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Maschinenbau hofft auf Erholung der Exporte

Der bulgarische Maschinenbau stagniert. Die Branche hofft, dass sich die Nachfrage erholt. Impulse kommen aus der Rüstungsindustrie. Viele Firmen exportieren nach Deutschland.

Von Dominik Vorhölter | Sofia

Ausblick des Maschinenbaus in Bulgarien

Bewertung:

  • Nachfrage nach Maschinenbauprodukten wird sich voraussichtlich erholen.
  • Verteidigungssektor setzt neue Impulse für Wachstum.
  • Fachkräftemangel bleibt größte Herausforderung und ist ein Wachstumshemmnis. 

Anmerkung: Einschätzung des Autors für die kommenden zwölf Monate auf Grundlage von prognostiziertem Umsatz- und Produktionswachstum, Investitionen, Beschäftigungsstand, Auftragseingängen, Konjunkturindizes etc.; Einschätzungen sind subjektiv und ohne Gewähr; Stand: Februar 2026.

  • Die Aufträge erholen sich schleppend. Der Fachkräftemangel bleibt eine Herausforderung. Neue Impulse kommen aus der Glasindustrie, der Eisenbahnindustrie und der Rüstungsindustrie.

    Die Stimmung in der bulgarischen Maschinenbaubranche ist verhalten, denn die Unternehmen litten unter Auftragseinbrüchen. Hoffnung geben die europaweiten Investitionen in der Verteidigungsindustrie und eine erwartete Konjunkturerholung in Deutschland. Zusätzlich positiv wirkt die lokale Konjunktur: In Bulgarien stiegen 2025 die Bruttoanlageinvestitionen um 3,3 Prozent und die Aussichten sind positiv: Die bulgarische Wirtschaft wird 2026 weiter wachsen. Die Bruttoanlageinvestitionen werden voraussichtlich um 3,9 Prozent zulegen.

    Unternehmen hoffen auf mehr Aufträge

    Die schleppenden Auftragseingänge spiegeln sich in der Exportnachfrage wider. Wertmäßig stagnieren die Exporte nach Deutschland. Bulgarische Unternehmen exportieren rund 21 Prozent des branchenweiten Ausstoßes nach Deutschland.

    21 %

    der Exporte des bulgarischen Maschinenbaus gingen 2024 nach Deutschland (1,8 Milliarden Euro). Die Bundesrepublik ist damit wertmäßig der größte Abnehmer für Produkte der Branche. 

     

    "Bulgarien bleibt führend in den Segmenten Werkzeugmaschinen und Hydraulik. Bulgariens Maschinenbauunternehmen haben sich noch immer nicht ganz erholt von den wegbrechenden Aufträgen der vergangenen Jahre", sagt Violin Nenov. Er ist Manager bei der Bulgarischen Branchenkammer Maschinenbau (BBCM). "Das Problem ist, dass wir eine Wirtschaftsflaute in Deutschland beobachten und deutsche Kunden am stärksten betroffen sind von der Zollpolitik der Vereinigten Staaten“, erklärt Nenov.

    Deutschland ist mit Abstand der größte Abnehmer von Produkten des bulgarischen Maschinenbaus, gefolgt von der Türkei (4,7 Prozent Exportanteil) und Rumänien (4 Prozent Exportanteil). Zu den exportstarken Produkten des bulgarischen Maschinenbaus zählen unter anderem Kühlgeräte, Hydraulikkomponenten und elektronische Komponenten. Bulgarien ist besonders für die deutsche Automobilindustrie ein wichtiger Beschaffungsmarkt.

    Die Rüstungsindustrie wird ein neuer Wachstumstreiber

    Rheinmetall plant, rund 1 Milliarde Euro in Bulgarien in ein Werk für Munition zu investieren. Gemeinsam mit dem staatlichen Rüstungskonzern Wasowsche Maschinenbaufabrik VZM plant der Düsseldorfer Rüstungskonzern, zusätzlich ein Joint Venture zu gründen. Ziel ist unter anderem, die Produktionsanlagen von VZM in Sopot zu modernisieren. VZM produziert Munition, die der bulgarische Staat hauptsächlich in die Ukraine liefert.

    Es besteht Bedarf an Ausrüstung für die Produktion von Pulverchemie, an Sicherheitstechnik, Filter- und Entstaubungsanlagen, an Maschinen zur Metallbearbeitung (Gehäuse, Komponenten, Pressverfahren) sowie an Automatisierungs- und Messtechnik und Anlagen aus dem Spezialmaschinenbau, wie Pressen, und Munitionsfülltechnik.

    Glasindustrie und Eisenbahn versprechen Chancen für Kooperationen

    Die bulgarische Technoglass Group und das deutsche Unternehmen HORN Glass Industries AG planen ein gemeinsames Floatglaswerk in Burgas. Die Investition beläuft sich auf rund 300 Millionen Euro, berichtet die Technoglass Group. Das Werk soll Ende 2027 mit einer Kapazität von 800 Tonnen Glas pro Tag in Betrieb gehen. Floatglas ist eine Form von Flachglas, die entsteht, indem geschmolzenes Glas auf ein Bad aus flüssigem Metall, meist Zinn, gegossen wird. Dadurch erhält das Glas eine gleichmäßige Dicke und ebene Oberfläche. Dieses Glas benötigt die Bauwirtschaft, etwa für den Bau von Glasfrontgebäuden. Ein hauptsächlicher Exportmarkt wird die Ukraine werden. Erst zum Jahresbeginn 2026 hat der türkische Hersteller Sisecam seine Investition in eine neue Beschichtungslinie im Werk in Tagovishte abgeschlossen.

    Der tschechische Zughersteller Škoda liefert im Zeitraum bis August 2026 insgesamt 25 neue Züge an die bulgarischen Staatsbahnen. Das tschechische Unternehmen hat dabei die Wartung des rollenden Materials, der Batterien und weiterer Komponenten für mindestens 15 Jahre übernommen. Es plant, dafür mittelfristig Produktionsanlagen nach Bulgarien zu verlegen, berichtet die Zeitung Kapital. 

    Automatisierung und Digitalisierung geben der Branche neue Impulse

    Eine immer engere Verzahnung des bulgarischen Maschinenbaus mit dem IT-Sektor verfolgen hauptsächlich deutsche Investoren. Im Segment Automatisierungstechnologie sind deutsche Unternehmen wie Festo, Liebherr, BHC-Thermocontrol und Eberspächer in Bulgarien führend.  

    Gleichzeitig steigt der Druck bei den lokalen kleinen und mittelständischen Unternehmen, Produktionsanlagen zu modernisieren und Abläufe und Prozesse in den Betrieben zu digitalisieren und zu automatisieren. Dieser Schritt sei für viele Unternehmen unerlässlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben, sagt Violin Nenov, Manager bei BBCM. 

    Aus den EU-Fördertöpfen der Aufbau- und Resilienzfazilität verfügt das Ministerium für Innovation und Digitalisierung über Fördermittel in Höhe von rund 2 Milliarden Euro. Einzelne Förderprogramme laufen noch bis 2027 und werden auf der Informationsseite über EU-Förderprogramme veröffentlicht.

    Mittelfristige Perspektiven der Branche sind positiv

    Mittel- bis langfristig verspricht die Branche und die bulgarische Wirtschaft aber ein stärkeres Wachstum als vergleichsweise in westeuropäischen EU-Ländern. Der Bedarf an neuen Maschinen und Ausrüstungen im verarbeitenden Gewerbe in Bulgarien wird hoch bleiben. Politische Krisen im Land können Projekte mit EU-Mitteln verzögern. Im Bereich Ausrüstung für Solarenergieanlagen starten einzelne Großprojekte in Bulgarien. Ebenso erweitern etablierte Unternehmen wie M+S Hydraulik oder Schneider Electric ihre Produktionskapazitäten.

    Ausgewählte Investitionsprojekte in Bulgarienin Millionen Euro
    Akteuer/ProjektInvestitionssumme ProjektstandAnmerkungen
    Solvay Sodi: Bau einer Dampferzeugungsanlage mit RFD-Brennstoffen

    179

    Fertigstellung innerhalb des 1. Quartals 2026Produktion von Soda 
    Smart Solar Technologies AD

    123

    in UmsetzungBau eines neuen Werks zur Herstellung von Solarmodulen und -zellen; in der Nähe von Stara Zagora; 800 Arbeitsplätze
    Alcomet AD

    70

    in UmsetzungErweiterung des Produktmixes durch die Installation einer neuen Anlage und Produktionslinien in Shumen; 160 neue Arbeitsplätze
    Schneider Electric Bulgaria: Bau des Hightech-Werks in Radinovo, Plovdiv

    70

    Erweiterung bis 2028Industrietechnologien, Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung
    Festo Bulgaria EOOD

    40

    Erweiterung und Modernisierung läuftWerkstatt zur Fertigung von komplexeren Geräten für die industrielle Automatisierung
    M+S Hydraulic AD

    23

    bis 2027Bau eines neuen Werks zur Herstellung von Hydraulikmotoren; eine Kapazitätserhöhung von über 30 Prozent; 121 neue Arbeitsplätze
    Smart Power Grid: spezialisiert auf Spannungsklassen bis 400 kV

    13

    in UmsetzungWerk zur Herstellung von Schalttafeln, Transformatoren u.a.
    INCA Machine Building: Neue Anlage am Standort in Plovdiv

    10

    in UmsetzungHerstellung von Maschinen für die Produktion von Holzhackschnitzel
    Sar Makina Bulgaria AD

    8

    in UmsetzungBau eines Werks zur Herstellung von Maschinen und Ersatzteilen in Shumen; 37 Arbeitsplätze
    SKF Bearings Bulgaria EAD

    7

    Projektumsetzung bis 2026Erweiterung des bestehenden Kugellagerwerks in Sopot
    Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest, Pressemeldungen (Stand: Februar 2026)

    Von Dominik Vorhölter | Sofia

  • Deutschland gehört zu den größten Liefer- und Abnehmerländern des bulgarischen Maschinenbaus. Viele Branchenfirmen bieten Auftragsfertigungen an.

    Bulgariens Maschinenbaubranche besteht hauptsächlich aus Betrieben, die Anlagen und Ausrüstung für nicht wirtschaftsspezifische Zwecke herstellen. Der bulgarische Maschinenbau gerät zunehmend in den Fokus europäischer Unternehmen als Beschaffungsmarkt. Die Produktion des Maschinenbaus in Bulgarien umfasst Turbinen und Motoren, Hydraulikpumpen, Kompressoren, Armaturen, Lager, Getriebe, Öfen und Brenner, Hebe- und Transportmaschinen, Büromaschinen, Werkzeuge, Kühl- und Lüftungsgeräte, landwirtschaftliche Maschinen und Metallbearbeitungsmaschinen. 

    Bulgariens Maschinenbau ist exportorientiert

    Den größten Anteil am Export von Maschinen haben automatische Datenverarbeitungsmaschinen und deren Einheiten sowie Motoren, Armaturen und ähnliche Geräte für Rohrleitungen, Kessel, Behälter, Flüssigkeitspumpen und landwirtschaftliche Maschinen. Die führenden Handelspartner bei den Maschinenexporten sind Deutschland, Rumänien, Griechenland, Österreich, Italien, Polen und Frankreich. In den vergangenen sechs Jahren hat Bulgarien eine positive Handelsbilanz mit Deutschland erzielt. 

    Bulgariens Maschinenbauindustrie kauft auch bevorzugt Technik aus Deutschland, allerdings habe der Wettbewerb mit asiatischen Maschinenimporten zugenommen, sagt Violin Nenov, Manager bei der Bulgarischen Branchenkammer Maschinenbau (BBCM) gegenüber Germany Trade & Invest. "Die Nachfrage nach deutschen Maschinen und Technologien besteht hauptsächlich in den Produktionssektoren für Metallbearbeitungsmaschinen, Holzbearbeitungsmaschinen, Landmaschinen und zur Produktion von Komponenten und Beschlägen aus Metall", weiß Nenov. 

    Cluster befindet sich im Zentrum Bulgariens

    Die bulgarische Maschinenbauindustrie ist konzentriert in und um die größten bulgarischen Städte, darunter die Hauptstadt Sofia, Plovdiv und Stara Zagora in Südbulgarien. Hauptsächlich treiben ausländische Unternehmen die Entwicklung des Sektors voran. Im Jahr 2024 trug  die Herstellung von Maschinen und Anlagen 5,6 Prozent zur Wertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes bei und wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent. Die Maschinenbaubranche besteht laut Eurostat aus rund 940 Unternehmen, die im Jahr 2024 rund 32.200 Menschen beschäftigen.

    Produktion in den wichtigsten Maschinenbausparten in Bulgarien (in Millionen Euro, Veränderung und Marktanteil in Prozent)
    Sparte

    Jahr 2024*)

    Veränderung 2024/2023

    Marktanteil am gesamten verarbeitenden Gewerbe

    Elektrische Ausrüstung

    2.703

    -6,4

    5,1

    Maschinenbau gesamt, davon

    2.359

    -7,5

    4,5

      nicht wirtschaftszweigspezifische Maschinen (Pumpen, Kompressoren, Armaturen, etc.)

    905

    -11,5

    1,7

      sonstige nicht wirtschaftszweigspezifische Maschinen (Hebezeuge, Büromaschinen)

    747

    -6,5

    1,4

      Maschinen für sonstige bestimmte Wirtschaftszweige

    476

    -2,1

    0,9

      Werkzeugmaschinen

    192

    3,7

    0,4

      Landmaschinen

    39

    -30,5

    0,1

    * vorläufige Daten; die Elektroindustrie wird als wichtigster Zulieferer des Maschinenbaus oft als Teil des Sektors betrachtet.Quelle: Eurostat, Structural Business Statistics (Stand: 09.12.2025, abgerufen im Februar 2026)

    Kühlgeräte und Hydraulik sind wichtige Segmente

    Ein wichtiger Teil des Maschinenbaus in Bulgarien sind Kühlsysteme. Einer der größten Hersteller im Land ist das deutsche Unternehmen Liebherr-Hausgeräte in Marica. Die Firma verzeichnete einen Umsatz von etwa 255 Mio. Euro im Jahr 2024, berichtet die Wirtschaftszeitung Capital. Liebherr stellt an seinem Standort in der Region Plovdiv außerdem Klimaanlagen für Schienenfahrzeuge her. 

    Ein Teilbereich, der sich gut entwickelt, ist die Hydraulik. Bulgarien war lange Zeit ein Hersteller von Gabelstaplern. Zulieferer dieser Industrie haben mit der Zeit ihre Produkte in internationale Lieferketten integriert. Die Hydraulikindustrie besteht aus etwa 70 Unternehmen, die jeweils etwa 100 bis 150 Mitarbeiter beschäftigen, berichtet der bulgarische Verband für Maschinenbau. Führende Unternehmen in diesem Segment sind etwa H+S Hydraulik und Caproni in Kazanlak.

    Werkzeugmaschinenbau beliefert Bau- und Möbelindustrie

    Metallbearbeitung und Werkzeugmaschinenbau generieren Aufträge, denn die Bau- und Möbelindustrie fragt mehr Beschläge und Metallteile nach. Die europäischen Firmen dieser Sektoren sind in Bulgarien auf der Suche nach neuen Lieferanten aufgrund der Lieferschwierigkeiten mit Waren aus Asien. 

    Das Unternehmen ZMM Bulgaria Holding gehört zu den größten Produzenten von Werkzeugmaschinen in Bulgarien. In den Werken in Sliven und in Nova Zagora stellt das Unternehmen Drehmaschinen und CNC-Metallschneidemaschinen her. Die Maschinen exportiert die Holding eigenen Angaben zufolge in 80 Länder.

    Metallbearbeitung lebt von Auftragsfertigung

    Für Auftragsfertigungen sind bulgarische Firmen für europäische Kunden attraktiv, weil sie vergleichsweise geringere Lohn- und Energiekosten als in Deutschland haben. Zentren sind die Industriestädte Plovdiv und Stara Zagora. In Plovdiv ist beispielsweise das deutsche Unternehmen Bulde GmbH aktiv, das Auftragsfertigung von Halterungen, Aluminiumkomponenten und Befestigungselementen für die Bauindustrie und die Automobilindustrie anbietet. Weitere Wettbewerber für Aluminiumprodukte sind die Hersteller Aqua Metal, Almed und Bullcraft.

    Im Nordosten des Landes sind hauptsächlich Unternehmen aktiv, die Produkte für Landmaschinen herstellen. Diese Firmen produzieren vor allem für den Binnenmarkt, da sie mit internationalen Wettbewerbern nicht mithalten können. Es handelt sich um etwa 40 Hersteller mit jeweils 70 bis 100 Mitarbeitern, heißt es beim bulgarischen Verband für Maschinenbau.

    Die Lebensmittelindustrie ist ein weiterer Kunde bulgarischer Maschinenbauerzeugnisse. In Plovdiv etwa produziert das Unternehmen Biomashin Edelstahlbehälter für Weinkellereien und Brauereien. Die Kosmetikindustrie, zum Beispiel Produzenten von Rosenöl, gehört außerdem zu den Kunden. Laut bulgarischem Verband für Maschinenbau produzieren rund 35 Unternehmen mit jeweils 60 bis 80 Mitarbeitern Fässer und andere Behälter. 

    Wichtige Branchenunternehmen in Bulgarien (Umsatz in Millionen Euro)
    UnternehmenSparte

    Umsatz 2024*)

    Kostal Bulgaria AutomotiveElektronische, elektromechanische und mechatronische Produkte für die Automobilindustrie

    414

    BTL IndustriesMedizinische Geräte und Ausrüstung

    346

    Liebherr Hausgeräte MaricaKlimageräte und Kühlanlagen

    277

    ABB BulgariaAutomatisierungslösungen

    253

    Witte Automotive BulgariaHerstellung von Schließsystemen für die Automobilindustrie

    213

    BHTC BulgariaKlimaregelung für die Automobilindustrie

    201

    Schneider Electric BulgariaTechnologien und Lösungen für Energiemanagement

    160

    Festo BulgariaAutomatisierungstechnik

    126

    Palfinger ProduktionstechnikHebezeuge

    116

    M+S HydraulikHebezeuge

    71

    * 1 Euro = 1,95583 BGNQuelle: Handelsregister Bulgariens (Stand: Februar 2026), eigene Berechnungen

    Von Dominik Vorhölter | Sofia

  • Bulgarien ist Teil der Europäischen Union und Mitglied im Euroraum sowie im Schengen-Raum. Aber es wird zunehmend schwieriger, geeignetes Personal zu finden.

    Bulgarien verfügt über hoch qualifiziertes Personal im Bereich technische Wissenschaften und Mathematik. Entsprechend gut sind die Aussichten, Ingenieure zu finden. Allerdings haben es insbesondere kleine und mittlere Unternehmen zunehmend schwer, geeignetes Personal zu finden. Dies liegt zum einen daran, dass diese Unternehmen überwiegend Handwerker anstatt Hochschulabsolventen suchen. Auch fehlt Bulgarien eine Bildungsreform, die es für Unternehmen einfacher macht, eine duale Ausbildung anzubieten.

    Vor allem Unternehmen, die Einzel- und Kleinserienaufträge annehmen, kämpfen um Personal. Ihnen fehlt es an Ressourcen, um selbst Fachkräfte auszubilden und zu schulen. In diesen Firmen gibt es zwar Programme zur Schulung von Mitarbeitern, jedoch handelt es sich dabei meist um Pilotprojekte, die finanziell gefördert werden. "In Bulgarien beobachten wir Fachkräftemangel. Dies gilt sowohl für Ingenieure und Techniker als auch für Facharbeiter in der Produktion. Tätigkeiten im Maschinenbau sind nicht populär genug. Versuche, Arbeitskräfte anzuwerben, haben bisher kaum Abhilfe geschaffen," sagt Violin Nenov, Manager bei der Bulgarischen Branchenkammer Maschinenbau (BBCM).

    Bulgarien hat seit dem 1. Januar 2026 den Euro als nationales Zahlungsmittel eingeführt. Dies erleichtert den Zahlungsverkehr. Ebenso ist Bulgarien seit März 2025 Vollmitglied im Schengenraum. Dies garantiert einen reibungslosen Waren- und Personenverkehr. Zuvor musste der Staat im Verkehr mit anderen EU-Ländern Grenzkontrollen durchführen, was zu Verzögerungen bei Transportdienstleistungen führte. 

    Im innergemeinschaftlichen Warenverkehr der Europäischen Union (EU) sind die Regelungen des Umsatzsteuerkontrollverfahrens in der EU zu beachten. Informationen hierzu finden sich auf der Internetseite des Bundeszentralamtes für Steuern. Hinsichtlich der Normierung gelten die einschlägigen EU-Richtlinien (siehe etwa Deutsches Institut für Normung e.V.).

    Germany Trade & Invest stellt ausführliche Informationen zum Wirtschafts- und Steuerrecht sowie zu Einfuhrregelungen, Zöllen und nicht tarifären Handelshemmnissen zur Verfügung.

    Von Dominik Vorhölter | Sofia

  • Bezeichnung

    Anmerkungen

    Germany Trade & Invest

    Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft

    AHK Bulgarien

    Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

    Invest Bulgaria Agency

    Agentur für Investitionsförderung
    Ministerium der Wirtschaft und Industrie 
    Ministerium für Wachstum und Innovationen 
    Bulgarische Branchenkammer für MaschinenbauBranchenverband
    Bulgarischer Verband der metallurgischen IndustrieBranchenverband
    Machtech & Innotech ExpoDie größte internationale Messe in Bulgarien für Maschinen und Technologien in der Metallverarbeitung vom 6. bis 9. Oktober 2026 im Inter Expo Center Sofia

    Von Dominik Vorhölter | Sofia

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