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Ungarn erneuert Zugflotte für den Fernverkehr

Ein Regierungsbeschluss ermöglicht den Kauf neuer Triebzüge und Intercity-Wagen - mit Investitionen in Milliardenhöhe.

Von Kirsten Grieß, Marta Gömöry | Budapest

Ungarn plant eine umfassende Erneuerung seiner Bahnflotte. Dafür bereitet das staatliche Eisenbahnunternehmen MÁV ein Beschaffungsprogramm für Fernverkehrszüge vor. Branchenkenner rechnen mit einem Investitionsvolumen von deutlich über 2 Milliarden Euro.

Grundlage ist ein Regierungsbeschluss vom Februar 2026. Geplant sind bis zu 70 Dieseltriebzüge, davon 20 optional. Die Finanzierung erfolgt über einen staatlich abgesicherten Kredit. Mindestens 10 Prozent der Mittel stammen aus dem Staatshaushalt. Zusätzlich sollen elektrische Triebzüge aus EU-Mitteln des Integrierten Verkehrsentwicklungsprogramms (IKOP) beschafft werden. Die entsprechenden Ausschreibungen werden in den kommenden Monaten erwartet.

Parallel plant die Regierung die Erneuerung der Intercity-Wagenflotte. Nach Branchenangaben könnten bis zu 286 sogenannte IC+-Wagen gebaut werden. Sie sollen überwiegend in eigenen Werken der Staatsbahn entstehen. Der Wert dieses Programms wird auf 400 Millionen bis 600 Millionen Euro geschätzt.

Aktuell setzt MÁV auf eine gemischte Flotte aus klassischen Intercity-Wagen und moderneren Triebzügen. Viele Wagen stammen noch aus den 1970er und 1980er Jahren. Im Regionalverkehr prägen seit Jahren elektrische Triebzüge von Stadler das Bild, während bei Dieseltriebwagen hoher Modernisierungsbedarf besteht. Mit dem neuen Beschluss soll die überalterte Flotte schrittweise ersetzt werden.

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