Infrastrukturprojekte in Vietnam

Vietnam investiert kräftig in Verkehrsinfrastruktur

Der Ausbau der Infrastruktur steht im Fokus der vietnamesischen Regierung, der Investitionsbedarf von 2016 bis 2020 wird auf 48 Mrd. US$ geschätzt. Dies betrifft sowohl die städtische Infrastruktur als auch den Bau von Schnell- und Fernstraßen, die Instandsetzung des bestehenden Schienennetzes sowie die Erweiterungen und den Neubau von Flug- und Seehäfen. Auch der Umweltsektor bedarf umfangreicher Investitionen. Die Finanzierung der Projekte ist jedoch schwierig.

18.05.2017

Vietnam: Weitreichende Pläne zur Entwicklung der Gesamtinfrastruktur

Der Ausbau der Infrastruktur steht im Fokus der vietnamesischen Regierung. Wirtschaftswachstum und Industrialisierung führen zu wachsenden Anforderungen an Transport und Logistik. Auch schreitet die Urbanisierung rasant fort. 2020 werden rund 37% der Bevölkerung Vietnams in Städten leben. Damit geraten diese sowohl verkehrstechnisch als auch hinsichtlich der sozialen Infrastruktur unter Druck. Dem Ministry of Planning and Investment zufolge sind von 2016 bis 2020 Investitionen von 48 Mrd. $ erforderlich, damit das Land den steigenden Anforderungen an Verkehrsnetze sowie öffentliche Einrichtungen entsprechen kann.

Sowohl der Ausbau der städtischen Infrastruktur mit Metro-Projekten als auch der Neubau von Schnell- und Fernstraßen, die Instandsetzung des bestehenden Schienennetzes sowie die Erweiterungen und der Neubau von Flug- und Seehäfen stehen auf der Agenda und bieten Geschäftschancen. Investitionen in die Tourismusbranche und die IKT-Infrastruktur ziehen an. Der Umweltsektor bedarf umfangreicher Investitionen, insbesondere hinsichtlich der Müllentsorgung und Abwasserbehandlung.

Rahmenbedingungen

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Bevölkerung (in Mio.)

92,6 1)

97,3

Bevölkerungswachstum (in %)

1,0 1)

0,7

Bevölkerung Stadt (in %)

34,6

k.A.

Bevölkerung Land (in %)

65,4

k.A.

BIP (nominal, in Mrd. US$)

201,3

302,0

Investitionen (in %des BIP)

28,0 1)

31,4

1) Schätzung
Quelle: Germany Trade & Invest; Statista; Global Competitiveness Report, IWF


Die Finanzierung der geplanten Projekte bleibt jedoch schwierig. Die Regierung verfügt über wenig Spielraum, will sie die gesetzlich festgelegte Verschuldungsquote von 65% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nicht überschreiten. Geberinstitutionen unterstützen den Ausbau der Infrastruktur mit Krediten und Förderprogrammen. Vor allem aber sollen nach den Vorstellungen der vietnamesischen Führung private Investoren im Rahmen von Public Private Partnership (PPP) in die Bresche springen. Investoren bleiben bei PPP jedoch noch zurückhaltend.

Qualität der Infrastruktur (2016/2017)

 

Ranking

Score

Qualität der gesamten Infrastruktur (Transport, Telefonie, Kommunikation)

85

3,6

Qualität der Straßen

89

3,5

Qualität der Schienentransportsysteme

52

3,1

Qualität der Häfen

77

3,8

Qualität der Lufttransportsysteme

86

4,1

Qualität der Elektrizitätsversorgung

85

4,4

Quelle: Global Competitiveness Report


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

18.05.2017

Ob Häfen, Schienen oder Straßen - Vietnam baut kräftig aus

Vietnam plant große Projekte zur Verbesserung der Transportinfrastruktur. Vor allem Flughäfen, Seehäfen und der Schienenverkehr sollen ausgebaut werden. Auch die Erweiterung und Modernisierung des Straßennetzes steht auf der Agenda.

Die beiden größten Flughäfen Vietnams, Noi Bai in Hanoi und Tan Son Nhat in Ho Chi Minh City, sind völlig überlastet. Ihr Ausbau und der anderer Flughäfen sowie der Neubau von Airports, insbesondere der des 40 km von Ho Chi Minh City entfernten internationalen Flughafens Long Thanh, sind geplant. Nicht nur die Finanzierung, sondern auch Probleme bei Landrechtefragen führen zu Verzögerungen.

Zudem steht der Straßenausbau im Vordergrund, vor allem der Ausbau des Nord-Süd-Expresswegs. Dieser soll bis 2020 mit einer Gesamtlänge von rund 2.500 km das gesamte Land durchlaufen und wichtige Verkehrsknotenpunkte und Schnellstraßen - darunter der Ninh Binh-Thanh Hoa-Vinh-Expressway und die Dau Giay-Phan Thiet-Schnellstraße - anbinden.

Die dringend erforderliche Modernisierung der Nord-Süd-Eisenbahn steht ebenfalls auf der Agenda, allerdings rechnet das Ministerium nicht mit einem Abschluss des Projekts vor 2050. 2017 sollen konkrete Planungen für einen Streckenausbau zwischen Ho Chi Minh City und Can Tho sowie Ho Chi Minh City und Vung Tau beginnen.

Dringlicher ist der Aus- und Neubau von Tiefseehäfen zur Verbesserung der direkten Anbindung Vietnams an die internationalen Schiffsrouten. Die Arbeiten am Ausbau des Hafens Lach Huyen im nördlichen Hai Phong laufen bereits. Zudem soll in Hon Khoai in der Provinz Ca Mau ein Tiefseehafen gebaut werden, der Schiffe mit bis zu 250.000 deadweight tonnage (DWT) abfertigen kann. Bereits im Juli 2015 wurde die Zustimmung der Regierung zu den Investitionen in Höhe von 2,5 Mrd. $ gegeben.


Strukturdaten Verkehrsinfrastruktur

 

2016

2020 (Prognose)

Wert der Bauinvestitionen insgesamt (in Mrd. US$, Projekte im Zuständigkeitsbereich des Ministry of Transport)

2,8

k.A.

Straßennetz (km)

260.000

262.500

Schienennetz (km)

3.143

3.143

Flughäfen (Anzahl)

21

22

Flughäfen (Mio. Passagiere/Jahr)

81

106

Containerhäfen (Anzahl; Umschlag)

44; 240 Mio. t/ Jahr

293 Mio. t/Jahr

Quelle: Ministry of Transport Masterplan 355/QD-TTG revised sowie mündliche Aussage


Ausgewählte Projekte

Vorhaben (Name, Gegenstand)

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer (Kontakt/Internetadresse)

Projektstand

Ho Chi Minh City Metrolinie 2/An Suong Bus Terminal-Thu Thiem

1.400

(ODA: ADB 540 Mio US$, KfW 313 Mio US$, EIB 195 Mio US$)

Ministerium für Verkehr

 

Phase 1: Tham Luong-Ben Thanh (11 km); weitere Ausschreibungen 2017

Long Thanh Internationaler Flughafen, Neubau; 25 Mio. Passagiere

16.000

Ministerium für Verkehr
Investor: Airport Corporation of Viet Nam (ACV)

Projektgenehmigung 2015; Machbarkeitsstudie bis 2018; 1. Bauphase (Planung): 2019 - 2025

Hon Khoai Tiefseehafen; 320 ha Seehafen auf der Insel Hon Khoai

2.500

Ministerium für Verkehr
Projektvorschlag von NM Commodities (Australien)

Projektvorschlag

Quelle: Pressemeldungen


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Massive Erhöhung der vietnamesischen Stromerzeugungskapazitäten geplant

Vietnam betreibt mit Hochdruck den Ausbau seiner Energieinfrastruktur. Die Kapazitätserhöhung sowie der Ausbau und die Modernisierung der Übertragungsnetze haben hohe Priorität. Der siebte Energiemasterplan der Regierung, überarbeitet im Jahr 2016, sieht vor, dass bis 2020 die Stromerzeugungskapazitäten des Landes von bislang rund 39 Gigawatt (GW) um etwa die Hälfte auf 60 GW erhöht werden.

Der Ausbau ist dringend erforderlich. Die vietnamesische Regierung geht von einer Nachfragesteigerung von 10 bis 12% pro Jahr aus. Ihren Vorgaben zufolge soll der wachsende Strombedarf vorwiegend durch die Errichtung neuer Kohlekraftwerke gedeckt werden. Zudem sollen gasbetriebene Wärmekraftwerke stärker zur Stromerzeugung beitragen. Erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft sowie Biomasse weist die Regierung für die Zukunft eine wichtigere Rolle als bisher zu. Sie sollen bis 2020 mindestens 10%, bis 2030 sogar 21% zur Energieversorgung beitragen. Allerdings behindern zu niedrige Einspeisetarife bislang die Erhöhung grüner Stromerzeugung.

Strukturdaten Energieinfrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Primärenergieverbrauch (in TWh)

147,0 1)

197,8

Stromverbrauch/Kopf (in kWh)

1.585 1)

2.048

Stromerzeugungskapazitäten (in GW)

38,7 2)

60,0

Kohle/Gas (in %) 

52,7 2)

57,6

Wasserkraft (in %)

44,0 2)

30,1

Atomkraft (in %)

-

-

erneuerbare Energien (in %)

0,3 2)

9,9

Importe (in %)

3,0 2)

2,4

Endpreis Industriestrom/Haushaltsstrom (Eurocent/kWh)

7,0 2)

k.A.

Bevölkerung mit Anschluss an das Stromnetz (in %)

98,6 2)

100

1) Prognose Gesamtjahr 2016; 2) Zahlen für die ersten 10 Monate 2016
Quellen: Vietcombank Securities (VCBS); National Power Development Master Plan VII, revised; BMI Research; Statista


Die großen vietnamesischen Kraftwerksbetreiber EVN, Petrovietnam und Vinacomin können die Errichtung aller benötigten Kraftwerke allein nicht stemmen und sind auf ausländische Investitionen und Kredite angewiesen. Investoren stammen vorwiegend aus Japan, Korea (Rep.) und der VR China. Chancen für deutsche Unternehmen bestehen in Ausnahmefällen bei Spezialkomponenten.

Ausgewählte Projekte

Vorhaben (Name, Gegenstand)

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer (Kontakt/ Internet-adresse)

Projektstand

Wärmekraftwerk Quan Trach 2, Provinz Quang Binh

2.400

Ministry of Industry and Trade
Ausführer: Vietnam Eastern Energy JSC, Inter RAO

Angekündigt: Baubeginn 2019, Fertigstellung 2028

Wärmekraftwerk Nam Dinh 1, Provinz Nam Dinh; 1.200 MW, BOT-Projekt

2.000

Ministry of Industry and Trade
Investoren: ACWA Power und Taekwang Power Holdings

2016 genehmigt

Windkraftprojekt, Provinz Ninh Thuan; 90 MW

179

Ministry of Industry and Trade
Investor: Trung Nam Wind Power JSC

Baustart August 2016

Quellen: National Power Development Master Plan VII, revised; Recherchen von Germany Trade & Invest


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Kraftwerksbau

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

 

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Energieerzeugung

Übertragung und Verteilung

18.05.2017

Vietnam: Mobiles Internet verbreitet, Produktion noch hauptsächlich analog

Die Anbindung vietnamesischer Haushalte an moderne Kommunikationsmittel ist insbesondere in den Zentren des Landes verhältnismäßig gut. Informationen des Ministry of Information and Communication zufolge nutzen 62,7% der Bevölkerung das Internet, annähernd 25% der Haushalte verfügen über einen eigenen Zugang zum Netz. Smartphones werden für sämtliche Aktivitäten, die online erledigt werden können, genutzt und ersetzen nicht selten andere Hardware wie Computer.

Wichtigste Mobilfunk- und Internetanbieter sind die staatlichen Unternehmen Viettel, VinaPhone und MobiFone, daneben spielen GMobile und das zu 49% zur Hongkonger Hutchison-Gruppe gehörende Vietnammobile eine - wenn auch untergeordnete - Rolle. Angeboten wird bislang vorrangig 3G, vier Mobilfunkunternehmen (VinaPhone, Viettel, MobiFone und GMobile) haben Ende 2016 die Lizenz zur Umstellung auf 4G erhalten und erweitern ihre Netze.

Die Digitalisierung der Wirtschaft und M2M-Anwendungen sind zumindest für die lokale Wirtschaft noch kein wichtiges Thema. Berichten des Ministry of Science and Technology zufolge verwendet noch rund die Hälfte aller vietnamesischen Unternehmen Technologie aus den 60er Jahren, nur 9% hingegen nutzen moderne Technologien. Die Produktion der vorrangig ausländisch investierten arbeitskraftintensiven Branchen wie der Textil- und Schuhindustrie basiert in der Regel nach wie vor auf einfachen, nicht digitalisierten Prozessen. Infolge der absehbaren Verteuerung vietnamesischer Arbeitskraft und steigender Produktanforderungen dürfte der Trend allerdings hin zu einer verstärkten Automatisierung gehen. Eine Digitalisierung der Produktion wird angesichts der immer noch geringen Arbeitskosten in der Regel allerdings nicht in Erwägung gezogen.

Anders sieht es im Vertrieb aus. Die Bedeutung des E-Commerce steigt. Experten prognostizieren bis 2020 ein jährliches Wachstum von 16,5% und erwarten, dass der netzbasierte Handel dann 10 Mrd. $ und damit rund 5% der gesamten Einzelhandelsumsätze generiert. Aus diesem Grunde haben einige IKT-Unternehmen bereits angekündigt, verstärkt in die Entwicklung von E-Payment-Systemen zu investieren. Auch Geschäftsfelder wie E-Government oder digitale Verkehrsleitsysteme rücken immer mehr in den Fokus der Unternehmen. 


IKT-Infrastruktur

Indikator

2016

2020 (Prognose)

Durchschnittliche Geschwindigkeit der Internetanschlüsse (in kbps)

8703,2

k.A.

Festnetzanschlüsse (in % der Einwohner)

11,9

45

Mobile Netzabdeckung (in % der Einwohner)

94,0

95

Anteil der Haushalte mit Internetzugang (in %, Wachstum)

24,4

40

Quelle: Akamai State of the Internet Report Q4 2016, Ministry of Information and Communication


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen

18.05.2017

Vietnam: Ehrgeizige Ziele zur Verbesserung der Umweltinfrastruktur

Vietnam beginnt die Folgen wachsender Industrialisierung zu spüren. Umweltskandale sowie alltägliche Belastungen, wie eine hohe Luftverschmutzung oder Grundwasservergiftung durch Mülldeponien, haben die Öffentlichkeit alarmiert. Die Regierung beginnt, das Problem ernsthaft anzugehen. Nicht nur werden gesetzliche Vorgaben verschärft. Auch wird verstärkt überprüft, ob diese umweltrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Handlungs- und Investitionsbedarf besteht insbesondere in den Bereichen Abwasserbehandlung und Müllentsorgung. Vietnam verfügte 2016 über 35 städtische Kläranlagen mit einer Gesamtkapazität von 850.000 cbm pro Tag. Dem Ministry of Natural Resources and Environment (MONRE) zufolge wird der Bedarf an Trinkwasser bis 2020 auf 9,6 Mio. cbm pro Tag ansteigen und circa 7 Mio. cbm Abwasser pro Tag anfallen. Der Nationale Masterplan sieht vor, dass bis 2020 mindestens 40 neue Kläranlagen mit einer Gesamtkapazität von 3,2 Mio. bis 3,5 Mio. cbm entstehen sollen. Das Ministry of Construction beziffert die erforderlichen Investitionen auf 6,9 Mrd. bis 10,2 Mrd. $.


Rahmendaten Umweltinfrastruktur

Indikator

2015

2020 (Prognose)

Improved sanitation facilities (in % der Bevölkerung mit Zugang)

65 (Rural Population)

95 (Rural population)

Anschluss an Trinkwassernetz (in % der Bevölkerung)

95% (Urban population), (85% Rural Population)

100 % (Urban poulation), 95% (Rural population)

Müllaufkommen (in Mio. t)

11,8

k.A.

Recyclingquote (in %)

55

85

Quelle: National Strategy on Environment Protection to 2020 with visions to 2030; General Statistics Office


Die Müllentsorgung ist ebenfalls problematisch. So existieren in den städtischen Regionen des Landes lediglich 26 Müllverwertungsanlagen. Informationen des MONRE zufolge werden 73,5% des gesamten Mülls (Haushalts- und Industriemüll) unsortiert und ohne weitere Bearbeitung auf offenen Deponien gelagert. Auch Industriemüll wird regelmäßig nicht sortiert und Gefahrstoffe nicht gesondert entsorgt.

Die Nationale Müllentsorgungsstrategie sieht bis 2020 einen umfassenden Ausbau der Müllentsorgungs- und Verwertungsinfrastruktur vor. Den ehrgeizigen Zielen zufolge sollen bis zu diesem Zeitpunkt 90% des städtischen Mülls gesammelt und 85% davon recycelt werden. Industriemüll soll zu 90% ordnungsgemäß entsorgt werden, mit einer Recyclingquote von 80%.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben (Name, Gegenstand)

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger (Kontakt/Internetadresse)

Projektstand

Ho Chi Minh City Plasma-Technology Waste Treatment Plant

520

Trisun Green Energy
Ausführer: Trisun Green Energy

Genehmigt

Yen Xa Sewerage System Project Thanh Liet, Thanh Tri District, Hanoi

726

Hanoi People's Committee; Finanzierung: JICA/Hanoi People's Committee

Baubeginn 2016

Quelle: Pressemeldungen


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

 

Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Wasserversorgung

Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz

18.05.2017

Kräftige Investitionen in Hotel- und Krankenhausbau in Vietnam

Die Tourismusbranche boomt. 2016 trug der Bereich Tourismus 13,6% zum vietnamesischen BIP bei. Mehr als 10 Mio. ausländische Besucher kamen 2016 ins Land, ein Anstieg von rund 26% gegenüber dem Vorjahr. Die Regierung will die touristische Infrastruktur des Landes ausbauen und bestehende Hotelkapazitäten bis 2020 auf 580.000 Hotelbetten, davon 35 bis 40% im 3- bis 5-Sterne-Bereich, erhöhen.

Vietnamesische und ausländische Projektentwickler haben den Markt für sich entdeckt. Internationale Hotelketten wie Wyndham, Holiday Inn oder Pan Pacific investieren erstmals in Vietnam. Ihr Fokus liegt auf dem High-End-Sektor in Regionen mit hohem touristischen Potential wie Phu Quoc, Nha Trang, Vung Tau, Phan Thiet und Da Nang. Auch die touristische Unterhaltungsinfrastruktur steht im Fokus. Ein Konsortium aus dem vietnamesischen Unternehmen VinaCapital sowie der SunCityGroup aus Macau und dem Hongkonger Investor Chow Tai Fook Enterprises bauen im zentralvietnamesischen Hoi An das zweitgrößte Spielkasino des Landes nebst angeschlossener Freizeit- und Hotelanlage mit einem Investitionsumfang von 4 Mrd. $.


Ausgewählte Projekte

Vorhaben (Name, Gegenstand)

Investitionssumme (Mio. US$)

Träger und/oder Ausführer(Kontakt/Internetadresse)

Projektstand

Saigon Peninsula, Ho Chi Minh City, ökologisches Stadt- System mit Multifunktionspark mit internationalem Hafen,

6.000

Ministry of Industry and Trade
Baufirmen: Posco E&C, Huyndai E&C aus Korea (Rep.)

Investition 2016 genehmigt

Integriertes Casino Resort, Süd Hoi An, Provinz Quang Nam

4.000

 

Ministry of Industry and Trade
Investoren: Vina Capital, SunCity Group und Chow Tai Fook Enterprises

Baubeginn 2016, Fertigstellung 2035

Quelle: Pressemeldungen


Das staatliche Gesundheitssystem ist überlastet. Dies gilt insbesondere für die staatlichen Krankenhäuser in den Zentren des Landes. Die Regierung hat es sich entsprechend zum Ziel gesetzt, die Kapazitäten und Qualität der staatlichen Krankenversorgung zu erhöhen. Für das gesamte Gesundheitswesen sollen zwischen 2016 und 2020 laut Plänen der Regierung umgerechnet 33 Mrd. $ (1 US$: 22124,9 Vietnamesiche Dong, Jahresdurchschnittskurs 2016) aufgewendet werden. Neben dem Ausbau der Krankenhäuser in Hanoi (Viet-Duc, 1.000-Betten, 38,5 Mio US$) und Ho-Chi-Minh-City (onkologische Klinik, Militärkrankenhaus 175, 500 Betten, 45,7 Mrd. US$) forciert sie auch den Ausbau der Hospitäler auf Provinzebene.


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

Weiterführende Marktinformationen von Germany Trade & Invest:

Gesundheitswesen

Medizintechnik


Projekt- und Ausschreibungsmeldungen:

Tourismus

Gesundheitswesen

18.05.2017

Vietnamesische Regierung setzt auf Geberfinanzierung und PPPs

Die Wunschliste der vietnamesischen Regierung insbesondere in Bezug auf den Ausbau der Transportinfrastruktur ist lang. Zur Finanzierung kann das Land aber wenig beitragen. Daher setzt der Staat auf die Finanzierung durch internationale Entwicklungsgelder.

Internationale Geberinstitutionen wie die Weltbank (20 laufende Projekte in den Bereichen Transport, Wasser und Energie mit einem Volumen von knapp 5 Mrd. $) und die Asiatische Entwicklungsbank beteiligen (Neuzusagen 2016: 791 Mio. $) sich in Form von Krediten an der Finanzierung. Nationale Geber, hier allen voran die Japan International Cooperation Agency (JICA), aber auch europäische Institutionen wie die deutsche KfW Entwicklungsbank (Neuzusagen 2015: 59,7 Mio. Euro, davon 27,7 Mio. Euro für Projekte im Bereich Wasserversorgung und Abwasser- und Abfallentsorgung) oder die französische Agence Francaise de Développement, engagieren sich ebenfalls mit Finanzierungsprogrammen.

Neben internationalen Fördergeldern setzt die vietnamesische Regierung verstärkt auf privates Investorenengagement insbesondere in Form von Public-private-Partnership-Modellen. Bislang sind hier Unternehmen noch zurückhaltend. Das regulative Umfeld ist in weiten Bereichen noch nicht ausgereift. Zudem ist der vietnamesische Staat aufgrund gesetzlicher Einschränkungen nicht in der Lage, für ausländische Investoren wichtige Zusicherungen - wie beispielsweise hinsichtlich des Ausgleichs von Währungsschwankungen - zu geben.

Deutsche Programme wie „developpp“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung oder Institutionen wie die Deutsche Entwicklungsgesellschaft (DEG), die AKA Bank oder die KfW-IPEX unterstützen aussichtsreiche Projekte mit verschiedenen Finanzierungsinstrumenten. Zudem können sich Exporteure gegen Zahlungsrisiken im Geschäftsverkehr mit Vietnam über das staatliche Euler-Hermes-Programm absichern, welches auch Finanzierungsoptionen zur Verfügung stellt.


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

18.05.2017

In Vietnam ist eine frühzeitige Marktsondierung unerlässlich

Gerade bei technisch anspruchsvollen Infrastrukturprojekten sind ausländische Technologie und Know-how zur Projektdurchführung in Vietnam häufig unabkömmlich. „Made in Germany“ hat einen guten Ruf, deutsche Produkte und Dienstleistungen werden branchenübergreifend geschätzt. Die konkreten Beteiligungschancen für deutsche Unternehmen sind aber nicht zuletzt abhängig von der Projektfinanzierung.

Durch internationale Geberinstitutionen wie die Weltbank oder die Asiatische Entwicklungsbank finanzierte Projekte werden regelmäßig auf Wege internationaler Ausschreibungen vergeben; die Geschäftschancen deutscher Bieter sind im Verhältnis zu anderen Bewerbern ausgeglichen. Voraussetzung ist allerdings, sich frühzeitig auf die entsprechenden Projekte einzustellen, um den Vergabeanforderungen genügen zu können.

Bei Projekten hingegen, die durch Einzelgeber wie die japanische JICA unterstützt werden, ist es nicht selten, dass vorrangig Unternehmen aus dem Land der Geberinstitution den Auftrag erhalten. Beteiligungsmöglichkeiten können sich hier aber hinsichtlich von Einzel- oder Spezialkomponenten eröffnen.

Auch bei privatinvestierten Projekten ist die Ursprungsfinanzierung von Bedeutung. Investoren aus Korea (Rep.), Taiwan, Japan oder der VR China greifen in der Regel gerne auf Produkte und Beratungsleistungen des eigenen Landes zurück. Bessere Chancen ergeben sich bei Investitionen beispielsweise europäischer, australischer oder US-amerikanischer Anbieter. So bieten gerade hochwertige Bauprojekte im Hotelgewerbe Optionen für deutsche Zulieferer. Ausländische Hotelgesellschaften errichten ihre Gebäude meist nach hohen internationalen Standards in Bezug auf Qualität und Effizienz. Damit ist Raum für die zwar hochpreisigen, aber auch hochwertigen deutschen Produkte.

Wichtig ist in jedem Fall, sich frühzeitig in Position zu bringen, um bei der tatsächlichen Auftragsvergabe berücksichtigt zu werden. Im Markt erfahrene Unternehmen setzen zu diesen Zwecken Agenten ein, die den Markt sondieren und versuchen, bereits im Planungsstadium mit der zuständigen Behörde, dem Geber, dem Projektentwickler oder dem jeweiligen Hauptunternehmer zu kooperieren.


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

18.05.2017

Vietnam: Kontakte, Veranstaltungen, Internetadressen

Institution/Name

Internetadresse

Germany Trade & Invest

www.gtai.de/vietnam

AHK Vietnam

www.vietnam.ahk.de

Ministry of Transport

www.mt.gov.vn

Ministry of Information and Communications (MIC)

www.mic.gov.vn

Ministry of Industry and Trade (MOIT)

www.moit.gov.vn

General Directorate of Energy

www.tcnl.gov.vn

Ministry of Natural Resources and Environment (MNRE)

www.monre.gov.vn

Deutsche Entwicklungsbank (KfW)

www.kfw-entwicklungsbank.de

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

www.giz.de/vietnam

MOIT/GIZ Energy Support Programme

www.renewableenergy.org.vn

Renewable Energy and Energy Efficiency Exhibition Vietnam (RE & EE Vietnam)

www.renergyvietnam.com

Vietnam Energy Newsroom

http://nangluongvietnam.vn

ICT COMM (IT, Mobile, Hightech exhibition)

http://ictcomm.vn

Viet Water

www.vietwater.com

ENTECH Vietnam (International Exhibition Fair on Environment and Energy Technology)

www.entechhanoi.com.vn

Quelle: Recherche von Germany Trade & Invest


Text: Frauke Schmitz-Bauerdick

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