Wirtschaftsumfeld | Italien | Arbeitsmarkt, Lohnkosten
Italien
04.12.2024
Auf dem italienischen Arbeitsmarkt gibt es große Unterschiede zwischen Nord- und Süditalien. Während in Südtirol, Venetien und der Lombardei annähernd Vollbeschäftigung herrscht, betrug die Arbeitslosenrate im Mezzogiorno 2023 im Schnitt 14,3 Prozent. Dies liegt an der deutlich geringeren Wirtschaftsleistung. Wegen mangelnder Jobangebote haben zwischen 2012 und 2021 im Schnitt 12.000 Jungakademiker jedes Jahr den Mezzogiorno gen Norden verlassen.
Die Beschäftigung soll sich in Italien 2025 um 0,4 Prozent ausweiten, was den Fachkräftemangel im Norden verstärkt. Dort können Angebote zur Vereinbarung von Beruf und Familie das Potenzial jedoch stark erhöhen, denn viele qualifizierte Frauen nehmen wegen der Betreuung ihrer Kinder für einige Jahre nicht am Arbeitsleben teil. In der Lombardei waren 2023 etwa 14 Prozent, in Venetien 15 Prozent weniger Frauen als Männer beschäftigt.
Die Nominallöhne sollen in Italien 2025 um 2,9 Prozent steigen. Dies ist ein Ausgleich für die seit 2022 hohen Preissteigerungen. Auch bei den Lohnkosten gibt es in Italien große regionale Unterschiede. Spezialisten in der Informations- und Kommunikationstechnologie verdienen in Mailand im Schnitt 31 Prozent mehr als in Neapel. Ausländische Konzerne können je nach Region bis zu 60 Prozent günstigere Bruttostundenlöhne realisieren. Insgesamt lagen die Bruttostundenlöhne 2023 in Italien im Durchschnitt um 6,3 Prozent unter dem EU-Niveau. Die Arbeitsproduktivität war dagegen um 5,7 Prozent höher.