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Israel sucht Anbieter für Erdgasspeicherbau

Deutsche Exporteure können sich frühzeitig in einem strategischen Infrastrukturprojekt mit hoher politischer Priorität positionieren.

Von Wladimir Struminski | Israel

Israel plant den Aufbau eines großen Erdgasspeichersystems, um seine Energieversorgung krisenfester zu machen. Das Energieministerium hat dazu im Mai 2026 eine internationale Informationsanfrage veröffentlicht und spricht gezielt ausländische Anbieter an. Unternehmen sind aufgerufen, bis 15. Juli 2026 ein Angebot abzugeben.

Die Maßnahme erfolgt vor dem Hintergrund der erhöhten sicherheitspolitischen Unsicherheit: Der jüngste Konflikt mit dem Iran hat die Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur verdeutlicht. Entsprechend hoch ist die Priorität des Projekts.

Israel verfügt selbst nicht über ausreichende Erfahrung in der großskaligen Untergrundspeicherung und ist auf internationale Partner sowie auf den Import von Technik angewiesen. Gefragt sind insbesondere zertifizierte Komponenten wie Verdichter, Steuerungstechnik und Bohrtechnik sowie Lösungen für ein System, das im Krisenfall schnell hochgefahren werden kann. Für deutsche Unternehmen ergeben sich daraus Geschäftschancen. 

Im Fokus stehen aktuell Salzkavernen sowie die Nutzung eines ausgeförderten Gasfeldes. Daraus ergibt sich Bedarf an Technik für Kavernenbau, Gasaufbereitung und -trocknung. Die geologischen Bedingungen erfordern dabei spezialisierte Lösungen.

Zugleich zeigt sich Israel offen für alternative Konzepte. Das geplante System soll flexibel befüll- und entleerbar sein. Zielgröße ist ein Speichervolumen von über 2 Milliarden Kubikmetern bei einer Ausspeicherleistung von mehr als 1 Million Kubikmetern pro Stunde.

09.01.2026 Branche kompakt | Israel | Energiewirtschaft
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