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Dänemark setzt sich beim Recycling ambitionierte Ziele

Dänemarks Abfallwirtschaft wird neu ausgerichtet. Regulatorische Vorgaben, Investitionen in Recycling und Digitalisierung sowie eine sich öffnende Marktstruktur prägen den Sektor.

Von Judith Illerhaus | Stockholm

Ausblick der Abfallwirtschaft in Dänemark 

 

  • Ein klarer politischer Rahmen und EU-harmonisierte Vorgaben geben Investoren Sicherheit.
  • Innovationsoffenheit und Bestrebungen im CCS-Bereich eröffnen alternative Geschäftschancen in der Branche.
  • Insbesondere technologie- und kapitalstarke Anbieter können sich im klassischen Feld behaupten.

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: März 2026

  • Der dänische Abfallmarkt wandelt sich. Hohe Abfallmengen und politische Ziele verlagern den Fokus von Verbrennung auf Sortier- und Recyclinganlagen und eröffnen Marktchancen.

    Die dänische Abfallwirtschaft steht vor einem tiefgreifenden Strukturwandel, der maßgeblich durch regulatorische Vorgaben, hohe Abfallmengen und einen strategischen Fokus auf die Stärkung der inländischen Recyclinginfrastruktur getrieben wird. Mit einem Gesamtaufkommen von rund 19,7 Millionen Tonnen Abfällen im Jahr 2022 zählt Dänemark trotz vergleichsweise geringer Bevölkerungszahl zu den Ländern mit einem hohen Abfallanfall. Besonders ins Gewicht fallen dabei die kommunalen Abfälle, deren Pro‑Kopf‑Aufkommen laut Eurostat 802 Kilogramm betrug und damit europaweit den höchsten Wert erreichte. Diese Ausgangslage erhöht den politischen und wirtschaftlichen Druck, den Übergang von der dominierenden Verbrennung zur stofflichen Verwertung zu beschleunigen.

    57 %

    des Abfalls sind fehlsortiert.

    Politik treibt strukturelle Transformation voran

    Der strukturelle Anpassungsdruck ist hoch. Zwar liegt die Deponierungsquote mit etwa 1 bis 2 Prozent europaweit auf einem sehr niedrigen Niveau, jedoch betrug die Recyclingquote kommunaler Abfälle 2022 erst rund 50 Prozent nach nationaler Statistik und 46 Prozent laut Eurostat. Insbesondere bei Kunststoffverpackungen besteht eine erhebliche Lücke zwischen politischen Zielvorgaben und tatsächlicher stofflicher Verwertung.

    Rahmengebend für die Weiterentwicklung der Branche ist der Action Plan for Circular Economy, der zugleich nationaler Abfallplan für den Zeitraum 2020 bis 2032 ist. Der Plan orientiert sich an der EU-Abfallrahmenrichtlinie. Er sieht unter anderem vor, die Recyclingquote kommunaler Abfälle bis 2035 auf 65 Prozent zu steigern und die thermische Verwertung deutlich zu reduzieren.

    Die seit Juli 2022 verpflichtende Mülltrennung in zehn Fraktionen markiert einen wichtigen Umsetzungsschritt. Sie wird jedoch auf kommunaler Ebene unterschiedlich schnell realisiert. Vor allem kleinere Kommunen stehen vor Herausforderungen beim Ausbau der notwendigen Infrastruktur sowie bei der Akzeptanz und korrekten Umsetzung der Trennsysteme in der Bevölkerung. In der Praxis entstehen daraus erhebliche Investitionsbedarfe bei Sortier‑, Umschlag‑ und Aufbereitungsanlagen, die den Markt aktuell stark prägen.

    Sortier- und Recyclinganlagen stehen im Fokus

    Vor diesem Hintergrund verschiebt sich der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit deutlich in Richtung hochautomatisierter Sortier‑ und Recyclingkapazitäten. Ein Schlüsselprojekt ist die Inbetriebnahme der großtechnischen Kunststoffsortieranlage von ReSource Denmark in Esbjerg im Jahr 2024. Die Anlage ist auf eine Jahreskapazität von bis zu 160.000 Tonnen Leichtverpackungsabfällen ausgelegt und gilt als derzeit größte Kunststoffsortieranlage des Landes. Sie wurde gezielt konzipiert, um Kunststoffabfälle, die bislang überwiegend verbrannt oder exportiert wurden, künftig im Inland aufzubereiten. Die erzeugten Output‑Fraktionen sind sowohl für das mechanische als auch für das chemische Recycling ausgelegt.

    Weitere größere Kapazitätsausweitungen befinden sich bereits in der Planungs‑ und Umsetzungsphase. So errichten der deutsche Umweltdienstleister PreZero und das dänische Unternehmen Solum auf der Insel Seeland eine neue Sortieranlage für Leichtverpackungen. Sie soll eine Verarbeitungskapazität von rund 100.000 bis 130.000 Tonnen pro Jahr erreichenl. Der Produktionsstart ist für 2027 vorgesehen. Auch dieses Projekt zielt darauf ab, Exporte zu reduzieren und zusätzliche inländische Wertschöpfung zu schaffen.

    Datengestützte Lösungen sind gefragt

    Parallel zur Sortierung wird auch die nachgelagerte Recyclinginfrastruktur ausgebaut. Neben klassischen mechanischen Recyclingverfahren gewinnen chemische Recyclingansätze an Bedeutung, insbesondere für bislang schwer verwertbare Kunststofffraktionen. Zudem wachsen spezialisierte Segmente wie das Batterie‑, Metall‑ und Elektronikrecycling, die durch den Ausbau der Elektromobilität und erneuerbarer Energien an Dynamik gewinnen. Unternehmen wie das schwedische Stena Recycling haben ihre bestehenden Standorte in Dänemark in diesem Zusammenhang technologisch aufgerüstet und zusätzliche Sortier‑ und Aufbereitungslinien aufgebaut, unter anderem im Bereich von Metallen und Batteriematerialien.

    Technologisch liegt der Fokus im dänischen Markt derzeit klar auf präziser, datengetriebener Sortiertechnik. Besonders gefragt sind Nahinfrarot‑Sensoren (NIR), optische Sortiersysteme, KI‑gestützte Materialerkennung sowie softwarebasierte Prozesssteuerung zur Optimierung von Durchsatz, Reinheit und Energieeffizienz. Dänische Technologieanbieter wie Cimbria spielen in diesem Segment eine wichtige Rolle und sind sowohl im Inland als auch international tätig.

    Für Anlagenbauer, Technologieanbieter und spezialisierte Dienstleister ergeben sich daraus insbesondere in den Bereichen Sortiertechnik, Automatisierung, Digitalisierung, Materialanalytik und Recyclingverfahren attraktive Marktchancen.

    Globale Märkte sorgen für zusätzlichen Druck

    Zusätzlich sieht sich die dänische Abfallwirtschaft auch mit makroökonomischen Herausforderungen konfrontiert. Die Recyclingbranche leidet unter dem schwachen US-Dollar, der die Wettbewerbsfähigkeit dänischer Exporteure auf dem Weltmarkt beeinträchtigt. Gleichzeitig sorgt billiger Stahl aus Asien für Preisdruck auf Sekundärrohstoffe – insbesondere im Bereich der Metallverwertung. Laut der dänischen Wirtschaftszeitung Børsen klagen mehrere Recycler über sinkende Margen, stagnierende Investitionen und zunehmenden Wettbewerbsdruck.

    Diese Entwicklungen treffen auf eine Branche, die ohnehin mit steigenden Kosten konfrontiert ist: Energiepreise, Löhne, Compliance-Aufwand und Investitionen in neue Sortier- und Recyclingtechnologien belasten die Bilanz vieler Unternehmen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität und Rückverfolgbarkeit der recycelten Materialien – insbesondere im Hinblick auf die EU-Ziele zur Förderung von Sekundärrohstoffen und zur Reduktion von CO₂-Emissionen.

    Ausgewählte Investitionsprojekte in der Abfallwirtschaft in Dänemarkin Millionen Euro
    Projekt

    Investition 

    Stand

    Projektträger
    Neue Abfallsortierungsanlage, Kopenhagen

    ca. 50 

    Fertigstellung für 2026 geplantARC 
    Bau einer neuen Kunststoff-Sortieranlage, Holbæk

    k.A.

    Inbetriebnahme geplant 2027Deutsch-dänische Kooperation von PreZero und Solum
    Pilotprojekt zur CO²-Abscheidung bei Sonderabfallverbrennung, Nyborg

    k.A.

    Start Pilotbetrieb in 2025Fortum Recycling & Waste
    CopenCapture (CCS-Projekt "Abfall zu Energie")

    k.A.

    Umsetzung geplant bis 2030Deutsch-dänische Kooperation von E.ON und ARC
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Von Judith Illerhaus | Stockholm

  • Die dänische Abfallwirtschaft ist stark kommunal geprägt. Regulierung, Effizienzdruck und internationale Investoren verändern Marktstrukturen und sorgen für verstärkten Wettbewerb.

    Die dänische Abfallwirtschaft hat eine stark kommunal geprägte Struktur. Während Dänemark in vielen Bereichen der Abfallbehandlung als europäischer Vorreiter gilt, zeigt sich bei genauerer Betrachtung ein Spannungsfeld zwischen öffentlicher Verantwortung, privatem Wettbewerb und Effizienzanforderungen. Die zunehmende Regulierung, technologische Anforderungen und internationale Investitionen verändern die Marktstruktur.

    Kommunale Abfälle als zentrales Marktsegment

    Kommunale Abfälle stellen das volumenstärkste und zugleich strukturell prägendste Segment der dänischen Abfallwirtschaft dar. Der Markt ist durch eine nahezu flächendeckende Erfassung über kommunale Sammelsysteme sowie durch langfristige, überwiegend kommunal organisierte Ausschreibungsstrukturen gekennzeichnet. Diese starke institutionelle Einbindung ermöglicht hohe Erfassungsquoten, geht jedoch mit komplexen Betreiber‑ und Vertragsstrukturen einher.

    Positiv entwickelt haben sich in den vergangenen Jahren die Behandlungswege. Nach Angaben von Danmarks Statistik, dem nationalen Statistikamt, steigt der Anteil des Recyclings an den kommunalen Haushaltsabfällen kontinuierlich. Gleichzeitig verliert die thermische Verwertung, die klassische Müllverbrennung, an Bedeutung. Jedoch bestehen deutliche Defizite bei der Qualität der Abfalltrennung. So geht aus parlamentarischen Auskünften des Umweltministers hervor, dass rund 57 Prozent der Haushaltsabfälle im Jahr 2022 fehlsortiert wurden. Besonders betroffen ist der Bioabfall: Von insgesamt etwa 241.000 Tonnen pro Jahr gelangte im Jahr 2022 rund ein Drittel in die falsche Fraktion. Dies verweist auf Defizite bei der Verbraucherinformation, begrenzte Kontrollmechanismen sowie infrastrukturelle Schwächen in der getrennten Sammlung.

    Diese Fehlwürfe erhöhen Sortier‑ und Nachbehandlungskosten, verringern die Reinheit der Materialfraktionen und erschweren die Erreichung der EU‑Recyclingziele. Gleichzeitig entstehen daraus Marktchancen, insbesondere für Anbieter von Sensortechnologien, automatisierten Sortier‑ und Erkennungssystemen, digitalen Erfassungslösungen sowie für Konzepte zur zielgerichteten Verbraucherkommunikation und Abfallberatung.

    Branchendifferenzierung und industrielle Abfallströme

    Die industrielle Abfallwirtschaft gewinnt in Dänemark zunehmend an Bedeutung und stellt ein eigenständiges Marktsegment mit spezifischen Anforderungen dar. Nationale Statistiken zeigen, dass Industrie, Bauwirtschaft und Gewerbe über die vergangenen zehn Jahre hinweg einen stabilen Anteil am gesamten Abfallaufkommen hielten, mit konjunkturbedingt leichten Schwankungen. Die größten Abfallmengen entfallen dabei auf das Bauwesen, insbesondere auf mineralische Abfälle aus Abriss‑, Um- und Neubauaktivitäten. Weitere wesentliche Volumina stammen aus der verarbeitenden Industrie sowie aus dem Dienstleistungssektor.

    Industrielle Abfallströme unterscheiden sich deutlich von kommunalen Abfällen – sowohl hinsichtlich ihrer Zusammensetzung als auch der regulatorischen Anforderungen. Neben großen Massenströmen wie Bau‑ und Produktionsabfällen spielen stark fragmentierte, teilweise gefährliche oder spezialisierte Abfallarten eine zentrale Rolle. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an Genehmigungen, Nachweisführung, Arbeitssicherheit und Umweltstandards. Die Behandlung industrieller Abfälle erfolgt überwiegend durch spezialisierte private Anbieter, die über entsprechende technische Anlagen, branchenspezifische Expertise und internationale Entsorgungs‑ beziehunsgweise Verwertungsnetzwerke verfügen. Im Vergleich zum kommunalen Segment ist der Wettbewerbsdruck hier deutlich ausgeprägter. Viele Anbieter agieren grenzüberschreitend und stehen in direktem Wettbewerb um Industriekunden. Langfristige Rahmenverträge mit Industrieunternehmen sind dabei ebenso verbreitet wie projektbezogene Lösungen, etwa bei Großbaustellen oder Rückbauvorhaben.

    Zunehmend an Bedeutung gewinnt zudem die Digitalisierung der industriellen Abfallwirtschaft. Die Einführung digitaler Nachweis‑ und Meldesysteme im Zuge der neuen EU‑Vorschriften zur Abfallverbringung dürfte diesen Bereich weiter professionalisieren. Anbieter sind stärker gefordert, transparente Datenflüsse, lückenlose Dokumentation und integrierte IT‑Lösungen bereitzustellen.

    Internationale Akteure sorgen für Konsolidierung

    Die dänische Abfallwirtschaft befindet sich in einer Phase fortschreitender Konsolidierung. Neben der bereits erfolgten Übernahme von M. Larsen durch REMONDIS im Jahr 2018 haben weitere internationale Unternehmen ihre Aktivitäten ausgeweitet. Akteure wie der führende skandinavische Recyclinganbieter Stena Recycling aus Schweden, der Entsorgungsgigant Veolia aus Frankreich und das industriell fokussierte, finnische Unternehmen Fortum Waste Solutions sind in unterschiedlichen Segmenten präsent – von der Metallverwertung über Sonder‑ und Industrieabfälle bis hin zur spezialisierten Entsorgung.

    Diese Unternehmen bringen neben Kapital vor allem technologische Expertise, Skaleneffekte und internationale Netzwerke in den Markt ein. Investitionen fließen in moderne Sortier‑ und Recyclinganlagen, digitale Plattformen sowie in neue Geschäftsmodelle entlang der erweiterten Herstellerverantwortung und der Rücknahme spezifischer Abfallströme, etwa bei Elektroaltgeräten. Parallel dazu verändert sich die Wettbewerbslandschaft: Während kommunale Anbieter ihre etablierte Marktstellung absichern, suchen private Akteure verstärkt den Zugang über Ausschreibungen, Kooperationen und Partnerschaften.

    Die zunehmende Marktkonzentration beeinflusst zugleich Preisbildungsmechanismen, Innovationsdynamik und die Verhandlungsmacht gegenüber öffentlichen Auftraggebern. Für kleinere Anbieter wird es schwieriger, sich dauerhaft zu behaupten, insbesondere wenn die Ressourcen fehlen, um in Digitalisierung, regulatorische Compliance und kundenorientierte Zusatzleistungen zu investieren.

    Wichtige Branchenunternehmen in DänemarkUmsatz in Millionen Euro

    Unternehmen

    Sparte

     2024

    Dansk Retursystem A/SPfandsystem

    369,9

    HJHansen Recycling Group Recycling

    366,6

    Marius Pedersen A/SAbfallentsorgung

    341,1

    HCS A/S Transport & SpeditionLogistik und Abfallentsorgung

    282,5

    Scanmetals A/S Metallrecycling aus Verbrennungsrückständen

    184,5

    Reconor A/SAbfallentsorgung

    149,5

    Verdis A/SGewerbliche Abfallentsorgung

    143,1

    Meldgaard Holding A/SAbfallentsorgung

    142,8

    Blue Phoenix Denmark A/SRecycling von Bauabfällen

    125,7

    Avista Danmark Recycling von Ölen

    107,1

    Quelle: Recherchen der Deutsch-Dänischen AHK 2026

    Von Judith Illerhaus | Stockholm

  • Europäisch geprägte Regulierung und nationale Reformen verändern den dänischen Markt. Ausschreibungen, EPR und neue Pflichten lenken Investitionen und stärken private Anbieter.

    Die rechtlichen Rahmenbedingungen der dänischen Abfallwirtschaft sind europäisch geprägt und werden durch nationale Besonderheiten ergänzt.

    Ein zentrales Element ist die parteiübergreifende Vereinbarung zur Abfallwirtschaft 2030. Sie definiert politische Ziele, deren Umsetzung über den nationalen Abfallplan 2020-2032 erfolgt. Dazu zählt eine klimaneutrale Abfallwirtschaft bis 2030, eine Reduktion der Verbrennungskapazitäten um 30 Prozent und die landesweit bereits eingeführte Trennung in zehn standardisierte Abfallfraktionen. 

    Neue Regeln sorgen für mehr Wettbewerb

    Um diese Ziele zu erreichen, führte das Land einen Kapazitätsdeckel für Müllverbrennungsanlagen ein. Die Verwertung brennbarer Restabfälle muss seither über öffentliche Ausschreibungen erfolgen – die erste Runde wurde Ende 2025 abgeschlossen. Kommunale Anlagen wurden in wirtschaftlich eigenständige Gesellschaften überführt, wodurch ein stärkerer Fokus auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit entstanden ist.

    Parallel dazu hob der Staat die kommunale Zuweisungspflicht für gewerbliche Abfälle auf. Anlagen sind nicht länger verpflichtet, Restabfälle von Unternehmen anzunehmen. Dies schafft neue Marktchancen für private Anbieter, erhöht aber den Wettbewerbsdruck. 

    Gleichzeitig stiegen die Abgaben auf Abfälle mit hohem fossilem Anteil, um ökologische Lenkungswirkungen zu erzielen. Neue Anforderungen an die Eingangskontrolle in Energieanlagen verpflichten Betreiber, Unternehmen mit zu hohen Anteilen verwertbarer Stoffe im Restabfall den Behörden zu melden – mit möglichen Auflagen zur Nachsortierung.

    Herstellerverantwortung und Registrierung von Abfällen stärken Kreislaufwirtschaft

    Ein weiterer Meilenstein ist die Einführung der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) für Verpackungen zum 1. Oktober 2025. Unternehmen sind seither verpflichtet, für die Entsorgung der von ihnen in Verkehr gebrachten Verpackungen aufzukommen. Die Umsetzung erfolgt über das Herstellerregister DPA. Die Maßnahme setzt eine EU-Vorgabe um. Die dänische Regierung betrachtet sie als zentralen Hebel zur Förderung der Kreislaufwirtschaft.

    Im Bereich der Bau- und Abbruchabfälle verabschiedete das Parlament 2025 eine parteiübergreifende Vereinbarung zur Verschärfung der Regeln für verunreinigten Abraum. Sie umfasst ein gemeinsames IT-System zur Nachverfolgung, verstärkte Kontrollen durch Kommunen und Behörden sowie deutlich erhöhte Strafrahmen. Ziel ist es, illegale Entsorgungen zu verhindern und die Umweltintegrität zu stärken.

    Zentrales Portal für öffentliche Ausschreibungen

    Die öffentliche Auftragsvergabe erfolgt in Dänemark über ein zentrales Portal. Dort werden sowohl nationale als auch EU-weite Ausschreibungen veröffentlicht. Die zunehmende Ausschreibungspflicht – etwa bei der thermischen Verwertung – stärkt die Rolle privater Anbieter und erhöht die Transparenz im Markt.

    Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern. Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa Deutsches Institut für Normung e.V.).

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Judith Illerhaus | Stockholm

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Dänemark

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    German RETech Partnership e.V.

    Netzwerk deutscher Unternehmen und Institutionen der Entsorgungs- und Recyclingbranche zur Exportförderung

    Miljøministeriet 

    Ministerium für Umwelt und Gleichstellung
    Miljøstyrelsen Dänische Umweltschutzbehörde

    Cirkulaer

    Politischer Interessenverband dänischer Kommunen und kommunaler Abfallgesellschaften

    DAKOFA

    Verband von etwa 300 Unternehmen aus der Abfallwirtschaft mit einem Fokus auf die Kreislaufwirtschaft

    Affald.dk

    Branchenverband kommunaler Abfallgesellschaften
    UdbudsportalenZentrale Ausschreibungsstelle