Special Indonesien

Indonesien will mit Infrastrukturausbau Wirtschaftswachstum steigern

Indonesien investiert kräftig in die Modernisierung der Infrastruktur. In der Hauptstadt Jakarta werden der öffentliche Nahverkehr, Schnell- und Zufahrtstraßen und auch Containerhafen und Flughafen ausgebaut. Der Inselstaat möchte sich als maritime Achse etablieren und die Energieerzeugungs- und -verteilungskapazitäten stark ausbauen. Die Finanzierungen kann der Staat jedoch nur mit Unterstützung von privaten Investoren aufbringen. Die Auftragsvergabe bei Infrastrukturprojekten ist oft intransparent.

Indonesien: Ambitionierte Projekte zur Modernisierung der Infrastruktur

Mit einer Bevölkerung von über 250 Mio. Menschen und einem Bruttoinlandsprodukt von gut 900 Mrd. US$ (2016) ist Indonesien die mit Abstand größte Volkswirtschaft Südostasiens. Der Archipel gehört inzwischen zur Gruppe der Entwicklungsländer mit mittlerem Einkommen. Das Pro-Kopf-BIP liegt bei gut 3.600 $. Die Infrastruktur ist veraltet und unterdimensioniert. Die Rahmenbedingungen sind aber auch nicht einfach: Denn Indonesien besteht aus Tausenden von bewohnten Inseln, die sich auf einer Fläche von knapp 2.000 mal gut 5.000 km erstrecken.

Rahmenbedingungen

Indikator

2016

2025 (Prognose)

Bevölkerung (Mio.)

258,8

284,8

Bevölkerungswachstum (%)

0,9

k.A.

Bevölkerung Stadt (Mio.)

136,2 1)

170,9

Bevölkerung Land (Mio.)

119,3 1)

113,9

BIP (nominal, Mrd. US$)

932,4

1.615,5 2)

Investitionen (in %des BIP)

34,7

k.A.

1) 2015; 2) 2022
Quellen: Wirtschaftsdaten, indonesisches Statistikamt BPS, IWF


Präsident Joko Widodo will durch den beschleunigten Ausbau der Infrastruktur das Wirtschaftswachstum, das sich 2014 bis 2016 auf jeweils rund 5% belief, auf 7% anheben. Die ersten Erfolge sind mit den Händen greifbar: In der Hauptstadt Jakarta entstehen eine neue U-Bahnlinie, eine S-Bahn und 13 Schnell- und Zufahrtstraßen. Containerhafen und Airport werden ausgebaut.

Die Infrastrukturpläne haben vor allem zwei Ziele: Erstens soll sich Indonesien als globale maritime Achse etablieren. Dazu müssen viele Häfen neu gebaut und erweitert sowie Hunderte zusätzliche Schiffe in Dienst gestellt werden. Zweitens sollen die Energieerzeugungs- und -verteilungskapazitäten kräftig erweitert werden, da der Stromverbrauch jährlich um 8% wächst.

Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

80

3.8

Qualität der Straßen

75

3.9

Qualität der Schienentransportsysteme

39

3.8

Qualität der Häfen

75

3.9

Qualität der Lufttransportsysteme

62

4.5

Qualität der Elektrizitätsversorgung

89

4.2

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Roland Rohde

Strategischer Schwerpunkt auf Indonesiens maritimer Infrastruktur

Das Schienennetz ist in Indonesien nur rudimentär ausgebaut. Es umfasst laut Verkehrsministerium gerade einmal 5.200 km. Eine umfassende Erweiterung steht derzeit nicht auf dem Programm. Dafür gibt es eine ganze Reihe von einzelnen Großprojekten. An einer U-Bahn in Jakarta wird seit Ende 2013 gebaut. Die 24 km lange Nord-Süd-Achse wird 2019/20 in Betrieb gehen. Die wesentlich längere Ost-West-Verbindung (87 km) befindet sich noch im Planungsstadium. Fleißig wird auch an einer 80 km langen S-Bahn gebaut, die 2018 ihren Betrieb aufnehmen soll.

In der Realisierungsphase befindet sich zudem eine gut 140 km Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen der Hauptstadt und dem westjavanischen Bandung. Das Projekt wird von chinesischen Investoren finanziert und umgesetzt. Um die unterlegenen Japaner nicht zu verärgern, dürfen sie die 700 km lange Bahnstrecke nach Surabaya modernisieren. Beide Großvorhaben kosten jeweils mehr als 5 Mrd. $.

Im Straßenbau will die Regierung auf den größten Inseln ein durchgehendes Autobahnnetz schaffen. Eines der ehrgeizigsten Projekte ist der Bau einer rund 2.700 km langen „Toll Road“ auf Sumatra. Die entsprechenden Kosten sollen sich auf umgerechnet rund 15 Mrd. $ belaufen. Das Projekt ist in 24 Teilabschnitte unterteilt. 2029 soll die Autobahn durchgehend befahrbar sein.

Auch der Autoverkehr in den Ballungszentren darf nicht zu kurz kommen. So befinden sich sechs Schnellstraßen in Jakarta in der Planungs- beziehungsweise Bauphase. Elf Überlandstraßen sollen zudem die Vororte mit der City verbinden. Die Baukosten werden mit rund 3 Mrd. $ veranschlagt. Sämtliche Strecken sollen bis 2021 befahrbar sein. Es ist jedoch mit Verzögerungen zu rechnen.

Im Bereich Schifffahrt sollen laut Medium Term Development Plan zwischen 2015 und 2019 rund 52 Mrd. $ in die maritime Infrastruktur fließen. Für 24 strategische Hafenprojekte sind dabei 18 Mrd. $ vorgesehen. Weitere 15 Mrd. $ sollen der Entwicklung von rund 1.500 kleineren Häfen zugute kommen. Der Kauf von Wasserfahrzeugen wird fast 8 Mrd. $ verschlingen.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2015

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$)

47,7

60,0

davon Verkehrsinfrastrukturbau

25,6

38,0

Straßennetz (km)

523.974

600.000

Schienennetz (km)

5.200

6.000

Flughäfen (Anzahl)

298

325

Flughäfen (Passagiere in Mio.)

82,4

130,0

Häfen (Anzahl)

3.098

3.500

Quelle: Nationales Statistikamt BPS, Verkehrsministerium, Data Consult


Auch im Luftverkehr stehen die Zeichen auf Expansion. 2015 zählte das nationale Statistikamt BPS 82,4 Mio. Passagiere. Bis 2020 erwartet das Marktforschungsunternehmen Data Consult einen Wert um die 130 Mio. Die Airlines haben Hunderte Maschinen bei Airbus und Boeing bestellt. Indonesien muss daher im Rahmen des Fünfjahresplans (2015 bis 2019) 10 Mrd. $ in den Bau und die Modernisierung von Flughäfen investieren.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Trans-Sumatra Toll Road

26.000

PT Hutama Karya
Ausführer: Verschiedenste staatliche Firmen

Teilweise im Bau

MRT Jakarta

7.000

PT MRT Jakarta

Ausführer: Verschiedene indonesische und japanische Firmen

Erste Teilstrecke im Bau; Inbetriebnahme 2019/2020

Hafen Kalibaru

4.500

Pelindo II

Ausführer: PT Pengembang Pelabuhan Indonesia

Teilweise im Bau. Gesamte Fertigstellung 2023

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Roland Rohde


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Transport und Verkehr
Bauwirtschaft
Projektfrühinformationen und Ausschreibungsmeldungen

Indonesien: Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten notwendig

Indonesiens Stromverbrauch wächst rasant. Der staatliche Stromkonzern PLN kalkuliert daher bis 2025 mit einem Bedarf an zusätzlichen Kraftwerkskapazitäten im Umfang von 80,5 GW. Die notwendigen Investitionen in den gesamten Stromsektor summieren sich zwischen 2017 und 2025 auf umgerechnet rund 135 Mrd. $, wobei für den Kraftwerksbau knapp 100 Mrd. $ eingeplant sind. Bereits jetzt ist klar, dass PLN diese Summe nicht annähernd in Eigenregie aufbringen kann. Private Kapitalgeber sollen insgesamt gut 70 Mrd. $ beisteuern.

Doch die Privatwirtschaft zeigt sich zugeknöpft. Sie erinnert sich an den Bau des Batang-Kraftwerks in Zentraljava durch japanische Investoren. Der 2016 erfolgte Baustart hatte sich gegenüber den ursprünglichen Plänen um fünf Jahre verzögert. Wenn Präsident Widodo nicht gedrängt hätte, wären noch mehr Jahre vergangen.

Doch der Präsident Joko Widodo steht mächtig unter Druck, denn er hat ein ehrgeiziges 35.000-MW-Programm für die Jahre 2015 bis 2019 aufgelegt. Im Rahmen des Plans sollen 291 Kraftwerke (mit insgesamt bis zu 36 GW) gebaut werden. Die Länge des Verteilungsnetzes soll um über 42.000 km wachsen. Zum Jahresbeginn 2017 steht aber fest, dass sich die Ziele nicht erreichen lassen. Die Regierung und PLN haben daher bereits verlautbaren lassen, dass bis Ende 2019 nunmehr Kraftwerke mit einer Kapazität von 19.700 MW in Betrieb gehen sollen.


Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2015

2025 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (Megatonnen Öleinheiten)

129,0

239,0

Stromverbrauch/Kopf (KWh pro Jahr)

0,8

1,7

Stromerzeugungskapazitäten (Jahr in GW)

55,5

130,0

Kohle/Öl/Gas (in %)

86,0

77,5

Atomkraft (in %)

0,0

1,5

erneuerbare Energien (in %)

14,0

21,0

Endpreis Industriestrom / Haushaltsstrom (US$*))

0,11

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (%)

88,3

99,9

*) Jahresdurchschnittswechselkurs 2015 (Oanda); 1 US$=13333,93 IDR)
Quelle: Indonesisches Energieministerium ESDM


Die Planer setzten auch langfristig vor allem auf den Einsatz von Kohle und Gas, denn beide Brennstoffe sind im Überfluss vorhanden. Innerhalb des 35.000-MW-Programms entfallen nur 2.900 MW auf regenerative Quellen, wobei Wasserkraft mit knapp 2.000 MW und Geothermik mit über 700 MW den Löwenanteil ausmachen. Windenergie kommt nur auf 180 MW, Biomasse auf 30 MW. Solartechnik spielt praktisch keine Rolle.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Batang Power Plant (2.000-MW- Kohlekraftwerk)

4.000

PT Adaro Indonesia
Ausführer: Verschiedene indonesische und japanische Firmen

Im Bau

Sarulla (330 MW Geotermiekraftwerk)

1.170

PT Medco Energy International

Im Bau

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Roland Rohde


Weiterführende Marktinformationen:

Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

Mobiles Internet auf Wachstumskurs in Indonesien

Gemäß eMarketer gab es 2015 landesweit mehr Smartphonenutzer (55 Mio.) als in Japan. Bis 2019 sollen es bereits 92 Mio. sein, das entspräche einem Anstieg von zwei Dritteln. Nur noch in Indien und Vietnam ist mit einer noch stärkeren Dynamik (+89 beziehungsweise +70%) zu rechnen. In Folge wächst automatisch die Summe der Menschen mit Internetzugang. Insgesamt registrierte eMarketer 2015 landesweit rund 93 Mio. Nutzer. 2019 soll bereits die Hälfte der Bevölkerung im Internet unterwegs sein.

Dringend muss daher die landesweite Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ausgebaut werden. Bereits jetzt stößt sie an ihre Grenzen. Sogar im Großraum Jakarta ist ein zuverlässiger Handyempfang nicht immer gewährleistet. Auch ist die Internetverbindung oft langsam. Im ASEAN Speed Index 2014 lag Indonesien selbst hinter deutlich weniger entwickelten Ländern wie Myanmar oder Kambodscha. 

Problematisch ist vor allem der große Rückstand der weniger entwickelten Regionen des Landes. Während in der Hauptstadt Jakarta laut Telekommunikationsministerium die Internetgeschwindigkeit bei durchschnittlich 7 Megabytes (MB) pro Sekunde liegt, kommt die Tausende Kilometer weiter östlich gelegene Insel Papua nur auf 0,3 MB.


IKT-Infrastruktur

Indikator

2016

2019 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps)

4.500

8.000

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

4,2

4,5

Smartphone Netzabdeckung (in % der Einwohner) 1)

21,7

34,0

Anteil der Personen mit Internetzugang (in % der Bevölkerung)

36,6

50,4

Breitbandpreise (in % des Bruttonationaleinkommens)

2,3

k.A.

1) Die Sättigungsrate bei Mobiltelefonen lag 2015 bei circa 130%; 2)Machine-to-Machine-Communication (digitale Vernetzung von Maschinen und Geräten über das Internet).
Quelle: Indonesischer Internetverband, CNN, eMarketer


Doch das soll sich nun ändern. Die Regierung will die landesweite IuK-Infrastruktur modernisieren, wobei sie auch auf die teilstaatlichen Telekommunikationsunternehmen setzt. Branchenprimus Telkomsel pumpte allein 2016 rund 2 Mrd. $ in den Ausbau seiner 3G- und 4G-Netze. Insgesamt sollen zwischen 2015 und 2019 laut Medium Term Development Plan umgerechnet rund 12 Mrd. $ in die IKT-Infrastruktur fließen.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer

Projektstand

Palapa Ring Project

1.600

PT Moratelematika Indonesia
und PT LEN

Teilweise im Bau

Telkomsel, Ausbau der 3G- und 4G-Netze

2.000 p.a.

PT Telekomunikasi Selular
Ausführer: Telkomsel, Ericsson

Jährlicher Investitionsplan

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Roland Rohde


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest
Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

Indonesien investiert in flächendeckende Wasserver- und entsorgung

Das Thema Wasserver- und -entsorgung genießt im Medium Term Development Plan hohe Priorität. Er sieht für den Zeitraum 2015 bis 2019 Investitionen von fast 80 Mrd. $ vor. Schließlich will die Regierung bis 2019 der gesamten Bevölkerung Zugang zu Frischwasser sowie sanitären Einrichtungen verschaffen. Die Summe verteilt sich auf eine Vielzahl von kleineren Projekten.

Für Jakarta gibt es ein Megaprojekt unter dem Namen National Capital Integrated Coastal Development (NCICD). Das Kernstück besteht im Bau einer rund 32 langen Staumauer vor der Küste der Hauptstadt - der „Giant Sea Wall“. Zugleich soll ein riesiges Trinkwasserbassin entstehen, das aus 13 km ins Meer fließenden Flüssen gespeist werden kann. Zusätzlich müssen die zuführenden Gewässer grundlegend gereinigt werden. Das Gesamtvorhaben - einschließlich der Aufschüttung künstlicher Inseln, die Wohnraum für 700.000 Menschen bieten sollen - kostet rund 50 Mrd. $. Es ist aber nur mit einer teilweisen Realisierung zu rechnen.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2015

2020 (Prognose)

Improved sanitation facilities *)(% der Bevölkerung mit Zugang)

60,8

80,0

Anschluss an Trinkwassernetz (% der Bevölkerung)

87,4

100,0

Müllaufkommen

Sortiert (in %)

23,6%

35,0

Unsortiert (in %)

76,3%

65,0

*) Verbesserte Sanitäreinrichtungen, Kategorie der WHO
Quellen: WHO, Nationales Statistikamt BPS


Das Thema Müll spielt für die nationalen Planer derweil nur eine nachgeordnete Rolle. Hier ist Initiative vonseiten der Städte und Kreise gefragt, wobei es unterschiedliche Ansätze gibt. Surabaya etwa gehört zu den Vorreitern. Vornehmlich geht es um die Mülleinsammlung und Deponierung. Die Verbrennung, insbesondere Waste-to-Energy, ist aber technisch problematisch, da der Müll einen sehr hohen Feuchtigkeitsgrad hat.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

National Capital Integrated Coastal Development

Rund 50.000

NCICD

In Planung

Jakarta Sewerage Systems

600

k.A.

In Planung

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Roland Rohde


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

Wachsende Bautätigkeit in Indonesiens Tourismus- und Gesundheitssektor

Die Regierung will den Tourismus fördern, indem sie für immer mehr Länder eine visafreie Einreise einführt. Ende 2016 kamen bereits Reisende aus 169 Staaten in diesen Genuss. Daher stieg auch die Anzahl der ausländischen Ankünfte 2016 um 11% auf knapp 12 Mio. Im Jahr 2019 soll die 20 Mio.-Marke erreicht werden.

Die Hotelgesellschaften verfolgen angesichts der zu erwartenden Wachstumsraten ehrgeizige Expansionspläne. Die Accor-Gruppe will nach eigenen Angaben in Indonesien bis 2020 mindestens 200 zusätzliche Häuser bauen, und zwar in allen Klassen. Die Konkurrenz setzt vor allem auf das Luxussegment und plant entsprechend kleiner: Melia Hotels International will bis 2017 mehr als 15 neue Objekte eröffnen. Hilton spricht von acht Vorhaben, die sich aktuell in der Bauphase befinden.

Auch im Klinikbau tut sich viel. Zum Jahresbeginn 2014 wurde eine allgemeine Krankenversicherungspflicht eingeführt. Sie soll bis 2020 die gesamte Bevölkerung erfassen. Da in Folge immer mehr Indonesier Gesundheitsdienstleistungen nachfragen, müssen zahlreiche neue Kliniken entstehen. Die Regierung setzt dabei auf mehr privates Engagement. Bislang wurde sie nicht enttäuscht. Laut Gesundheitsministerium eröffneten zwischen 2011 und 2015 rund 460 neue private Allgemeinkliniken. Langfristig dürften weiterhin jedes Jahr 100 bis 200 Krankenhäuer neu gebaut werden.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger

Projektstand

Freizeitpark Bintan

2.000 bis 4.000

Landmarks

Teilweise im Bau

13 Siloam Krankenhäuser

100

Siloam

Im Bau; Eröffnung 2017

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Roland Rohde


Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Tourismus

Gesundheitswesen

Medizintechnik


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Tourismus

Gesundheitswesen

Ausländische Finanziers ergänzen indonesisches Staatsbudget

Im Haushalt von 2015 hatte die Widodo-Administration die staatlichen Infrastrukturausgaben (gegenüber dem ursprünglichen Budgetansatz) bereits um zwei Drittel erhöht. 2016 war der Zuwachs angesichts einer eher flauen Konjunktur und wegbrechender Steuereinnahmen nur gering. Doch für 2017 ist wiederum ein Plus von 22% - auf nunmehr umgerechnet fast 30 Mrd. $ - eingeplant.

Das reicht jedoch immer noch nicht, um den gesamten Investitionsbedarf zu decken. Dieser beläuft sich laut Medium Term Development Plan für den Zeitraum 2015 bis 2019 auf rund 350 Mrd. $, also 70 Mrd. $ pro Jahr. Somit kann der Fiskus nur 40% zur Projektrealisierung beitragen. Weitere 20% sollen die zahlreichen staatlichen Unternehmen aufbringen. Der Rest von knapp 40% entfällt auf private Investoren. Diese Finanzierungssäule steht aber auf äußerst wackeligen Füßen.

Daneben gibt es eine Reihe von internationalen Organisationen, die vor allem in soziale und Umweltprojekte investieren. Besonders aktiv ist die Asian Development Bank. Sie hat angekündigt, für 2016 bis 2020 Kredite im Umfang von rund 2 Mrd. $ pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Das wären in dem Fünfjahreszeitraum zusammen 10 Mrd. $. Die Weltbank sagte für 2013 bis 2016 Kredite im Höhe von insgesamt 6,1 Mrd. $ zu. Auch die deutsche KfW-Entwicklungsbank ist in Indonesien aktiv. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich Energie und Klima. 2015 sagte die Bank 487 Mio. Euro für Projekte im Bereich Energieerzeugung und -verteilung zu.

Bei den ausländischen Investoren haben sich in jüngster Vergangenheit chinesische Firmen stark hervorgetan. Die China Development Bank finanziert beispielsweise den Hochgeschwindigkeitszug Jakarta-Bandung praktisch vollständig aus eigener Tasche. Auch haben chinesische Banken indonesischen Finanzhäusern Milliardenkredite zur Verfügung gestellt. Damit sollen sie chinesische Projekte in Indonesien finanzieren.

Japanische Investoren sind derweil bei vier Großprojekten aktiv. Sie bauen und finanzieren die erste U-Bahnstrecke in Jakarta und das Kohlekraftwerk „Batang“, das mit einer Kapazität von 2.000 MW eines der größten Südostasiens werden soll. Beim Ausbau der Zugverbindung Jakarta-Surabaya befinden sie sich in intensiven Gesprächen mit der indonesischen Regierung. Zudem wollen sie einen komplett neuen Hafen in Westjava bauen.


Text: Roland Rohde

Deutsche als Zulieferer für indonesische Infrastrukturprojekte

In der Regel erhalten inländische Firmen und dabei vor allem staatliche Betriebe den Zuschlag für öffentlich finanzierte Projekte. Diese können, wenn spezielles Know-how gefragt ist, ausländische Subunternehmer beauftragen oder mit ihnen ein Joint Venture bilden. Das dürfte unter anderem beim Bau von Eisenbahnstrecken, Airports, Containerhäfen, vollelektronischen Mautstationen sowie Brücken und Tunneln der Fall sein. Im Vorfeld eines Vorhabens werden zum Beispiel im Rahmen von Machbarkeits- oder Designstudien gerne ausländische Architektur- oder Ingenieurbüros eingeschaltet.

Problematisch bleibt im Infrastrukturbusiness die allgegenwärtige Korruption und Vetternwirtschaft. Außerdem kommt es bei nahezu allen raumumfassenden Vorhaben zu langwierigen Problemen bei der Landenteignung. Schließlich führen die fehlenden Planungskapazitäten der Behörden oft dazu, dass Projekte nicht korrekt technisch ausgeschrieben und finanziell durchgerechnet wurden. In Folge finden sich nicht ausreichend Bieter. Gesetzlich sind aber mindestens drei Angebote vorgeschrieben. Daher müssen Ausschreibungen nicht selten wiederholt werden.

Doch es gibt auch den umgekehrten Fall: Selbst wenn ein Projekte korrekt ausgeschrieben wurde und eine Firma offiziell den Zuschlag bekam, können die Behörden die Ausschreibung ohne Angabe von Gründen wieder einkassieren. Oftmals steckt dann ein enttäuschter Wettbewerber dahinter, der über entsprechende politische Verbindungen verfügt. Gerade ausländische Unternehmen werden auf diese Weise systematisch diskriminiert.

Die Aussichten für deutsche Firmen sind recht gut, auch wenn sie kaum jemals den Zuschlag für eine Gesamtprojektleitung bekommen dürften. Denn bei jedem größeren Vorhaben ergeben sich umfangreiche Zulieferchancen, etwa von Verkehrs- oder Sicherheitstechnik. Indonesische Firmen verfügen oftmals nur über geringe technologische Fähigkeiten und sind auf ausländische Zulieferungen angewiesen. „Made in Germany“ genießt zudem in der Inselrepublik einen hervorragenden Ruf. Zugleich hat sich rumgesprochen, dass chinesische Produkte zwar billiger, aber unzuverlässiger und reparaturanfälliger sind.


Text: Roland Rohde

Indonesien: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Verbände sind in Indonesien in der Regel schlecht organisiert. Ihre Webseiten sind überwiegend auf Indonesisch und werden nur sporadisch aktualisiert. Branchendaten liefern sie kaum. Das Telefon wird oftmals nicht abgenommen, zudem sprechen die Kontaktpersonen kaum Englisch. Fachzeitschriften erscheinen nur auf Indonesisch. Es gibt daher nur wenige sinnvolle Kontaktadressen.


Institution / Name

Internetadresse

Deutsche Auslandshandelskammer (AHK)

http://indonesien.ahk.de

Nationale Planungsbehörde Bappenas

www.bappenas.go.id

Nationale Investitionsbehörde BKPM

www.bkpm.go.id

Energieministerium ESDM

http://www.esdm.go.id/index.php/home/en/

Construction Indonesia (Baumesse mit Schwerpunkt Infrastruktur und Bergbau, nächster Termin 13. bis 16. September 2017 in Jakarta)

http://constructionindo.com

The Big 5 Construct Indonesia (Spezialmesse für Baustoffe, Bautechnik und Baummaschinen, nächster Termin 9.9. bis 11.9.2017 in Jakarta)

www.thebig5constructindonesia.com

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Roland Rohde

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