Wirtschaftsumfeld | Frankreich | Arbeitsmarkt, Lohnkosten
Frankreich
04.12.2024
Frankreich hat es geschafft, die Arbeitslosigkeit von 10,3 Prozent im Jahr 2014 auf 7,3 Prozent im Jahr 2023 abzusenken. Angesichts eines verhaltenen Wirtschaftswachstums prognostiziert die Banque de France für 2024 aber einen erneuten Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 7,4 Prozent, 2025 auf dann 7,6 Prozent.
Trotz einer hohen Erwerbslosenquote leiden Industrie-, Bau- und Dienstleistungsunternehmen unter einem ausgeprägten Fachkräftemangel. Frankreich ist zum Arbeitnehmermarkt geworden. Industrie- und Bauwirtschaft kämpfen mit einem schlechten Image und haben Mühe, Mitarbeiter zu gewinnen. Auch das Gastgewerbe findet nur schwer Arbeitskräfte. Durch staatlich geförderte Ausbildungsgänge (apprentissage) versuchen Unternehmen, die Nachwuchslücke zu schließen.
Bei den Gesamtarbeitskosten liegt Frankreich im europäischen Spitzenfeld. Insbesondere die Lohnnebenkosten fallen ins Gewicht. Deren Anteil lag in Frankreich 2023 laut Eurostat bei 31,9 Prozent. Damit belegt Frankreich hinter Schweden Rang zwei.
Die Löhne unterscheiden sich stark nach Region. Am teuersten sind Arbeitskräfte in der Hauptstadtregion. Dort sind aber auch die Lebenshaltungskosten am höchsten. Auch im zweitwichtigsten industriellen Zentrum Lyon sind die Löhne hoch und steigen weiter. Daneben bestimmt sich die Höhe des Gehalts nach Branche und Ausbildungsniveau. Die Informations- und Kommunikationstechnologie, die Pharma- und Chemieindustrie sowie Banken und Versicherungen zahlen die höchsten Löhne. Der Bau, Nahrungsmittelverarbeiter und Medien bieten geringere Verdienstmöglichkeiten.