Arbeitsmarkt | Kroatien

Kroatiens robuster Arbeitsmarkt setzt Unternehmen unter Druck

Die Arbeitslosigkeit in Kroatien ist auf einem historisch niedrigen Stand. Vielerorts fehlen Fachkräfte und die Löhne steigen. Das macht die Personalsuche zur Herausforderung.

Von Kirsten Grieß | Zagreb

Wir haben die Reihe "Lohn- und Lohnnebenkosten" in "Arbeitsmarkt" umbenannt.

In den vergangenen Jahren zählte Kroatien zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften in der EU. Der Tourismus hat sich nach der Pandemie spürbar erholt, auch die Bauwirtschaft brummt. Das befeuert den Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung liegt auf Rekordniveau, besonders stark wächst die Zahl der Arbeitskräfte in Handel, Bau- und Gastgewerbe. 

Zugleich treibt der Fachkräftemangel die Unternehmen um und die Löhne nach oben. Kroatien verzeichnete zuletzt das höchste Lohnkostenwachstum in der EU. Zwar deutet sich in einzelnen Branchen eine konjunkturelle Abkühlung an, viele Betriebe tun sich dennoch schwer, offene Stellen zu besetzen. Immer wichtiger wird deshalb die Arbeitsmigration aus Drittstaaten. Doch ein neues Ausländergesetz könnte den Zustrom dringend benötigter Arbeitskräfte bremsen.

Stärken des Arbeitsmarkts

  • Hohes Bildungsniveau, gute Fremdsprachenkenntnisse
  • Starke Mitarbeiterbindung, geringe Mitarbeiterfluktuation
  • Vergleichsweise niedriges Lohnniveau
  • EU-Fördermittel für Arbeitsmarktmaßnahmen

Schwächen des Arbeitsmarkts

  • Branchenübergreifender Fachkräftemangel
  • Überdurchschnittlich steigende Arbeitskosten
  • Saisonale Nachfrageschwankungen nach Arbeit
  • Arbeitsmarktfernes Berufsausbildungssystem

  • Rekordbeschäftigung und knappe Ressourcen: Kroatiens Arbeitsmarkt stellt Unternehmen vor Probleme. Der Wettbewerb um Fachkräfte wird immer schärfer.

    Kroatiens Arbeitsmarkt zeigt sich so robust wie seit Jahrzehnten nicht. Ende Mai 2025 sank die Arbeitslosenquote auf 4,1 Prozent, der niedrigste Stand seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen lag bei nur noch rund 73.000 Personen, während die Erwerbstätigkeit mit 1,76 Millionen Beschäftigten ein neues Allzeithoch erreichte.

    Nach Alter und Geschlecht bestehen bei der Arbeitslosigkeit in Kroatien nur geringe Unterschiede. Ein ausgeprägtes Ungleichgewicht weist aber die regionale Verteilung auf: Die höchsten Arbeitslosenquoten gibt es in Slawonien, dem dalmatinischen Hinterland sowie südlich von Karlovac und Sisak. Günstiger ist die Lage in Zagreb, Istrien, Primorje-Gorski kotar und den nördlichen Regionen Varaždin und Međimurje.

    Kroatien im weltweiten Vergleich

    Kroatien im weltweiten Vergleich

    Folgende Karte ermöglicht den Vergleich zwischen zahlreichen Ländern weltweit. Bitte beachten Sie, dass die Werte in der Karte aus international standardisierten Quellen stammen und somit ggf. von Angaben aus nationalen Quellen im Text abweichen können.

     

    Beschäftigungsquote nähert sich EU-Durchschnitt

    Beim Beschäftigungszuwachs gehört Kroatien zu den Spitzenreitern in der EU. Laut Daten von Eurostat belegte das Land im 1. Quartal 2025 Rang 3 unter den Mitgliedstaaten, gleich hinter Malta und Irland. Bemerkenswert ist die Entwicklung vor allem angesichts des schrumpfenden Arbeitskräftepotenzials: Abwanderung und ein rückläufiges Bevölkerungswachstum lassen die Zahl verfügbarer Erwerbstätiger seit Jahren sinken. Der Beschäftigungsanstieg verstärkt damit den Druck auf den ohnehin angespannten Arbeitsmarkt.

    Die Beschäftigungsquote der 15- bis 64-Jährigen lag laut Eurostat 2024 bei 68,3 Prozent. Das ist ein Plus von 2,5 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Damit nähert sich Kroatien dem EU-Durchschnitt von knapp 71 Prozent. Allerdings bleibt die Erwerbsbeteiligung der über 55-Jährigen besonders niedrig und der Anteil von Frührentnern sehr hoch. Eine kürzlich beschlossene Reform des Rentenversicherungsgesetzes soll gegensteuern: Ab 1. Januar 2026 können Personen, die über das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren hinaus in Vollzeit arbeiten, zusätzlich die Hälfte ihrer Rente beziehen.

    Fachkräftemangel bleibt unternehmerisches Risiko

    Der kroatische Arbeitsmarkt ist seit Jahren angespannt, qualifizierte Fachkräfte fehlen in nahezu allen Branchen. Besonders ausgeprägt ist der Engpass bei tourismusnahen Dienstleistungen. Auch die Bauwirtschaft, die IT-Branche und der Bildungssektor sind stark betroffen. Für deutsche Unternehmen ist der Mangel an qualifiziertem Personal längst zu einem Geschäftsrisiko geworden: In der Frühjahrsumfrage der AHK Kroatien (Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer) nannten fast 50 Prozent der Mitgliedsunternehmen den Fachkräftemangel als zentrale Hürde im Kroatiengeschäft.

    Kroatiens Fachkräftemangel ist in erster Linie eine Folge von Abwanderung. Seit 1990 ist die Bevölkerung um rund ein Fünftel auf 3,87 Millionen Personen gesunken. Der Wegzug vieler Kroaten war und ist vor allem finanziell motiviert, da im benachbarten Slowenien oder in Österreich deutlich höhere Löhne gezahlt werden. Inzwischen deutet sich jedoch eine Trendwende an: Unternehmen berichten von immer mehr Rückkehrern – begünstigt durch die konjunkturelle Lage in Europa und das starke kroatische Lohnwachstum der letzten Jahre.

    Duale Berufsbildung wird praxisorientiert reformiert

    Deutsche Unternehmen treffen in Kroatien auf ein solides Bildungsniveau. Ein Großteil der Bevölkerung verfügt über gute Fremdsprachenkenntnisse. Besonders verbreitet sind Englisch und Deutsch, in Teilen Dalmatiens auch Italienisch. Im jährlichen IMD World Talent Ranking belegte Kroatien 2024 Platz 51 von 67 Ländern. Der Report bewertet, inwieweit Länder Talente entwickeln, anziehen und halten können. Die besten Ergebnisse erzielte Kroatien in der Kategorie "Investitionen in Ausbildung und persönliche Entwicklung".

    Auch das akademische Niveau technischer Hochschulen in Kroatien gilt als hoch. Dennoch zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Ausbildung und Arbeitsmarktbedarf. Examinierte sind häufig überqualifiziert oder verfügen nicht über Abschlüsse in gefragten Fachrichtungen. Unternehmensinterne Aus- und Weiterbildungen über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten nach Einstellung von Jungstudierten sind nicht unüblich.

    Seit 2013 ist die duale Berufsausbildung gesetzlich verankert. Erste Module wurden von der AHK Kroatien gemeinsam mit Unternehmen entwickelt und landesweit eingeführt. Für einen flächendeckenden Durchbruch fehlte bislang allerdings die staatliche Flankierung. Doch das könnte sich bald ändern: Nach einer Reform des Berufsbildungssystems soll ab Herbst 2025 nach modularen Lehrplänen unterrichtet werden, was eine stärkere Praxisorientierung verspricht. Außerdem will die Regierung ein Berufsbildungsförderprogramm wieder auflegen. Dafür sind bis zu 60 Millionen Euro vorgesehen.

    Weniger Ausländer, dafür mehr Rückkehrer

    Um den steigenden Arbeitskräftebedarf zu decken, ist Kroatien auf Zuwanderung aus Drittstaaten angewiesen. Laut Innenministerium erhielten 2024 über 206.000 Personen aus Nicht-EU-Ländern eine Arbeitsgenehmigung. Besonders gefragt sind ausländische Arbeitskräfte im Tourismus, Gastgewerbe und auf dem Bau. Während viele Beschäftigte traditionell aus Bosnien und Herzegowina oder Serbien stammen, wuchs zuletzt der Anteil von Zugewanderten aus Ländern wie Nepal und den Philippinen spürbar.

    Laut Schätzungen des kroatischen Arbeitgeberverbands könnte der Bedarf bis 2030 auf eine halbe Million zugewanderte Personen steigen. Doch aktuell geht der Trend eher in die andere Richtung: In den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 wurden deutlich weniger Arbeitserlaubnisse erteilt als im Vorjahreszeitraum. Ein neues Ausländergesetz der nationalkonservativen Regierung beschränkt den Zuzug durch strengere Verfahren. Immerhin gibt es immer mehr Rückkehrende mit kroatischen Wurzeln, die in die Heimat zurückkehren. Arbeitsmarktfachleute sprechen von einem spürbaren Trend, der auch durch das staatliche Förderprogramm "Ich wähle Kroatien" ("Biram Hrvatsku") begünstigt wird. Dieses sieht seit 2022 Zuschüsse für Rückkehrwillige vor, um ihnen den Weg in die Selbständigkeit zu erleichtern.

    Von Kirsten Grieß | Zagreb

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  • Die Personalsuche wird in Kroatien anspruchsvoller. Gerade mit Blick auf Führungskräfte ist professionelle Personalberatung gefragt. Kluges Personalmanagement gewinnt an Bedeutung.

    Der Dienstleistungssektor ist Kroatiens wichtigster Wirtschaftszweig. Laut Eurostat waren 2024 rund 42Prozent der Beschäftigten dort tätig. Im verarbeitenden Gewerbe arbeiteten 16Prozent, gefolgt von der Bauwirtschaft. Besonders im Handel, Tourismus und Baugewerbe klagen Arbeitgeber über fehlende Fachkräfte bei weiterwachsendem Personalbedarf, wie der Vizepräsident der kroatischen Wirtschaftskammer, Igor Pokaz, prognostiziert. Etwas entspannt hat sich die Lage zuletzt bei IT-Fachkräften, da die Branche mit zurückgehenden Aufträgen aus dem Ausland ringt.

    Unternehmensvertretende berichten, dass sich der kroatische Arbeitsmarkt in den letzten zehn Jahren spürbar verändert hat. Das Angebot an Arbeitskräften sei deutlich zurückgegangen und die Personalsuche inzwischen erheblich aufwendiger. Gleichzeitig würden strategisches Personalmanagement und die langfristige Bindung von Mitarbeitenden stärker in den Fokus rücken.

    Stellenanzeigen funktionieren nicht mehr für alle

    Kroatische Unternehmen nutzen bei der Personalsuche weiterhin klassische Kanäle. An erster Stelle stehen Anfragen beim kroatischen Amt für Beschäftigung (Hrvatski zavod za zapošljavanje, HZZ), gefolgt von Anzeigen auf Online-Stellenbörsen wie Posao und MojPosao. Die Plattformen eignen sich allerdings eher für Einstiegspositionen und weniger spezialisierte Tätigkeiten. Im 1. Halbjahr 2025 entfiel der Großteil der Stellenanzeigen auf die Bereiche Vertrieb, Tourismus und Gastgewerbe.

    Gerade für spezialisierte Tätigkeiten setzen viele Arbeitgeber auf persönliche Empfehlungen ihrer Mitarbeitenden oder anderer Kontakte. Dabei ist es nicht unüblich, dass damit auch Prämien verbunden sind. In manchen Branchen, etwa der IT, lassen sich geeignete Personen kaum noch über klassische Stellenanzeigen erreichen. Soziale Netzwerke, allen voran LinkedIn, gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. Für Nachwuchskräfte eignen sich auch Karrieretage von Bildungseinrichtungen oder Jobmessen. "Bei der Allianz hat sich die direkte Suche von Talenten an Universitäten bewährt. Die spezialisierte Ausbildung erfolgt dann im Unternehmen selbst", sagt Marijana Jakovac, CEO der Allianz Hrvatska.

    Im Kampf um Bewerbende zählt Sichtbarkeit

    Im verschärften Wettbewerb um Talente ist erfolgreiches Employer Branding entscheidend. Unternehmensvertretende berichten, dass sie immer mehr Mittel in Sichtbarkeit investieren, sei es über soziale Netzwerke, lokale Werbekampagnen oder Veranstaltungen. Manche Unternehmen treten als Sponsoren von Sportveranstaltungen auf, andere setzen auf eigene Recruitingevents. Romina Dežić, Personalleiterin des Schuhherstellers HAIX in Kroatien, empfiehlt, verschiedene Kommunikationswege gezielt zu kombinieren.

    Ein guter und kreativer Satz an Marketinginstrumenten ist heute unverzichtbarer Bestandteil der Arbeit in der Personalabteilung.

    Romina Dežić Personalleiterin, HAIX Obuća Kroatien

    Professionelle Hilfe bei Führungspositionen

    Für die Besetzung von Führungspositionen greifen Unternehmen in Kroatien meist auf professionelle Personalberatung zurück. Bei der gezielten An- und Abwerbung hochqualifizierter Fachkräfte kommen auch zunehmend Headhunter zum Einsatz. Die Direktsuche ist allerdings kostenintensiv. Die Honorare richten sich in der Regel nach festen Preislisten, deren Kalkulation auf Kriterien wie Position, Anforderungsprofil und Unternehmensgröße basiert. In der Regel wird das konkrete Beratungshonorar im Erstgespräch vereinbart.

    Zeitarbeit spielt auf dem kroatischen Arbeitsmarkt eine eher untergeordnete Rolle. Lediglich 1,3 Prozent der Erwerbstätigen waren 2024 bei Zeitarbeitsfirmen beschäftigt. Neben dem Anbieter Electus DGS sind unter anderem DEKRA Arbeit, Lugera (vormals Adecco), Trenkwalder, Smart Flex und Manpower aktiv. Die Vermittlungsgebühr liegt üblicherweise zwischen 12 und 15 Prozent der monatlichen Lohnkosten der überlassenen Arbeitskraft.

    Personal lässt sich nicht allein mit Geld binden

    Angesichts der aufwendigen und oft auch kostenintensiven Personalsuche investieren kroatische Unternehmen immer stärker in Maßnahmen zur langfristigen Bindung ihrer Mitarbeitenden. Besonders gefragt sind Angebote zur Karriereentwicklung wie Schulungsprogramme oder die Finanzierung von Postgraduiertenstudiengängen. "Zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten sind genau das, was die Leute heutzutage interessiert", unterstreicht Ivan Bartulović, Management Board Member und COO beim Telekommunikationsunternehmen Hrvatski Telekom.

    Auch SAP setzt in seiner kroatischen Niederlassung auf interne Weiterbildung, ergänzt durch Zusatzleistungen wie einen hauseigenen Kindergarten, Kantinen mit günstigen Angeboten oder Massagen. Beliebt sind zudem Maßnahmen zur Verbesserung des Betriebsklimas, gemeinsame Aktivitäten oder eine attraktive Arbeitsplatzgestaltung. Junge, hochqualifizierte Beschäftigte lassen sich nicht zuletzt über anspruchsvolle Projekte oder internationale Reisen motivieren.

    Das Gehalt ist bei der Anwerbung von Mitarbeitern wichtig. Schwieriger ist die langfristige Mitarbeiterbindung. Da gibt es Grenzen, was Geld allein leisten kann. Vielmehr braucht es gutes Management.

    Marijana Jakovac CEO, Allianz Hrvatska

    Verfügbare Arbeitskräfte vor der Standortwahl prüfen

    Unternehmen, die eine Ansiedlung in Kroatien planen, sollten die strategische Personalplanung frühzeitig angehen. Zwar lockt der Staat in strukturschwachen Regionen mit höheren Investitionsanreizen, doch fehlt es dort oft an qualifizierten Fachkräften. Insgesamt ist die Mobilität kroatischer Arbeitskräfte aber eher gering. Zudem ist der öffentliche Verkehr schwach ausgebaut ist. Tomislav Hanžek, Personalvermittler bei Electus DGS, betont, dass nur wenige seiner Landsleute bereit sind, für einen Arbeitsplatz zu pendeln oder umzuziehen.

    Von Kirsten Grieß | Zagreb

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  • Geringe Lohnkosten treffen auf rasantes Wachstum bei den Vergütungen. Kroatiens Wettbewerbsfähigkeit gerät dadurch ins Wanken. Das Gefälle zwischen den Regionen bleibt groß.

    Die durchschnittlichen Arbeitskosten pro Stunde lagen in Kroatien 2024 laut Eurostat bei 16,50 Euro. Das entspricht knapp der Hälfte des EU-Durchschnitts von 33,50 Euro. Im regionalen Vergleich liegt das Land damit hinter Polen (17,30 Euro), Tschechien (18,20 Euro) und der Slowakei (18,50 Euro). Im Nachbarland Slowenien fielen 2024 Arbeitskosten von 27,10 Euro an. Das vergleichsweise niedrige Lohnniveau ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil Kroatiens.

    Durchschnittliche Bruttomonatslöhne für ausgewählte Branchen im Jahr 2024In Euro
    Branche

    Monatslohn

    Durchschnittslohn

    1.821

    Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei

    1.541

    Verarbeitendes Gewerbe

    1.626

    Strom-, Gas-, Wärme- und Kälteversorgung

    2.173

    Wasserversorgung, Abfallwirtschaft

    1.548

    Baugewerbe

    1.427

    Groß- und Einzelhandel, Reparatur von Kfz

    1.610

    Transport und Lagerhaltung

    1.681

    Gastgewerbe, Beherbergung und Gastronomie

    1.441

    Informations- und Kommunikationsleistungen

    2.463

    Finanz- und Versicherungswesen

    2.378

    Quelle: Statistikamt Kroatiens 2025

    Allerdings steigen die Löhne in Kroatien überdurchschnittlich stark. Seit 2008 erhöhten sich die Arbeitskosten nominal um knapp 80 Prozent. Allein im Jahr 2024 verzeichnete das Land mit 14,2 Prozent den höchsten Lohnkostenzuwachs in der gesamten EU. Im 1. Quartal 2025 blieb die Dynamik mit einem Plus von 16 Prozent weiter hoch. Der Fachkräftemangel und die anhaltend hohe Inflation dürften 2025 das Lohnwachstum weiter antreiben. Setzt sich der Trend mittelfristig fort, könnte der Wirtschaftsstandort Kroatien an Attraktivität verlieren.

    In nur 3 Jahren sind die kroatischen Gehälter im Schnitt um 50 Prozent gestiegen, aber es gibt keine Produktivitätssteigerung. Ursache ist an erster Stelle der Arbeitskräftemangel in Kroatien.

    Ivan Bartulović Management Board Member und COO, Hrvatski Telekom

    Der öffentliche Sektor wird attraktiver

    Nach kräftigen Lohnerhöhungen im öffentlichen Sektor hat sich das Gefälle zur Privatwirtschaft in den letzten Jahren deutlich verringert. Private Unternehmen konkurrieren inzwischen auch mit dem kroatischen Staat um qualifizierte Fachkräfte.

    Regional zeigen sich jedoch Unterschiede: Die höchsten Gehälter wurden 2025 laut einer Analyse des Stellenportals MojPosao in Zagreb und Umgebung gezahlt. In den Küstenregionen, etwa in Dubrovnik-Neretva, Primorje-Gorski kotar, Split-Dalmatien und Istrien, liegt das Lohnniveau etwas unter dem Landesdurchschnitt. Im kroatischen Hinterland sind die Gehälter dagegen deutlich niedriger.

    Ausländische Unternehmen zahlen mehr

    Im 2. Quartal 2025 wurden die höchsten Gehälter für Führungs- und Fachkräfte in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie in der Informations- und Telekommunikationsbranche gezahlt. Am unteren Ende der Skala rangierten Hilfspersonal, Beschäftigte in der Textil- und Lederverarbeitung sowie in einzelnen Dienstleistungsbereichen.

    Einen wesentlichen Einfluss auf die Vergütung hat die Eigentumsstruktur der Unternehmen. Laut MojPosao zahlten Firmen in ausländischer Hand im 2. Quartal 2025 im Durchschnitt rund 9 Prozent mehr Lohn als der entsprechende Landesmittelwert. Üblicherweise erhalten Beschäftigte in Kroatien zwölf Monatsgehälter pro Jahr.

    Durchschnittliche Bruttomonatslöhne für ausgewählte Positionen im Jahr 2023In Euro 1)
    Position

    Monatslohn 2)

    Führungskraft

    2.704

    Personal mit akademischer Ausbildung

    1.966

    Technikerin, Techniker

    1.722

    Unterstützende Bürokraft

    1.204

    Dienstleistungs- und Verkaufskraft

    991

    Fachkraft in der Land-, Forst- und Fischwirtschaft

    904

    Handwerkliches Fachpersonal

    1.251

    Anlagen- und Maschinenbedienung, Montagekraft

    1.330

    Hilfskraft

    975

    1 Umgerechnet zum Durchschnittswechselkurs für 2023: 1 Euro = 1,0813 US-Dollar; 2 ILO-Erfassungsmethodik weicht von lokalen Quellen ab.Quelle: ILO 2025, Deutsche Bundesbank 2025

    Keine Ausnahmen beim Mindestlohn

    In der Vergangenheit war es in Kroatien durchaus üblich, dass Beschäftigte einen Teil ihres Lohns "bar auf die Hand" erhielten. Die offiziell erfassten Löhne lagen daher oft unter den tatsächlich gezahlten Beträgen. Inzwischen schränken strengere steuerliche Vorschriften diese Praxis ein, auch wenn sie im Bau- und Dienstleistungssektor vereinzelt noch vorkommt.

    Löhne und Gehälter werden in Kroatien meist netto vereinbart. Seit 2023 müssen sie jedoch im Arbeitsvertrag mit dem entsprechenden Bruttobetrag ausgewiesen werden. Für bestimmte Branchen gelten Kollektivverträge, die von den Tarifparteien ausgehandelt werden. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit Januar 2025 für Vollzeitbeschäftigte 970 Euro brutto pro Monat und ist damit 15,4 Prozent höher als im Vorjahr. Ausnahmen – etwa über spezielle Tarifverträge – sind seit 1. Januar 2025 nicht mehr zulässig.

    Weitere Lohnbestandteile

    Im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte setzen viele Unternehmen auf Sonderzahlungen und nicht-monetäre Leistungen, um als potenzieller Arbeitgeber attraktiv zu sein und die bestehende Belegschaft zu halten. Der kroatische Gesetzgeber gewährt für eine Vielzahl solcher Zulagen steuerliche Freibeträge, die Ende 2023 deutlich erhöht wurden.

    Zu den klassischen Zusatzleistungen zählen Zahlungen für Kinder, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Erfolgsprämien, Verpflegungspauschalen oder die Erstattung von Fahrtkosten. Relativ neu sind Angebote wie private Krankenzusatz- oder freiwillige Rentenversicherungen, Zuschüsse für sportliche Aktivitäten oder Wellness-Pakete.

    Sozialversicherungsbeiträge

    Die Sozialabgaben der Arbeitnehmer umfassen in erster Linie Beiträge zur Rentenversicherung, die vom Arbeitgeber in Höhe von 20 Prozent des Bruttolohns direkt abgeführt werden. Mit der Steuerreform 2019 wurden Beiträge des Arbeitgebers zur Arbeitslosen- und Arbeitsunfallversicherung abgeschafft. Lediglich der Beitrag zur Krankenversicherung ist weiterhin vom Arbeitgeber zu tragen. Dadurch sank ihre Belastung von 17,2 auf 16,5 Prozent des Bruttogehalts. Eine Sonderregelung wurde Ende 2024 abgeschafft, wonach Arbeitgeber fünf Jahre lang keine Krankenversicherungsbeiträge für unbefristete Neueinstellungen zu entrichten hatten, wenn diese Personen jünger als 30 Jahre waren.

    Lohnfortzahlungen im Falle des Mutterschutzes/Elternurlaubs trägt von Anfang an die Krankenversicherungsanstalt (Hrvatski zavod za zdravstveno osiguranje, HZZO) für das erste halbe Jahr in voller Höhe. Ab dem 70. Tag nach der Geburt kann der Anspruch auf Elternurlaub auf den Vater übertragen werden. Seit 2023 steht Vätern zudem ein Vaterschaftsurlaub zu, der seit März 2025 mindestens zwanzig Arbeitstage beträgt. Arbeitgeber sind verpflichtet, den Arbeitsplatz beim ersten und zweiten Kind für mindestens ein Jahr nach der Geburt zu sichern, bei Mehrlingsgeburten oder weiteren Kindern entsprechend länger.

    Sozialbeiträge 2025In Prozent des Bruttoverdienstes
     

    Arbeitgeber

    Arbeitnehmer

    Rentenversicherung *)

    0

    20

    Krankenversicherung

    16,5

    0

    Insgesamt

    16,5

    20

    * Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung beträgt 10.788,00 Euro brutto.Quelle: Fachmagazin RRiF (Rechnungswesen, Wirtschaftsprüfung und Finanzen) 2025

    Von Kirsten Grieß | Zagreb

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  • Das aktuelle Arbeitsgesetz trat 2023 in Kraft. Es regelt den Arbeitsvertrag, Kündigungen und die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien.

    Gesetzliche Regelungen auf einen Blick
    Vergütung: Grundsätzlich freie Vereinbarung zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden unter Beachtung der Vorschriften zum Mindestlohn und möglicher Kollektivverträge 
    Mindestlohn: 970 Euro brutto im Monat (2025) 
    Arbeitsstunden pro Woche: 40 Stunden 1)
    Regelarbeitstage pro Woche: Montag bis Freitag; Samstag kann auch als Arbeitstag vorgesehen werden; auf sonntags geleistete Arbeit haben Arbeitnehmende einen höheren Lohnanspruch
    Zulässige Überstunden: 10 Stunden pro Woche (ausnahmsweise mehr bei Tarifbindung) 2)
    Bezahlte Feiertage: 14 (davon zwei Sonntage im Jahr 2025)
    Bezahlte Urlaubstage: mindestens vier Wochen im Kalenderjahr 
    Sonderzahlungen pro Jahr in Monatslöhnen (13. und/oder 14. Gehalt): nicht obligatorisch, ein Weihnachtsgeld in Höhe eines Monatsgehaltes ist jedoch üblich
    Tage mit bezahltem Arbeitsausfall: 7 Werktage im Jahr
    Tage mit Lohnfortzahlung bei Krankheit: 42 Kalendertage zu Lasten der Arbeitgebenden, danach werden Geldleistungen von der kroatischen Krankenversicherungsanstalt übernommen
    Probezeit: maximal sechs Monate; ausnahmsweise länger bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit, der Ausübung der Mutterschafts- und Elternrechte aufgrund einer Sonderregelung und der Ausübung des Rechts auf bezahlten Urlaub
    1 Darin enthalten ist eine tägliche Pause von 30 Minuten, die Wochenarbeitszeit beträgt somit 37,5 Stunden; 2 Überstunden dürfen nicht mehr als 180 Stunden pro Jahr betragen oder 250 Stunden bei Tarifverträgen (Art. 65 Abs. 4 ArbG).Quelle: AHK Kroatien 2025

    Rechtsgrundlagen

    Das aktuelle Arbeitsgesetz (ArbG) ist seit dem 14. Juni 2023 in Kraft. Es gleicht das kroatische Arbeitsrecht an die EU-Vorschriften an, verschärft die Bedingungen für den Abschluss von Arbeitsverträgen auf bestimmte Zeit (mit einer maximalen Laufzeit von 3 Jahren oder maximal drei Verträgen), regelt die Telearbeit, erhöht die Anzahl der zulässigen Überstunden und schafft einen völlig neuen (bisher nicht vorhandenen) Rechtsrahmen für die Arbeit über Onlineplattformen.

    Die Zahl der zulässigen Überstunden im Kalenderjahr kann aufgestockt werden, wenn dies durch einen Tarifvertrag vereinbart ist. Flexibilisiert wurde zudem die Arbeitnehmerentleihung über Vermittlungsagenturen. Diese Arbeitsverhältnisse dürfen nunmehr bis zu drei Jahre dauern (zuvor nur ein Jahr).

    Das Arbeitsgesetz ist im kroatischen Originalwortlaut im Internet abrufbar.

    Vertragsabschluss

    Ein Arbeitsvertrag bedarf der Schriftform. Die Nichteinhaltung dieser formellen Voraussetzung führt jedoch nicht automatisch zur Unwirksamkeit des Arbeitsvertrags.

    Der Arbeitsvertrag muss zwingend folgende Angaben enthalten:

    • die Bezeichnung der Vertragsparteien samt Adresse,
    • Arbeitsort,
    • Bezeichnung der Arbeitsstelle beziehungsweise eine Kurzbeschreibung der Natur oder Kategorie der Arbeit,
    • Datum des Vertragsabschlusses und des Arbeitsbeginns,
    • bei befristeten Arbeitsverträgen die Dauer des Arbeitsverhältnisses und der Grund für den Abschluss eines befristeten Vertrags,
    • Dauer des bezahlten Jahresurlaubs, oder falls dies nicht vorhanden ist, deren Bestimmungsweise,
    • Kündigungsfristen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, oder falls dies nicht vorhanden ist, deren Bestimmungsweise,
    • Grundgehalt (Brutto) und Bonuszahlungen sowie die Häufigkeit der Gehaltszahlungen,
    • reguläre Arbeitszeit (am Tag oder in der Woche),
    • ob eine Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung vereinbart wird,
    • das Recht auf Aus- und Weiterbildung gemäß Artikel 54 des ArbG, sofern vorhanden,
    • die Dauer und die Bedingungen der Probezeit, sofern vereinbart,
    • Bei bestimmten Arbeitsarten sind auch zusätzliche Inhalte erforderlich (Telearbeit, dauerhafte Saisonarbeit, usw.).

    Der Vertrag kann auf die gesetzlichen Bestimmungen verweisen (beispielsweise bei der Dauer des Urlaubs oder bei der Arbeitszeit). Die Probezeit kann vertraglich festgelegt werden, darf aber sechs Monate nicht überschreiten.

    Arbeitszeit

    Arbeitnehmer dürfen maximal 180 Überstunden im Jahr Arbeit leisten, bei entsprechender kollektiver Vereinbarung bis zu 250 Überstunden. Wird die Regelarbeitszeit von 40 Stunden eingehalten, kann zusätzlich ein separater Arbeitsvertrag über weitere 8 Arbeitsstunden (maximal 180 Stunden im Jahr) abgeschlossen werden.

    Flexible Arbeitszeitmodelle sind inzwischen möglich. So kann die Wochenarbeitszeit abhängig vom Arbeitsaufkommen nach Weisung des Arbeitgebers variieren. Dabei ist dennoch die Maximalwochenarbeitszeit von 50, beziehungsweise 60 Stunden (bei einem Tarifvertrag) zu beachten. Ein solches Modell kann für eine Dauer von einem Monat bis zu einem Jahr eingeführt werden.

    Telearbeit

    Arbeit an einem separaten Arbeitsplatz (Telearbeit) ist die Arbeit, bei der der Arbeitnehmer seine Arbeit zuhause oder an einem anderen ähnlichen Ort leistet (nicht in den Räumlichkeiten des Arbeitgebers). Die Ausübung der Telearbeit wird auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber festgelegt.

    Nur im Falle außergewöhnlicher Umstände kann der Arbeitgeber im Interesse der Aufrechterhaltung des Betriebs und zum Schutz der Gesundheit und Sicherheit von Arbeitnehmern und anderen Personen Telearbeit ohne entsprechende Änderung des Arbeitsvertrags anordnen.

    Um berufliche und familiäre Verpflichtungen mit seinen persönlichen Bedürfnissen in Einklang zu bringen, kann der Arbeitnehmer um die Vereinbarung der Telearbeit ersuchen, und zwar in folgenden Fällen:

    • Gesundheitsschutz wegen diagnostizierter Krankheit oder festgestellter Behinderung,
    • Schwangerschaft oder elterliche Pflichten gegenüber Kindern bis zum vollendeten 8. Lebensjahr,
    • Erbringung persönlicher Fürsorge, die aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen von einem nahen Familienangehörigen oder von einer mit dem Arbeitnehmer im selben Haushalt lebenden Person benötigt wird.

    Vertragsbeendigung

    Kündigungen und Aufhebungsverträge bedürfen der Schriftform. Ein Arbeitsvertrag kann vom Arbeitgeber aus folgenden Gründen gekündigt werden:

    • die Arbeitsleistung wird aus wirtschaftlicher, technologischer oder organisatorischer Sicht nicht mehr benötigt,
    • der Arbeitgeber kann seine arbeitsvertraglichen Pflichten aufgrund seiner dauernden Eigenschaften und Fähigkeiten nicht erfüllen,
    • der Arbeitnehmer verletzt seine Pflichten aus dem Arbeitsverhältnis,
    • der Arbeitnehmer konnte innerhalb der Probezeit die Erwartungen nicht erfüllen.

    Bei Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen sind die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter und die Unterhaltsverpflichtungen des Arbeitnehmers zu berücksichtigen. Im Falle der Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen kann der Arbeitgeber die Stelle innerhalb von sechs Monaten nicht durch einen anderen Arbeitnehmer nachbesetzen.

    Die gesetzlichen Kündigungsfristen hängen von der Dauer der Betriebszugehörigkeit ab. Bei Arbeitgeberkündigungen wegen einer Pflichtverletzung des Arbeitnehmers verkürzt sich die jeweilige Frist um die Hälfte. Kündigt der Arbeitnehmer den Arbeitsvertrag aus wichtigem Grund, darf die Frist nicht länger als einen Monat sein.

    Daneben ist eine fristlose Kündigung möglich, wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses infolge der Pflichtverletzungen unmöglich erscheint. Diese Art von Kündigung muss innerhalb von 15 Tagen nach Kenntnis des Grundes erfolgen.

    Sozialplan bei betriebsbedingter Kündigung

    Für betriebsbedingte Kündigungen einer größeren Zahl von Arbeitnehmern muss unter den gesetzlich vorgesehenen Bedingungen ein Sozialprogramm aufgestellt werden. Abfindungen bemessen sich nach der Länge der Betriebszugehörigkeit.

    Bei rechtswidrigen Kündigungen kann das Gericht eine Entschädigung in Höhe von drei bis acht durchschnittlichen Monatsgehältern zusprechen.

    Rechtspraxis

    Die kroatische Gesetzgebung wurde an die zwingenden arbeitsrechtlichen EU-Vorgaben und -Grundsätze angepasst. Aufgrund der uneinheitlichen Praxis der kroatischen Arbeitsgerichte insbesondere in der ersten und zweiten Instanz sind jedoch die Erfolgschancen vor Einleitung eines Gerichtsverfahrens aus Sicht des Arbeitgebers schwer einzuschätzen.

    Langwierige arbeitsrechtliche Verfahren

    Ein spezialisiertes Arbeitsgericht gibt es nur in der Hauptstadt Zagreb. In anderen Städten des Landes entscheiden die Richter der arbeitsrechtlichen Abteilungen der lokalen Amtsgerichte über arbeitsrechtliche Streitigkeiten. Obwohl arbeitsrechtliche Angelegenheiten als dringlich eingestuft werden, können diese Verfahren in der Praxis lange dauern. Im Gegensatz zu Deutschland sind Gütetermine in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten nicht obligatorisch, sodass es vom einzelnen Richter abhängt, ob vor dem Gerichtsverfahren ein gerichtlicher Vergleich der Parteien ausgehandelt wird.

    Praxistipp für deutsche Unternehmen: Arbeitsvertrag

    Vor Abschluss eines Arbeitsvertrags mit einem Beschäftigten, der in der Republik Kroatien tätig ist, empfiehlt es sich unbedingt, einen Anwalt oder Berater zu konsultieren, der einen rechtskonformen zweisprachigen Arbeitsvertrag erstellt. Die Bestimmungen des deutschen Arbeitsrechts können in Kroatien im gesetzlich zugelassenen Umfang Anwendung finden, sollten aber soweit wie möglich an das kroatische Arbeitsrecht angepasst werden. Dabei ist besonders auf Überstundenregelungen, Abgeltung von Überstunden, Kündigungsarten und Kündigungsfristen zu achten, da sich das kroatische Arbeitsrecht in diesen Regelungen vom deutschen Arbeitsrecht unterscheidet.

    Bei Kündigungen sind die Bestimmungen zum Inhalt des Kündigungsschreibens, zur Form, zu Zustellungsarten sowie strenge Fristen zu beachten, da sonst Kündigungen als unwirksam betrachtet werden können.

    Von AHK Kroatien | Zagreb

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  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Bundesverwaltungsamt, Bundesstelle für Auswanderer und AuslandstätigePraktische Hinweise für Expatriates, wie Informationen zu Bildungseinrichtungen, medizinischer Versorgung und Lebenshaltungskosten
    AHK Kroatien (Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer)Anlaufstelle für deutsche Unternehmen
    Ministerium für Arbeit, Rentenversicherungssystem, Familie und SozialesFachministerium
    Kroatisches Amt für Beschäftigung 
    Kroatisches Amt für Krankenversicherung 
    Kroatisches Amt für Rentenversicherung 
    Dekra zaposljavanje d.o.o.Personalvermittlung
    Electus DGS d.o.o.Personalvermittlung
    Lugera Talent Solutions d.o.o. (vormals Adecco)Personalvermittlung
    MojPosaoStellenbörse
    PosaoStellenbörse