 2021

    Der Wegfall der meisten in Folge der Coronapandemie eingeführten Restriktionen und die derzeitige Erholung der Weltwirtschaft beeinflussen die ägyptische Wirtschaft positiv. Für das zweite Quartal des laufenden Kalenderjahres errechnete die ägyptische Regierung ein reales Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 7,7 Prozent. Hierbei ist aber zu beachten, dass der Vergleichszeitraum im Jahr 2020 auf dem Höhepunkt der Coronakrise lag, als die Wirtschaftsleistung um 1,7 Prozent schrumpfte.   

    Privatsektor erholt sich nur langsam von Corona

    Allerdings entwickeln sich noch nicht alle Sektoren positiv. Das ergibt etwa die Umfrage des britischen Informationsdienstleister IHS Markit, der monatlich einen für Ägypten viel beachteten Index veröffentlicht. Seit neun Monaten rangieren die Ergebnisse des IHS-Markit Einkaufsmanagerindex für den ägyptischen Privatsektor (ohne Öl) unterhalb von 50 Punkten. Demnach haben sich in diesem Zeitraum die geschäftlichen Aktivitäten und Aussichten der befragten Unternehmen Monat für Monat verschlechtert. Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung: Langsam nähert sich der Wert wieder der Punktzahl 50 an, welche einen allgemeinen Aufschwung signalisiert. So lagen die Ergebnisse der Umfrage in den Monaten Juli und August 2021 bei jeweils 49,1 und 49,9 Zählern.

    Erwartung auf steigende Preise erfüllt sich

    Belastend auf die Wirtschaft wirken die steigenden Weltmarktpreise für Rohstoffe und Vorprodukte. Die Unternehmen rechnen mit einem weiteren Anstieg der Preise. Allein diese Erwartung treibt die Preise in die Höhe. Denn sie veranlasst Firmen, heute Materialien einzukaufen, um künftige Preisanstiege zu umgehen. Die dadurch entstehende Nachfrage lässt die Preise weiter steigen und das Angebot verknappen.

    Diese Entwicklung bestätigt auch der Vertreter eines mittelständischen Bauunternehmens. Letzteres erhalte derzeit viele Anfragen für neue Projekte. Die Kunden gehen von weiter steigenden Preisen aus und würden gerne ihre Projekte zu den derzeitigen Preisen verwirklichen. Das Bauunternehmen müsste jedoch eine Reihe von Aufträgen ablehnen.

    Andere Industriezweige reagieren in die entgegengesetzte Richtung und verschieben in der Erwartung sinkender Preise geplante Projekte. So berichtet die ägyptische Onlinezeitung Enterprise am 16. September 2021, dass die saudische Firma ACWA-Power und die emiratische Al Nowais die Umsetzung von Solarenergieprojekten aufgeschoben haben. Als Grund werden gestiegene Frachtkosten und Preise für importierte Solarzellen genannt. Davon unabhängig sind die erneuerbaren Energien in Ägypten jedoch zunehmend konkurrenzfähig. Zwar stockt einstweilen der Ausbau neuer Stromkapazitäten wegen der Überschüsse und dem gesunkenen Energieverbrauch in der Pandemie. Jedoch baut Ägypten kaum noch Erdgaskraftwerke zu. Der Großteil der neuen Kapazitäten basiert auf Solar- und Windenergie. So berichtet die Economist Intelligence Unit, dass ein Investor, der zunächst ein Wärmekraftwerk geplant hatte, nun ein Projekt mit erneuerbaren Energien verwirklichen will.

    In diese Richtung weist auch die zwischen Siemens Energy und der ägyptischen Regierung unterzeichnete Absichtserklärung zur Entwicklung von grünem Wasserstoff zwecks Eigenbedarf und Export. Ebenso reiht sich hier ein weiteres Großprojekt ein, diesmal mit Siemens Mobility, das mit lokalen Partnern eine elektrische Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke vom Mittelmeer zum Golf von Sues baut, die 4,5 Milliarden US-Dollar kosten soll.

    Schwerindustrie profitiert von gestiegenen Rohstoffpreisen und niedrigen Energiekosten

    Ägyptische Stahl-, Zement-, Aluminium- oder Kunststoffproduzenten profitieren von den gegenwärtigen Preissteigerungen. Umso mehr, als die Regierung anlässlich der Coronakrise im vergangenen Jahr Erdgaspreise gesenkt und Strompreise eingefroren hat – beides zugunsten industrieller Verbraucher. Industrieunternehmen profitieren also in Ägypten derzeit von stabilen Energiepreisen. Dazu gehörte etwa Ägyptens größter Stahlhersteller Ezz Steel, der im ersten Halbjahr dieses Jahres Gewinne machte, während das Stahlunternehmen im Vorjahreszeitraum noch rote Zahlen verzeichnete.

    Mittlerweile spüren auch die Konsumenten die steigenden Preise. So stieg die jährliche Inflation in den Monaten Juni bis einschließlich August von 4,9 Prozent auf 5,7 Prozent. Grund dafür sind vor allem gestiegene Preise für Lebensmittel, Transport, Strom und Tabak.

    Deutsche und britische Touristen fehlen

    Mit dem Tourismus erholt sich auch eine Schlüsselbranche Ägyptens. Vor kurzem wurden die Direktflüge aus Russland nach Hurghada und Sharm-El-Sheikh wiederaufgenommen. Für eine vollständige Erholung müssten jedoch auch die europäischen Touristen zahlreicher zurückkehren. Diese bildeten bisher die größte und auch kaufkräftigste Besuchergruppe, insbesondere aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Da aber das Robert Koch Institut Ägypten bezüglich der Coronapandemie als Hochrisikogebiet einstuft, wird die Rückkehr der deutschen Gäste noch auf sich warten lassen. Eine Chance für den ägyptischen Tourismus könnte darin liegen, dass zukünftig einzelne Länder die Einreise geimpfter Personen aus Hochrisikogebieten ohne Quarantäne und Testpflicht erlauben, um dadurch weitere Impfanreize zu setzen.

    Von Sherif Rohayem | Kairo

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Vergünstigte Kredite sind das Mittel der Wahl der ägyptischen Regierung im Kampf gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen von Covid-19. (Stand: 2. Juli 2021)

    Unternehmen und das öffentliche Leben möglichst wenig einzuschränken ist das schärfste Schwert der ägyptischen Regierung gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie. Ägyptens Entscheider stehen bei der Frage, welche Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Covid-19 zu ergreifen sind, vor ganz anderen Abwägungen als etwa die deutsche Regierung.

    Unternehmen erhalten Kredite, aber keine Zuschüsse

    Und so besteht das Corona-Hilfspaket der ägyptischen Regierung mit einem Volumen von umgerechnet 6,4 Milliarden US-Dollar (US$) vor allem aus Krediten mit reduziertem Zinssatz, Steuerstundungen und reduzierten Energiepreisen. Zuschüsse an Unternehmen wurden dagegen nicht ausgezahlt, ebenso kein Kurzarbeitergeld.

    Immerhin zahlte das Arbeitsministerium im vergangenen Jahr für die Dauer von einigen Monaten Zuschüsse von 500 ägyptische Pfund (EGP; durchschnittlicher Umrechnungskurs 2020: 1 Euro = 18,05 EGP) an informelle Arbeiter. Ebenso erhöhte die Regierung den gesetzlichen Mindestlohn für Angestellte im öffentlichen Dienst auf 2.400 EGP. Ab dem 1. Januar 2022 erhalten erstmals auch Beschäftigte im Privatsektor diesen Mindestlohn. Firmen im Bereich Bau und Industrie zahlen bereits jetzt schon freiwillig diesen Mindestbetrag. Im Dienstleistungssektor hingegen ist dies nicht immer der Fall. Dort spielen zum Teil auch variable Lohnbestandteile, in der Hauptsache Trinkgelder, eine entscheidende Rolle.


    Auswahl der wichtigsten Coronahilfen

    Hilfskredite Zentralbank 1)

    Hilfskredite Entwicklungsbanken

    Steuerhilfen

    Sonstige Hilfen

    Leitzinssenkungen um insgesamt 4 Prozentpunkte auf 8,25 Prozent

    425 Mio. Euro der European Investment Bank für KMU-Kredite


    Antragstellung: Banque Misr

    Verschiebung der Einführung der Kapitalertragsteuer bis zum 01.01.22

    Anhebung der Pensionsansprüche

    Finanzierung von Krediten an Hotels und touristische Transportbetriebe

    100 Mio. US$ für KMU zur Finanzierung grüner Projekte (erneuerbare Energien, Technologien zur Milderung und Anpassung an den Klimawandel)


    Antragstellung: National Bank of Egypt

    Verlängerung der Aussetzung der Steuer für landwirtschaftliches Grundeigentum bis 01.01.22

    Reduzierte Erdgaspreise für industrielle Verbraucher (z.B. Eisen-, Stahl-, Zement-, Kupfer-, Aluminium-, Keramik- und Porzellanfabriken) von 5,5 US$ pro 1 MMBtu 2) runter auf 4,5 US$ pro MMBtu

    50 Mrd. EGP für Austausch- und Erneuerungsinvestitionen

    3 Mrd. EGP für Löhne und Betriebskosten

    ermäßigter Zinssatz von (absteigend) 8% mit einer Laufzeit von maximal 15 Jahren

    ermäßigter Zinssatz von 5%

    Finanzierung von Krediten an private Unternehmen aus den Sektoren: verarbeitendes Gewerbe, Bau- und Landwirtschaft

    Kredite bis zu 4 Mio. Euro im Rahmen des AfricaConnect COVID-19 Response der Deutschen Entwicklungsgesellschaft (DEG) mit jährlichen Zinsen zwischen 1% bis 2%


    Antragsvoraussetzungen abrufbar auf der Internetseite der DEG

    Halbierung der Quellensteuer auf Dividenden, die ein börsennotiertes (Egyptian Exchange) Unternehmen ausschüttet - von 10% auf 5%

    Einfrieren der Strompreise bis April 2025 und deren Subventionierung mit 0,1 EGP pro Kw/h für industrielle Aktivitäten in den Bereichen: Mittel-, Hoch- und Höchstspannung

    100 Mrd. EGP für Kapitalinvestitionen, Lohnzahlungen sowie Erwerb von Rohstoffen und Vorprodukten

    bei Jahresumsatz von mindestens 50 Mio. EGP: ermäßigter Zinssatz von (absteigend) 8%

    bei Jahresumsatz zwischen 1 Mio. EGP und 50 Mio. EGP:  ermäßigter Zinsatz von 5%

    Hypothekenfinanzierung von Wohneigentum

    Reduzierung der Stempelsteuer bei Veräußerung börsennotierter (Egyptian Exchange) Aktien von 0,15 % auf 0,05 %

    Dritte Phase der Auszahlung überfälliger Zuschüsse an ägyptische Exporteure aus der Exportförderungsinitiative des Handelsministeriums: Exporteure müssen Anträge bis spätestens 29.07.21 stellen

    50 Mrd. EGP für die Bezieher mittlerer Einkommen (maximale Einkünfte von monatlich 40.000 EGP und 50.000 EGP bei Familien)

    ermäßigter Zinssatz von (absteigend) 8%

    1) Die Anträge für die Hilfskredite der ägyptischen Zentralbank sind bei ägyptischen Geschäftsbanken zu stellen; 2) Million British thermal unit (MMBtu = 26,4 Kubikmeter) Quelle: Internetseite ägyptische Zentralbank; GTAI-Recherche



    Auch ausländisch investierte Unternehmen dürfen Hilfen beanspruchen

    Sämtliche Kreditprogramme der ägyptischen Zentralbank setzen voraus, dass es sich um Unternehmen handelt, die nach ägyptischem Recht gegründet wurden. Dass die Eigentümer mehrheitlich Ägypter sein müssen, ist jedoch nicht erforderlich. Mit anderen Worten sind auch  Unternehmen mit ausländischer Beteiligung anspruchsberechtigt. Bei der Vielzahl an Kreditinitiativen ist es für die Unternehmen nicht ganz einfach, das richtige Angebot auszumachen - das erstens für sie passt und auf das sie zweitens einen Anspruch haben.

    Um die finanzielle Inklusion kleinerer und mittlerer Unternehmen (KMU) voranzutreiben, erhöhte die Zentralbank im Februar 2021 die Quote, die Geschäftsbanken für Kredite an KMU vergeben müssen von 20 Prozent auf 25 Prozent des gesamten Kreditportfolios.

    Unterstützung durch internationale Geber fördert Ägyptens Kreditwürdigkeit

    Um etwa Mehrausgaben für den Gesundheitssektor und andere Corona-bedingte Ausgaben und Einnahmenausfälle zu stemmen, erhielt die ägyptische Regierung während der Coronakrise Unterstützung von multi- und bilateralen Gebern, allen voran vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Seit Ausbruch der Pandemie gewährte der IWF der Regierung in Kairo Kredite von insgesamt 8 Milliarden US$ - davon ein Notkredit über 2,8 Milliarden US$ und einen weiteren über 5,2 Milliarden US$.

    Diese Kredite haben jenseits der bereitgestellten Gelder noch einen ideellen Mehrwert. Denn die Tatsache, dass der IWF Ägypten Geld leiht, erhöht die Kreditwürdigkeit des Landes. Für internationale Investoren heißt es, der IWF vertraut auf die Zahlungsfähigkeit von Ägypten. Und dieses Vertrauen hat sich in der Folge in massiven Geldzuflüssen niedergeschlagen. Nachdem es auf dem ägyptischen Markt für Staatsanleihen ab April 2020 zu einer Kapitalflucht im zweistelligen Milliardenbereich kam, stehen ägyptische Schuldpapiere mit ihren vergleichsweise hohen Renditen wieder hoch im Kurs ausländischer Portfolioinvestoren.

    Außenverschuldung steigt kontinuierlich

    Kehrseite dieses Geldsegens ist der Anstieg der ausländischen Schulden, die sich Ende 2020 auf 129 Milliarden US$ beliefen. Dennoch gehen Experten davon aus, dass diese Schulden zwar erhöhte Aufmerksamkeit erfordern, insgesamt aber beherrschbar sind - zumal die ägyptische Regierung nach wie vor an ihren Sparmaßnahmen festhält.


     

    Impfkampagne der Regierung

    Bevölkerung in Mio.

    101,0

    Verimpfte Dosen in Mio.

    4,3

    Impfstoffangebot

    Astrazeneca, Sinovac, Sinopharm

    Ausstehende Lieferungen in Mio.

    1,9 Astrazeneca im Juli 2021

    Lokale Produktion*

    Ab August wird der staatliche Pharmahersteller Vacsera den Impfstoff von Sinovac herstellen - mit einer geschätzten Menge von 6 Mio. Dosen bis Ende 2021, insgesamt 40 Mio. Dosen im Jahr.

    Ab dem dritten Quartal 2021 plant der private Pharmahersteller Minapharm in Kooperation mit seiner Berliner Tochter ProBioGen die Produktion von Sputnik V.


    Auswirkungen auf die Wirtschaft

    Wegen der vergleichsweise geringen Impfquote noch keine substantiellen Auswirkungen, insbesondere im Bereich Tourismus, da noch viele Länder Ägypten auf die eine oder andere Weise als Risikogebiet listen mit entpsprechenden Quarantänepflichten. Entscheidend für die Erholung des Tourismus wird auch die Zulassung in der EU von Impfstoffen wie Sinovac und Sputnik V sein.

    *Laut der Zeitschrift Foreign Policy wäre Vacsera, einige Werksumrüstungen vorausgesetzt, in der Lage mRNA-Impfstoffe herzustellen.Quelle: Reuters; GTAI-Recherchen


    Von Sherif Rohayem | Kairo

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Ägypten koexistiert mit dem Coronavirus. Wirtschaft und öffentliches Leben sind kaum eingeschränkt. (Stand: 21.9. 2021)

    Im Kampf gegen das Coronavirus hat die ägyptische Regierung sich bereits früh entschieden, dem öffentlichen Leben und der Wirtschaft möglichst wenige sogenannte nicht-pharmazeutische Interventionen zuzumuten.

    Einige Beschränkungen gelten noch für Geschäfte, Restaurants, Kultur und Freizeit

    Industrieunternehmen dürfen nahezu uneingeschränkt ihren Betrieb fortsetzen und wer sich etwa durch Kairo bewegt, erlebt eine Metropole, die wie eh und je pulsiert. Zwischendurch wurden auf dem Höhepunkt der dritten Infektionswelle im Mai 2021 einige Maßnahmen verhängt, Anfang Juni aber wieder zurückgenommen.

    Ägypten: Einschränkungen und Regelungen des öffentlichen Lebens

    Bereich

    Einschränkungen und Regelungen

    Rechtsgrundlagen

    Hotels

    Dürfen Gäste empfangen unter Einhaltung eines vom Ministerium für Tourismus akkreditierten Hygiene- und Abstandskonzepts.

    Zugelassene Belegungsquote: maximal 70%.

    -

    Gastronomie (Restaurants, Cafés, Bars u.ä.)

    Öffnungszeiten Sommer: 5.00 Uhr - 1.00 Uhr;

    Öffnungszeiten Winter: 5.00 Uhr - 0.00 Uhr (bis 1.00 Uhr an Donnerstagen, Freitagen und Feiertagen);

    Diese Öffnungszeiten gelten nicht für gastronomische Betriebe in Hotels.

    Lieferdienste sind durchgängig erlaubt.

    Betriebe in Bahnhöfen, Flughäfen und Häfen mit Tourismuskonzession dürfen durchgängig öffnen.

    Raumauslastung: maximal 70%.

    Artikel 2 und 1, jeweils Dekrete Nr. 456/2020 und 512/2020;

    Artikel 6, Dekret Nr. 512/2020;

    Artikel 3, Dekret Nr. 512;

    Artikel 1, Dekret Nr. 1469/2020

    Einzelhandel (Malls, Geschäfte, Handwerksbetriebe)

    Öffnungszeiten Sommer: 7.00 Uhr - 23.00 Uhr (bis 0.00 Uhr an Donnerstagen, Freitagen und Feiertagen);

    Öffnungszeiten Winter: 7.00 Uhr - 22.00 Uhr (bis 23.00 Uhr an Donnerstagen, Freitagen und Feiertagen);

    Diese Öffnungszeiten gelten nicht für Lebensmittelhändler, Bäckereien, Obst- und Gemüsehändler, Supermärkte, Apotheken und Großmärkte sowie für Geschäfte in Hotels.

    Artikel 1 und 5, Dekret Nr. 456/2020;

    Artikel 6, Dekret Nr. 512/2020

    Handelsmessen

    Erlaubt unter Einhaltung eines von der zuständigen Behörde akkreditierten Hygiene- und Abstandskonzepts.

    -

    Konferenzen

    Erlaubt in Hotels, anderen touristischen und nicht touristischen Einrichtungen unter Einhaltung eines vom Ministerium für Tourismus oder der zuständigen Behörde akkreditierten Hygiene- und Abstandskonzepts.

    Raumauslastung: 50% und maximal 150 Personen.

    Artikel 2, Dekret Nr. 1860/2020

    Öffentlicher Verkehr

    Ausgesetzt in der Zeit von 0.00 Uhr bis 4.00 Uhr.

    Artikel 11, Dekret Nr. 1246/2020

    Behörden

    Geöffnet für Publikumsverkehr unter Einhaltung eines Hygiene- und Abstandskonzepts.

    Artikel 12, Dekret Nr. 1246/2020

    Öffentliche Strände

    Geschlossen.

    Artikel 5, Dekret Nr. 1684/2020

    Kultur und Freizeit (Konzerte, Festivals, Kino, Theater, Sport)

    Kinos, Theater und ähnliche Kultureinrichtungen dürfen mit einer Auslastung von maximal 50% der räumlichen Kapazität und unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen öffnen.

    Kulturelle Festivals und ähnliche Veranstaltungen dürfen unter freiem Himmel, einer Auslastung von maximal 50% der räumlichen Kapazität und unter Einhaltung hygienischer Maßnahmen stattfinden.

    Veranstaltungen mit großen Menschenansammlungen wie Konzerte, Festivals, Konferenzen etc. sind grundsätzlich verboten. Eine Ausnahmegenehmigung kann beim Premierminister beantragt werden.

    Veranstaltungen in Festzelten, ganz gleich welcher Art, sind verboten.

    Sportvereine dürfen in der Zeit zwischen 6.00 Uhr und 21.00 Uhr öffnen; Fitnessstudios auch, jedoch mit einer Besucherauslastung von 25%.

    Artikel 3 und 4, Dekret Nr. 1860/2020;

    Artikel 2 und 3, Dekret Nr. 2701/2020;

    Artikel 5, Dekret Nr. 1246/2020

    Hochzeiten

    Erlaubt in Hotels, touristischen und nicht-touristischen Einrichtungen mit einem vom Ministerium oder der zuständigen Behörde akkreditierten Hygiene- und Abstandskonzept; maximal 300 Teilnehmer zulässig und unter freiem Himmel.

    Artikel 1, Dekret Nr. 1860/2020 in Verbindung mit Artikel 4 Absatz 2, Dekret Nr. 2701/2020

    Quelle: GTAI-Recherche


    Gemäß Artikel 7 Dekret Nr. 2701/2020 muss eine Maske tragen, wer sich in der Öffentlichkeit in einem geschlossenen Raum bewegt (etwa in Geschäften, Bussen, Bahnen, Banken oder Behörden).

    In dicht bevölkerten und unübersichtlichen Städten wie Kairo können die Behörden vor allem im Gastronomiebereich nicht durchgehend die Einhaltung der Maßnahmen durchsetzen - so zum Beispiel die maximale Auslastung von Restaurants und Cafés oder die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen. Es scheint, dass die Behörden hier einen pragmatischen Ansatz wählen. Danach wird die Einhaltung von Coronabeschränkungen umso stärker durchgesetzt, wenn die Anzahl der Neuinfektionen steigt.

     

    Aktuelle Informationen zu Bewegungsbeschränkungen im Inland


    Vollständig Geimpfte benötigen keinen PCR-Test bei der Einreise

    Seit dem 24.6.2021 muss bei der Einreise nach Ägypten keinen PCR-Test vorlegen, wer zweimal mit einem von der Weltgesundheitsorganisation zugelassenen Stoff geimpft wurde - vorausgesetzt die zweite Dosis liegt mindestens zwei Wochen zurück. Alle anderen benötigen einen negativen PCR-Test. Dabei darf der Abstrich bei der Einreise nicht älter als 72 Stunden sein. Für Personen, die unter anderem vom Flughafen Frankfurt einreisen, genügt sogar ein 96 Stunden alter Abstrich. Das Testergebnis muss in Papierform vorgelegt werden und seit Mitte Juni 2021 anstelle eines zuvor geforderten Laborstempels einen QR-Code haben. Kinder unter sechs Jahren dürfen auch ohne Test einreisen. 

    Unannehmlichkeiten ergeben sich vielmehr bei der Rückkehr. Viele Länder stufen Ägypten als Coronarisikogebiet ein und verpflichten Ankömmlinge zu Quarantänen. So führt das Robert-Koch-Institut Ägypten als Hochrisikogebiet, aber nicht als Virusvariantengebiet. Dagegen hat das Vereinigte Königreich Ägypten von seiner roten Liste gestrichen. 

    Aktuelle Informationen zu Reisebeschränkungen
    • Zu beachten sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes
    • Informationen unter anderem zum Thema Einreise und Warenvekehr sind auf der Corona-Sonderseite der AHK-MENA in Kairo erhältlich


    Durchgangsgebühren für den Sueskanal befristet reduziert

    Bis auf ein zeitlich befristetes Exportverbot für Bohnen, Erbsen und Linsen erfährt der Warenverkehr regulatorisch keine Corona-bedingten Einschränkungen. Auch in logistischer Hinsicht laufen die Dinge wieder in landestypisch geregelten Bahnen. Insbesondere hat sich die Situation an den Häfen wieder normalisiert, vor allem im Nachgang zur Blockade des Sueskanals durch das Conatinerschiff "Ever-Given". An der Stelle, an der das Schiff feststeckte, plant die Regierung eine Verbreiterung der Fahrrinne. Von den erhöhten Kosten für Schiffstransporte infolge gestiegener Ölpreise ist auch Ägypten betroffen. Zudem leidet der maritime Transport unter dem anhaltenden Mangel an Schiffscontainern. Die gegenwärtige Überlastung des südchinesichen Hafens Yiantian, dem viertgrößten weltweit, verschärft diesen Mangel.

    In puncto Kosten kommt immerhin die Suez Canal Authority zur Hilfe. Ab dem 1.7.2021 bis Ende Dezember 2021 reduziert die Behörde die Durchfahrtsgebühren für Schiffe auf bestimmten Routen: Eine Ermäßigung von 5 Prozent der Gebühren erhalten Fahrzeugfrachter von Nordwesteuropa (einschließlich Santander in Spanien) mit direktem Ziel Port Klang (Malaysia) sowie andere südostasiatische und fernöstliche Häfen. Eine Ermäßigung von 75 Prozent der Gebühren erhalten Massengutfrachter (leer und beladen), die in beiden Richtungen zwischen Westafrika (angefangen von Mauretanien) und Fernost (angefangen von Port Klang) verkehren. 

    Auf der anderen Seite unternimmt die Regierung mit der Umsetzung des Advanced Cargo Information-Verfahrens (ACI) einen glaubwürdigen Versuch, das Prozedere zur Abfertigung von Waren an ägyptischen Häfen zu rationalisieren und zu beschleunigen. Seit dem 1.4.2021 als Pilotphase eingeführt werden Exporteure ab dem 1.10.2021 verpflichtet sein, 24 Stunden vor Ankunft Informationen zur Ladung über das elektronische Meldesystem Nafeeza an die ägyptischen Behörden zu übermitteln. Zuvor sollte ACI bereits ab Juli 2021 verpflichtend zum Einsatz kommen.

    Exporte sprechen für Normalisierung des Warenverkehrs

    Mit der Wiedereröffnung der Landgrenzen hat sich der Straßentransport zu Ägyptens Nachbarländern Libyen, Saudi-Arabien und Jordanien verbessert. Es finden jedoch zusätzliche Kontrollen Im Zusammenhang mit Covid-19 statt. Da nach wie vor nur ein Bruchteil der vorpandemischen Anzahl ausländischer Touristen nach Ägypten reist, landen entsprechend wenige Flugzeuge in Ägypten. Unter diesem Mangel leidet auch die Luftfracht - und zwar in Form geringer Kapazitäten und hoher Kosten.

    Schließlich indizieren auch die Außenhandelszahlen für das erste Quartal 2021 eine Normalisierung im Bereich des Warenverkehrs. Positiv entwickelt haben sich hauptsächlich ägyptische Ausfuhren. Letztere sind laut Zahlen des ägyptischen Statistikamtes CAPMAS im Vergleich zu den ersten drei Monaten im Jahr 2020 um 11,6 Prozent auf 8,6 Milliarden US-Dollar (US$) angestiegen. Grundlage für den positiven Trend der Exporte ist die Erholung einiger Branchen wie die Bekleidungs-, Pharma-, Ölindustrie und Petrochemie.

    Einige Importe haben sich verteuert

    Aber auch die Importe im ersten Quartal 2021 sind verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 18,5 Prozent auf 19 Milliarden US$ gestiegen. Grund sind gestiegene Getreidepreise, Zuwächse bei den Einfuhren von Ausrüstung und Ersatzteilen für den Bahnsektor und medizinischer Schutzausrüstung. Schließlich sind auch die Ölpreise und die Preise anderer Rohstoffe und Vorprodukte gestiegen.

    Von Sherif Rohayem | Kairo

nach oben
Feedback

Anmeldung

Bitte melden Sie sich auf dieser Seite mit Ihren Zugangsdaten an. Sollten Sie noch kein Benutzerkonto haben, so gelangen Sie über den Button "Neuen Account erstellen" zur kostenlosen Registrierung.