Zollbericht Japan Produktsicherheit, Normen und Standards, Zertifizierung

Standards und Normen

Unternehmen profitieren vom Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Standards zwischen Japan und der EU.

Von Dr. Melanie Jordan | Bonn

Gegenseitige Anerkennung (MRA) zwischen Japan und der EU

Für Telekommunikationsendgeräte und Funkausrüstungen, Elektroerzeugnisse, gute Laborpraxis für Chemikalien und gute Herstellungspraxis für Arzneimittel haben Japan und die EU ein Abkommen über die gegenseitige Anerkennung (Mutual Recognition Agreement/MRA) geschlossen, welches seit dem 1. Januar 2002 Anwendung findet. 

Das Abkommen sorgt dafür, dass Prüfberichte und Konformitätsbewertungen gegenseitig anerkannt werden und somit doppelte Prüfverfahren wegfallen. Dies führt zu einem schnellerem Marktzugang, geringeren Kosten und mehr Transparenz. Ein solches MRA wurde ebenfalls zwischen Japan und dem Vereinigten Königreich geschlossen.

Normen und Standards

In Japan sind je nach Bereich unterschiedliche Institutionen für Normen und Standards zuständig. Die zentrale Stelle für industrielle Standards ist das Japanese Industrial Standards Committee (JISC). 

Obligatorische Standards

Zahlreiche Produkte müssen spezifische Standards erfüllen, um überhaupt auf dem japanischen Markt vertrieben werden zu können. Beispielsweise sieht Japan konkrete Agrarstandards vor. Das japanische Landwirtschaftsministerium (MAFF) bietet hierzu Informationen an:

Waren, die Gegenstand des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) sind, unterliegen bestimmten Standards und können nur dann eingeführt werden, wenn unter anderem eine Lizenz des japanischen Wirtschaftsministeriums (METI) vorliegt.

Im Bereich der gewerblichen Waren sind Vorschriften insbesondere hinsichtlich der Gebrauchssicherheit (zum Beispiel Etikettierung) zu beachten. Es gibt Gesetze über elektrische Waren und Materialsicherheit, Sicherheit von Verbraucherprodukten, gegenseitige Anerkennung von Produktprüfungen, Bewertung von Chemikalien und Messwesen. Ferner gibt es Bestimmungen für gefährliche Substanzen, Pharmazeutika, Düngemittel, Explosivstoffe, Kleidung, persönliche Gegenstände, Sport- und Freizeitartikel, Spielzeuge und Spiele, Einrichtungsgegenstände, elektrische und elektronische Waren, Küchenausstattungen und -geräte sowie Medizin und Kosmetika.

Freiwillige Standards

Neben verbindlichen Normen gibt es freiwillige Standards, die die Vermarktung erleichtern können. Beispielsweise können Getränke oder landwirtschaftliche Erzeugnisse mit dem freiwilligen JAS-Zeichen (Japanese Agricultural Standards (JAS)) versehen werden, sofern eine registrierte in Japan oder im Ausland ansässige Zertifizierungsstelle die Qualität des Produktes entsprechend bewertet hat.

Internationale Standards

Für eine Vielzahl von Waren werden internationale Standards anerkannt. Beispielsweise akzeptiert Japan Waren, die den Bedingungen der Internationalen Organisation für Normung (ISO) sowie die der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) entsprechen. Immer mehr nationale Standards sollen an die internationalen Standards angepasst werden.

Internationale technische Normen können gegen Entgelt bei DIN-Media bezogen werden.

Konformitätsbewertungsverfahren

Viele Produkte, wie etwa Fahrzeuge, bestimmte Lebensmittel oder Medikamente, müssen vor der Einfuhr und dem Verkauf in Japan spezielle Tests durchlaufen und ein entsprechendes Konformitätszertifikat vorlegen. Akkreditierte Zertifizierungsstellen sowie unabhängige japanische Prüf‑ und Zertifizierungsstellen führen diese Inspektionen durch und stellen bei erfolgreicher Prüfung die erforderlichen Nachweise (Certificate of Conformity/CoC) aus. Ein solches Zertifikat kann für die Zollabfertigung und damit für die Freigabe der Ware entscheidend sein.

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