Wirtschaftsstandort | Côte d'Ivoire

Côte d'Ivoire ist führende Wirtschaft im frankophonen Westafrika

Trotz guter Geschäftsaussichten wird Côte d’Ivoire von deutschen Unternehmen bislang nur wenig wahrgenommen. Dabei wünschen sich ivorische Stellen mehr deutsches Engagement.

Fausi Najjar

Von Fausi Najjar | Abidjan

Mit 32,9 Millionen Einwohnern und der Wirtschaftsmetropole Abidjan ist die Republik Côte d`Ivoire das wirtschaftlich führende Land im frankophonen Westafrika. Über den Export von Kakao, Cashew, Kautschuk sowie in steigendem Maße von Gold und Erdölstark ist Côte d'Ivoire stark in den Weltmarkt integriert. Dank der ausgebauten Verkehrsinfrastruktur und einem leistungsfähigen Finanzsektor fungiert Côte d’Ivoire zudem als Drehscheibe für seine Nachbarländer. 

  • Côte d’Ivoire diversifiziert die Exporte: Neben Kakao, Agrarrohstoffen und Gold gewinnen Erdöl und weitere Metalle an Gewicht. Die heimische Wertschöpfung bleibt gering.

    Wachsende Ölförderung, hohe Goldpreise und ein starker Bausektor sorgen - so die bisherigen Prognosen - für 2026 bis 2028 für ein Realwachstum von knapp 7 Prozent. Belastend sind hingegen die gefallenen Weltmarktpreise für Kakao. Im Hinblick auf den Krieg zwischen USA/Israel und dem Iran sind deutliche Korrekturen der Prognosen nach unten zu erwarten Trotz eigener Öl- und Gasvorkommen (letzteres für den Eigenbedarf) bleibt das Land wegen der Importabhängigkeit von Nahrungsmitteln und Düngemitteln verwundbar.

    Hohes Wachstum bei bleibenden Strukturdefiziten

    Die hohen Einkommen aus dem Export von mineralischen und agrarischen Rohstoffen sorgen für Investitionen in die Infrastruktur (Energie, Verkehrswege und Wasser). Die heimische Herstellung von Grundnahrungsmitteln ist kaum gegeben, während ein beschäftigungsintensives verarbeitendes Gewerbe wenig produktiv ist. Deswegen bestehen, trotz eines seit Jahren anhaltenden hohen Wachstums, eine hohe Armutsquote und regionale Ungleichgewichte fort. Der informelle Sektor umfasst mehr als 90 Prozent der Erwerbstätigen.

    32,9 Mio.

    Menschen lebten 2025 laut Schätzung im Land

    Quelle: IWF 2025

    99,2 Mrd.

    US-Dollar betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2025 laut Schätzung

    Quelle: IWF 2025

    3.016

    US-Dollar machte das BIP pro Kopf damit 2025 aus

    Quelle: IWF 2025

    Rang 98

    belegte das Land 2024 unter den deutschen Exportzielen.

    Quelle: Destatis 2025

    Rang 69

    nimmt das Land im Corruption Perceptions Index 2024 ein (unter 180 Ländern)

    Quelle: Transparency International 2025

    50,0 %

    betrug die Analphabetenquote im Jahr 2021

    Quelle: Weltbank 2025

    Ausführliche Informationen zur Wirtschaft finden Sie in den Wirtschaftsdaten kompakt.

    Unterschätzte Beteiligungsmöglichkeiten

    In Côte d'Ivoire nehmen deutsche Unternehmen Geschäftschancen weiterhin zu wenig wahr. Aufgrund eines hohen Nachholbedarfs bei verhältnismäßig guten Finanzierungsbedingungen bietet das westafrikanische Land vor allem in der Infrastruktur vielfältige Geschäftschancen. Christian Romeo Kouadio, Regional Manager Westafrika bei Wilo SE:

    „Côte d’Ivoire zählt zu den dynamischsten Volkswirtschaften Westafrikas. Dies eröffnet deutschen Unternehmen bedeutende Marktchancen. Diese sollten die Entwicklungen vor Ort aufmerksam verfolgen und ein gewisses Durchhaltevermögen mitbringen. Chancen ergeben sich insbesondere im Rahmen öffentlich‑privater Partnerschaften.“ 

    SWOT-Analyse Côte d'Ivoire

    S

    Stärken Strengths

    • Anhaltend hohes Wirtschaftswachstum
    • Steigende Förderraten bei Öl und Gas
    • Kreditwürdigkeit bei internationalen Kapitalgebern
    • Mit Eurobindung gut gegen Inflation und Währungsturbulenzen aufgestellt
    • Stabilitätsanker im frankofonen Westafrika
    W

    Schwächen Weaknesses

    • Wertschöpfungsketten noch unterentwickelt
    • Abhängigkeit von Preisentwicklung an Rohstoff- und Agrarmärkten
    • Intransparente und ineffiziente Verwaltung
    • Wachstum generiert zu wenig Beschäftigung
    • Hohe Armutsquote 
    O

    Chancen Opportunities

    • Deutsche Wirtschaftsakteure sind gefragt
    • Regierung und internationale Geldgeber investieren in Infrastruktur
    • Chancen für Maschinen- und Anlagenbau für Industrie und Bergbau
    • Beteiligungschancen bei Wasser, Abfall und erneuerbare Energien
    T

    Risiken Threats

    • Fehlender Generationswechsel in der Politik
    • Anfälligkeit für Folgen des Klimawandels
    • Ethnische Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen, wenn politisch instrumentalisiert
    • Soziale Spannungen, weil große Bevölkerungsteile zu wenig vom hohen Wachstum profitieren
    • Gefahr durch Eindringen islamistischer Gruppen im Norden

    Agrarexport ist Säule der Wirtschaft 

    Côte d’Ivoire ist weltweit führend bei der Produktion von Kakao und Cashew. Kakao allein hat mit Schwankungen einen Anteil von rund 30 Prozent an den ivorischen Exporten. Zu den weiteren „Cash Crops“ zählen Palmöl, Kaffee, Cashewnüsse oder Kautschuk. Ziel ist es, bis 2030 die Hälfte der agrarischen Rohprodukte im Land zu verarbeiten. Europäische Geber unterstützen den Aufbau einer entwaldungsfreien Kakaolieferkette und Maßnahmen gegen Kinderarbeit. 

    Expansion im Erdöl- und Erdgassektor 

    Die Förderung von Rohöl auf dem Offshore-Feld Baleina liegt aktuell bei 62.500  Barrel pro Tag. Ende 2027 sollen es rund 200.000 Barrel pro Tag sein. Die Erdgasförderung liegt derzeit bei 70 Millionen Kubikfuß pro Tag; bis 2027 plant der italienische Energiekonzern Eni, die Förderung auf 200 Millionen Kubikfuß täglich auszuweiten. Eni evaluiert und entwickelt darüber hinaus die Vorkommen des überwiegend Erdgas enthaltenden Offshore-Feldes Calao. 

    Vor dem Hintergrund des globalen Wettlaufs um kritische Rohstoffe und steigender Goldpreise hat sich die ivorische Regierung das ehrgeizige Ziel gesetzt, den Anteil des Bergbaus am BIP bis 2030 auf acht Prozent steigern. Bergbauunternehmen bauen vor allem Gold, aber auch Diamanten, Mangan, Nickel, Bauxit, Silber und Eisenerz ab. Für Lithium gibt es Explorationsvorhaben. 

    Bausektor wächst durch Infrastrukturprojekte 

    Aus Daten des Projektmonitors ABiQ ergeben sich im Transportsektor zukünftige Vorhaben mit einem Wert von 3,35 Milliarden US$. Im Bau ist unter anderem eine mehr als 37 Kilometer lange Nahverkehrsbahn in Abidjan. Auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs wird von der Global-Gateway-Initiative unterstützt. Vor allem in der Wirtschaftsmetropole Abidjan entwickelt sich der Hochbau. Im Wassersektor sind neue Aufbereitungsanlagen geplant. Das Weltbank-Programm PASEA sieht u.a. die Sanierung von vier Staudämmen vor.

    In Westafrika spielt Côte d’Ivoire dank seiner gut ausgebauten Hafen‑, Straßen‑ und Dienstleistungsinfrastruktur eine zentrale Rolle als Logistikdrehscheibe. Abidjan zählt zu den leistungsfähigsten Tiefseehäfen der Region. 

    Stromversorgung muss wachsendem Verbrauch gerecht werden

    Côte d’Ivoire verfügt über einen robusten, gasbasierten Stromsektor. Der Stromverbrauch steigt stark an und sorgt für eine angespannte Versorgung. Deswegen sind umfangreiche Investitionen in das Stromnetz notwendig. Bei Solarkraft sind rund 600 Megawatt Nennkapazitäten in Planung. In der Wasserkraft ist der Bau einer Reihe mittelgroßer Anlagen geplant. Thema ist außerdem die Energiegewinnung aus Bioabfällen (Kakao, Baumwolle, Palmöl). Côte d'Ivoire ist der größte Stromexporteur Westafrikas.

    Maßgeblich für die Expansion im verarbeitenden Gewerbe ist vor allem der Lebensmittelsektor. Hier wächst der Bedarf an Maschinen- und Anlagen sowie Zutaten und Vorprodukten. Lebensmittelproduzenten investieren in den Ausbau lokaler Wertschöpfungs- und Lieferketten und bedienen den regionalen Markt.

    Regionales Finanzzentrum

    Der Finanzsektor Côte d’Ivoires ist der größte und am weitesten entwickelte in der Westafrikanischen Zoll- und Währungsunion und Mittelpunkt regionaler Kapitalströme. Abidjan beherbergt zahlreiche internationale Banken und Versicherer sowie die regionale Börse (BRVM).

    Impulsgeber im Gesundheitswesen sind private Betreiber von Kliniken und Arztpraxen. Doch auch der Staat und internationale Geber finanzieren Universitäts- und Fachkliniken. Der Markt für Medizintechnik und pharmazeutische Produkte entwickelt sich gut. 

    Bedeutung der Wirtschaftszweige in Côte d'Ivoire Anteile in Prozent
     

    Anteil an der Bruttowertschöpfung 2025 

    Anteil an den Beschäftigten (2019) 

    Land- und Forstwirtschaft

    22,0

    44,3

    Subsistenzlandwirtschaft

    5,8

     

    Exportlandwirtschaft (bspw. Kaffee, Kakao, Kautschuk)

    12,1

     

    Viehzucht und Jagd

    0,7

     

    Entkörnung (bspw. Baumwolle, Cashew) und zugehörige Dienstleistungen

    2,4

     

    Forstwirtschaft (Wald)

    0,3

     

    Fischerei

    0,6

     

    Industrie (inkl. Bergbau, Bau und Versorger)

    26,3

    10,7

    Bergbau (einschließlich Öl und Gas)

    7,4

     

    Nahrungsmittelindustrie

    6,6

     

    Raffination (Erdöl)

    1,3

     

    Sonstige Industrien

    4,4

     

    Wasserversorgung, Elektrizität und Abwasserentsorgung

    1,4

     

    Baugewerbe (Hoch- und Tiefbau)

    5,2

     

    Dienstleistungen

    51,7

    45,0

    Transport 

    9,3

     

    Information und Kommunikation

    1,9

     

    Handel

    16,8

     

    Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

    1,5

     

    Sonstige Dienstleistungen

    15,2

     

    Nichtmarktliche Zuwendungen (öffentlich u. privat) ohne Erwerbszweck

    7,1

     

    Gesamt

    100

    100

    Quelle: Anstat 2026; Enquête Nationale Sur L’Emploie en Côte d'Ivoire 2020

    Starkes Regionalgefälle 

    Trotz des hohen Wirtschaftswachstums ist das Land weiterhin von ausgeprägten regionalen Ungleichgewichten gekennzeichnet, insbesondere zwischen Abidjan, wo 22  Prozent der Bevölkerung leben, aber rund 80  Prozent der wirtschaftlichen Aktivität konzentriert sind, und dem übrigen Landesgebiet. 

    Eckdaten der Provinzen in Côte d'Ivoire
    Distrikt / Verwaltungszentrum 

    Bevölkerung (2021) 1)

    Wirtschaftliche Gegebenheiten
    Abidjan / Abidjan 

    6.321.017 

    Westafrika-Drehscheibe und wirtschaftliches Zentrum (Finanzen Dienstleistungen, Logistik, Telekommunikation und Industrie), auf das rund 80 Prozent der Wirtschaftsaktivitäten entfallen. 
    Bas‑Sassandra / San-Pédro

    2.687.176

    Mit San‑Pedro als weltweit führenden Hafen für den Export von Kakaobohnen; Bedeutend für die Ausfuhren von Nickel/Mangan; Verarbeitung von Kakao, Kautschuk und Palmöl
    Comoé / Abengourou

    1.501.336

    Anbau und Agro‑Industrie (Kakao, Kaffee, Ölpalme, Ananas; Gummi), Tourismus (Grand‑Bassam), Kleinfischerei 
    Denguélé / Odienné

    436.015

    Anbau und Agro-Industrie (Baumwolle, Cashew), Viehhaltung, Expansionspläne bei Reis und Soja; Bergbaupotenzial (Mangan und Gold)
    Gôh‑Djiboua / Gagnoa

    2 .088.440

    Klassische Kakao/Kaffee‑Region; Ausbau Hévéa (Kautschuk) und Ölpalme; starke Grundnahrungsmittelproduktion (Reis, Maniok, Kochbanane); Holzverarbeitung; Gold-Cluster
    Lacs / Dimbokro

    1.488.531

    Anbau und Agro‑Industrie (Kakao, Kaffee, Cashew); Textilpotenzial; Nähe zur (separaten) Hauptstadt Yamoussoukro
    Lagunes / Dabou

    2.042.623

    Agro‑Industrie & Holzverarbeitung; Kautschuk‑ und Ölpalmen‑Cluster; Fischerei/Tourismus im Küstengürtel
    Montagnes / Man

    3.027.023

    Agrarstandort (Kaffee & Kakao) im Hochland; Tourismus­potenzial; Grenzhandel Richtung Liberia u. Guinea; Provinz mit der höchsten Armutsquote (knapp 21 Prozent der im Land von extremer Armut betroffenen. Menschen)
    Sassandra‑Marahoué / Daloa

    2 .720.876

    Kakao & Kaffee, daneben Zuckerrohr; Anbau von Grundnahrungsmitteln (Kochbanane, Yams, Reis, Maniok); Nahrungsmittelverarbeitung; gute Anbindung an Abidjan und San‑Pédro für Exporte; Gehört nach Montagnes zu dem Bezirk mit den meisten absolut Armen
    Savanes / Korhogo

    2.159.434

    Agrar‑ und Viehzucht, Baumwolle, Cashew, Mango und Zuckerrohr‑Industrie; Tor zu Mali und Burkina-Faso; Zählt zu den drei ärmsten Bezirken
    Vallée du Bandama / Bouaké

    1.964.929

    Cashew‑Verarbeitung, Baumwolle, Getreide, Textilindustrie; Bouaké liegt auf dem Abidjan–Ouagadougou‑Korridor
    Woroba / Séguéla

    1.184.813

    Agraranbau und -verarbeitung (Cashew Baumwolle); Goldbergbau im Aufschwung 
    Zanzan / Bondoukou

    1.344.865

    Anbau von Cashew und Mango; Bergbauvorhaben (Gold und Mangan) Grenzhandel zu Ghana/Burkina. 
    Yamoussoukro (autonom)

    422.072

    Politische Hauptstadt; geprägt von Verwaltung, Bildung, Tourismus. Teile der Regierungsfunktionen verbleiben faktisch in Abidjan.
    1) Recensement Général de la Population et de l’Habitat 2021Quelle: GTAI-Recherche 2026

    Fausi Najjar

    Von Fausi Najjar | Abidjan

  • Politische Stabilität und ein unternehmensfreundlicher Kurs machen das Land attraktiv. Deutsche Unternehmen sind nur schwach vertreten.

    Côte d'Ivoire gilt insbesondere im afrikanischen Vergleich als unternehmensfreundlich. Das ivorische Recht schützt das Privateigentum für In- und Ausländer gleichermaßen. Es gibt keine Beschränkungen für den Devisen- und Kapitaltransfer. Der westafrikanische CFA‑Franc ist an den Euro gebunden. Währungsrisiken sind deswegen kaum gegeben. 

    Unterdurchschnittliches Risiko für Zahlungsausfälle

    Im Subsahara‑Afrika‑Vergleich stuft Euler Hermes Côte d’Ivoire (Stand: Q1/2026) als Land mit unterdurchschnittlichem Risiko für Zahlungsausfälle ein. Dennoch bleibt Côte d’Ivoire Teil eines insgesamt sensiblen afrikanischen Risikoumfelds, sodass Zahlungsziele weiterhin abgesichert werden sollten.

    Das ivorische Justizsystem ist nominell unabhängig. Richter sind mitunter politischem Einfluss ausgesetzt. Das Land erkennt ausländische Schiedssprüche an und hat diese in der Vergangenheit auch vollstreckt. Obwohl das öffentliche Beschaffungsverfahren gesetzlich offen ist, kann es in der Praxis intransparent ausfallen. 

    Laut Transparency International hat Côte d’Ivoire in den vergangenen Jahren zwar Fortschritte im Kampf gegen Korruption erzielt, im Transparency-Korruptionswahrnehmungsindex 2025 erreichte das Land jedoch nur 43 von 100 Punkten und belegte Rang 76 von 180 Ländern.

    Investitionen in Bergbau und Infrastruktur

    Die Investitionen werden im Zeitraum 2026 bis 2030 auf hohem Niveau bleiben, getragen von anhaltenden Investitionen in den Öl‑ und Gassektor, in den Bergbau sowie in die Infrastruktur. 

    Der Nationale Entwicklungsplan (NDP) 2026 bis 2030 legt den Schwerpunkt auf Investitionen in die Infrastruktur und die Schaffung von Arbeitsplätzen sowie auf Maßnahmen zur Verbesserung des Geschäftsumfelds, darunter der Abbau bürokratischer Hürden, die Bekämpfung von Korruption und die Vereinfachung der Steuergesetze. Fortschritte dürften jedoch nur schrittweise erfolgen. 

    Neue Player auf dem Feld 

    Frankreich bleibt aufgrund der tief verwurzelten wirtschaftlichen und historischen Beziehungen eine wichtige Quelle für ausländische Direktinvestitionen. Die ehemalige Kolonialmacht ist unter anderem stark in die Telekommunikation, den Energiesektor und das Tankstellennetz investiert. 

    Für Singapur, Malaysia, die Schweiz, Indien und die USA liegt der Schwerpunkt auf der Verarbeitung von Kakao und Cashew sowie weiteren agrarischen Rohstoffen. China ist unter anderem an der Hafeninfrastruktur Abidjans beteiligt. 

    Marokko und Südafrika sind im Bankensektor und in der Telekommunikation aktiv. Das Vereinigte Königreich hat vor allem in die Stromerzeugung investiert. Die Türkei ist als Projektpartner präsent. 

    Die ivorische Statistik führt Mauritius als führendes Ursprungsland für ausländische Direktinvestitionen an. Das spiegelt Holdingstrukturen wider; die Kontrolle liegt meist bei Konzernen aus Drittstaaten.

    Deutsche Präsenz überschaubar

    Deutsche Firmen sind vor allem in den Sektoren Energie, Bau, Industrie und Logistik aktiv. Sie agieren meist projektorientiert oder als Technologielieferanten. Siemens Energy ist regional wichtiger Technologielieferant und Serviceanbieter bei Energieprojekten. Zu den vor Ort präsenten Unternehmen gehören auch der Ausrüster in der Getränkeindustrie Krones oder der Pumpenhersteller Wilo.

    Das Ingenieurbüro Gauff ist an diversen Infrastrukturprojekten beteiligt. Bayer betreibt ein neues Saatgutlager als regionalen Distributionshub. Deutsche Unternehmen mit lokaler Produktion sind allerdings nicht vertreten.

    Ende März 2026 fand in Abidjan das EU Regional Business Forum statt, das im Rahmen der europäischen Global-Gateway Initiative unter anderem Investitionen entlang der  Korridore Abidjan–Lagos (Nigeria) und Abidjan–Ouagadougou (Burkina Faso) mobilisieren soll.

    Staat wirbt mit Steueranreizen

    Der Investitionskodex sichert die Gleichbehandlung ausländischer Investoren, freien Gewinn‑ und Kapitaltransfers, freien Devisenzugang, und den Eigentumsschutz zu. Einige Sektoren wie Bergbau unterliegen Sondergesetzen. 

    Enteignungen sind nur im öffentlichen Interesse und gegen gerechte, vorherige Entschädigung möglich. In einigen Sektoren (Kakao‑ und Cashew) gibt es Präferenzen für ivorische Unternehmen. 

    Übersichtstabelle Investitionsförderung in der Betriebsphase*
    ZoneDauerKategorie 1 (z. B. Agro‑Industrie) / Entlastung bei der Körperschaftssteuer Kategorie 2 (übrige, förderfähige Sektoren) / Entlastung bei der Körperschaftssteuer
    A (Abidjan‑Distrikt)5 Jahre50 % Entlastung über 5 Jahre; 70 % bei KMU Steuergutschrift (Crédit d’impôt) 25 %
    B (Regionalsitze inkl. Bonoua/Grand‑Bassam)10 Jahre100 % in den ersten 5 Jahren, danach 50 % in den folgenden 5 JahrenSteuergutschrift (Crédit d’impôt) 35 %
    C (übriges Landesgebiet)15 Jahre100 % in den ersten 10 Jahren, danach 75 % in den folgenden 5 JahrenSteuergutschrift (Crédit d’impôt) 50 %
    * Es handelt sich um Richtwerte; verbindlich ist der CEPICI Bescheid.Quelle: Portail d'informations et de promotion de l'économie de Côte d'Ivoire 2026

    Anreize nach Branchen 

    Die höchste Förderfähigkeit (Catégorie 1) im Kodex umfasst Investitionen in die Agroindustrie, die Gesundheitswirtschaft und – ab bestimmten Mindestinvestitionen – die Hotellerie. Die übrigen förderfähigen Bereiche (Catégorie 2) sind unter anderem: verarbeitende Industrie, Transport und Logistik, IKT sowie Umweltwirtschaft. 

    Nicht förderfähige Branchen sind: Handel, Banken und Finanzen und das Bauwesen für die nicht-industrielle Nutzung. Die gewährten Vorteile setzen sich aus steuerlichen Entlastungen, Zollpräferenzen und weiteren speziellen Regelungen zusammen. In einigen Bereichen (zum Beispiel bestimmte Finanzaktivitäten, einzelne Rohstoffförderungen) sind ausländische Investitionen ausgeschlossen. 

    … und nach Regionen

    Die Förderhöhe wird zudem nach regionalen Zonen (A/B/C) differenziert. Zusatzanreize kann es unter anderem bei der Erfüllung bestimmter Bedingungen für die lokale Verarbeitung und Beschäftigung, Reinvestition von Gewinnen geben. Während der Gründungsphase gelten Erleichterungen bei Zoll und Mehrwertsteuer.

    Geringe Lohnnebenkosten

    Der Standardsatz für die Körperschaftsteuer liegt bei 25 Prozent des steuerpflichtigen Gewinns. Die Mehrwertsteuer beläuft sich auf 18 Prozent; für eng umrissene Güter auf neun Prozent. Es gibt keine lokalen Ertragsteuern. Die Lohnnebenkosten und arbeitgeberseitige Abgaben liegen bei rund 17 Prozent des Lohnbruttogehalts.

    Industriezonen in Côte d’Ivoire
    ZonennameOrtInvestitionscode-ZoneBranchenschwerpunkte
    Akoupé-Zeudji PK24 Grand Abidjan Verarbeitungsindustrie; u.a. Kakaoindustrie
    Bondoukou – Zone agro-industrielle AnacardeBondoukou Cashew
    Bouaké – Zone logistique & industrielle (im Aufbau)

    Bouaké 

     

    Bbranchenoffen
    Ferkessédougou – Industrie/Logistik Ferkessédougou BLogistik/Handel 
    Grand-Bassam – VITIB (ZBTIC, Zone franche)Grand-BassamSonderregime ZBTIC: u.a. 0% Steuern 5 Jahre; ab Jahr 6: 1% Steuer IKT/Tech, Biotechnologie
    Korhogo – Zone agro-industrielle AnacardeKorhogo BCashew
    Koumassi – Zone industrielleAbidjan Sud Abranchenoffen 
    San Pedro – Réserve industrielle de Kablaké (im Aufbau)San Pedro BKakao-Industrie / weitere verarbeitende Industrie
    Séguéla – Zone agro-industrielle Anacarde BCashew
    Vridi – Zone industrielleAbidjan Zone AEnergie/Petroleum & Hafennahe Industrie
    Yamoussoukro – Zone industrielle YamoussoukroB u. CAgroverarbeitung
    Yopougon – Zone industrielleAbidjan Ouest Abranchenoffen
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest 2026

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Fausi Najjar

    Von Fausi Najjar | Abidjan

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    BezeichnungAnmerkung
    AHK Côte d'IvoireBietet deutschen Unternehmen Unterstützung bei der Markterschließung an
    CEPICIZentrale Agentur für die Investitionsförderung 
    Deutsche Botschaft AbidjanVertritt die Bundesrepublik Deutschland in Côte d'Ivoire, bietet konsularische Dienstleistungen und fördert die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit