Special Kanada Wege aus der Coronakrise

Blick nach vorn: Kanada lässt Corona schrittweise hinter sich

Nach einem drastischen Konjunktureinbruch 2020 erwartet Kanada 2021 ein deutliches Wirtschaftswachstum - begünstigt durch die hohe Impfquote und staatliche Hilfsprogramme.

Von Daniel Lenkeit | Toronto


  • Konjunktur und wichtigste Branchen

    Kanada hat den dritten Infektionsschub gut überstanden. Die Wirtschaft scheint mit jeder Welle widerstandsfähiger. Der Konsum wird ab 2. Halbjahr zulegen. (Stand: 29. Juli 2021)

    Trotz eines steten Aufwärtstrends seit dem stärksten Einbruch der Wirtschaftsleistung im 2. Quartal 2020, stagnierte das kanadische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahr. Für das zweite Quartal 2021 ist dagegen mit einem starken Basiseffekt zum Vorjahr zu rechnen. Die Wachstumszahlen können hoch zweitstellig ausfallen, sollten aber mit Vorsicht genossen werden.

    Deutlicher Konjunkturaufschwung ab 3. Quartal erwartet

    Für die zweite Jahreshälfte erwartet die Bank of Canada (BoC) einen deutlich stärkeren Konjunkturaufschwung, der auf breiteren Füßen steht und vor allem wieder mehr vom Konsum getragen werden soll. Zuletzt hatte vor allem der Wohnimmobiliensektor das Wirtschaftswachstum bestimmt.

    Insgesamt pronostizieren die Ökonomen in Kanada ein reales BIP-Wachstum von etwa 6 Prozent in diesem Jahr und über 4 Prozent für 2022. Die Unternehmensinvestitionen schätzt die BoC in den kommenden Monaten weiter verhalten ein. Gründe sind die ungewisse globale Konjunkturentwicklung angesichts der anhaltenden Pandemie und Lieferkettenprobleme in einigen Industrien. Gleichzeitig steigt die Kapazitätsauslastung im verarbeitenden Gewerbe und hat in einigen Branchen bereits das Vorkrisenlevel erreicht. Auch Investitionen außerhalb des Öl- und Gassektors dürften in den Jahren 2022 und 2023 deutlich steigen - vor allem in jenen Bereichen, die in der Pandemie an Bedeutung gewinnen, wie Informationstechnologien, Digitalisierung, Logistik und Lagerei.

    Trotz der positiveren Aussichten bleibt die kanadische Wirtschaft noch auf absehbare Zeit unter ihrem Potenzial. Gleichzeitig steigen die Einkaufspreise in der Industrie deutlich schneller als in den letzten Jahren. Auch die Verbraucher haben 2021 durchweg mit höheren Preisen zu kämpfen. Die Beschäftigungszuwächse sind weiterhin schleppend. Trotz eines leichten Aufwärtstrends in den vergangenen zwölf Monaten liegt die Arbeitslosigkeit noch immer weit über dem Vorkrisenlevel. Die Zentralbank und viele andere Analysten erwarten, dass die wirtschaftliche Unterauslastung der kanadischen Wirtschaft erst 2023 vollständig endet.

    Letzte Infektionswellen gut abgefedert

    Was sich in den letzten Monaten wiederholt zeigte, ist die gewonnene Resilienz der kanadischen Wirtschaft gegenüber den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus. Die dritte Welle hielt die wirtschaftliche Erholung im April und Mai auf und sorgte für leichte Beschäftigungsrückgänge. Dennoch schätzt die Zentralbank das Risiko für die Konjunktur durch Covid-19 heute deutlich geringer ein als vor einem halben Jahr. Die global führende Impfquote der Kanadier sowie der weiterhin konservative Umgang mit der Pandemie und die noch immer hohe Toleranz der Bevölkerung gegenüber den Maßnahmen könnten dazu beitragen, dass Kanada von weiteren Lockdowns bei zukünftigen Infektionswellen verschont bleibt.

    Auch die Zuversicht der kanadischen kleinen und mittelständischen Betriebe steigt weiter. Im Juni erreichte das Business Barometer der Canadian Federation of Independent Business (CFIB) einen Wert von 56,8 für den 3-Monats-Aussichten - der höchste Wert seit Ende 2019. Die 12-Monats-Aussichten konnten mit 70,1 Punkten erneut zulegen verglichen mit den Märzdaten und sind im Verhältnis zu den letzten Jahren fast schon euphorisch. Der Optimismus der KMU ist nach CFBI in allen Provinzen Kanadas zu spüren.

    Tourismus, Kulturwirtschaft und Energiesektor weiter im Tief

    Am schwersten getroffen bleiben die Tourismusindustrie und die Kulturwirtschaft. Reisebeschränkungen und Social-Distancing-Vorgaben entziehen vielen Unternehmen dieser Branche die Existenzgrundlage. Einige Städte werden nach dem Ende der Coronakrise ein anderes Gesicht haben. Der Einbruch des Tourismus- und Gastwirtschaftssektors verlief nach Angaben des Conference Board of Canada etwa sechsmal stärker als der prozentuale Rückgang der Gesamtwirtschaft. Die Branche verlor im 2. Quartal 2020 fast 70 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung.

    Das Gastgewerbe, vor allem Restaurants und Bars, konnten sich seitdem phasenweise etwas erholen und nehmen seit dem Ende der dritten Welle im Juni 2021 einen neuen Anlauf Richtung Normalbetrieb. Gleichwohl gelten noch immer Einschränkungen und Auflagen für die Gastwirtschaft und Kulturtreibende. Der Tourismus in Kanada könnte ab August mit der zunehmenden Öffnung der Grenzen wieder Aufwind erhalten. 

    Unsicherheit im Öl- und Gassektor

    Der von der Coronakrise hart getroffene kanadische Öl-und Gassektor erholt sich unter steigenden Rohstoffpreisen, der anziehenden US-Konjunktur und der langsamen Rückkehr des Transportsektors. Dennoch sind die Pläne für Kapitalinvestitionen in der Branche weiter verhalten. Es bestehen Unsicherheiten über den zukünftigen Bedarf an fossilen Brennstoffen - auch wenn dieser möglicherweise unterschätzt wird - und den seit Jahren schleppenden Ausbau von Transportkapazitäten für Erdöl.  

    Weitere Infektionswellen - vor allem bei dem wichtigsten Abnehmer des Guts, den USA - könnten den Ölpreis erneut unter Druck setzen und damit auch die Konjunktur der kanadischen Wirtschaft. Erdöl ist das wichtigste Exportgut des Landes und jeder Wertverfall trifft Kanada doppelt hart. Der Absatz im Erdöl- und Kohlesektor sank in der Coronakrise zeitweise um etwa 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Rettungsschirm von Zentralbank und Regierung wird zurückgefahren 

    Der Leitzins der Bank of Canada steht seit März 2020 auf einem historischen Tief von 0,25 Prozent. Die Zentralbank beginnt die in der Krise gefahrene expansive Geldpolitik schrittweise zu reduzieren. Das ist ein klares Zeichen für genügend Liquidität im Finanzsystem, die positiveren Wachstumsaussichten und den steigenden Inflationsdruck.

    Die kanadische Regierung stellt seit März 2020 umfangreiche Unterstützung für Unternehmen und Individuen bereit. Einige der staatlichen Hilfen könnten im September endgültig auslaufen. Eine Zusammenfassung der konkreten Maßnahmen der Regierung in der Coronakrise finden Sie hier.

    Von Daniel Lenkeit | Toronto

  • Konjunktur- und Hilfsprogramme

    Maßnahmen zur Stützung von Unternehmen und Konsumenten werden verlängert. Die Erholung der Wirtschaft wird noch lange andauern. (Stand: 25. März 2021)

    Die kanadischen Geschäftsbanken rechnen mit einer Erholung der Wirtschaft um etwa 6 Prozent in diesem Jahr. Das kanadische Bruttoinlandsprodukt fiel im ersten Coronajahr 2020 um 5,4 Prozent und verzeichnete im 2. Quartal einen historischen Rückgang um 11,5 Prozent. Dies war der stärkste Einbruch seit Beginn der Quartalsmessungen im Jahr 1961. Der Arbeitsmarkt zeigt weiterhin Schwächen, weswegen auch viele Hilfen der Regierung vorerst weitergeführt werden.

    Viele Hilfspakete bringen weiter Entlastung

    Sowohl die kanadischen Haushalte als auch viele Unternehmen werden weiterhin durch Hilfsmaßnahmen der Regierung gestützt. Das gespannte Sicherheitsnetz soll mindestens bis zum Sommer 2021 intakt gehalten werden.

    Unternehmenshilfen verlängert, Lohnausgleich optimiert

    Das Canada Emergency Wage Subsidy (CEWS) Programm, welches bis zu 75 Prozent der Lohnausgaben für von Covid-19 betroffene kanadische Unternehmen übernimmt, soll bis zum 5. Juni 2021 laufen. Das Programm stützte zeitweise über 4,3 Millionen Arbeitsplätze und stellte bisher Subventionen im Wert von 45 Milliarden US-Dollar (US$) bereit. Unternehmen haben durch CEWS die unter anderem die Möglichkeit, ihre Angestellten trotz Kurzarbeit zu halten. Die maximale wöchentliche Zahlung berechnet sich nach den Umsatzverlusten der Unternehmen und der aktuellen Auszahlungsperiode.

    Die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Zahlung gewerblicher Mieten (CECRA) wurde Ende September 2020 eingestellt. Von dem Programmbudget in Höhe von 2,3 Milliarden US$ wurde nur gut die Hälfte abgerufen. Ein Nachfolgeprogramm mit dem Namen CERS stellt für berechtigte Unternehmen eine direkte Subvention von bis zu 65 Prozent der Miet- und Hypothekenbelastung in Aussicht. Unter den neuen Lockdown-Bestimmungen in der zweiten Welle können Unternehmen zudem bis zu 25 Prozent zusätzliche Mietunterstützung erhalten und die Subventionsrate auf 90 Prozent der Mietausgaben erhöhen.

    Weitere Liquiditätshilfen für Unternehmen und Haushalte

    Die Regierung verabschiedete schon früh Direkthilfen für Unternehmen, Individuen und einzelne Industrien sowie Maßnahmen für die erweiterte Gesundheitsversorgung. Diese Transferprogramme umfassen über 190 Milliarden US$ (etwa 12 Prozent des BIP). Mit ihnen werden beispielsweise die Arbeitslosenversicherung ausgeweitet, das Kindergeld erhöht und Steuergutschriften für Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen ermöglicht sowie der Gesundheitsschutz ausgeweitet. Darüber hinaus hilft der Staat Unternehmen mit Steuerstundungen, Krediten und Kreditgarantien sowie Banken mit Senkungen der Eigenkapitalvorschriften im Wert von weiteren 67 Milliarden US$.

    Kleine sowie gemeinnützige Unternehmen werden bis Ende Juni 2021 mit dem Canada Emergency Business Account (CEBA) unterstützt. Aus diesem 58 Milliarden US$ schweren Rettungsfonds stellt die Regierung zinsfreie Darlehen von bis zu 45.000 US$ für betroffene Firmen und Institutionen bereit. Die Höhe der zinsfreien und teilweise erlassenen Darlehen wurde im Dezember 2020 um 50 Prozent erhöht. Auch Kleinstunternehmen, die keine Gehaltsabrechnungen haben, sind berechtigt, solange sie nicht aufschiebbare Kosten für 2020 zwischen 30.000 und 1.100.000 US$ vorweisen. Unternehmen, die ihren Kredit aus diesem Programm bis Dezember 2022 zurückzahlen, werden 33 Prozent der Schulden erlassen.

    Für große Unternehmen gibt es Unterstützung durch das LEEFF-Programm - eine Brückenfinanzierung für Firmen mit über 230 Millionen US$ Umsatz in Kanada, die mindestens 45 Millionen US$ an Kapital benötigen. Die Kredithilfe ist nicht zinsfrei und an bestimmte Auflagen gekoppelt. Dazu gehören neben dem Bekenntnis zur Arbeitsplatzsicherung unter anderem Berichte zu den Umweltschutzmaßnahmen des Unternehmens, das Verbot von Dividendenausschüttungen sowie die Einschränkung von Vorstands- und Geschäftsführungsgehältern.

    Einzelne Sektoren erhalten gesondert Unterstützung

    Die kanadische Regierung greift einigen Sektoren wie Landwirtschaft, Fischerei, Lufttransport, Energie, Kultur und Tourismus sowie Forschung und Wissenschaft punktuell unter die Arme. Die Programme sind auf die Industrien zugeschnitten: So gibt es unter anderem Extrakredite für Landwirte und Lebensmittelverarbeiter, einen kanadischen Meeresfrüchte-Stabilisierungsfonds, der Lagerkapazitäten erhöhen und Industrie-4.0-Technologien in der Meeresfrüchteverarbeitung erweitern soll, bis hin zu Milliardenausgaben für die Sanierung stillgelegter Ölquellen in den Provinzen Alberta, Saskatchewan und British Columbia.

    Einen vollständigen Überblick über alle Maßnahmen der Regierung für Unternehmen, Haushalte und einzelne Industrien finden Sie auf der Website der kanadischen Regierung.

    Konjunkturprogramm für die Belebung der Wirtschaft beschlossen

    Der Ende November 2020 ausgerufene Plan "Building Back Better" enthält weitere, breit angelegte, Konjunkturmaßnahmen im Wert von bis zu 80 Milliarden US$ über die nächsten drei Fiskaljahre. Mit Hilfe des Konjunkturplans sollen über 1 Millionen neue Jobs geschaffen werden. In dem Plan anvisierte Programme haben vor allem Chancengleichheit und eine wettbewerbsfähige, grüne Wirtschaft als Ziel. Die Bereiche Bildung und Klimaschutz haben Priorität. Neben umfangreichen Investitionen in neue Früherziehungs- und Kinderbetreuungssysteme sollen in den nächsten Jahren vor allem für den Klimaschutz Milliarden US-Dollar fließen. Die energieeffiziente Modernisierung von Eigenheimen, die Pflanzung von 2 Milliarden Bäumen sowie saubere Energieprojekte und Nullemissionsautos sollen gefördert werden.

    Kanadischer Impfplan

    Zugelassene Covid-19-Impfstoffe werden in Kanada kostenfrei verimpft. Impfungen sind zuerst für priorisierte Gruppen erhältlich. Im Anschluss stehen Impfstoffe für jede Person zur Verfügung, für die von öffentlichen Stellen eine Impfung empfohlen wird.

    Das gilt für

    • jeden in Kanada, einschließlich Nichtbürger, die älter sind als:
      • 16 Jahre für den Pfizer-BioNTech Impfstoff,
      • 18 Jahre für den Moderna Impfstoff,
      • 18 Jahre für den AstraZeneca/COVISHIELD Impfstoff,
      • 18 Jahre für den Janssen (Johnson & Johnson) Impfstoff,
    • Mitarbeiter im diplomatischen Dienst und ihre Angehörigen.

    Von Daniel Lenkeit | Toronto

  • Einschränkungen im Personen- und Warenverkehr

    Seit Ausbruch der Coronakrise beschränkt Kanada die Einreise für die meisten Ausländer. In den nächsten Wochen kommen erste Lockerungen. (Stand: 3. August 2021)

    (Ein-)Reisebeschränkungen werden im August weiter gelockert

    Seit über einem Jahr beschränkt Kanada seinen Grenzverkehr strikt auf notwendige Reisen. Der verhängte Einreisestopp wird erstmals ab dem 9. August 2021 gelockert, allerdings nur für vollständig geimpfte US-Amerikaner mit negativem Coronatest. Umgekehrt dürfen Kanadier die US-Grenze erst ab dem 21. August wieder frei passieren. Für alle anderen Ausländer, die beispielsweise als Touristen nach Kanada einreisen wollen, ist der 7. September als frühester Zeitpunkt vorgesehen.

    Weiterhin ausgenommen von den generellen Einreisebeschränkungen sind - außer Kanadiern und Personen mit permanentem Aufenthaltsstatus - nur Diplomaten, Flugzeugcrews, internationale Studenten und enge Familienangehörige von kanadischen Staatsbürgern.

    Von nicht notwendigen Reisen wird Inländern und Ausländern offiziell weiterhin abgeraten. Seit dem 7. Januar 2021 muss der Fluggesellschaft vor der Einreise nach Kanada ein negativer Coronatest (PCR, LAMP), nicht älter als 72 Stunden, vorgelegt werden. Seit dem 15. Februar müssen auch Kanadier, die über die Landgrenze wieder einreisen, einen negativen, weniger als 72 Stunden alten Covid-19-Test vorweisen. Kanadier ohne negativen Test erwarten Strafen von 2.000 Euro. Ausgenommen sind Gruppen wie gewerbliche Lkw-Fahrer.

    Seit Februar gelten verschärfte Regeln für Einreisende an allen Grenzübergängen. Zusätzlich zu den vorzuweisenden Negativtests vor Antritt eines Flugs nach Kanada müssen sich Einreisende an der Grenze oder zu Hause einem weiteren Coronatest unterziehen. Vollständig geimpfte Reisende müssen nicht mehr auf das Testergebnis in einem von der Regierung designierten Hotel zu Selbstkosten warten. Ab dem 9. August enden die Auflagen für eine Hotelquarantäne für alle Einreisenden.

    Transit durch Kanada weiterhin erlaubt

    Der Transit durch Kanada ist gestattet, jedoch an Bedingungen geknüpft. Unter anderem muss das Zielland die Transitreisenden aufnehmen, der Zwischenstopp darf nicht länger als 24 Stunden dauern und der Transitbereich darf nicht verlassen werden. Das bedeutet auch, dass für Anschlussflüge nur ein Zwischenstopp in Kanada möglich ist.

    Aktuell sind nur vier Flughäfen für den internationalen Flugverkehr geöffnet - Calgary International, Montreal Pierre Elliott Trudeau, Toronto Pearson International und Vancouver International. Ausgenommen sind Verbindungen aus Kanada in die USA. Europäische und asiatische Fluggesellschaften haben ihre Verbindungen nach Kanada zwar noch immer reduziert. Dennoch gibt es aus Deutschland weiter täglich Direktverbindungen nach Toronto und Montreal.

    An den Grenzen werden Gesundheitskontrollen durchgeführt. Alle international Reisenden, die in Kanada ankommen, müssen sich 14 Tage isolieren, wenn sie nicht vollständig geimpft sind. Ausgenommen von der Regelung sind nur Personen, die notwendige Dienstleistungen (zum Beispiel im Gesundheitssystem) erbringen und Lkw-Fahrer, die den Warenverkehr zwischen den USA und Kanada aufrechterhalten.

    Nationale Reisen sind eingeschränkt möglich

    Innerhalb Kanadas ist das Reisen gestattet. Es bestehen aktuell keine Einschränkungen der Bundesregierung. Flug- und Zugverkehr sind in Betrieb, wenn auch teilweise unter Gesundheitsauflagen. Flugreisende sind verpflichtet, Masken zu tragen. Flug- und Schienenpersonal werden zudem angewiesen, Passagiere vor Reiseantritt auf Covid-19 Symptome zu prüfen und gegebenenfalls die Reise zu verweigern. Vor Antritt jeder Flugreise wird die Körpertemperatur gemessen.

    Abhängig von der jeweiligen Provinz gibt es teilweise Vorschriften zur Selbstisolation bei Einreise aus einer anderen Provinz. Ebenso unterscheiden sich die Personengrenzen für Versammlungen, die Zulassungsvoraussetzungen für einen Covid-19-Test und die deklarierten essenziellen Wirtschaftssubjekte von Region zu Region.

    Kanadische Regierung appelliert weiter an Einhaltung von Social Distancing

    Die Infektionszahlen in Kanada sind seit dem Höhepunkt der dritten Welle Anfang Mai 2021 stetig gefallen. Die vierte Welle unter Einfluss der Delta-Variante hat gerade erst begonnen. Hoffnungen der kanadischen Gesundheitsexperten auf einen flachen Verlauf ohne Lockdowns beruhen auf dem Ausbau der bereits beachtlichen Impfquote von 71 Prozent (81,5 Prozent bei den über 12-jährigen) und der Geduld der Bevölkerung für die anhaltenden Vorgaben für Social Distancing im täglichen Leben.

    Aktuell ist in vielen Regionen Kanadas fast wieder Normalbetrieb zu beobachten. Die Schulen werden im September mit Präsenzunterricht eröffnen, Einkaufsbeschränkungen lassen nach und Ausgangssperren für nicht essenzielle Tätigkeiten gibt es aktuell keine.

    In den meisten Provinzen sollen im öffentlichen Raum alle Menschen zwei Meter Abstand voneinander halten. Wenn dies nicht möglich ist, sollen Masken getragen werden. In Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr herrscht Maskenpflicht.

    Die Provinzen und Kommunen bestimmen über die jeweiligen Regeln im öffentlichen Raum. Die meisten Provinzen schränken öffentliche Versammlungen und auch private Zusammenkünfte weiterhin ein.

    Aktuelle Informationen zu Reisebeschränkungen
    • Einen guten Überblick über die jeweiligen Covid-19-Regeln der Provinzen bietet die Tageszeitung Globe and Mail auf ihrer Internetseite
    • Zu beachten sind die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
    • Bitte beachten Sie die Hinweise für die Einreise nach Deutschland.

    Von Daniel Lenkeit | Toronto

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