Wirtschaftsumfeld | Spanien | Arbeitsmarkt, Lohn- und Lohnnebenkosten
Löhne und Gehälter
Der Durchschnittslohn in Spanien ist im Jahr 2025 um 4 Prozent gestiegen. Unternehmen stellen sich 2026 auf weitere Lohnzuwächse ein.
13.10.2026
In den letzten drei Jahren stiegen die durchschnittlichen Gehälter in Spanien jeweils um 3 bis 4 Prozent. Auch im laufenden Jahr 2026 zeigt die Tendenz weiter nach oben: 59 Prozent der von der Personalberatung Hays befragten Unternehmen wollen die Gehälter um maximal 5 Prozent anheben. Weitere 13 Prozent stellen sich auf Steigerungen oberhalb dieses Wertes ein. Immerhin 29 Prozent rechnen nicht mit Gehaltserhöhungen.
Hays hat auf der Grundlage von 7.000 Beispielen aus fünf spanischen Großstädten auch die zu erwartende Gehaltsentwicklung für unterschiedliche Bereiche ermittelt. Besonders hohe Zuwächse stehen demnach im Kundendienst und im Finanzwesen mit bis zu 7 Prozent an. In der IT-Branche könnten die Gehälter um 6 Prozent steigen. Beschäftigte in der Gesundheitsbranche müssen sich dagegen auf durchschnittliche Gehaltseinbußen von 1 Prozent einstellen.
Die Lohnsteigerungen der vergangenen Jahre konnten die zwischenzeitlich hohe Inflation nur teilweise ausgleichen. Laut OECD-Berechnungen lagen die realen Löhne im 1. Quartal 2026 noch 2 Prozent unter dem Niveau des 1. Quartals 2021. Unter den größten OECD-Ländern verzeichneten nur Australien und Italien im gleichen Zeitraum einen stärkeren Rückgang der Reallöhne als Spanien.
Im Gastgewerbe und der Landwirtschaft ist der Mindestlohn verbreitet
Der Trend beim Mindestlohn zeigte in den vergangenen Jahren deutlich nach oben. Unter anderem als Ausgleich für Kaufkraftverluste aufgrund der Inflation erfolgten Anhebungen im oberen einstelligen Bereich. Kritisiert wird am landesweit einheitlichen Mindestlohn, dass er in Großstädten kaum zum Leben reicht. In ärmeren Provinzen hat er dagegen nur einen geringen Abstand zu den regulären Gehältern. Der Mindestlohn wird vor allem in der Hotellerie, Gastronomie und Landwirtschaft gezahlt. In diesen Branchen wird überdurchschnittlich lange gearbeitet. Bei der Bezahlung bilden sie zugleich das Schlusslicht.
Trotz aller Gegenmaßnahmen der mächtigen Steuerbehörde spielt auch die Schattenwirtschaft weiterhin eine gewichtige Rolle in Spanien. Ihr Umfang soll etwa 23 bis 25 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes entsprechen.
Unterschiede der Gehälter nach Regionen nehmen zu
Dem Statistikamt INE zufolge verzeichneten die Regionen (Autonome Gemeinschaften) Baskenland, Navarra, Madrid und Katalonien 2024 die höchsten Bruttoeinkommen. Obwohl die Gehälter insgesamt steigen, nehmen die Unterschiede zwischen den Spitzenreitern und den Regionen mit den niedrigsten Gehältern zu.
Für diese Unterschiede sind zumeist strukturelle Gründe verantwortlich: Während etwa in Madrid und dem Baskenland viele Jobs in besser bezahlten Sektoren vorhanden sind, verzeichnen andere Regionen einen höheren Anteil von Landwirtschafts- und Tourismusjobs. Diese ziehen den lokalen Durchschnittswert nach unten.
Deutsche Unternehmen bevorzugen die wirtschaftlichen Hotspots
Deutsche Unternehmen in Spanien sind schwerpunktmäßig in den wirtschaftlich starken Regionen Madrid, Katalonien und dem Baskenland präsent. Die Lohnkosten sind dort zwar höher als in anderen Teilen Spaniens. Jedoch spielen auch die Infrastruktur, Beschaffung, lokale Vernetzung, das örtliche Fachkräfteangebot und Exportwege eine Rolle.
Die Option des Homeoffice verbessert die Möglichkeiten, auch weiter entfernt lebende Fachkräfte in die Belegschaft einzugliedern. Der Boom des mobilen Arbeitens aus der Coronazeit wurde bei vielen Unternehmen durch hybride Arbeitsformen abgelöst. Manche Arbeitgeber setzen auch wieder stärker auf Präsenz. Dies ist auch ablesbar an der besseren Auslastung vor allem hochwertiger Büroimmobilien und an steigenden Investitionen in diesem Segment.
Versorgungsunternehmen und Finanzbranche zahlen die höchsten Gehälter
Strom- und Gasversorger zahlen im Durchschnitt die höchsten Gehälter in Spanien und liegen damit noch vor Banken und Versicherungen. Das Gastgewerbe bildet das Schlusslicht. Für Verwaltungstätigkeiten werden ebenfalls verhältnismäßig niedrige Gehälter gezahlt.
| Branche | 2025 | Veränderung 2025/24 |
|---|---|---|
| Durchschnittslohn | 3.163,0 | 4,0 |
| Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei | 1.910,0 | 2,5 |
| Verarbeitendes Gewerbe | 3.701,1 | 5,4 |
| Strom-, Gas-, Wärme- und Kälteversorgung | k.A. |
|
| Wasserversorgung, Abfallwirtschaft | k.A. |
|
| Baugewerbe | 2.866,8 | 4,3 |
| Groß- und Einzelhandel, Reparatur von Kfz | 2.566,5 | 2,3 |
| Transport und Lagerhaltung | 3.059,2 | 5,9 |
| Gastgewerbe, Beherbergung und Gastronomie | 2.007,5 | 2,8 |
| Informations- und Kommunikationsleistungen | 4.193,4 | 6,9 |
| Finanz- und Versicherungswesen | 5.819,2 | 17,3 |
Gemessen am Durchschnittseinkommen beziehen Führungskräfte genau das doppelte Gehalt. Hilfskräfte kommen auf rund die Hälfte des mittleren Gehalts in Spanien.
| Position | 2025 | Veränderung 2025/2024 |
|---|---|---|
| Durchschnittslohn | 3.163,0 | 4,0 |
| Führungskraft | 6.644,2 | 5,7 |
| Personal mit akademischer Ausbildung | 4.423,0 | 2,5 |
| Techniker:in | 3.381,4 | 2,7 |
| Unterstützende Bürokraft | 3.008,5 | 4,4 |
| Dienstleistungs- und Verkaufskraft | 2.197,0 | 1,8 |
| Fachkraft in der Land-, Forst- und Fischwirtschaft | 2.003,7 | 2,1 |
| Handwerker:in | 2.752,7 | 3,6 |
| Anlagen- und Maschinenbediener:in, Montagekraft | 2.837,1 | 4,6 |
| Hilfskraft | 1.979,8 | 5,3 |
Weitere Lohnbestandteile
Bei Führungskräften bestimmen variable Bestandteile immer mehr das Monats- beziehungsweise Jahresendeinkommen. Der Firmenwagen ist im Vertrieb oder im Servicebereich selbstverständlich. Er ist zum Teil auch bei den mittleren Unternehmenshierarchien üblich, ebenso wie Geschäftshandy oder Laptop. Sehr geschätzt wird eine Krankenzusatzversicherung, die die Behandlung als Privatpatient erlaubt.
Zusatzleistungen wie Fahrkarten für den Nahverkehr, Betriebsrenten, kostenlose Betriebsaktien, Essenszuschüsse, Sozialleistungen sind üblich, unterliegen aber durch das Königliche Gesetzesdekret RDL 16/2013 der Sozialversicherungspflicht.
Sozialversicherung
In Spanien existiert für alle Beitragsarten eine einzige staatliche Versicherung, die Seguridad Social. Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze beträgt 5.101,20 Euro. Die Abgaben summieren sich auf etwa 40,25 Prozent des Bruttolohns. Davon entfallen 6,5 Prozent auf den Arbeitnehmer und der Rest auf den Arbeitgeber.
| Versicherungskomponente | Arbeitgeberanteil | Arbeitnehmeranteil | Summe |
|---|---|---|---|
| Insgesamt in Prozent des Bruttogehalts, davon: | circa 33,75 | 6,5 | circa 40,25 |
| Renten- und Krankenversicherung | 23,6 | 4,7 | 28,3 |
| Arbeitslosenversicherung | 5,5 | 1,55 | 7,05 |
| Berufsbildungsabgabe | 0,6 | 0,1 | 0,7 |
| Lohngarantiefonds | 0,2 | 0,0 | 0,2 |
| Generationenausgleich | 0,75 | 0,15 | 0,9 |
| Arbeitsunfallversicherung* | circa 3,1 | 0,0 | circa 3,1 |