Wirtschaftsumfeld | Belgien | Arbeitsmarkt, Lohnkosten

Belgien

Torsten Pauly

Von Torsten Pauly | Brüssel

Die Beschäftigung soll in Belgien 2025 um 0,6 Prozent steigen, dank eines Wachstums des Bruttoinlandsproduktes um 1,4 Prozent. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es große regionale Unterschiede. In Flandern herrscht mit einer Arbeitslosenquote von 3,3 Prozent im Jahr 2023 annähernd Vollbeschäftigung. In einigen wallonischen, durch die Deindustrialisierung strukturschwach gewordenen Provinzen lag die Quote dagegen bei über 9 Prozent. Auch in Brüssel war die Quote wegen der Abwanderung vieler Industriebetriebe mit 10,7 Prozent hoch, trotz vieler Stellen im Dienstleistungssektor.

Wallonische Arbeitgeber konkurrieren oft mit denen in Brüssel, Luxemburg und Nordfrankreich. Denn die französischsprachigen Einwohner nehmen dort oftmals besser bezahlte Jobs an. Im niederländisch-sprachigen Flandern dagegen wirkt sich vielfach die Sprachbarriere als hinderlich aus, trotz der vorhandenen Nachfrage nach Arbeitskräften.

Eine Lösung ist, vakante Stellen mit ausländischen Arbeitskräften zu besetzen. Allein 2022 sind 95.000 Menschen zwischen 18 und 35 Jahren nach Belgien gezogen.

Die Löhne sind in Belgien hoch und sollen 2025 um 2,6 Prozent steigen. In den Jahren 2022 und 2023 gab es nominale Erhöhungen um jeweils mehr als 7 Prozent. Dies liegt an der Lohnindexierung: Die Arbeitnehmerverdienste müssen per Gesetz mit der Inflationsrate steigen. Die Löhne variieren jedoch je nach Standort stark. Im Jahr 2022 war das Bruttoniveau in Brüssel um 52 Prozent höher als im wallonischen Gebiet Dinant.