Branche kompakt | Spanien | Ernährungswirtschaft

Lebensmittelhersteller reagieren auf robuste Nachfrage

Spaniens Nahrungsmittelproduzenten investieren in neue oder bestehende Werke. Das Marktvolumen nimmt weiter zu, mittelfristig könnten höhere Preise die Nachfrage jedoch dämpfen.

Von Friedrich Henle | Madrid

Ausblick der Nahrungsmittelindustrie in Spanien

  • Bevölkerungszuwachs und Tourismus erhöhen die Nachfrage.
  • Herstellerfirmen steigern Exporte noch stärker als Gesamtabsatz.
  • Steigende Preise für Energie und Rohstoffe belasten die Margen.
  • Absehbare Preissteigerungen für Lebensmittel dürften sich negativ auf die Nachfrage auswirken.

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Juni 2026

  • Die spanische Nahrungsmittelindustrie profitiert von einem wachsenden Inlandsmarkt und Exporterfolgen. Preissteigerungen im Jahr 2026 könnten die Erfolge aber schmälern.

    Die Geschäfte der spanischen Nahrungsmittelhersteller entwickeln sich positiv. Laut dem nationalen Statistikamt INE stiegen die Umsätze im Jahr 2024 um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im gesamten Industriesektor gab es hingegen einen Rückgang um 0,8 Prozent. Die Branchenunternehmen verkauften Nahrungsmittel und Getränke im Wert von 184 Milliarden Euro.

    Allerdings zeichnen sich Preissteigerungen ab, die die Kauflaune der Verbraucher dämpfen und damit die Erfolge der Produzenten belasten könnten. Durch den Irankrieg sind Energie und wichtige Vorprodukte für die Agrarindustrie, wie beispielsweise Düngemittel, deutlich teurer geworden. Das spanische Wirtschaftsforschungsinstitut FUNCAS prognostiziert, dass die Preise für unverarbeitete Lebensmittel in der zweiten Jahreshälfte 2026 um 7 bis 8 Prozent zulegen werden. In der Folge dürften verarbeitete Lebensmittel ebenfalls teurer werden. 

    Fleischerzeugung ist die wichtigste Sparte

    Wichtigste Sparte der spanischen Lebensmittelindustrie bleibt die Fleischerzeugung mit einem Herstellerabsatz im Wert von 42 Milliarden Euro. Spanien produziert die größte Menge an Schweinefleisch in der EU. So ist beispielsweise Serrano-Schinken ein Exportschlager, findet sich aber auch regelmäßig auf dem Speiseplan der spanischen Bevölkerung. Der Verzehr von Frischfleisch und verarbeiteten Fleischprodukten liegt mit etwa 90 Kilogramm pro Kopf im Jahr deutlich über dem EU-Durchschnitt von etwa 70 Kilogramm.

    3. Platz

    weltweit bei der Herstellung von Schweinefleisch, hinter China und den USA.

    Die Aussichten in diesem Segment haben sich zuletzt eingetrübt. Nach 30 Jahren wurden im November 2025 erstmals wieder Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Spanien festgestellt. In der Folge haben einige wichtige Exportmärkte wie beispielsweise China, Mexiko oder Japan vorübergehende Importstopps für Schweinefleisch verhängt. 

    Nachfrage steigt, Haushalte sparen jedoch

    Nach Angaben des spanischen Landwirtschaftsministeriums gaben Spanierinnen und Spanier im Jahr 2024 insgesamt 120 Milliarden Euro für Lebensmittel aus, davon 70 Prozent für die Essenszubereitung zu Hause und 30 Prozent im verbreiteten Außer-Haus-Verzehr. Gegenüber 2023 waren das 2,4 Prozent mehr, während das Volumen um 0,2 Prozent abnahm.

    Der Trend geht dahin, dass mehr Geld für Essen zu Hause ausgegeben wird als in der Gastronomie. Die Haushalte müssen sparen. Zwischen Januar 2021 und Januar 2025 haben die Preise für Lebensmittel um 36,1 Prozent zugenommen. Die Inflation im gleichen Zeitraum betrug hingegen insgesamt 22,4 Prozent. Die Tendenz, dass Lebensmittel und Getränke einen abnehmenden Anteil an den gesamten Haushaltsausgaben haben, setzt sich fort. Der spanische Verband der Lebensmittelhersteller FIAB prognostiziert, dass dieser Anteil von 20,2 Prozent im Jahr 2025 auf 18,9 Prozent im laufenden Jahr sinken wird.

    Beim Essenseinkauf für zu Hause dominieren Supermärkte. Dieser Vertriebsweg steht für mehr als drei Viertel der Ausgaben. Ihn beherrscht Mercadona mit Abstand und einem Marktanteil von 29,5 Prozent im Jahr 2025. Auf Platz 2 des spanischen Lebensmitteleinzelhandels folgt Carrefour mit 7,2 Prozent. Die deutschen Supermarktketten Lidl (6,2 Prozent) und Aldi (1,8 Prozent) haben angekündigt, ihre Präsenz in Spanien weiter ausbauen zu wollen.

    Den Absatz von Lebensmitteln insgesamt stützt die Bevölkerungszunahme in Spanien. Am 1. April 2026 lebten 49,7 Millionen Menschen im Land. Im Jahresvergleich bedeutet das eine Zunahme um knapp eine halbe Million. Grund ist die Nettozuwanderung, vor allem aus Lateinamerika und Marokko.

    Ein weiterer Treiber sind ausländische Touristen, deren Zahl weiter steigt. Im Jahr 2026 könnten zum ersten Mal mehr als 100 Millionen Gäste aus dem Ausland Spanien besucht haben. Diese bleiben im Schnitt eine Woche im Land und geben 200 Euro pro Tag aus. Ein nicht unerheblicher Teil davon dürfte in Restaurantbesuche und Supermarkteinkäufe fließen.

    Mehr Fertiggerichte, aber noch wenig Bioprodukte

    Der Absatz von biologisch erzeugten Lebensmitteln bleibt in Spanien schwach. Er ist im Jahr 2024 wertmäßig um 0,9 Prozent zurückgegangen. Während in Deutschland Konsumentinnen und Konsumenten pro Jahr etwa 190 Euro für Biolebensmittel ausgeben, betrug dieser Wert in Spanien im Jahr 2024 nur 58 Euro. Ein Grund ist eine höhere Preissensibilität, insbesondere nach den großen Kostensteigerungen im Lebensmittelbereich nach Beginn des Ukrainekriegs im Jahr 2022. Auffällig ist, dass Mercadona nur sehr wenige Bioprodukte führt.

    Der Trend geht auch in Spanien zu Fertiggerichten. Nach Angaben der Marktforschungsfirma Algori wuchs dieses Segment im Jahr 2025 um 7,6 Prozent. Spaniens größte Supermarktkette Mercadona dominiert dieses Segment mit einem Anteil von 51,2 Prozent. Mercadonas CEO, Juan Roig, äußert regelmäßig die provokante Prognose, dass es zur Jahrhundertmitte keine richtigen Küchen mehr in Haushalten geben wird.

    Ein weiterer Markttrend ist der weiter zurückgehende Alkoholkonsum. Die Hersteller müssen daher ihre Produktpaletten diversifizieren. Das führt beispielsweise dazu, dass die vier größten Bierproduzenten in Spanien - Mahou, Hijos de Rivera, Heineken und Damm - sich neue Geschäftsbereiche wie Kaffee, funktionale oder Mischgetränke erschließen.

    Hersteller weiten ihre Produktion aus

    Lokale und ausländische Unternehmen investieren in neue Fabriken oder erweitern bestehende, um die steigende Nachfrage zu bedienen. Hinzu kommen veränderte Verbrauchergewohnheiten, die eine Anpassung der Produktpalette erfordern. Die Lebensmittelbranche ist ein Sektor mit einem hohen Energieverbrauch, in dem der Wettbewerb zudem hoch ist. Deshalb stehen Modernisierungen zur Effizienzsteigerung ebenfalls auf der Tagesordnung. So hat der französische Molkereikonzern Lactalis angekündigt, im Zeitraum 2026 bis 2030 insgesamt 200 Millionen Euro in seinen acht spanischen Werken zu investieren. Damit sollen die Digitalisierung vorangetrieben und Innovationen und Produkteinführungen beschleunigt werden.

    Ausgewählte Investitionsprojekte der Ernährungswirtschaft in SpanienInvestitionssummen in Millionen Euro
    Akteur/ Projekt (Region)

    Investitionssumme

    ProjektstandAnmerkungen
    Elian/ Erweiterung Sojafabrik in Barcelona (Katalonien)

    200

    Im Bau; Fertigstellung geplant: Ende 2027Werkserweiterung um 100.000 Tonnen auf 830.000 Tonnen Sojabohnen pro Jahr
    Sea Eight/ Neubau Aquakulturanlage in Bizkaia (Baskenland)

    170

    In Planung; Fertigstellung geplant: Anfang 2030Geplante Jahresproduktion an Fisch: 3.000 Tonnen
    Familia Martínez/ Erweiterung Produktion in Buñol und Logistikzentrum in Torrent (Valencia)

    150

    Im Bau; Fertigstellung geplant: Ende 2026Lieferant von Mercadona für Fertiggerichte; Erweiterung der Produktion für gebratene Fleischprodukte und Neubau eines Logistikzentrums
    Ferrero/ Erweiterung Eisfabrik in Alzira (Valencia)

    140

    In Planung; Fertigstellung geplant: 2030Tochterfirma Ice Cream Factory Comaker (ICFC); Installation neuer Produktionslinien
    Campofrío/ Neue Fleischverarbeitungsfabrik in Utiel (Valencia)

    134

    In Planung; Fertigstellung geplant: nicht bekanntNeue Produktionsstätte inklusive Solaranlage und Biogasanlage
    Schreiber Foods/ Erweiterung Milchproduktefabrik in Talavera de la Reina (Kastilien-La Mancha)

    120

    In Planung; Fertigstellung geplant: nicht bekanntLieferant von Mercadona für Milchprodukte; Verdopplung Produktionskapazität
    Profand/ Erweiterung Fischfabrik in Cambre (Galizien)

    22

    In Planung; Fertigstellung geplant: nicht bekanntLieferant von Mercadona für Fischprodukte; Werkserweiterung auf 79.500 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte pro Jahr
    Dcoop/ Saftfabrik in Palma del Río (Andalusien)

    20

    In Planung; Fertigstellung geplant: 2027Wiederinbetriebnahme einer Zitrus- und Saftfabrik; geplante Jahreskapazität: 80 bis 100 Millionen Kilogramm Orangen
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Von Friedrich Henle | Madrid

  • Die Lebensmittelproduktion ist Spaniens wichtigster Industriesektor. Ausländische Unternehmen sind sehr aktiv. Ein wichtiger Kunde ist die Einzelhandelskette Mercadona.

    Die Produktion von verarbeiteten Lebensmitteln und Getränken ist die wichtigste Branche innerhalb der spanischen Industrie. Auf sie entfielen laut spanischem Statistikamt INE im Jahr 2024 insgesamt 21,5 Prozent der Umsätze und 20,8 Prozent der Beschäftigten. Im Jahresmittel arbeiteten knapp über 500.000 Personen für Nahrungsmittel- und Getränkehersteller im Land. Addiert man verarbeitete und nicht verarbeitete Lebensmittel zusammen, so liegt Spanien auf dem 8. Platz der wichtigsten Exportländer weltweit.

    Die Produktion legt weiter zu

    "Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zeigt ihre Stärke angesichts globaler Unsicherheit und Volatilität." Mit dieser Überschrift hat der spanische Verband der Nahrungsmittel- und Getränkehersteller FIAB am 19. Mai 2026 die Branchenergebnisse des Jahres 2025 vorgestellt. Demnach stieg der Produktionswert um real 1,7 Prozent auf 137 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr.

    Die Fleischverarbeitung bleibt dabei die mit Abstand wichtigste Sparte. Gemessen an der Anzahl, sind die meisten Unternehmen im Sektor Teig- und Backwaren aktiv. Katalonien, Andalusien, Kastilien und León, Valencia sowie Galizien bilden die regionalen Schwerpunkte der Lebensmittel- und Getränkeproduktion in Spanien.

    Fleischprodukte sind das wichtigste Segment der spanischen NahrungsmittelindustrieProduktionswert nominal in Milliarden Euro; Veränderung und Marktanteil in Prozent

    Sparte

    2024

    Veränderung 2024/2023

    Marktanteil

    Fleisch und Fleischprodukte

    40,0

    2,0

    22,8

    Fisch und Fischprodukte

    7,5

    3,2

    4,3

    Obst- und Gemüseprodukte

    15,7

    7,7

    9,0

    Öle und Fette

    17,6

    19,1

    10,0

    Milcherzeugnisse

    13,9

    -6,5

    7,9

    Mühlenerzeugnisse, Stärke und Futtermittel

    5,2

    1,8

    3,0

    Teig- und Backwaren

    13,0

    3,1

    7,4

    Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze

    23,0

    16,1

    13,1

    Futtermittel

    16,6

    -11,1

    9,5

    Getränke

    22,7

    -5,5

    13,0

    Quelle: INE 2026

    Mercadona ist mit fast einem Drittel und weiter wachsendem Marktanteil im spanischen Lebensmitteleinzelhandel eine bedeutende Kundin für die Produzenten. Viele Lebensmittelhersteller arbeiten exklusiv für die Supermarktkette, die viele Artikel unter der eigenen Marke "Hacendado" verkauft.

    Die spanische Wirtschaftszeitung "Expansión" hat errechnet, dass die 2.100 Lieferanten von Mercadona in Spanien und Portugal im Jahr 2025 insgesamt 1,7 Milliarden Euro in ihre Fertigungsstätten investiert haben. Ein Teil der Finanzierung kommt von Mercadona selbst. Der Kreditbestand gegenüber Lieferanten betrug zum Jahresende 2025 rund 170 Millionen Euro.  

    Deutschland spielt beim Im- und Export von Lebensmitteln eine wichtige Rolle

    Die Exporte der spanischen Lebensmittelproduzenten nahmen im Jahr 2025 um 2,9 Prozent auf 53 Milliarden Euro zu. Der Branchenanteil an den gesamten Ausfuhren des verarbeitenden Gewerbes ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen und erreichte 2025 einen Wert von 15,1 Prozent. FIAB warnt allerdings, dass sich die positive Situation der Branche im Jahr 2026 leicht umkehren könnte - insbesondere aufgrund des Irankriegs und dessen negativer Auswirkungen auf die Energiepreise und die Lieferketten.

    Die drei wichtigsten Ausfuhrmärkte waren 2025 Frankreich, Italien und Portugal. Ins viertplatzierte Deutschland exportierten spanische Branchenunternehmen Waren im Wert von 3,2 Milliarden Euro. Vom neuen EU-Mercosur-Abkommen erhoffen sich spanische Lebensmittelhersteller neue Exportchancen, vor allem bei Wein, Olivenöl und verarbeiteten Fleischprodukten.

    Bei den wichtigsten Importländern nahm Deutschland mit 3,3 Milliarden Euro den dritten Platz ein, hinter Frankreich und den Niederlanden. Deutsche Marken wie Haribo, Bofrost, Dr. Oetker, Ritter Sport oder Knorr - um nur einige Beispiele zu nennen -  sind im spanischen Einzelhandel bereits sehr präsent. Die steigenden Marktanteile der deutschen Discounter Lidl und Aldi eröffnen deutschen Produzenten einen weiteren Vertriebsweg.

    Ausländische Hersteller sind sehr präsent

    Zum Jahresende 2025 zählte FIAB 27.312 Branchenunternehmen. Das waren 2 Prozent weniger als im Jahresvergleich. Der Transformationsprozess hin zu größeren, wettbewerbsfähigeren Firmen setzt sich also fort. Dennoch bleibt die Branche stark durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt.

    Im großen spanischen Binnenmarkt sind diverse ausländische Unternehmen aktiv, auch bekannte Branchengrößen. So unterhält Nestlé nach eigenen Angaben zehn Produktionsstandorte in Spanien. Coca-Cola erzielte 2024 einen Umsatz von mehr als 3 Milliarden Euro im Land. Mit lokalen Fertigungsstätten sind beispielsweise auch Danone, Ferrero oder Unilever präsent. Viele Werke versorgen nicht nur Spanien, sondern häufig den gesamten europäischen Markt.

    Nach Angaben des spanischen Wirtschaftsministeriums haben ausländische Unternehmen im Jahr 2025 eine Summe von 1.148 Millionen Euro in der spanischen Nahrungsmittelbranche investiert. Die Investoren kommen vor allem aus Europa sowie Mittel- und Südamerika.

    Wichtige Branchenunternehmen in Spanien Umsatz 2024 in Milliarden Euro

    Unternehmen

    Sparte

    Umsatz

    Ebro FoodsTrockenlebensmittel (Reis, Pasta, Saucen)

    3,15

    Coca-Cola Europacific Partners Iberia Erfrischungsgetränkeherstellung und -vertrieb

    3,10

    Alvean SugarZuckerhandel und -vertrieb

    3,01

    Corporación Alimentaria GuissonaIntegrierte Fleisch- und Lebensmittelproduktion

    2,70

    Nestlé EspañaMultikategorie-Lebensmittel und Getränke

    2,49

    Agrolimen Lebensmittel und Tiernahrung

    2,39

    El Pozo AlimentaciónFleischverarbeitung und Wurstwarenproduktion

    1,80

    MahouBierbrauerei und Getränkeproduktion

    1,55

    DcoopGenossenschaft für Olivenöl, Wein und Agrarprodukte

    1,41

    Casa TarradellasFertiggerichte und Fleischwaren

    1,38

    Quelle: Wirtschaftszeitung Actualidad Económica (Las mayores empresas de España, Dezember 2025)

    Von Friedrich Henle | Madrid

  • Im gemeinsamen EU-Binnenmarkt gelten in Spanien grundsätzlich die gleichen Rahmenbedingungen wie in Deutschland.

    Auf nationale Regelungen bei der lokalen Produktion oder der Einfuhr von Lebensmitteln ist dennoch Rücksicht zu nehmen. Dies gilt zum Beispiel für die Kennzeichnung von Lebensmitteln: Pflichtangaben müssen mindestens in spanischer Sprache erfolgen, auch wenn zusätzliche regionale Sprachen möglich sind. 

    Die zentrale Behörde auf nationaler Ebene ist die spanische Agentur für Lebensmittelsicherheit und Ernährung (AESAN). Sie ist unter anderem zuständig für Risikobewertung, Überwachung, Koordinierung der Lebensmittelkontrollen sowie für Fragen der Kennzeichnung und Verbraucherinformation. Daneben spielen auch die 17 spanischen Regionen (Comunidades Autónomas) sowie die Kommunen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung und Kontrolle der Vorschriften, was für ausländische Anbieter zusätzlichen Abstimmungsbedarf bedeuten kann.

    Ergänzend dazu übernimmt das Landwirtschaftsministerium (Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación) wichtige Aufgaben entlang der Lebensmittelkette, etwa in der Primärproduktion, bei Qualitätsregelungen und Zertifizierungen.

    Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union (EU) sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern. Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa die Website des Deutschen Instituts für Normung e.V.).

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Friedrich Henle | Madrid

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    AHK Spanien 

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación (MAPA)Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung
    Federación Española de Industrias de la Alimentación y Bebidas (FIAB)Verband der Lebensmittel- und Getränkeindustrie 

    Mercados Centrales de Abastecimiento (MERCASA)

    Staatliches Großhandelsnetz für frische Nahrungsmittel
    Agencia Española de Seguridad Alimentaria y Nutrición (AESAN)Agentur für Lebensmittelsicherheit und Ernährung
    Distribución y ConsumoFachzeitschrift von MERCASA für Konsum und Lebensmittelhandel
    Alimarket Alimentación Fachzeitschrift für Ernährungswirtschaft und Vertrieb
    Fruit Attraction Fachmesse für die Obst- und Gemüsewirtschaft; nächster Termin: 06. bis 08. Oktober 2026 in Madrid; im Auslandsmesseprogramm des Bundes enthalten
    Alimentaria Fachmesse für Lebensmittel, Getränke und Gastronomie (alle zwei Jahre); nächster Termin: 20. bis 23. März 2028 in Barcelona
    Alimentaria FoodTechFachmesse für Ausrüstungsgüter, Technologie und Zutaten für die Nahrungsmittelindustrie (alle drei Jahre); nächster Termin: 06. bis 08. Oktober 2026 in Barcelona