Wirtschaftsumfeld | Portugal | Arbeitsmarkt, Lohnkosten
Portugal
04.12.2024
Beim Lohnniveau in Portugal zeigt der Trend weiter nach oben, die Zunahmen fallen aber schwächer aus als in den vergangenen Inflationsjahren. Häufige Kritikpunkte von Arbeitskräften sind die Einkommenshöhe, aber auch fehlende Entwicklungsperspektiven. Eurostat zufolge liegt der durchschnittliche Bruttostundenlohn bei nur rund 40 Prozent des deutschen Vergleichswerts. In Mangelbereichen wie bei Kaufleuten, Ingenieuren und IT-Fachkräften ist die Verhandlungsposition der Arbeitnehmerseite stärker.
Hinsichtlich der Produktivität fallen die Zuwächse in Portugal ähnlich hoch aus wie im Mittel der EU, in manchen Jahren auch etwas besser. Dazu tragen Industriebetriebe sehr unterschiedlicher Größe und Spezialisierung bei. Die Wirtschaftsmotoren des Landes sind die Metropolregion Lissabon und der Norden des Landes, etwa der Großraum Porto.
Der Arbeitsmarkt fungiert als eine Art Drehscheibe. Einerseits leben etwa 2 Millionen Portugiesen im Ausland, darunter viele Fachkräfte. Ihnen kommt zugute, dass Portugal über ein besonders gutes Fremdsprachenniveau verfügt. Andererseits kommen aus Ländern wie Brasilien und Angola viele Menschen nach Portugal und arbeiten dort. Das Land zählt insgesamt etwa eine Million Migranten.
Arbeitslosigkeit und Erwerbsquote liegen in Portugal auf dem mittleren EU-Niveau. Dass vor allem junge Menschen keine Arbeit haben, spricht für einen teils schwierigen Berufseinstieg. Mit zunehmendem Lebensalter sinkt die Arbeitslosigkeit dann immer weiter ab.