Wirtschaftsstandort | Mexiko

Mexiko: Sorge um das Erfolgsmodell

Seit drei Jahrzehnten treibt Mexiko die wirtschaftliche Integration in Nordamerika voran und ist heute wichtigster Handelspartner der USA. Doch jetzt gibt es Fragezeichen.

Von Björn Lisker | Mexiko-Stadt

Rund 2.100 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung sind in Mexiko registriert; seit der Jahrtausendwende hat sich ihre Zahl verdoppelt. Sie konzentrieren sich in der Automobilindustrie, Elektronik und Elektrotechnik, im Chemie-, Pharma- und Logistiksektor. Standortvorteile sind die geografische Nähe zu den USA, eine ausgeprägte Industriekultur, wettbewerbsfähige Löhne und eine junge, engagierte Arbeitnehmerschaft.  

Viele Firmen nutzen Mexiko als Sprungbrett auf den US-Markt. Zugleich ist das Land mit seinen 132 Millionen Einwohnern ein attraktiver Absatzmarkt und Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika, auch wenn das Handelsvolumen 2025 im zweiten Jahr in Folge zurückging. Für Unsicherheit sorgen die Revision des Freihandelsabkommens USMCA sowie hausgemachte Probleme.

  • Immer mehr hochwertige Produkte sind "Hecho en México" (Made in Mexico). Hightechcluster haben sich etabliert. 

    Mexikos Entwicklung von der "verlängerten Werkbank der USA", wo hauptsächlich Lohnveredelung betrieben wurde, zum modernen Produktionsstandort verlief beeindruckend. Erst sorgte der nordamerikanische NAFTA-Vertrag, seit 2020 das Folgeabkommen USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement) für eine strategische Ausrichtung der mexikanischen Wirtschaft auf Nordamerika. Heute werden im Land immer mehr Hightechprodukte gefertigt – vom Premiumfahrzeug über Komponenten für die Luft- und Raumfahrtindustrie bis zu innovativer Medizintechnik. Mittlerweile gehört Mexiko zur Gruppe der größten zehn Exportnationen und ist Lateinamerikas wichtigster Exporteur.

    Internationale Unternehmen, darunter auch viele aus Deutschland, nutzen Mexiko seit Jahren als Produktions- und Exporthub für den US-Markt. 

    Das USMCA-Abkommen wird 2026 einer turnusmäßigen Revision unterzogen. Nach Einschätzung von Experten wird die US-Regierung darauf drängen, den regionalen – also in den USA, Mexiko und Kanada erbrachten – Fertigungsanteil weiter zu erhöhen. Das dürfte vor allem die Automobilindustrie vor neue Herausforderungen stellen, die bereits heute 75 Prozent der Komponenten im nordamerikanischen Wirtschaftsraum fertigen muss, um einen zollfreien Zugang zum US-Markt zu haben. Zugleich könnte die Erhöhung des regionalen Fertigungsanteils perspektivisch zu neuen Ansiedlungen von Produktionsstätten in Mexiko führen. Denn mit Blick auf die Verfügbarkeit junger Mitarbeiter, wettbewerbsfähiger Löhne und einer ausgeprägten Industriekultur setzt sich das Land im Vergleich der drei nordamerikanischen Nationen häufig durch.

     

    132,0 Mio.

    Personen lebten 2025 im Land.

    Quelle: Vereinte Nationen 2026

    1.832 Mrd.

    US-Dollar betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 laut Schätzungen.

    Quelle: IWF 2026

    13.741

    US-Dollar machte das BIP pro Kopf damit 2025 aus.

    Quelle: IWF 2026

    21

    belegte das Land 2025 unter den deutschen Exportzielen.

    Quelle: Destatis 2026

    141 von 181

    nimmt das Land im Corruption Perceptions Index 2025 ein.

    Quelle: Transparency International 2026

    4,5 %

    betrug die Analphabetenquote im Jahr 2024.

    Quelle: Weltbank 2026

    Ausführliche Informationen zur Wirtschaft finden Sie in den Wirtschaftsdaten kompakt Mexiko

     

    Mexiko weiterhin wichtigster Handelspartner der USA 

    Nach Angaben des US-Handelsministeriums stieg das bilaterale Handelsvolumen 2025 auf 873 Milliarden US-Dollar (US$). Der Warenfluss erreichte im Durchschnitt ein tägliches Volumen von knapp 2,4 Milliarden US$. Dabei entfielen 535 Milliarden US$ auf Importe aus Mexiko, womit das Land der wichtigste US-Handelspartner bleibt.

    Mexiko ist weiterhin ein attraktives Sprungbrett für die Bedienung des US-Markts. Externe Faktoren wie der unklare Ausgang der USMCA-Revision und interne Entwicklungen wie etwa Zweifel an der Rechtssicherheit nach der Justizreform sorgen allerdings derzeit für Unsicherheit unter unseren Mitgliedsunternehmen.

    Johannes Hauser Geschäftsführer, Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer (AHK Mexiko), Mexiko-Stadt

    Deutsche Unternehmer wieder optimistischer

    Laut den Mexiko-Ergebnissen der Konjunkturumfrage "World Business Outlook" der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) vom Frühjahr 2026 erwarten 50 Prozent der Mitglieder der AHK Mexiko in den nächsten zwölf Monaten eine bessere, 38 Prozent eine konstante Geschäftsentwicklung. Das ist eine deutliche Aufhellung der Stimmung im Vergleich zum Frühjahr 2025, als nur 28 Prozent eine bessere Entwicklung prognostizierten. Als größte Risiken bezeichnen sie aktuell die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (66 Prozent), die Rechtssicherheit und die Nachfrage (jeweils 44 Prozent).

    Der zunehmende Optimismus spiegelt sich in den Investitionsabsichten wider: In den nächsten zwölf Monaten ihre Investitionen erhöhen wollen 25 Prozent der Unternehmen, 45 Prozent wollen sie konstant halten, 19 Prozent planen eine Reduzierung. Die Beschäftigtenzahl wollen im selben Zeitraum 24 Prozent der Firmen erhöhen, 64 Prozent planen mit gleicher Personalstärke, 12 Prozent wollen sie verringern. 

    Unverändert kritisch beurteilen die Kammermitglieder die Sicherheitslage im Land. Gut ein Drittel gibt an, die Sicherheitslage habe sich weiter verschlechtert, 16 Prozent sehen eine "deutliche Verschlechterung". Gleichwohl ist bisher kein Fall bekannt, in dem ein Unternehmen das Land aufgrund von Sicherheitserwägungen verlassen hätte. Die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier.

    SWOT-Analyse Mexiko

    S

    Stärken Strengths

    • Zweitgrößter Binnenmarkt in Lateinamerika
    • Wichtigster Handelspartner der USA
    • Moderner Industriestandort
    • Junge Arbeitnehmerschaft
    • Wettbewerbsfähige Lohnkosten auch im Vergleich zu Asien
    W

    Schwächen Weaknesses

    • In einigen Regionen kritische Sicherheitslage durch organisierte Kriminalität
    • Verbreitete Korruption
    • Neue Rolle des Militärs in der Wirtschaft
    • Justizreform
    • Steigende Sozialausgaben
    O

    Chancen Opportunities

    • Attraktiver Nearshoring-Standort
    • USMCA-Revision könnte regionale Fertigung nochmals steigern  
    • Wachsende Mittelschicht
    • Große Zahl an Freihandelsabkommen
    • Ambitionierte Infrastrukturprojekte
    T

    Risiken Threats

    • Sehr große Abhängigkeit von den USA und ihrer Politik (unklarer Ausgang der USMCA-Revision)
    • Logistikengpässe (v.a. Seehäfen)
    • Elektrizitätsengpässe in einigen Industrieregionen
    • Klimawandel bedroht Wasserversorgung

    Die Automobilindustrie bleibt Schlüsselbranche

    Anfang 2025 verhängte US-Präsident Donald Trump Strafzölle auf mexikanische Produkte, die nicht die USMCA-Ursprungsregeln erfüllen. Das trifft vor allem Autohersteller, die den regionalen Fertigungsanteil von 75 Prozent nicht nachweisen können. Und selbst wer ihn erfüllt, hat nicht unbedingt einen zollfreien Zugang auf den US-Markt. Denn auch auf die nicht in den USA produzierten Teile eines USMCA-konform hergestellten Fahrzeugs entfällt inzwischen ein Zusatzzoll von 25 Prozent. Diese Zölle haben bisher aber nur zu einer leichten Delle in der Automobilproduktion geführt. Diese lag 2025 nach Angaben des mexikanischen Verbandes der Automobilindustrie AMIA mit 3,95 Millionen Einheiten lediglich 0,9 Prozent unter dem Wert von 2024. Weiterhin gingen neun von zehn Pkw in den Export. Mexiko bleibt damit weltweit siebtgrößter Produzent. Bei der Herstellung von Kfz-Teilen belegt es den vierten Rang.

    Einen starken Rückgang verzeichnete 2025 die Lkw-Produktion. Dem Branchenverband ANPACT zufolge sank sie gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent auf 139.000 Einheiten. Gründe waren unter anderem eine schwache Inlandsnachfrage (auch infolge hoher Importe von gebrauchten US-Trucks) und die US-Strafzölle.

    Tourismus legt weiter zu

    Der internationale Tourismus entwickelt sich weiter positiv: Das Statistikamt INEGI meldete für 2025 rund 48 Millionen internationale Besucher, 6,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Für 2026 wird ein neuerliches Wachstum erwartet, zumal Mexiko eines der Austragungsländer der Fußball-WM der Männer ist. 

    Dynamisch entwickelt sich seit Jahren die Logistikbranche. Wichtigste Treiber sind das Nearshoring und der stark wachsende E-Commerce-Sektor. Im Zuge des Nearshoring haben zahlreiche Unternehmen ihre Produktion von Asien nach Mexiko verlegt, um dem US-Markt näher zu sein. Dadurch steigen die Transport-, Lager- und Zollabwicklungsvolumina im grenzüberschreitenden Lkw-Verkehr mit den USA stark an. Nach Angaben der US-Regierung wurden 2025 insgesamt 7,6 Millionen Einfahrten von Lkw aus Mexiko registriert, das entspricht 20.800 Lkw pro Tag. Fast 40 Prozent entfallen auf den Grenzübergang Laredo (Texas).  

    Regierung prüft Erlaubnis von Fracking

    Die Bedeutung der Öl- und Gasförderung geht weiter zurück. Wurden im Rekordjahr 2004 noch 3,4 Millionen Barrel pro Tag gefördert, so waren es 2025 mit 1,65 Millionen Barrel nur noch die Hälfte.

    Aktuell decken Gasimporte aus den USA 75 Prozent des nationalen Bedarfs. Um diese Abhängigkeit zu senken, will die Regierung das Fracking im Land erlauben.

    Im klassischen Bergbau ist Mexiko wichtiger Produzent von Silber und Gold, aber auch von Industriemineralien wie Bismut oder kritischen Rohstoffen wie Fluorit. Die Lithiumvorkommen sind seit 2022 verstaatlicht. Unklar ist, wie das Staatsunternehmen LitioMX die Erschließung realisieren will.

    Bedeutung der Wirtschaftszweige in Mexiko (Anteile in Prozent)

    Sektoren

    Anteil am BIP 2025 *)

    Anteil an den Beschäftigten
    März 2026

    Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

    3,9

    10,4

    Bergbau 

    2,7

    0,7**

    Verarbeitendes Gewerbe

    20,0

    15,6

    Groß- und Einzelhandel

    18,4

    19,9

    Baugewerbe

    6,5

    7,7

    Transport und Logistik

    7,7

    5,9

    Tourismus

    8,7***

    8,5

    * vorläufige Zahlen ** schließt Elektrizitätssektor ein ***2024Quelle: Instituto Nacional de Estadística y Geografía (INEGI) 2026

    Zentrum und Norden treiben die Wirtschaft an

    Beliebte Investitionsstandorte sind seit Jahren Mexiko-Stadt und der benachbarte Bundesstaat Mexiko, die sogenannte Bajío-Region im Zentrum des Landes mit den Bundesstaaten Querétaro, Guanajuato und San Luis Potosí sowie die grenznahen Bundesstaaten Nuevo León, Baja California und Chihuahua.

    Industriecluster haben sich herausgebildet. Zwischen dem Standort Puebla-Tlaxcala im Süden und Nuevo León im Norden gibt es mehrere Cluster der Automobilindustrie. Über 300 Unternehmen sind in der Luft- und Raumfahrtindustrie tätig und schwerpunktmäßig in den Bundesstaaten Baja California, Sonora und Querétaro ansässig. Pharmahersteller haben sich vor allem im Großraum Mexiko-Stadt, dem Bundesstaat Mexiko und Jalisco angesiedelt. Komponenten für die Halbleiterfertigung sowie weitere elektronische Komponenten werden in den nördlichen Bundesstaaten Baja California, Sonora, Coahuila und Nuevo León produziert sowie im Landeszentrum.

    Von Björn Lisker | Mexiko-Stadt

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  • Die Förderstrategie "Plan México" soll für private Investitionen in Produktion und Infrastruktur sorgen. Damit will die Regierung die Abhängigkeit von externen Faktoren senken.

    Mexiko erlebte als Nearshoring-Standort einen Boom. Der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen hat sich von 2004 bis 2024 auf 720 Milliarden US$ mehr als verdreifacht, zeigen Zahlen der UN-Handels- und Entwicklungsorganisation UNCTAD. Nur Brasilien weist in Lateinamerika noch höhere Zahlen auf. Im Jahr 2025 gab es bei den Direktinvestitionszuflüssen einen weiteren Rekord. Nach vorläufigen Angaben des mexikanischen Wirtschaftsministeriums waren es mit knapp 41 Milliarden US$ rund 10 Prozent mehr als 2024. 

    Besonders ausländische Unternehmen, die bereits in Mexiko aktiv sind, investieren in ihre Erweiterung. Bei 68 Prozent der Direktinvestitionssumme handelte es sich um Reinvestitionen. 

    Investitionen in die Produktion schwächeln

    Wichtigstes Ursprungsland blieb der Regierung zufolge 2025 die USA mit 39 Prozent der Gesamtinvestitionen. Es folgten Spanien (11 Prozent), Kanada (8 Prozent), die Niederlande und Japan (jeweils 6 Prozent). Anders als in den Vorjahren ist Deutschland aus der Gruppe der Top-5-Investoren herausgefallen und lag nur noch auf Rang 9, da die Direktinvestitionen um drei Viertel auf 800 Millionen US$ fielen. Einerseits ist dies zyklisch begründet, weil mehrere große Investitionen in Produktionsstätten abgeschlossen sind. Andererseits ist die Ursache eine generelle Verunsicherung infolge der US-Zollpolitik sowie der USMCA-Revision; beide Aspekte wirken sich besonders auf das verarbeitende Gewerbe aus, in dem deutsche Unternehmen stark vertreten sind. 

    Zwar entfiel auf die verarbeitende Industrie auch 2025 der größte Teil (36 Prozent) der zugeflossenen ausländischen Direktinvestitionen. Doch war es mit 14,8 Milliarden US$ ein Viertel weniger als 2024. Mit Abstand wichtigste Branche bleibt die Herstellung von Kraftfahrzeugen und ihren Teilen vor Elektronik, Chemie und der Nahrungsmittelproduktion. 

    Dass Mexiko 2025 erneut einen Direktinvestitionsrekord erzielen konnte, lag vor allem an gestiegenen Zuflüssen im Bausektor, dem Finanz- und Versicherungswesen sowie Immobiliendienstleistungen. Besonders markant war zudem der Anstieg in der Kategorie "Leitung und Verwaltung von Holdings und Managementgesellschaften", was auf Einmaleffekte durch Umstrukturierungen innerhalb von Konzernen schließen lässt.

    Industrieflächen, Wasser und Strom werden teilweise knapp

    Wer investieren will, findet in Industrieparks an einigen attraktiven Standorten derzeit kaum verfügbare Flächen. Zudem sorgen in mehreren Regionen Unterbrechungen der Elektrizitätsversorgung immer wieder für Produktionsausfälle, etwa im bei deutschen Unternehmen beliebten "Bajío" im Zentrum des Landes sowie im nördlichen Nuevo León. Auch Wassermangel, besonders im Zentrum und Norden, bereitet Unternehmen Sorgen.

    Galt die Wirtschaftspolitik über Jahrzehnte hinweg als verlässlich, änderte sich dies unter der Regierung des Linkspopulisten Andrés Manuel López Obrador (2018-2024). So erschwerte er mit Verweis auf die Stabilität der Netze die Einspeisung von Elektrizität aus erneuerbaren Energien. Dem Militär übertrug er große Infrastrukturvorhaben und die Kontrolle über Flughäfen, Häfen und den Zoll. Vertreter von Unternehmen beklagen im vertraulichen Gespräch das mangelhafte Verständnis der Militärs für wirtschaftliche Abläufe.

    Seine Nachfolgerin, Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo (2024–2030), bemüht sich im Ton, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. In der Sache aber setzt sie zentrale Projekte der Vorgängerregierung fort, die in der Privatwirtschaft auf Vorbehalte stoßen. Wichtigstes Beispiel ist die von López Obrador initiierte Justizreform, bei der Richterinnen und Richter direkt vom Volk gewählt werden. Die Sorge, dass diese zur Erhöhung ihrer Wahlchancen Positionen der Regierungspartei übernehmen und so an Neutralität verlieren, ist zuletzt gewachsen. Das zeigen auch die Ergebnisse der jüngsten Umfrage unter den Mitgliedern der AHK Mexiko (siehe Kasten).

    Plan México: Regierung setzt auf Rückenwind durch den Privatsektor

    Um die Abhängigkeit von externen Faktoren wie der sprunghaften US-Politik zu verringern, will die Regierung ausländische Unternehmen mit Steuervergünstigungen und kurzen Bearbeitungszeiten anlocken und so die Wirtschaft ankurbeln. Der Fokus richtet sich auf strategische Branchen, zu denen etwa die Automobilindustrie, Halbleiter, Elektronik, Pharma, Chemie, Luftfahrt und Rechenzentren zählen. Als besonders förderungswürdig gelten zudem Investitionen in den "Wohlstands-Polen", Industrieparks entlang der Bahnlinie über den Isthmus von Tehuantepec in den Bundesstaaten Oaxaca und Veracruz. 

    Zugleich sieht der Plan México ambitionierte Infrastrukturprojekte vor, darunter hohe Investitionen in Energie- und Wasserversorgung sowie Transport und Logistik. Doch kann der Staat nicht alle Vorhaben aus eigener Kraft stemmen, zumal große Teile des Haushalts durch steigende Sozialausgaben gebunden sind.

    Die Regierung setzt daher verstärkt auf die Beteiligung der Privatwirtschaft an diesen Schlüsselprojekten. Ein im April 2026 erlassenes Dekret regelt die Öffentlich-Privaten-Partnerschaften (PPP) neu. Experten bemängeln bei dem Instrument eine teilweise unklare Risikoverteilung. Gerade für ausländische Investoren werde es deswegen entscheidend sein, robuste Schutzmechanismen wie internationale Schiedsgerichtsklauseln vertraglich zu verankern.

    Größte deutsche Investoren in Mexiko 2025

    Unternehmen

    Branche/Werke

    Beschäftigte

    Volkswagen-GruppeKfz-Industrie/Fertigungswerke von VW und Audi in Puebla, VW-Motorenwerk in Guanajuato 

    18.500

    Aumovio (ehemals Continental)Kfz-Industrie/22 Werke 

    20.500

    ZFKfz-Industrie/16 Werke 

    23.000

    BoschKfz-Industrie, Maschinenbau/11 Werke

    17.200

    BMWKfz-Industrie/Fertigungswerk in San Luis Potosí, eigene Batterieproduktion im Aufbau

    3.800

    Boehringer IngelheimPharma/ Ausbau der Produktion in Mexiko-Stadt

    1.650

    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

    Mexikos Regierung setzt auf Politik mit kühlem Kopf

    Dass US-Präsident Donald Trump die Nachbarländer Mexiko und Kanada auch als Konkurrenten sieht, zeigt die aggressive Zollpolitik. Anfang 2025 verhängte er Strafzölle von 25 Prozent auf mexikanische und kanadische Produkte, die nicht die USMCA-Vorgaben erfüllen. Die Begründung war politisch: Mexiko und auch Kanada täten nicht genug gegen den illegalen Drogenhandel und die illegale Migration.

    Mexikos Regierung bemüht sich seither, der US-Seite Verlässlichkeit zu demonstrieren. Das Land lieferte mehrere hochrangige Kartellmitglieder an die US-Behörden aus und geht verstärkt gegen den illegalen Drogenhandel vor. 

    Von Björn Lisker | Mexiko-Stadt

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  • BezeichnungAnmerkung
    Deutsch-Mexikanische Industrie- und Handelskammer (AHK Mexiko)Anlaufstelle für deutsche Unternehmen in Mexiko
    Mexikanische Botschaft in BerlinInformationen zu aktuellen Förderprogrammen und Infrastrukturvorhaben
    Secretaría de Economía (SE)Mexikanisches Wirtschaftsministerium
    Servicio Nacional de Información de Comercio Exterior (SNICEInformationen unter anderem zu Förderprogrammen (Programas de Fomento)