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Rahmenbedingungen

Lokale Wertschöpfungsanteile werden bei öffentlichen Ausschreibungen in China immer wichtiger. Gleichzeitig richten chinesische Firmen den Blick ins Ausland. 

Von Corinne Abele | Shanghai

Geht es um Siedlungsabfälle, schreibt in der Regel der öffentliche Auftraggeber aus. Entsprechende Projekte sind auf der Website für öffentliche Ausschreibungen (China Central Government Procurement) zu finden; große (Prestige-)Projekte werden international ausgeschrieben. Kostenpflichtig bieten auch privatwirtschaftliche Ausschreibungsplattformen, wie Bidcenter, Zhaobiao oder Chinabidding, Informationen über Projekte im Abfallsektor landesweit an.  

Häufig werden vor allem Müllverbrennungsanlagen (aber auch Deponien) in Form von Public Private Partnerships (PPP) beispielswiese als BOT (Build, Operate, Transfer)- oder BO (Build, Operate)-Projekte umgesetzt. Die Auftragsvergabe für die Ausstattung der Anlage findet dann durch den Projektnehmer statt. Auch Projekte für die privatwirtschaftliche Industrie unterliegen nicht öffentlichen Ausschreibungsanforderungen.

Gerade im öffentlichen Ausschreibungsbereich kommen auf ausländische Anbieter künftig produktspezifische lokale Wertschöpfungsanteile zu. So sind seit 1. Januar 2026 Umsetzungsmaßnahmen im Bereich öffentlich Beschaffung in Kraft, wonach Herstellern sogenannter "lokaler Produkte" ein Angebotsabschlag von 20 Prozent gegenüber Wettbewerbern mit "nicht lokalen Produkten" gewährt wird. Zur Qualifizierung wird ein produktspezifischer lokaler Wertschöpfungsanteil gefordert, der für Produktsegmente in den nächsten Jahren ausgearbeitet werden soll. Dies erhöht den Druck zur Lokalisierung weiter.

Frühen Kontakt zum Auftraggeber suchen

Generell ist der frühe Kontakt zu Auftraggebern beziehungsweise zu lokalen Experten wichtig. Letztere haben als technische Berater laut Brancheninsidern häufig großen Einfluss. Noch immer ist der Bereich in weiten Teilen intransparent. Die Professionalität der Branche weist große regionale Unterschiede auf. Städte wie Shanghai, Shenzhen oder Beijing liegen, was Rahmenbedingungen und Professionalität angeht, an der Spitze. Auch sind inzwischen einige der großen Projekt- und -anlagenunternehmen im Ausland tätig; dies wird im Rahmen des 15. Fünfjahresplans 2026 bis 2030 deutlich unterstützt. Strategische Partnerschaften können daher sinnvoll sein.

Tipps für den Markteinstieg in China

  1. Regionenspezifische Rahmenbedingungen beachten.
  2. Stragische Partnerschaften für China und global aufbauen.
  3. Langfristiger Erfolg ist ohne Lokalisierung nicht möglich.

Für die Branche gültige Standards können in chinesischer Sprache auf der Website des Ministry of Environmental Protection (MEP) eingesehen werden. Allerdings müssen sie auf Provinzebene implementiert werden, sodass es zu regionalen Unterschieden kommt. Informationen zu Zollangelegenheiten enthält die Internetseite des chinesischen Zollamts.

Gemany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

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