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Zoll | Israel | Einfuhrbestimmungen

Israel will US-amerikanische Normen per Gesetz anerkennen

Die Regierung hat ein Gesetz zur Vereinfachung der Einfuhr aus den USA durch die Übernahme von US-Normen auf den Weg gebracht. Für die EU gilt eine ähnliche Regelung seit 2025.

Von Wladimir Struminski | Israel

Israel will künftig Produkten, für die israelische Normen gelten, auch dann die Marktzulassung gewähren, wenn sie nur US-amerikanischen Normen genügen. Die Erfüllung der – nach wie vor bestehenden – einheimischen Normbestimmungen wird dann nicht mehr erforderlich sein. Dadurch soll die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten vereinfacht werden. 

Die Übernahme der US-Normen soll auch für in Israel hergestellte Produkte gelten. Eine ähnliche Anerkennung gilt bereits für  EU-Normen. Seit Anfang 2025 wurden  im Rahmen der Regelung "Was gut für Europa ist, ist gut auch für Israel“  43 EU-Direktiven ins israelische Normengesetz übernommen.

Regierung billigt Gesetzentwurf

Das neue Gesetz wurde vom Wirtschaftsministerium (Ministry of Economy and Industry) vorgelegt. Im Januar 2026 beschloss der interministerielle Ausschuss der israelischen Regierung für Gesetzgebungsfragen, den Entwurf dem Parlament (Knesset) vorzulegen.

Eine Verabschiedung des Gesetzes zur Übernahme von US-Normen gilt als sicher. Nach der Anerkennung europäischer Direktiven beklagten die Vereinigten Staaten eine Schlechterstellung gegenüber der EU. Handelsspannungen mit den USA kann sich Israel schlecht leisten – erst recht, weil es versucht, eine Senkung der US-Zölle auf israelische Waren zu erreichen.

USA beklagen Mangel an „Reziprozität“

Zudem lässt es Israel im Handel mit den Vereinigten Staaten laut der Handelsdoktrin der gegenwärtigen US-Regierung an „Reziprozität“ mangeln. Im Jahr 2025 führte Israel laut der israelischen Außenhandelsstatistik Waren aus den USA im Wert von nur knapp 10 Milliarden US-Dollar (US$) ein. Demgegenüber lagen seine Exporte bei 16 Milliarden US$.

Dagegen verbuchte es im Warenhandel mit der EU ein hohes Defizit. Den israelischen Einfuhren aus der EU im Wert von 34 Milliarden US$ standen Exporte von 15 Milliarden US$ gegenüber. Eine Erklärung für diese Diskrepanz sieht das Wirtschaftsministerium in der Tatsache, dass das Gros der israelischen Normen auf europäischen oder internationalen Standards basiert. Dagegen richte sich lediglich rund ein Siebtel der israelischen Normen nach  US-Vorlagen.

Stärkerer Wettbewerb für Europäer

Für europäische Marktteilnehmer wird die Einführung von US-Normen den Wettbewerb auf dem israelischen Markt verschärfen. Von dem jetzt vorgelegten Gesetz erhofft sich das Wirtschaftsministerium eine größere Vielfalt der aus den Vereinigten Staaten eingeführten Produkte. Auch die Zahl der Importeure, die US-Waren auf den israelischen Markt brächten, werde voraussichtlich steigen.

Ähnlich wie im Fall der EU soll auch die Anerkennung von US-Normen in mehreren Stufen erfolgen. Nach Mitteilung des israelischen Wirtschaftsministeriums wird die erste Phase der Reform für Ende 2026 erwartet.

 

 

 

 

 

 

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