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Rahmenbedingungen

Bauzulieferer in Australien kommen in der Regel pünktlich an ihr Geld. Öffentliche Ausschreibungen enthalten häufig Vorgaben, welche lokale Unternehmen bevorzugen.

Von Heiko Stumpf | Sydney

Komplexe Ausschreibungsregeln, gutes Zahlungsverhalten

Das Ausschreibungsverfahren in Australien ist recht komplex, vor allem wegen zum Teil unterschiedlicher Anforderungen und Vorgaben einzelner Bundesstaaten. Die Datenbank AusTender gibt eine Übersicht über Ausschreibungen und Beschaffungen der australischen Regierung. Daneben gibt es von jedem Bundesstaat eigene Datenbanken für Ausschreibungsverfahren.

Öffentliche Ausschreibungen enthalten häufig Vorschriften für einen verbindlichen Inlandsanteil. Auch eine Sonderbehandlung von lokal ansässigen kleinen und mittleren Unternehmen ist üblich. Im Bundesstaat Victoria gilt beispielsweise die Local Jobs First Policy. Bei öffentlichen Projekten mit einem Wert von über 50 Millionen australische Dollar ($A, entspricht rund 35 Millionen US-Dollar (US$), 1 $A = 0,6947 US$) sind Mindestvorgaben für eine lokale Beschaffung zu beachten. Auf Ebene der nationalen Regierung in Canberra wurden im Finanzjahr 2021/2022 rund 95 Prozent der öffentlichen Aufträge an Unternehmen mit einer lokalen Niederlassung vergeben.

Das geplante Freihandelsabkommen zwischen Australien und der Europäischen Union (EU) soll auch ein Kapitel über den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen enthalten. Für deutsche Unternehmen könnten sich in der Zukunft dadurch Erleichterungen ergeben. Die Verhandlungen über das Abkommen befinden sich im fortgeschrittenen Stadium, dürften sich aber noch mindestens bis Ende 2023 hinziehen.

Das Zahlungsverhalten in der australischen Bauwirtschaft ist insgesamt zuverlässig. Von staatlicher Seite veröffentlicht der Payment Times Reporting Regulator regelmäßig Datensätze, welche die Zahlungsmoral von großen Bauunternehmen abbildet. Im Finanzjahr 2021/2022 wurden 58 Prozent der als Lieferanten auftretenden Kleinunternehmen innerhalb von 30 Tagen bezahlt. In nur 8 Prozent der Fälle dauerte die Rechnungsbegleichung mehr als 60 Tage.

 Die GTAI stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

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