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In Frankreich wird Recycling zur Souveränitätsfrage

Staat und Unternehmen investieren in Recycling. Abfall wird zum Wertstoff. Steigende Ansprüche an Müllverwertungs- und Recyclinganlagen erhöhen die Nachfrage nach Hochtechnologie. 

Von Frauke Schmitz-Bauerdick | Paris

Ausblick der Abfallwirtschaft in Frankreich

Bewertung:

 

  • Französische und europäische Vorgaben treiben den Markt für Plastikrecycling, Unternehmen leiden unter der internationalen Konkurrenz.
  • Metall- und Kupferrecycling expandieren, getrieben von Dekarbonisierung und Kampf um Rohstoffe.
  • Kommunaler Markt für Siedlungsabfälle ist fest in französischer Hand.
  • Sanierung und Neubau von Müllverwertungs- und Recyclinganlagen bieten Chancen für ausländische Anbieter.
  • Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Robotik gewinnen bei Sortierung und Recycling an Gewicht.

 

Anmerkung: Einschätzung der Autorin für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: März 2026

  • Frankreichs Abfallwirtschaft steht im Umbruch. Die Branche rüstet in einem schwierigen Umfeld auf. 

    Frankreichs Abfallwirtschaft ist aufgrund der Menge und Qualität der Abfälle sowie seiner Politik zur Förderung der Kreislaufwirtschaft ein international geschätzter Markt. 

    72 kg

    Verpackungsmüll entsorgt jeder Einwohner jährlich getrennt. 

    Die Branche ist in Bewegung. Müll ist nicht mehr nur Müll, sondern vor allem Wertstoff. Recycling wird zum Gebot der Stunde. Angesichts eines internationalen Wettlaufs um Rohstoffe treiben Staat und Unternehmen die Wiedergewinnung von Wertstoffen voran. Müllverbrennungsanlagen ohne Energierückgewinnung hingegen werden ab 2030 der Vergangenheit angehören und Mülldeponien werden zum Auslaufmodell.

     

    Kommunale Versorger wie die Syctom im Großraum Paris investieren massiv in den Bau von Waste-to-Energy- und Biomethananlagen oder in die Sanierung und Neuausrichtung bestehender Müllverwertungsanlagen. Organisatoren von Rücknahmesystemen forcieren den Auf- und Ausbau der brancheneigenen Infrastruktur. So hat der für Verpackungsmüll zuständige Dienstleister Citeo zwischen 2023 und 2026 rund 70 Millionen Euro in den Bau von vier Vorsortieranlagen investiert. 

    Die Umstrukturierung des Sektors belebt die Branchenkonjunktur. Im Jahr 2025 erreichte die gesamte Abfallwirtschaft laut Marktforschungsinstitut Grand View Research einen Gesamtumsatz in Höhe von 52 Milliarden Euro. Von 2026 bis 2033 erwartet Grand View Research ein aggregiertes jährliches Wachstum von 6 Prozent. Der expandierende Recyclingsektor schiebt den französischen Markt für Recyclinganlagen und -maschinen an. Hier prognostiziert Grand View Research zum Jahr 2030 ein aggregiertes jährliches Wachstum von 5,4 Prozent. 

    Frankreich will beim Plastikrecycling aufholen

    Noch liegt Frankreich hinter den eigenen und europäischen Recyclingvorgaben zurück. Nationale Regelungen wie das Gesetz über die Kreislaufwirtschaft AGEC (Loi anti-gaspillage pour une économie circulaire) aus dem Jahr 2020 und europäische Recyclingvorgaben verpflichten das Land zum Tätigwerden. Zwar erreichte Frankreich im Bereich Verpackungsmüll im Jahr 2024 insgesamt eine Recyclingquote von 69 Prozent. 

    Allerdings bleibt Frankreich beim Plastikrecycling 2023 mit einer Recyclingquote von gerade einmal 25,7 Prozent weit hinter dem EU-Durchschnitt von 42,1 Prozent. Frankreich muss aufholen, will es die europäischen Vorgaben des Recyclings von 55 Prozent aller Plastikverpackungen bis zum Jahr 2030 erreichen.

    Trotz ambitionierter Recyclingpläne steht der Plastikrecyclingsektor unter Druck. Außereuropäische Importe von günstigerem Plastik machen die Verwendung von recyceltem Plastik unattraktiv und belasten eine ganze Branche. Laut Branchenverband Polyvia sind im Jahr 2025 allein in Frankreich sechs Plastikrecyclingunternehmen in Konkurs gegangen.

    Unternehmen ziehen sich aus Plastikrecyclingprojekten zurück, teilweise trotz staatlicher Förderung. Insbesondere Projekte im Bereich chemischen Recyclings stagnieren. So haben sowohl das Start-up Carbios als auch Branchengrößen wie Total Energie oder Plastic Energy Investitionen in Großanlagen chemischen Plastikrecyclings aufgegeben oder vertagt.

    Um die Nachfrage nach recyceltem Plastik anzuschieben, unterstützt die Regierung den Rezyklateinsatz in der Industrie mit Prämien in Höhe von 450 bis 1.000 Euro pro Tonne verarbeiteten recycelten Plastiks. Zudem hat die Europäische Kommission in Aussicht gestellt, bis Ende 2027 lediglich in Europa recyceltes Plastik als anrechenbar auf Recyclingquoten bei PET-Flaschen anzuerkennen. 

    Industrie integriert karbonarme Metallalternativen

    Positiver entwickelt sich der Metallrecyclingbereich. Grand View Research beziffert die Umsätze im Jahr 2024 auf 36 Millionen Euro und prognostiziert für den Zeitraum zwischen 2025 und 2030 ein jährliches aggregiertes Wachstum von 2,4 Prozent. Frankreich baut seine Kapazitäten gerade im Bereich nichteisenhaltige Metalle wie Aluminium aus. Eine steigende Nachfrage in der heimischen Industrie nach einer CO₂-armen Aluminiumalternative für die Bau- und Automobilwirtschaft treibt den Markt an. Etablierte Marktakteure wie Derichebourg und Alumium Dunkerque investieren in die Ausweitung der Recyclingkapazitäten. Aber auch Unternehmen wie Coralium, Aluminium Solutions, Constellium oder das Start-up Cyclamen bauen neue Recyclinganlagen.

    Alte Telefonleitungen schieben das Kupferrecycling an

    Auch in den Bereich Kupferrecycling kommt Bewegung. Bislang ist der Sektor in Frankreich nur schwach ausgebaut. Allerdings bietet der Austausch alter Kupfertelefonkabel gegen Glasfaser bis 2032 durch den Telekomanbieter Orange nicht nur hinreichende Recyclingrohstoffe. Auch wächst die Nachfrage nach dem Metall. Neben etablierten Recyclingunternehmen wie Derichebourg formieren sich neue Akteure. So haben sich der Kabelhersteller Nexans und Suez 2025 zusammengeschlossen, um eine Kupferrecyclinganlage aufzubauen und investieren 90 Millionen Euro. Weecycling vergrößert seine Anlage zur Metallrückgewinnung aus Elektroschrott im Norden Frankreichs. Paprec hat sich Ende 2025 durch Zukäufe von zwei Metallrecyclingunternehmen, Alsarec aus dem Elsass sowie der schweizerischen Multimetall, verstärkt.

    Der Bereich Batterierecycling hingegen gerät trotz staatlicher Förderung ins Stocken, geschuldet einer schwachen Entwicklung der E-Mobilität. Große Investoren wie Eramet oder LiCycle pausieren Großprojekte.

    Chemisches Textilrecycling noch in den Anfängen

    Der Bereich Textilrecycling kämpft mit chinesischer Konkurrenz und hohen Kosten. Allerdings baut sich mit dem chemischen Textilrecycling ein neuer Zweig auf. Unternehmen wie Reju oder Circ bauen erste Versuchsanlagen oder beginnen, in Recyclinganlagen zu investieren. Die Textilrecycler fordern Unterstützung beim Aufbau der Branche. Denn, so Branchenvertreter, die Wertschöpfungsketten seien noch nicht vollständig etabliert und die Rentabilität unsicher. Dies erschwert die Finanzierung neuer Geschäftsmodelle. 

    Ausgewählte Investitionsprojekte in der Abfallwirtschaft in Frankreichin Millionen Euro
    Projekt

    Investition 

    Stand

    Projektträger
    Anlage für Kunststoffrecycling, Saint-Jean-de-Folleville

    1.000

    Ankündigung 2024, Baugenehmigung erteilt, Baubeginn geplant 2026, Projekt verzögert sichEastman
    Anlage für chemisches Textilrecycling, Lacq

    350 

    Ankündigung Februar 2026; endgültige Entscheidung 2026; Betriebsbeginn geplant 2030Reju 
    Planung, Bau und Betrieb der Müllverwertungsanlage; Saint-Thibault-les-Vignes (Seine-et-Marne)

    239

    Auftragsvergabe an Paprec November 2025, Baubeginn geplant 2027, Inbetriebnahme geplant 2030Sietrem (Syndicat Mixte pour l’Enlèvement et le Traitement des Residus Ménagers), Saint-Thibault-les-Vignes (Seine-et-Marne)
    Sanierung und Modernisierung der Müllverwertungsanlage Romainville-Bobigny (Seine-Saint-Denis)

    237

    Vergabe an Chantiers Modernes Construction (VINCI) und Suez Januar 2026, Baubeginn geplant März 2026, Inbetriebnahme geplant 2028 Syctom (Syndicat mixte central de traitement des ordures ménagères), Paris
    Kapazitätsausbau einer Müllverwertungsanlage; Anjou

    173

    Auftragsvergabe an Paprec Dezember 2025, Baubeginn geplant 2027, Inbetriebnahme geplant 2030Sivert (Syndicat Intercommunal
    de Valorisation
    et de Recyclage Thermique
    des Déchets, Anjou
    Kapazitätsausbau einer Müllverwertungsanlage; Béthune-Bruay Artois Lys Romane, Pas-de-Calais

    150 

    Baubeginn November 2025, Inbetriebnahme geplant 2027Communauté d'Agglomération de Béthune-Bruay Artois Lys Romane (CABBALR)
    Ausbau der Anlage für Metallrückgewinnung aus elektronischen Abfällen, Fécamp (Seine-Maritime)

    85

    Ankündigung Juli 2025, Baubeginn Anfang 2026WeeeCycling
    Bau einer Methanisierungsanlage, Gennevilliers

    53 

    Vergabe an Paprec, Baubeginn September 2025, industrielle Inbetriebnahme für Juli 2027 geplant.Syctom (Syndicat mixte central de traitement des ordures ménagères), Paris und Sigeif (Syndicat intercommunal pour le gaz et l'électricité en Île-de-France), Paris
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Von Frauke Schmitz-Bauerdick | Paris

  • Frankreichs kommunale Abfallbewirtschaftung ist fest in der Hand französischer Unternehmen. Im Recycling und der Zulieferung von Technologie bleibt Raum für ausländische Anbieter. 

    Frankreich verfügt über eine starke, auf Innovation ausgerichtete Unternehmenslandschaft, sowohl bei Müllsammlung, Entsorgung und Recycling als auch im Bereich der Entsorgungstechnologien. 

    Zwar sind die Entsorgung und der Müllverwertungsanlagenbau und -betrieb in weiten Bereichen in französischer Hand. Gerade im Bereich des Recyclings aber sind die Marktpotenziale noch lange nicht ausgeschöpft. Ausländische Anbieter drängen auf den Markt. Auch der Bereich Technologiezulieferung ist offen für ausländische Konkurrenz. Denn der verstärkte Fokus auf Recycling erfordert neue technologische Lösungen im Bereich Müllsortierung und -aufbereitung. 

    Französische Branchengrößen dominieren den klassischen Abfallmarkt

    Die französischen Branchengrößen Suez und Veolia dominieren traditionell den Bereich Entsorgung und Müllverwertungsanlagenbau sowie den Anlagenbetrieb. Gerade der Recyclingspezialist Paprec etabliert sich als harte Konkurrenz zu den bisherigen Marktführern. Allein in den letzten Monaten des Jahres 2025 konnte das erst 1994 gegründete Familienunternehmen drei Großaufträge für Bau und Betrieb von Müllverwertungsanlagen in Paris und umliegenden Regionen erringen. Zudem baut Paprec seinen Kernbereich Recycling durch eine Vielzahl an lokalen und internationalen Zukäufen aus. So hat sich Paprec Ende 2025 durch den Aufkauf zweier Unternehmen im Bereich Metall- und Kupferrecycling verstärkt. In diesem Segment steht Paprec insbesondere in Konkurrenz zur DerichebourgGruppe. Diese sichert sich Marktanteile durch ihre feste Verankerung in der kommunalen Abfallentsorgung und -verwertung. 

    Spezialbranchen und Technologiezulieferung offen für ausländische Anbieter

    In Sonderbranchen ist der Markt durchlässiger als in der kommunalen Abfallwirtschaft. So hat Remondis mittlerweile einen guten Stand im Bereich gefährlicher Abfälle, konkurriert aber mit dem französischen Konzern Séché. Remondis versucht seine Präsenz in Frankreich unter anderem durch Zukäufe wie den Erwerb des elsässischen Abfallunternehmens Schroll zu festigen. Neben den Branchengrößen sichern lokale Akteure wie die Groupe Niccolin oder Galloo die lokale Abdeckung.

    Gerade der Bereich Recyclingwirtschaft inklusive Technologiezulieferung bietet ausländischen Unternehmen und Start-ups Beteiligungsmöglichkeiten. Eine verstärkte Wertstoffrückgewinnung erfordert den Einsatz von Robotik, Sensorik und künstlicher Intelligenz gerade im Bereich von Sortiersystemen. Zudem werden in Zukunft Recyclinglösungen für bislang noch nicht oder nur mit Schwierigkeiten recycelbare Produktgruppen wie Solarpaneele, Windradflügel oder Spezialbatterien an Bedeutung gewinnen. Zwar ist Frankreich mit Technologiezulieferern wie Pellenc ST, Fives, Siléane oder MTB Recycling sowie Start-ups wie Rosi Solar oder Lixos gut aufgestellt. Aber auch für ausländische Anbieter bleibt Raum. So kooperiert die für die Verwertung von Solarpaneelen zuständige Rücknahmeorganisation Soren mit dem belgischen Unternehmen Gallo beim Recycling ausgedienter Paneele. 

    Siedlungsabfälle sind kommunale Angelegenheit

    Öffentliche, halböffentliche und private Akteure teilen sich den französischen Abfallmarkt. Die Kommunen oder überkommunale Zusammenschlüsse sind verantwortlich für die kommunalen Siedlungsabfälle und damit zuständig für Sammlung und Verwertung. Teilweise, insbesondere in den großen Städten des Landes wie Paris, organisieren die Kommunen diese Aufgaben zumindest zum Teil in Eigenregie.

    Ein Großteil der Kommunen, geschätzt zwischen 60 und 70 Prozent, delegieren die Entsorgung und Abfallbehandlung von Siedlungsabfällen an private Entsorgungsunternehmen. Dabei legen Kommunen und ihre Durchführer einen zunehmenden Schwerpunkt auf Mülltrennung, die energetische Verwertung von Abfall und die Ausweitung von Recyclingkapazitäten. 

    Bauabfälle stellen das Gros des französischen AbfallaufkommensMüllaufkommen in Frankreich 2022; in 1.000 Tonnen
    Abfallkategorie

    Landwirtschaft & Fischerei

    Industrie

    Baugewerbe

    Abfallbehandlung, Wasser, Abwasser, Dekontaminierung

    Tertiärsektor

    Haushalte

    Insgesamt

    Nicht gefährliche mineralische Abfälle

    0

    1.692

    230.235

    3 .473

    987

    3.360

    239 .748

    Nicht-mineralische, nicht gefährliche Abfälle

    2.143

    15.845

    14.149

    18.172

    14 .689

    27.074

    92 .071

    Gefährliche Abfälle

    337

    2 .082

    3 .051

    3.662

    1.366

    893

    11 .391

    Summe

    2.480

    19. 619

    247.435

    25.307

    17.042

    31. 327

    343 .211

    Keine aktuelleren Daten verfügbar. Quelle: SDES (Statistique publique de l'énergie, des transports, du logement et de l'environnement), 2026

     

    Haushalts- und Siedlungsabfälle werden daher grundsätzlich getrennt gesammelt und verwertet. Während sich die Mülltrennung im Bereich Papier, Glas und Plastik weitestgehend etabliert hat, besteht insbesondere für Bio- und organische Abfälle noch Verbesserungspotenzial. Zwar sind Städte und Kommunen seit 2024 verpflichtet, diese gesondert zu sammeln und zu verwerten. Bislang fehlt es aber flächendeckend an hinreichenden Sammelpunkten.

    Deponien und Müllverbrennung werden zum AuslaufmodellAbfallbewirtschaftung 2022, in 1.000 Tonnen
    Abfallbewirtschaftungsmaßnahme

    Menge 

    Deponien

    59.032

    Verbrennung ohne Energierückgewinnung

    3.388

    Verbrennung mit Energierückgewinnung

    21.432

    Recycling und Verfüllung

    210.790

    Ausbringung und Verteilung

    409

    Keine aktuelleren Daten verfügbar. Quelle: SDES (Statistique publique de l'énergie, des transports, du logement et de l'environnement), 2026

    Hersteller stehen in der Verantwortung 

    Wichtiger Baustein im Kampf für mehr Recycling und Wiederverwertung ist das Programm der "erweiterten Verantwortung der Hersteller" (responsabilité élargie du producteur, REP).

    Die erweiterte Herstellerverantwortung verpflichtet Hersteller und Importeure einer zunehmenden Anzahl von Produktgruppen, sich an der Sammlung, Sortierung, Wiederverwendung und dem Recycling ihrer Produkte zu beteiligen. Diese Pflicht erfüllen ein Großteil der Unternehmen durch den kostenpflichtigen Beitritt zu sogenannten "éco-organismes". Die staatlich akkreditierten Organisationen fungieren als Rücknahmestellen und organisieren selbstständig oder in Kooperation mit privaten Branchenunternehmen Sammlung, Mülltrennung und Recycling der jeweiligen Produktgruppe. 

    Das REP-Programm bindet sukzessive immer mehr Branchen in die Sammlung und Wiederverwertung von Rohstoffen ein. Ende 2025 waren 24 Produktgruppen im Programm. Zu den wichtigsten zählen Citeo für Verpackungen, Ecosystem (Elektro- und Elektronikaltgeräte), Refashion (Textilien), Éco-mobilier (Hausmöbel) und Valdelia (Büro- und Gewerbemöbel). Auch ausländische Unternehmen können sich als Organisation akkreditieren lassen. So macht seit 2018 Léko, ein Tochterunternehmen von Reclay aus Deutschland, bei Verpackungsmüll dem Marktführer Citeo Konkurrenz. 

    Entsorgung und Verwertung industrieller und gewerblicher Abfälle hingegen stehen in der Organisationsverantwortung der Müll produzierenden Unternehmen. Sammlung und Müllverwertung werden durch den privaten Sektor abgedeckt. Neben Großkonzernen wie Suez, Veolia und Paprec sind in diesem Bereich auch eine Vielzahl kleinerer, teils lokal agierender Akteure auf dem Markt. 

     

     

    Wichtige Branchenunternehmen in FrankreichUmsatz in Millionen Euro
    UnternehmenSparte 

    2024

    Veolia Environnement (2025)Wasser, Abwasser, Abfallbehandlung

    44.396

      darunter Abfallbehandlung (2025) 

    15.443

    SuezWasser, Abwasser, Abfallbehandlung

    9.189

      darunter Abfallbehandlung 

    5.764

    PaprecRecycling, Planung und Betrieb von Abfallverwertungsanlagen

    3.500

    Derichebourg Environnement SA (2025)Recycling, Abfallentsorgung und - behandlung

    3.371,1

    Séché EnvironnementRecycling, Abfallbehandlung, Umweltdienstleistungen

    1.014

    Pellenc STMaschinenbau mit Spezialisierung Abfall- und Sortieranlagen

    75,7

    RemondisGefahrabfälle

    40,0

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, 2026

     

    Von Frauke Schmitz-Bauerdick | Paris

  • Frankreich und Deutschland sind Teil des EU-Binnenmarkts. Die EU-Regelungen gelten entsprechend für beide Länder. 

    Besondere Hürden bei der Auftragserlangung für deutsche Unternehmen existieren in Frankreich nicht. Die Ausschreibungspraxis folgt den EU-Richtlinien. Öffentliche Ausschreibungen können auf dem Internetportal Boamp abgerufen werden. 

    Die Umweltabteilung der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer unterstützt Unternehmen bei Fragen zur erweiterten Herstellerverantwortung. Die Kammer bietet als kostenpflichtige Dienstleistung die Meldung bei den zuständigen Rücknahmesystemen sowie auch Monitoring und Beratung zu Verpflichtungen aus der französischen erweiterten Herstellerverantwortung an.

    Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union (EU) sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern. Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa Deutsches Institut für Normung e.V.).

    Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

     

    Von Frauke Schmitz-Bauerdick | Paris

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Germany Trade & InvestAußenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft

    AHK Frankreich

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    German RETech Partnership e.V.

    Netzwerk deutscher Unternehmen und Institutionen der Entsorgungs- und Recyclingbranche zur Exportförderung

    Minstère de la transition écologique Umweltministerium
    Agence de la transition écologique (Ademe)Umweltbehörde
    Fédération Professionnelle des Entreprises du Recyclage (Federec)Dachverband der Recyclingwirtschaft
    Fédération Nationale des Activités de la Dépollution et de l’Environnement (Fnade)Dachverband der Abfallwirtschaft

    Pollutec

    Führende nationale Umweltmesse, jährlich im Wechsel Lyon/ Paris;